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Verfahrensablauf - Mein Auto wurde demoliert

 Von 
rangernico
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)
Verfahrensablauf - Mein Auto wurde demoliert

Hallo zusammen.

Mir ist bewusst, dass das hier keine Rechtsberatung ist, ich möchte mich auch nur informieren, wie soetwas abläuft und wissen, ob jemand von euch schon mal sowas erlebt hat.

Am zweiten Weihnachtsfeiertag wurde mein Wagen (ich hatte ihn gerade erst im Dezember für 5700 EUR gebraucht gekauft) von zwei Männern während ich mit drei Bekannten in dem Wagen saß massiv demoliert. Die beiden waren sehr wütend und wollten vermutlich an uns persönlich herankommen. Als sie merkten, dass die Türen verschlossen waren, begnügten sie sich damit meinen Wagen auf der linken Seite mit Schlägen und Trittes so zu demolieren, dass ich nun Dellen, Kratzer, Lackschäden sowie ein gebrochenes Plastikteil mit einem geschätztren Gesamtschaden von ca zwei bis dreitausend Euro habe.
Sie haben erst aufgehört zu demolieren, als sie merkten, dass ich die Polizei anrief. Ich habe noch am gleichen Abend bei der Polizei Anzeige erstattet, die Täter konnten nun wohl durch das Kennzeichen ermittelt werden.
Der genaue Auslöser für ihr Verhalten ist noch nicht hinreichend erschlossen, ich bin mir jedoch nicht bewusst überhaupt nur IRGENDETWAS getan zu haben, was so ein Verhalten rechtfertigt.

Der Polizist meinte es wird wohl auf einen Prozess hinauslaufen, aber nun meine Fragen:
-> Was hat das mit dem Zivil- und Strafrecht auf sich. Reicht es, dass ich Anzeige erstattet habe, oder muss ich irgendwie noch Klage einreichen? Und wenn ja, wann und wo?
-> Bekomme ich wenn ich den Prozess gewinne die Anwaltskosten auf jeden Fall erstattet?
-> Und was passiert, wenn die Täter nicht das Geld haben, den Schaden zu bezahlen?!

Vielen Dank für eure Hilfe und noch eine schöne Rest-Woche,
Nicolas

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Anwaltskosten Anzeige Geld


9 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(39566 Beiträge, 14212x hilfreich)

Strafrechtlich handelt es sich um Sachbeschädigung und eventuell weitere Delikte. Die strafrechtliche Seite wird von der Staatsanwaltschaft weiter verfolgt.

Der Schadenersatz ist jedoch eine zivilrechtliche Sache und somit Privatsache. Die Kalge auf Schadenersatz muss beim zuständigen Amtsgericht eingereicht werden.

Prozess- und Anwaltskosten müssen vom Kläger zunächst einmal verauslagt werden und werden Teil des Schadenersatzes. Wenn die Täter nicht zahlungsfähig sind, d.h. ein Einkommen unter den Pfändungsfreigrenzen haben, dann springt niemand für den Schaden ein. Auch die Gerichts- und Anwaltskosten bleiben dann bei Dir hängen.

Eine vergleichsweise günstige Methode ist die Beantragung des gerichtlichen Mahnbescheides in Höhe der Schadenersatzforderungen. Wenn die Täter dagegen jedoch Einspruch einlegen, dann bleibt es bei der Klage.

Sollte es keinen Einspruch geben, dann folgt der Vollstreckungsbescheid. Damit kann dann ein Gerichtsvollzieher beauftragt werden, das Geld einzutreiben.

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#2
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(29174 Beiträge, 15874x hilfreich)

Hi,

kleine Ergänzung: Wenn Sie ganz viel Glück haben, kriegen die Herren eine Bewährungsstrafe und den Schadenersatz als Bewährungsauflage. Sie werden ja irgendwann zur Verhandlung geladen. Da können Sie vorher mal den Richter anrufen und dies anregen. Bei einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe ohne Bewährung geht das natürlich nicht.

Gruß vom mümmel

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#3
 Von 
rangernico
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Erst mal vielen Dank für die fachlich kompetenten Antworten und die guten Anregungen.

Wie man vielleicht merkt ist seit dem beschriebenen Ereignis einiges an Zeit ins Land gegangen.

Nun habe ich eine weitere Frage zum Verfahrensablauf:

Das ich das letzte Mal etwas von diesem Fall gehört habe, war Ende Februar, als mich der Polizist nocheinmal anrief mit der Bitte nocheinmal vorbeizukommen um den Strafantrag oder so zu unterschreiben. Anschließend sagte er, er werde den Fall jetzt abschließen und an die Staatsanwaltschaft übergeben. Er wollte auch noch anfügen, dass er uns für wesentlich glaubwürdiger halten würde, als die beiden Männer...

Seit dem habe ich nichts mehr gehört. Ich dachte ich würde dann vielleicht mal einen Brief bekommen, dass das Verfahren jetzt bei der Staatsanwaltschaft gelandet ist oder vllt sogar einen Prozesstermin oder Ähnliches... Aber bisher nichts..

1) Ist das normal (Absoluter Neuling was dieses Gebiet angeht.)

2) Ist das eher ein gutes oder ein schlechtes Zeichen? Ich denke mir so: Absagen bekommt man schneller als Zusagen, sprich ich versuche das eher positiv zu sehen...

Vielen Dank und noch eine schöne Woche,
Nicolas

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#4
 Von 
Commodore
Status:
Lehrling
(1521 Beiträge, 441x hilfreich)

Hallo,

haben Sie denn auf zivilrechtlicher Seite schon irgend welche Ansprüche gegen die *Herren* eingeleitet.

In aller Regel erhalten Sie von dem Verlauf der Strafsache keine gesonderte Nachricht. Es sei denn, die Sache (Ermittlungsverfahren) ist eingestellt worden.

MfG

-----------------
"Der Beitrag ist keine Rechtsberatung, lediglich ein hoffentlich hilfreicher Beitrag im Laien-Forum!"

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#5
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(29174 Beiträge, 15874x hilfreich)

Hi,

in einem Strafverfahren werden Sie mit Sicherheit als Zeuge geladen. Eine Verfahrenseinstellung halte ich bei dem Schaden für unwahrscheinlich. Daß es noch keinen Prozeßtermin gab, ist normal und weder gut noch schlecht. Das Gericht arbeitet die Sachen nach Eingang ab, wobei Haftsachen vorgezogen werden müssen.
Eine Zivilklage würde ich erst nach dem Ende des Strafverfahrens veranlassen.
Übrigens hat man selbstverständlich einen Anspruch darauf, über den Ausgang eines Strafverfahrens informiert zu werden (§ 406d StPO ). Allerdings passiert das nicht automatisch, sondern nur auf Antrag. Aber im Moment dürfte es, wie gesagt, noch kein Verfahrensergebnis geben.

Gruß vom mümmel

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#6
 Von 
rangernico
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo Commodore.

Nein, bisher habe ich auf zivilrechtlichem Wege noch nichts unternommen. Der bearbeitende Polizist erklärte mir, dass ich erst mal die Strafsache abwarten könnte/ sollte, da es
1) leichter und schneller geht einen Zivilprozess zu verhandeln, wenn bereits ein Urteil aus dem Strafprozess vorliegt
2) unter bestimmten Voraussetzungen wohl die Möglichkeit geben würde, doch in einer Verhandlung/ einem Verfahren auch das finanzelle mit ab zu wickeln. Vielleicht meinte er das wie oben beschrieben die Zahlung des Schadensersatzes als Bewährungsauflage möglich ist...?!

Auch wenn es natürlich immer schwer ist aus der Ferne ein Urteil ab zu geben und man von Natur aus vorsichtig ist, was man so in einem Forum schreibt:

Hat jemand denn einen Vorschlag, wie ich hier weiter vor gehen soll. Sollte ich vielleicht - da ich es auch schäue zum Anwalt zu gehen, denn wir haben nicht gerade viel Geld und wer weiß ob der Beklagte das hat - so einen gerichtlichen Mahnbescheid - oder wie das heißt - beantragen?!
Wenn ja, wo muss ich das tun? Ich will auch nicht, dass die denken, ich würde die Sache irgendwie auf sich beruhen lassen...

Vielen Dank für die Antworten, für alle die schon kamen und für alle die noch kommen,
rangernico

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#7
 Von 
rangernico
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo mümmel.

Habe Ihren Beitrag eben erst gesehen. Vielen Dank schon mal dafür, das bringt mich auf jeden Fall weiter und macht mich ein wenig gelassener. =)

Schönes Wochenende,
rangernico

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#8
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(29174 Beiträge, 15874x hilfreich)

Hi,

der Polizist hat völlig recht. Ansonsten: Einen MB beantragen Sie bei dem Amtsgericht, das für den Wohnsitz des Schuldners zuständig ist. Ein Mahnbescheid kostet Geld! Ich würde warten, wie gesagt...

Gruß vom mümmel

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#9
 Von 
Wicky79
Status:
Schüler
(240 Beiträge, 43x hilfreich)

Gibt es eigentlich ein "Verfallsdatum" für die Auskunft nach dem Prozess. Habe auch vor Jahren mal jemanden angezeigt und nie wieder davon erfahren. Mittlerweile wüsste ich schon gerne was daraus geworden ist. Er hat mir immerhin 2 Gitarren unterschlagen und im benachbarten Musikladen verkauft.

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