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Unterschrift wurde gefälscht, wer muss nun das Geld für die Ware einfordern?

11.4.2019 Thema abonnieren
 Von 
Nora2030
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)
Unterschrift wurde gefälscht, wer muss nun das Geld für die Ware einfordern?

Guten Tag an alle hier,

folgender Fall ist mir heute passiert.

Ich habe etwas bestellt und es wurde per Paket versendet. Die Sendungsnummer wurde mir mitgeteilt und irgendwann stand da, dass mir das Paket zugestellt wurde.

Heute hat mir der Verkäufer die Unterschrift gezeigt. Und es liegt klar auf der Hand. Meine Unterschrift wurde gefälscht.

Der Verkäufer möchte sein Geld und ich möchte wegen nicht Erhalt bezahlen. Wer muss sich nun bei der Post beschweren, der Verkäufer oder ich?

Bei der Fälschung handelt es sich doch um eine Straftat. Soll ich auf eine Einigung mit der Post warten oder gleich Anzeige bei der Polizei stellen?

Meine Unterschrift ist leider leicht zu fälschen. Allerdings hat derjenige oder diejenige einige deutliche Fehler gemacht, so ist es leicht z.B. durch meinen Ausweis, nachzzweisen, dass es sich nicht um meine Unterschrift handelt.

Wie soll ich mich nun Verhalten und wer muss nun aktiv werden? Der Verkäufer, die Polizei oder ich? Der Post und dem Verkäufer habe ich mitgeteilt, dass meine Unterschrift definitiv gefälscht wurde.

Und nun?

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13 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Anami
Status:
Bachelor
(3371 Beiträge, 805x hilfreich)
Signatur:Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen. Karl V.
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#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(66032 Beiträge, 31364x hilfreich)

Zitat (von Nora2030):
Wie soll ich mich nun Verhalten

Eine Anzeige bei der Polizei unter Beifügung der Beweisen wäre doch mal eine Option.



Der Verkäufer wart privat oder ein Unternehmen?


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#3
 Von 
Nora2030
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

Es handelt sich um einen gewerblichen Verkäufer, genauer Versandhandel und um DHL:

DHL sagt, dass der Absender dafür zuständig ist, diese möchten allerdings nichts unternehmen. Haben mir die Unterschrift gezeigt, die keinesfalls meine ist. Der erste Buchstabe meines Vornamens und der Nachname. Nachbarn haben nichts, das habe ich zuerst überprüft.

Laut DHL muss sich der Handel um die Schadensersatzforderung kümmern. Diese schiebt es auf mich.

Habe hier auch schon gelesen, dass ein gewerblicher Verkäufer den Nachweis erbringen muss, dass die Ware angekommen ist. Oder ist für diesen der Fall mit der gefälschten Unterschrift erledigt? Er möchte doch sein Geld wieder, dass muss er doch bei DHL einfordern oder nicht?

Werde mir den Link mal durchlesen. Danke dafür.

-- Editiert von Nora2030 am 12.04.2019 10:19

Signatur:Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.
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#4
 Von 
BigiBigiBigi
Status:
Bachelor
(3157 Beiträge, 1319x hilfreich)

Zitat:
Haben mir die Unterschrift gezeigt, die keinesfalls meine ist.

Das wird eh ein lustiges Spielchen. Auf den modernen Geräten, wo man auf einem Display unterschreibt, kann vermutlich selbst ein Graphologe nicht mehr klären, ob der Empfänger unterschrieben hat oder jemand anders. Ich selber erkenne meine Unterschrift auf diesen Dingern jedenfalls nicht wieder, weil die Art zu schreiben eine ganz andere ist als auf Papier auf einem Tisch.

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#5
 Von 
Nora2030
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

Dann soll ich die Ware bezahlen, die ich nie erhalten habe?

Gibt es keine Gerechtigkeit mehr?

Es ist definitiv nicht meine Unterschrift.

Kann ich nichts dagegen unternehmen?

Kann der Zusteller also selbst unterschreiben und die Ware behalten (Beispiel)? Das kann es doch nicht sein. Ich schreibe den 1. Buchstaben schräg und nicht gerade. Beim Nachnamen sieht es wie ein anderer Buchstabe aus als mein Name.

Obwohl ich im Recht bin, kann ich also nichts unternehmen, um mein Recht zu erhalten?

Signatur:Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.
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#6
 Von 
Nora2030
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

DHL wird sich nun der Sache annehmen. Entweder sie geben den Fehler zu oder ich bin "im Eimer".

Signatur:Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.
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#7
 Von 
pOtH
Status:
Lehrling
(1315 Beiträge, 478x hilfreich)

Zitat (von Nora2030):
Entweder sie geben den Fehler zu oder ich bin "im Eimer".

Ganz im Gegenteil... Google einfach mal nach "Versandrisiko gewerblicher Verkäufer".

Weise den gewerblichen Verkäufer darauf hin, dass er das Versandrisiko trägt u. fordere ihn auf die Ware zu liefern od. den Betrag zurück zu erstatten - Ob der gewerbliche Verkäufer sein Geld von DHL bekommt od. nicht, kann dir egal sein!

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#8
 Von 
BigiBigiBigi
Status:
Bachelor
(3157 Beiträge, 1319x hilfreich)

Zitat (von pOtH):
Weise den gewerblichen Verkäufer darauf hin, dass er das Versandrisiko trägt

Der gewerbliche VK wird womöglich darauf verweisen, daß die Ware lt. Versanddienstleister zugestellt ist. Wenn man dann vor Gericht geht und der Zusteller sagt aus "habe ich zugestellt", was will man dann machen? Jedenfalls wenn man unterstellt, der Zustellmitarbeiter habe die Unterschrift gefälscht. Oder beim Nachbarn abgegeben und lügt jetzt, weil er Angst um seinen Job hat, weil er das nicht hätte tun dürfen.

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#9
 Von 
spatenklopper
Status:
Senior-Partner
(6073 Beiträge, 3080x hilfreich)

Zitat (von BigiBigiBigi):
Wenn man dann vor Gericht geht und der Zusteller sagt aus "habe ich zugestellt", was will man dann machen?

Dort gibt man unter Eid die Versicherung ab, dass die Unterschrift, welche den Erhalt des Paketes angeblich belegen soll, nicht die eigene ist.

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#10
 Von 
Heike J
Status:
Lehrling
(1944 Beiträge, 1236x hilfreich)

Anzeige erstatten und die Bescheinigung der Anzeige zusammen mit einem schriftlichen Widerspruch zum Ausliefernachweis an den Verkäufer.

Und nichts bezahlen.

Der Versandhandel hat das zu klären.
Arbeite selbst im Versandhandel in diesem Bereich. Unterschriftenfälschung kommt leider häufig vor.

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#11
 Von 
eh1960
Status:
Lehrling
(1786 Beiträge, 674x hilfreich)

Zitat (von pOtH):
Zitat (von Nora2030):
Entweder sie geben den Fehler zu oder ich bin "im Eimer".

Ganz im Gegenteil... Google einfach mal nach "Versandrisiko gewerblicher Verkäufer".

Weise den gewerblichen Verkäufer darauf hin, dass er das Versandrisiko trägt u. fordere ihn auf die Ware zu liefern od. den Betrag zurück zu erstatten - Ob der gewerbliche Verkäufer sein Geld von DHL bekommt od. nicht, kann dir egal sein!


So ist es. Auf keinen Fall sich auf Spielchen mit dem Transporteur einlassen. Bei Verkauf von einem Unternehmer zu einem Verbraucher findet der "Gefahrübergang" mit der Übergabe der Ware an den Käufer statt.

Der Verkäufer muss nachweisen, daß die Ware beim Käufer angekommen ist.

Anders ist es beim Verkauf von einem Verbraucher an einen Verbraucher (also: von privat an privat), da ist der Gefahrübergang bei der Übergabe an den Spediteur.

Wenn also hier noch nicht bezahlt wurde, und es sich um die Lieferung eines Unternehmers an einen Verbraucher handelt: nicht bezahlen, der Verkäufer möge nachweisen, daß die Ware tatsächlich beim Käufer angekommen ist. Dafür reicht das Gekrakel beim Spediteur nicht aus. Der Verkäufer muss sich mit seinem Spediteur auseinandersetzen, beide sollten übrigens für solche Fälle versichert sein...

Signatur:Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".
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#12
 Von 
altona01
Status:
Weiser
(16991 Beiträge, 7450x hilfreich)

Es erscheint auf jeden Fall sinnvoll, dass Sie sich zukünftig eine neue Unterschrift zulegen, die nicht so leicht zu fälschen ist wie Ihre aktuelle.

Signatur:Nur wer sich bewegt, hört seine Ketten rasseln.
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#13
 Von 
BigiBigiBigi
Status:
Bachelor
(3157 Beiträge, 1319x hilfreich)

Zitat (von spatenklopper):
Dort gibt man unter Eid die Versicherung ab, dass die Unterschrift, welche den Erhalt des Paketes angeblich belegen soll, nicht die eigene ist.

Und? Der TE ist Partei genau wie der VK, der Zusteller ist Zeuge. Wenn also keine besonderen Umstände vorliegen und er eine brauchbare Aussage macht (und nicht "kann mich nicht erinnern"), wird das Gericht sicherlich dem Zeugen glauben. Parteiaussagen haben da regelmäßig keine große Relevanz, auch nicht, wenn sie beeidet sind. (Mal abgesehen davon, daß eine Beeidung hier völlig ungewöhnlich wäre.)

-- Editiert von BigiBigiBigi am 17.04.2019 11:38

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