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Versicherung kürzt um Selbstbeteiligung, Versicherte zahlt nicht

14.10.2021 Thema abonnieren
 Von 
go592929-77
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Versicherung kürzt um Selbstbeteiligung, Versicherte zahlt nicht

Guten Abend,

wie im Betreff geschrieben, hat die Versicherung einer Schadenverursacherin die Rechnungen soweit beglichen, bis auf 150 € Selbstbeteiligung der Versicherten. Die Versicherung schrieb mir das, und dass ich diesen Betrag direkt von der Versicherten fordern soll/muss. Die Versicherte (eine direkte Nachbarin!) ist selten daheim, ich habe sie seit dem Vorfall Mitte August nicht mehr gesehen, nur andere Mitglieder der Familie. Ich habe daher der Mutter mitgeteilt, dass ich erwarte, dass ihre Tochter mir das Geld gibt. Das ist 14 Tage her, seither gehen mir die Leute aus dem Weg. Blöderweise habe ich das alles ohne Anwalt regeln wollen, was mir heute Leid tut.

Der Schaden ist übrigens der, dass der Kampfhund dieser Familie meine Hündin im Wohnhaus völlig unprovoziert angefallen hat. Der Hund stürzte unvermittelt in den Lift, aus dem wir gerade aussteigen wollten und verbiss sich in meinem Hund. Der Kampfhund ist maulkorbpflichtig, meine Hündin ist alt und leistete keine Gegenwehr, also war es eine eindeutige Sache. Die Versicherung hat auch widerspruchslos die Klinikkosten gezahlt, aber minus diesen Selbstbehalt von 150€.
Die Mutter der Hundebesitzerin meinte, dass ihre Tochter (25+ Jahre alt) stur sei, was immer das heissen soll.

Was kann ich machen, damit ich an mein verauslagtes Geld komme? Ist die Versicherung aus dem Schneider?
Danke.

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6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(92623 Beiträge, 35876x hilfreich)

Zitat (von go592929-77):
Was kann ich machen, damit ich an mein verauslagtes Geld komme?

Die Schädigerin
1. gerichtsfest in Verzug setzen
2. verklagen wenn nicht gezahlt wird


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB

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#2
 Von 
Dirrly
Status:
Praktikant
(937 Beiträge, 327x hilfreich)

Zitat (von go592929-77):
Was kann ich machen, damit ich an mein verauslagtes Geld komme?


Was Harry mit gerichtsfest meint, ist wohl:
Ein Schreiben mit einer Aufforderung zur Zahlung der 150,00 Euro unter Setzung einer angemessenen Frist (z.B. 14 Tage oder 1 Monat) und Angabe einer Bankverbindung, auf die gezahlt werden kann. Und dann per Einschreiben (am besten wäre wohl mit Rückschein) zustellen lassen, damit du den Nachweis des Zugangs hast. Wenn keine Zahlung erfolgt dann "verklagen", am besten wohl in Form eines Mahnbescheides.

Ich denke das könnte für dich hilfreich sein, da da alles nochmal erklärt wird:

https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/geld-versicherungen/kredit-schulden-insolvenz/gerichtliches-mahnverfahren-einleiten-so-kommen-sie-an-ihr-geld-31119#:~:text=Um%20das%20Verfahren%20zu%20beginnen,oder%20auch%20direkt%20online%20stellen.

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#3
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(40940 Beiträge, 14685x hilfreich)

Zitat (von Dirrly):
Einschreiben (am besten wäre wohl mit Rückschein)


Ich würde ein Einwurfeinschreiben nehmen, da wohl selten jemand zu Hause ist.

Zitat (von Dirrly):
Wenn keine Zahlung erfolgt dann "verklagen", am besten wohl in Form eines Mahnbescheides.


Gemeint ist wohl die Beantragung eines gerichtlichen Mahnbescheides.

Zitat (von go592929-77):
Blöderweise habe ich das alles ohne Anwalt regeln wollen, was mir heute Leid tut.


Es ist doch nichts verloren.

Zitat (von go592929-77):
Ist die Versicherung aus dem Schneider?


Ja

Zitat (von go592929-77):
Die Mutter der Hundebesitzerin meinte, dass ihre Tochter (25+ Jahre alt) stur sei, was immer das heissen soll.


Dann muss die Tochter wohl mal lernen, dass Sturheit teuer werden kann.

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#4
 Von 
go592929-77
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Ganz lieben Dank euch allen. Damit ist mir sehr geholfen. Vor allem mit dem Link und den Erläuterungen. Dann bereite ich jetzt mal das Schreiben vor.

Ich habe noch eine Frage zu dem gerichtlichen Mahnverfahren, wenn die Dame nicht zahlt. Es entstehen hier noch Kosten in Höhe von 32 EUR lt. Kostenrechner. Kann ich diese Kosten auch in Rechnung stellen, oder bleibe ich darauf sitzen?
Danke.

-- Editiert von go592929-77 am 15.10.2021 12:16

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#5
 Von 
Kalanndok
Status:
Praktikant
(706 Beiträge, 128x hilfreich)

Ich würde da vielleicht bevor ich das verschriftlichen würde nochmal mit der Mutter reden (die scheint ja durchaus gesprächsbereit zu sein). Nicht um direkt das Geld zu bekommen sondern lediglich um für sich selbst die moralische "Befriedigung" zu haben, dass alle anderen Möglichkeiten der gütlichen Einigung ausgeschöpft hat bevor man die Nachbarin verklagen musste.

Die Mutter könnte dann mit einem evtl. etwas besserem Zugang zu ihrer Tochter dann mal vorrechnen (das kannst Du ja der Mutter schon so vorrechnen), wie viel teurer das dann von Eskalaitionsstufe zu Eskalationsstufe wird, wenn sie weiter stur bleibt.

Wichtig ist nur, dass Du Dir Deiner Rechtsposition bewusst bist.

1. Mit der Versicherung hast Du kein Schuldverhältnis. Nur mit der Schuldnerin.
2. Die Versicherung hat die Forderung in Vertretung der Schuldnerin anerkannt.
3. Die Schuldnerin hat die Forderung teilweise beglichen durch die anteilige Auszahlung der Versicherung.

Das bedeutet wenn es dann vor Gericht geht, dann geht es nicht mehr um die Feststellung ob überhaupt ein Schadenersatz geschuldet wird sondern nur noch darum, dass er auch (vollständig) geleistet wird. Wenn die Schuldnerin der Meinung ist, dass die Versicherung die Schuld nicht hätte anerkennen dürfen, dann darf sie das gerne im Innenverhältnis mit ihrem Vertragspartner ausdiskutieren.

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#6
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(40940 Beiträge, 14685x hilfreich)

Zitat (von go592929-77):
Es entstehen hier noch Kosten in Höhe von 32 EUR lt. Kostenrechner. Kann ich diese Kosten auch in Rechnung stellen


Ja, kannst Du. Es gibt im Antrag für den gerichtlichen Mahnbescheid extra Felder dafür.

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