Ablehnung Arbeitslosengeld nach Aussteuerung

2. April 2019 Thema abonnieren
 Von 
plauenangel
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)
Ablehnung Arbeitslosengeld nach Aussteuerung

Hallo zusammen,

Ich bin seit August 2018 krank geschrieben. Anfang März wurde ich bei der Krankenkasse ausgesteuert. Daraufhin habe ich Arbeitslosengeld beantragt.

Heute habe ich den Ablehnungsbescheid erhalten mit folgender Begründung:


"Sie können den Vorschlägen der Agentur für Arbeit nicht zeit-/ und ortsnah Folge leisten, da sie über den 06.03.19 (Ende Krankengeldbezug-Aussteuerung) hinaus weiterhin arbeitsunfähig sind. Sie sind deshalb nicht arbeitslos und haben keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld.


Eine Anwendung des Paragrafen 145 Drittes Buch Sozialgesetzbuch ist aufgrund der Vorrangigkeit der medizinischen Reha-Kur durch den Rentenversicherungsträger nicht möglich.


Meine Entscheidung beruht auf Paragraf 137 Absatz 1 Nr. 1, Paragraf 138 Absatz 1 Nr. 3, Absatz 5 sowie Paragraf 145 Absatz 1 Satz 1 SGB III."


Am 09.04. trete ich eine medizinische Reha an. Demzufolge müsste doch der Paragraf 145 SGB III zum Tragen kommen für den Zeitraum nach Aussteuerung bis Antritt Reha, oder?


Macht es Sinn Widerspruch einzulegen? Wie soll ich den ggf. begründen?


Danke für eure Hilfe

MfG
Susanne

Bescheid anfechten?

Bescheid anfechten?

Ein erfahrener Anwalt im Sozialrecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Ein erfahrener Anwalt im Sozialrecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Kostenlose Einschätzung starten Kostenlose Einschätzung starten



7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31676 Beiträge, 5593x hilfreich)

Zitat (von plauenangel):
Anfang März wurde ich bei der Krankenkasse ausgesteuert.
Ich dachte, das tut die KK nach 78 Wochen. Wieso schon nach so kurzer Zeit (nur 8 Monate)?
Die Nahtlosigkeitsregel trifft nicht zu.
Zitat (von plauenangel):
Eine Anwendung des Paragrafen 145 Drittes Buch Sozialgesetzbuch ist aufgrund der Vorrangigkeit der medizinischen Reha-Kur durch den Rentenversicherungsträger nicht möglich.
Das ist die Begründung. Weil du die Reha machst, und die vorrangig ist, bist du auch arbeitsunfähig. Das gilt nicht als arbeitslos.

Wirst du aus der Reha --arbeitsfähig-- entlassen, hast du Anspruch auf ALG.
Dann bist du nicht mehr arbeitsunfähig, sondern stehst der Vermittlung (evtl. eingeschränkt) zur Verfügung, bist also formal arbeitslos.
Dann hast du Anspruch auf ALG.

Zitat (von plauenangel):
Demzufolge müsste doch der Paragraf 145 SGB III zum Tragen kommen für den Zeitraum nach Aussteuerung bis Antritt Reha, oder?
Dann hättest du dich ab 7.3. bis 8.4. arbeitsfähig/gesund schreiben lassen müssen. Dann wäre wahrscheinlich die Reha futsch. Arbeitsfähige Personen haben wahrscheinlich nicht gleich diesen Reha-Anspruch.

Hast du denn nicht bei der DRV Übergangsgeld beantragt?

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Loni12
Status:
Bachelor
(3464 Beiträge, 551x hilfreich)

Es werden wie bei der Lohnfortzahlung nur 6 Wochen bei Krankheit bezahlt. Du musst sich arbeitsuchend melden, dann bekommst du ALG 1, obwohl du krank bist.

Die Nahtlosregelung wird nur sehr selten angewandt.

Beantrage Übergangsgeld, dies steht dir ja während der Reha zu.

@ Anami, ich war bei keiner Reha AU geschrieben.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Loni12
Status:
Bachelor
(3464 Beiträge, 551x hilfreich)

Nachtrag;

Zitat:
Ich dachte, das tut die KK nach 78 Wochen. Wieso schon nach so kurzer Zeit (nur 8 Monate)?


Anami, ganz selten gewähren die KK noch die 78 Wochen. Meistens wird die Zeit verkürzt.

78 Wochen Krankengeld, dann 1 Jahr ALG 1 und in dieser Zeit die EMR beantragen geht fast nicht mehr.

Es wird lieber eine Reha gewährt und wird man als erwerbsfähig entlassen, hat es sich sowieso erledigt und bei Erwerbsunfähig trifft es die DRV. Ergo sparen die KK viel Geld.

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
plauenangel
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Zitat (von plauenangel):
Anfang März wurde ich bei der Krankenkasse ausgesteuert.
Ich dachte, das tut die KK nach 78 Wochen. Wieso schon nach so kurzer Zeit (nur 8 Monate)?

Hast du denn nicht bei der DRV Übergangsgeld beantragt?


Es wurden beim Krankengeld Vorerkrankungzeiten angerechnet.

Ja ich hab Übergangsgeld beantragt.

Mir ging es um die Zwischenzeit zwischen Aussteuerung und Reha, aber scheint ja alles so richtig zu sein...

Danke für deine Antwort.

LG Susanne

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
sonnen8licht
Status:
Schüler
(309 Beiträge, 151x hilfreich)

Hier hat anscheinend der Rentenversicherungsträger bereits vor der Arbeitslosigkeit - 07.03. - über die vorliegende Erwerbsminderung entschieden, d.h. die medizinische Reha bewilligt.
Damit scheidet die Nahtlosigkeitsregel tatsächlich aus.

1x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
guest-12328.05.2020 09:37:38
Status:
Student
(2498 Beiträge, 510x hilfreich)

Zitat (von Loni12):
Beantrage Übergangsgeld, dies steht dir ja während der Reha zu.


Woher will man das so genau wissen?

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
fb367463-2
Status:
Schlichter
(7422 Beiträge, 3087x hilfreich)

Ich würde in den Widerspruch gehen. Denn die Zeit zwischen der Aussteuerung und dem 9.4. Ist meiner Meinung nach durch ALG 1 gem 145 SGB III zu decken.

Signatur:

"Valar Morghulis"

0x Hilfreiche Antwort

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 265.407 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 30
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
107.366 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. zzgl. 5€ Einstellgebühr pro Frage.

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen
Wurde Ihr Pflegegrad zu niedrig eingestuft?
Wir schreiben Ihre Widerspruchsbegründung. Dabei entstehen für Sie keine Kosten.