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ALG1 läuft aus, Bein gebrochen....

 Von 
Michael32
Status:
Schlichter
(7052 Beiträge, 1486x hilfreich)
ALG1 läuft aus, Bein gebrochen....

Hallo,

wenn der ALG1 Anspruch ausläuft und man sich 2 Wochen vorher ein Bein bricht und mind. 8 Wochen ausfällt (musste operiert werden), was passiert dann in der Zwischenzeit ? Bekommt man Krankengeld oder muss man ALG2 beantragen ?

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
ALG2 Anspruch Krankengeld ALG1


16 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(25861 Beiträge, 14224x hilfreich)

Bekommt man Krankengeld Nein, denn Krankengeld gibt es erst nach 6 Wochen AU. Aber vorher ist der Anspruch auf Alg 1 ausgelaufen...
oder muss man ALG2 beantragen ? Ja (sofern man die Voraussetzungen erfüllt, insbesondere im Hinblick auf das Vermögen).

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#2
 Von 
Spejbl
Status:
Praktikant
(653 Beiträge, 76x hilfreich)

ALG I ist eine Zeit auf Anwartschaft für Krankengeld. Man ist krankenversichert.

Richtig, 6 Wochen "Lohnfortzahlung". In der Zeit des ALG I Bezuges kommt nun die AU. Das läuft nun in der Zeit der AU aus. Gleiches Prozedere, wie bei einem Arbeitsverhältnis, wenn es in der Zeit der AU endet:

Krankengeld ab Ende des ALG I- Anspruches beantragen. Das ist dann nämlich, wenn das ALG I ausläuft, als nächstes dran.

ALG II wird kann natürlich auch aufstockend beantragt werden. Aber vorrangig und zwingend das KG.

Ich gehe aber mal davon aus, daß ALG I und KG sich nicht viel nehmen. Bestand jetzt kein Anspruch auf Aufstockung ALG II, wird es auch wahrscheinlich auch dann nicht bestehen.

Sofern ALG II schon beantragt wurde, ist natürlich das JC über diesen neuen Sachverhalt zu unterrichten.


-- Editiert von Spejbl am 12.06.2019 15:59

Signatur:Jeder für sich allein, ist nichts. Zusammen aber, sind wir ein unschlagbares Team!
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#3
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(25861 Beiträge, 14224x hilfreich)

ich darf um weitere Meinungen bitten - den TE dürfte ja brennend interessieren, wer von uns recht hat...

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#4
 Von 
Anami
Status:
Master
(4714 Beiträge, 986x hilfreich)

mMnoch:
Eine Lohnfortzahlung ist hier weit und breit nicht zu sehen.
Die Krankenkasse (GKV) zahlt Krankengeld, wenn man länger als sechs Wochen wegen derselben Erkrankung krankgeschrieben ist.

Zitat (von Michael32):
oder muss man ALG2 beantragen ?
Niemand muss Alg2 beantragen. Aber man könnte evtl. hilfebedürftig sein. Dann sollte man diese Hilfe beantragen. Diese beginnt dann bei Leistungsanspruch ab dem 1. des Monats, in dem man diesen Antrag gestellt hat.

Signatur:Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen. Karl V.
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#5
 Von 
sonnen8licht
Status:
Beginner
(142 Beiträge, 74x hilfreich)

Par. 46 und 49 SGB V sagen uns Folgendes.
Grundsätzlich besteht ab dem ersten Tag der Arbeitsunfähigkeit Anspruch auf Krankengeld. Es ruht jedoch so lange, wie eine der aufgeführten Leistungen, hier Arbeitslosengeld (1) weiter gezahlt wird.
Das Arbeitslosengeld wiederum wird grundsätzlich bis zu 6 Wochen Arbeitsunfähigkeit fortgezahlt. Hier besteht noch ein Restanspruch von 2 Wochen.
D.h. bei ununterbrochener (wichtig) bescheinigter Arbeitsunfähigkeit wird anschließend Krankengeld gezahlt. Maximal bis zu 78 Wochen nach Beginn der Arbeitsunfähigkeit.

Im Übrigen wird das Krankengeld in Höhe des Arbeitslosengeldes gezahlt.



-- Editiert von sonnen8licht am 12.06.2019 18:11

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#6
 Von 
Anami
Status:
Master
(4714 Beiträge, 986x hilfreich)

stimmt:
§ 146 (1) SGB III
(1) Wer während des Bezugs von Arbeitslosengeld infolge Krankheit unverschuldet arbeitsunfähig oder während des Bezugs von Arbeitslosengeld auf Kosten der Krankenkasse stationär behandelt wird, verliert dadurch nicht den Anspruch auf Arbeitslosengeld für die Zeit der Arbeitsunfähigkeit oder stationären Behandlung mit einer Dauer von bis zu sechs Wochen (Leistungsfortzahlung).

Signatur:Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen. Karl V.
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#7
 Von 
Michael32
Status:
Schlichter
(7052 Beiträge, 1486x hilfreich)

Also:

ALG1 Anspruch bis 30.06.2019, Unfall 10.06.2019, AU bis voraussichtlich 10.08.2019.

ALG1 (2.450 EUR/Monat) bis einschl. 10.06.2019, dann Krankengeld ab 11.06.2019 bis 10.08.2019, vermutlich in etwa gleicher Höhe wie ALG1.

Dann entweder Restanspruch ALG1 oder bei weiterer AU (direkt anschließend) weiterhin Krankengeld ?

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#8
 Von 
sonnen8licht
Status:
Beginner
(142 Beiträge, 74x hilfreich)

Nein.
Alg1 bis 30.06.
KG bis voraussichtlich 10.08 bzw. bis tatsächlichem Ende der Arbeitsunfähigkeit.
Bei der Krankenkasse rechtzeitig erkundigen, wie das Krankengeld zu beantragen ist. Das läuft nicht automatisch.
Sobald die tatsächliche Arbeitsfähigkeit abzusehen ist, ggf. Antrag auf Alg2 stellen, wenn keine andere Option vorhanden ist.

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#9
 Von 
Michael32
Status:
Schlichter
(7052 Beiträge, 1486x hilfreich)

Also unterbricht das Krankengeld nicht den ALG1 Anspruch und dieser wird hinten angehängt ?

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#10
 Von 
Anami
Status:
Master
(4714 Beiträge, 986x hilfreich)

meine Meinung:

Zitat (von Michael32):
wenn der ALG1 Anspruch ausläuft und man sich 2 Wochen vorher ein Bein bricht
Der Anspruch auf Krankengeld ruht.

ALG-Anspruch läuft am 30.6. aus, ob mit AU oder topgesund, da kann nichts hinten angehängt werden. Der Anspruch muss neu erarbeitet werden.

Weiterhin gezahltes Krankengeld würde vom JC als Einkommen fast voll angerechnet, deshalb wohl keine Option, diesen Antrag überhaupt zu stellen.
Nach Ende des KrG und ohne neuen Job--- Alg2 möglich bei Vorliegen der nachgewiesenen Bedürftigkeit.

Der genannte ALG-Anspruch ist wahrscheinlich incl. des Gründungszuschusses?
Sonst max. ca. 2.030

-- Editiert von Anami am 13.06.2019 09:05

Signatur:Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen. Karl V.
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#11
 Von 
Michael32
Status:
Schlichter
(7052 Beiträge, 1486x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Der genannte ALG-Anspruch ist wahrscheinlich incl. des Gründungszuschusses?
Sonst max. ca. 2.030

Nein, vorher 6.000 Eur brutto.....

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#12
 Von 
Anami
Status:
Master
(4714 Beiträge, 986x hilfreich)

Zitat (von Michael32):
Nein, vorher 6.000 Eur brutto.....
Ja, trotzdem liegt die Obergrenze für ALG zur Zeit bei 2.031,56 mtl. in den gebrauchten Bundesländern.
Obergrenze 1.875,53 mtl. für ALG in den neuen BL

https://www.hartz4.net/hoechstsatz-alg1/#moeglicher-hoechstsatz-vom-arbeitslosengeld-1-alg1

Signatur:Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen. Karl V.
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#13
 Von 
Ratsuchender@123net
Status:
Lehrling
(1078 Beiträge, 229x hilfreich)

Die Höhe des Arbeitslosengeldes hängt auch von der anzuwendenden Lohnsteuerklasse und der Frage, ob der Arbeitslose oder sein Lebenspartner ein Kind hat, für das er, der Ehegatte oder der Lebenspartner Kindergeld erhält, ab.

Insoweit kann die diesbezügliche Angabe des Fragestellers durchaus stimmen:

https://www.pub.arbeitsagentur.de/selbst.php#ergebnisse

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#14
 Von 
Anami
Status:
Master
(4714 Beiträge, 986x hilfreich)

Zitat (von Ratsuchender@123net):
Die Höhe des Arbeitslosengeldes
Danke. Ich hatte die BBG von 2018
Und meine verlinkte Seite ist demnach auch noch falsch.

Signatur:Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen. Karl V.
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#15
 Von 
Ratsuchender@123net
Status:
Lehrling
(1078 Beiträge, 229x hilfreich)

Alles gut.

Manchmal kann man sich in der Tat über die Generosität der Bundesagentur der Arbeit wundern.

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#16
 Von 
Michael32
Status:
Schlichter
(7052 Beiträge, 1486x hilfreich)

Zitat (von Ratsuchender@123net):
Alles gut.

Manchmal kann man sich in der Tat über die Generosität der Bundesagentur der Arbeit wundern.

Wieso ? Wegen der Höhe des ALG1 ?
Dafür wurden ja vorher entsprechend hohe Versicherungsbeiträge bezahlt.....

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