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Versicherung will Geld vom mir

27.4.2021 Thema abonnieren
 Von 
Yes_Sir
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 0x hilfreich)
Versicherung will Geld vom mir

Hallo,
Vor langer Zeit gab es eine Auseinandersetzung mit einem Arbeitskollegen dieser behauptete ich habe ihm Körperlichen schaden hinzugefügt und beleidigt, nun lautete das Urteil vom Richter „Beleidigung" und ich muss eine kleine Geldstrafe zahlen.

Heute bekam ich dann einen Brief von der Versicherung des „Opfers" in dem Sie eine Erstattung der Arztkosten wollen. Ich habe öfters drauf hingewiesen, dass das Gerichtliche Urteil Beleidigung lautet und eine Körperverletzung nie Stattgefunden hat, weswegen ich auch die Arztkosten nicht bezahle. Die Versicherung behauptet Sie können diese Rechnung auf Grundlage der Ermittlungsakte und der Aussage vom „Opfer" stellen und drohen sogar mit einem Rechtsstreit.

Nun die Frage ob die Versicherung es wirklich darf bzw. Kann nur auf Grund der Ermittlungsakte und Aussage mir die Arztkosten in Rechnung zu stellen, immerhin steht im Strafbefehl nur drinnen, dass es um eine Beleidigung geht.



-- Editiert von Yes_Sir am 27.04.2021 13:34

-- Editiert von Yes_Sir am 27.04.2021 13:36

-- Editiert von Yes_Sir am 27.04.2021 13:41

-- Editiert von Moderator am 27.04.2021 15:21

-- Thema wurde verschoben am 27.04.2021 15:21

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19 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(29296 Beiträge, 15936x hilfreich)

Ja, natürlich darf sie das.

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(87850 Beiträge, 35096x hilfreich)

Zitat (von Yes_Sir):
Die Versicherung behauptet Sie können diese Rechnung auf Grundlage der Ermittlungsakte und der Aussage vom „Opfer" stellen

Richtig.



Zitat (von Yes_Sir):
Nun die Frage ob die Versicherung es wirklich darf bzw. Kann nur auf Grund der Ermittlungsakte und Aussage mir die Arztkosten in Rechnung zu stellen,

Das sie es kann - tja, den Beweis hat man ja schwarz auf weiß vorliegen.
Und dürfen darf sie es auch.



Zitat (von Yes_Sir):
drohen sogar mit einem Rechtsstreit.

Wenn man nicht zahlen will, wird es wohl darauf hinauslaufen.
Da wird dann geklärt, ob man zahlen muss.



Zitat (von Yes_Sir):
immerhin steht im Strafbefehl nur drinnen, dass es um eine Beleidigung geht.

Irrelevant, denn hier geht es um Zivilrecht.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#3
 Von 
Yes_Sir
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von muemmel):
Ja, natürlich darf sie das.

Aber es kam ja nie zu einer Körperverletzung wieso soll ich dann die Arztkosten bezahlen ?
Ein Zeuge musste auch Aussagen und kann das bestätigen.
Wäre die Versicherung nicht in der Beweispflicht ?

Diese Aussage scheint mit daher etwas unlogisch

-- Editiert von Yes_Sir am 27.04.2021 15:50

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#4
 Von 
Yes_Sir
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Das sie es kann - tja, den Beweis hat man ja schwarz auf weiß vorliegen.
Und dürfen darf sie es auch.

Die Ermittlungsakte ist doch kein Beweis oder Irre ich mich ?
Dort stehen doch nur die Aussagen der jeweiligen Personen drinnen. Opfer, Zeuge, Verdächtigter?

Das Urteil lautet Beleidigung, da man nichts anderes beweisen konnte bzw. eine Körperverletzung laut Zeuge garnicht passiert ist

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#5
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(29296 Beiträge, 15936x hilfreich)

Aber es kam ja nie zu einer Körperverletzung wieso soll ich dann die Arztkosten bezahlen ? Das kann hier mangels Aktenkenntnis auch keiner sagen. Offenbar fielen aber Arztkosten an und nach dem, was der Versicherung vorliegt, haben Sie die verursacht. Im Übrigen steht es Ihnen ja frei, sich verklagen zu lassen. Nur zahlen Sie die Kosten der Klage dann eben auch, falls Sie die verlieren.
Wäre die Versicherung nicht in der Beweispflicht ? Die hat Ihnen ja mitgeteilt, welche Beweise sie hat. Wenn Sie die Beweise nicht für ausreichend halten, ja, dann lassen Sie eben verklagen. Dann wird es um genau diese Beweise gehen.

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#6
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(87850 Beiträge, 35096x hilfreich)

Zitat (von Yes_Sir):
Die Ermittlungsakte ist doch kein Beweis oder Irre ich mich ?

Da irrt man.

Alles was das Gericht als Beweis zulässt ist erstmal ein Beweis.
Neben der Ermittlungsakte kann dann auch z.B. die Krankenakte hinzugezogen werden.



Zitat (von Yes_Sir):
Aber es kam ja nie zu einer Körperverletzung wieso soll ich dann die Arztkosten bezahlen

Weil es zivilrechtlich ausreicht, das man "schuld" ist. Und das kann man halt auch ohne eine Körperverletzung sein.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#7
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(29296 Beiträge, 15936x hilfreich)

Das Urteil lautet Beleidigung, da man nichts anderes beweisen konnte bzw. eine Körperverletzung laut Zeuge garnicht passiert ist Das heißt, die Anklage lautete auf Körperverletzung und Beleidigung?

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#8
 Von 
Yes_Sir
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von muemmel):
Das Urteil lautet Beleidigung, da man nichts anderes beweisen konnte bzw. eine Körperverletzung laut Zeuge garnicht passiert ist Das heißt, die Anklage lautete auf Körperverletzung und Beleidigung?

Die Anklage lautete Beleidigung.
Der Sachbearbeiter der Versicherung konnte aus der Ermittlungsakte nur die Aussage des Opfers vorlesen, als ich Ihm auf den Zeugen hingewiesen habe, wusste er von diesem nichts und hat mich um die Kontaktdaten gebeten.

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#9
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(29296 Beiträge, 15936x hilfreich)

Die Anklage lautete Beleidigung. Komisch - laut Ihnen wurde der Zeuge doch zum Thema Körperverletzung befragt... Und woher kennen Sie überhaupt den Inhalt der Befragung - das war doch ein Strafbefehlsverfahren ohne Verhandlung, so dass der Zeuge wohl lediglich von der Polizei befragt wurde, aber nicht vom Gericht?

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#10
 Von 
Yes_Sir
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von muemmel):
Die Anklage lautete Beleidigung. Komisch - laut Ihnen wurde der Zeuge doch zum Thema Körperverletzung befragt... Und woher kennen Sie überhaupt den Inhalt der Befragung - das war doch ein Strafbefehlsverfahren ohne Verhandlung, so dass der Zeuge wohl lediglich von der Polizei befragt wurde, aber nicht vom Gericht?

Genau der Zeuge wurde befragt, da das Opfer behauptete ich hätte Ihm physischen Schaden hinzugefügt, natürlich muss die Polizei dann auch wegen Körperverletzung ermitteln, die Aussage des Zeugen bestätigten, dass es zu keiner Körperverletzung kam sondern nur Beleidigungen fielen.
Woher ich das weiß, weil es erstens zu keiner Körperverletzung kam und es so im Strafbefehl steht, außerdem hat der Zeuge es mir auch erzählt.

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#11
 Von 
Immobilienhai
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Yes_Sir):
außerdem hat der Zeuge es mir auch erzählt.

Was der Zeuge im Privatgespräch behauptet, muss nicht das sein, was er dem Vernehmer ausgesagt hat. Offenbar liegt der Versicherung eine andere Version des Geschehens vor und sie will die Kontaktdaten dieses Zeugen. Ich rate zum Abwarten, was die Anhörung des Zeugen durch die Versicherung betrifft.

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#12
 Von 
drkabo
Status:
Philosoph
(12469 Beiträge, 8096x hilfreich)

Zitat:
Ich rate zum Abwarten, was die Anhörung des Zeugen durch die Versicherung betrifft.

Die Versicherung wird keine Zeugen anhören.

Die Versicherung wird entweder gar nicht machen und die Forderung im Sand verlaufen lassen (eher unwahrscheinlich).
Oder die Versicherung wird den Fragesteller verklagen. Dann wird ein (Zivil)Gericht entscheiden, ob die Forderung der Versicherung berechtigt ist. Ob das Gericht dann Zeugen anhört oder ob sich das Gericht auf das stützt, was in der Ermittlungsakte steht, entscheidet allein das Gericht. Wenn der Fragesteller will, dass Zeugen befragt werden, sollte er das bei Gericht anbieten - wenn es zu einer Klage kommen sollte.
Die Tatsache, dass das (Straf)Gericht keine Körperverletzung verurteilt hat, hat keine Bindungswirkung für das Zivilgericht.
D.h. sollten Sie sich der Fragesteller verklagen lassen, ist das Ergebniss offen. Es kommt halt auf den Inhalt der Ermittlungsakte an und auf eventuelle Aussagen der Zeugen.

Signatur:Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.
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#13
 Von 
Yes_Sir
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 0x hilfreich)

Aber die Versicherung wird doch wohl keine Chance haben vor Gericht, ich meine so funktioniert unser Rechtssystem doch nicht, indem jemand etwas behaupten kann ohne irgendwas zu beweisen.

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#14
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(29296 Beiträge, 15936x hilfreich)

Der Ausgang von Prozessen ist nicht vorhersagbar. Im Übrigen ist ein Zivilprozess für einen Laien kaum zu bewältigen - ich rate dringend, im Falle eines Prozesses einen Anwalt zu mandatieren.

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#15
 Von 
drkabo
Status:
Philosoph
(12469 Beiträge, 8096x hilfreich)

Zitat:
Aber die Versicherung wird doch wohl keine Chance haben vor Gericht, ich meine so funktioniert unser Rechtssystem doch nicht, indem jemand etwas behaupten kann ohne irgendwas zu beweisen.

Natürlich braucht man Beweise. Ohne Beweise hat die Versicherung keine Chance.
Allerdings scheint die Versicherung bislang der Meinung zu sein, ausreichend Beweise zu haben. Ob die Beweise der Versicherung tatsächlich ausreichen, entscheidet sich dann vor Gericht - wenn es zu einem Gerichtsverfahren kommen sollte. Das praktische Problem ist, dass Sie nicht genau wissen, was für Beweise die Versicherung hat.

Vielleicht schreiben sie der Versicherung erstmal zurück, dass Sie eine Körperverletzung bestreiten und dass (nach Ihrer Ansicht) keine Beweise für eine Körperverletzung vorliegen.
Vielleicht kommt die Versicherung ja doch zur Einsicht, dass die Beweislage nicht ausreicht.

Falls die Versicherung Sie tatsächlich verklagt, sollten Sie einen Anwalt beauftragen.

Signatur:Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.
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#16
 Von 
Yes_Sir
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von drkabo):
Das praktische Problem ist, dass Sie nicht genau wissen, was für Beweise die Versicherung hat.

Laut dem Sachbearbeiter, liegt nur die Ermittlungsakte, die Aussage sowie das UnfallProtokoll des Versicherten vor, dieser hat mir sogar aus der Ermittlungsakte vorgelesen, außerdem wäre es unlogisch, wenn es Beweise geben würde, da es ja halt nie zu einer Körperverletzung gekommen ist.
Kann ich Anzeige erstatten wegen Verleumdung oder üble Nachrede ?
Ich kann mir auch keinen Anwalt leisten oder muss die Versicherung diesen bezahlen quasi als Schadensersatz oder kann Schadensersatz erst nach einem Prozess erhoben werden

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#17
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(87850 Beiträge, 35096x hilfreich)

Zitat (von Yes_Sir):
außerdem wäre es unlogisch, wenn es Beweise geben würde, da es ja halt nie zu einer Körperverletzung gekommen ist.

Absolut nicht.

Es geht hier nicht um Körperverletzung, das strafrechtliche ist abgehakt. Es geht hier darum, das man nach Meinung der Versicherung einen Schaden verursacht hat, für den Schadenersatz zu leisten wäre.



Zitat (von Yes_Sir):
Kann ich Anzeige erstatten wegen Verleumdung oder üble Nachrede ?

Klar. In Deutschland kann man jeden wegem allem anzeigen.
Ist hier zwar absolut nutzlos, weil nichts von alle dem vorliegt, aber machen kann man es.



Zitat (von Yes_Sir):
ch kann mir auch keinen Anwalt leisten

Dann kann man Prozesskostenhilfe / Verfahrenskostenhilfe beantragen.



Zitat (von Yes_Sir):
oder muss die Versicherung diesen bezahlen quasi als Schadensersatz

Nein.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#18
 Von 
andreas124
Status:
Lehrling
(1529 Beiträge, 457x hilfreich)

@ Yes_Sir
Warum invertierst du nicht einfach um die 70 EUR in einen Anwalt, der die Akte anfordern kann?
Dann siehst du welche Beweise die Versicherung evtl. haben konnte?

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#19
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(39765 Beiträge, 14281x hilfreich)

Natürlich ist es denkbar, dass dürfte Versicherung gar keine Beweise hat und nur blufft.

Allerdings können wir so etwas aus dem Forum heraus nicht beurteilen

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