Arbeitsamt versichert Tochter nicht - nun 1000 Euro Zahlung an Krankenkasse

15. April 2024 Thema abonnieren
 Von 
go665029-77
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)
Arbeitsamt versichert Tochter nicht - nun 1000 Euro Zahlung an Krankenkasse

Hallo Zusammen,

zu meinem Fall:

Meine Stieftochter wohnt bei meiner Frau und mir. Sie ist 23 und seit November nicht mehr in der Familienversicherung der Krankenkasse mitversichert.

Deshalb ging meine Frau mit ihrer Tochter im November 2023 zur Agentur um sie arbeitsuchend zu melden, damit sie krankenversichert ist. Da meine Stieftochter stark depressiv ist, wurd bei der Agentur auch erst einmal verlangt, dass sie sich beim psychologischen Dienst der Agentur auf Arbeitsunfähigeit bzw Fähigkeit untersuchen lassen sollte.

Bei dortigen Termin brach sie nach ca 20 Minuten zusammen und das Gespräch musste abgebrochen werden. Die einzige Info war dann, daß man für sie nichts tun könnte und sie sich psychologisch untersuchen lassen sollte. Die Agentur wäre nicht für sie zuständig.

Dafür wurde sie dann in eine Klinik eingewiesen für 14 Tage, um eine genaue Diagnose und einen Therapieolan zu bekommen. Jetzt wartet sie aktuell auf einen freien Termin bei einem Psychologen.

Da sie von der Argentur aber auch einen Onlinezugang bekam mit Kundennummer, gingen wir davon aus, dass sie nun auch krankenversichert sei. Der grosse Hammer kam dann jetzt mit der Rechnung der Krankenkasse, die 8900 Euro für die Behandlung haben wollte oder die Bereitschaft, sich rückwirkend freiwillig zu versichern, was mit einem Schlag 1000 Euro waren und nun mit 300 Euro jeden Monat weitergehen soll.

Zum Verständnis vorab meine Frage zum Vorgehen.

Meine Stieftochter ist Autistin und leidet schon sehr lange unter Depressionen.
Musste nicht der erste Weg zur Agentur sein? Dort würde man feststellen, dass sie arbeitsunfähig ist und somit wäre die Agentur nicht zuständig und verweist ans Jobcenter und die dann evtl an das Sozialamt?

Seit dem abgebrochenen Termin bei der Psychologin hat sie vom Amt nichts mehr gehört.

Ich habe leider erst gestern von dem ganzen Schlamassel erfahren und bräuchte jetzt bitte Tipps, wie ich vorgehen sollte. Besteht überhaupt noch die Chance, dass sie rückversichert wird und wir das Geld von der KK wiederbekommen.

Danke für jede konstruktive Antwort.

LG
Thomas

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21 Antworten
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#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121171 Beiträge, 39993x hilfreich)

Zitat (von go665029-77):
Da sie von der Argentur aber auch einen Onlinezugang bekam mit Kundennummer, gingen wir davon aus, dass sie nun auch krankenversichert sei.

Wie kam man denn auf diese seltsame Theorie?



Zitat (von go665029-77):
Musste nicht der erste Weg zur Agentur sein?

Nö.

Der erste Weg hätte zur Website der Bundesagentur für Arbeit bzw. zu den Gesetzen führen müssen, um zu erfahren ob man überhaupt die die Versicherungsbedingungen für ALG1 erfüllt.
Alternativ hätte er zur KK führen müssen bzw. hätte man sich mal generell informieren müssen was nach dem Herausfallen aus der Familienversicherung zu tun wäre.


Wie kam es zu der Beendigung der Familienversicherung?
Wie bestreitet die Tochter den Lebensunterhalt?



Zitat (von go665029-77):
Besteht überhaupt noch die Chance, dass sie rückversichert wird

Die KK bietet doch eine rückwirkende Versicherung an?


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#2
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(32663 Beiträge, 5724x hilfreich)

Zitat (von go665029-77):
Die Agentur wäre nicht für sie zuständig.
Vermutlich wäre das Jobcenter für die Tochter zuständig.

-Was hatte sie denn VOR der Arbeitsuchend-Meldung gemacht?
-Warum endete die Familienversicherung mit 23?
-Arbeitsuchend melden bringt keinen Anspruch auf Leistungen/SV.

Zitat (von go665029-77):
oder die Bereitschaft, sich rückwirkend freiwillig zu versichern, was mit einem Schlag 1000 Euro waren und nun mit 300 Euro jeden Monat weitergehen soll.
Ja, das ist verständlich.
Zitat (von go665029-77):
Musste nicht der erste Weg zur Agentur sein?
Nachdem die aber nicht zuständig war, wäre die Antragstellung auf Bürgergeld und die Arbeitsuchend-Meldung als nächstes nötig gewesen. Offenbar hat man den Verweis auf SGB II/Bürgergeld/JC nicht mitbekommen, zB wegen ihrer psych. Verfassung?
Zitat (von go665029-77):
Seit dem abgebrochenen Termin bei der Psychologin hat sie vom Amt nichts mehr gehört.
Ja, das ist so, weil die Agentur nicht zuständig ist und auch nicht wird.
Zitat (von go665029-77):
Besteht überhaupt noch die Chance, dass sie rückversichert wird und wir das Geld von der KK wiederbekommen.
Rückwirkend frw. versichern---ist ja das Angebot der KK.
Geld zurück von der KK?---Nein. Die will Geld!! für die nicht versicherten Monate.

ICH würde die Variante *frw. KV zum Mindestbeitrag* wählen. Warum aber 300,-?? Sind es nicht ca 220,- mtl. in der GKV?
ICH würde heute noch einen Antrag auf Bürgergeld stellen. Alles weitere mit dem JC abhandeln.
Dann würde das JC ab Monat April auch die KV-Beiträge leisten.

Frage: Was ist mit Kindergeld?? Zahlt die Familienkasse noch?

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#3
 Von 
EuleKK
Status:
Frischling
(17 Beiträge, 7x hilfreich)

Hallo,

als erstes sollte geprüft werden, ob die Familienversicherung nicht auf Grund des § 10 Abs. Nr. 4 SGB V weiter geführt werden kann. (Behinderte Kinder bleiben ohne Altersbegrenzung in der Krankenversicherung ihrer Eltern familienversichert, wenn sie außer Stande sind, sich selbst zu unterhalten).
Dafür möglichst bald bei der KK einen entspechenden Antrag stellen und nachfragen, welche Unterlagen (z.B. ärztliches Attest) benötigt werden.

Evt. besteht auch noch Anspruch auf Kindergeld: Da hier Fristen gelten, möglichst umgehend beantragten.

MfG

-- Editiert von User am 15. April 2024 20:41

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#4
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38697 Beiträge, 14049x hilfreich)

Arbeitssuchend gemeldet sei, das impliziert nicht automatisch eine Krankenversicherung, für die die Arbeitsagentur aufkommt. Dies bedeutet nur, dass man einen Job sucht, und die Agentur evtl. einen solchen nachweisen kann. Für die Zukunft dürfte die erste Anlaufadresse das Job Center sein. Wenn Leistungen von dort erfolgen, dann ist die Tochter auch versichert.

Fakt ist, dass sich niemand um die Krankenversicherung der Tochter im Nov. letzten Jahres gekümmert hat. Ein einfacher Anruf bei der Krankenkasse hätte den richtigen Weg aufgezeigt. Und der Klinikaufenthalt, da ist doch ein Vertrag unterschrieben worden, aus welchem auch der Vertragspartner hervorgeht. Es ist immer äußerst sinnvoll, Verträge zu lesen, ehe man sie unterschreibt.

Zwar kann ein Kind über 23 auch weiterhin familienversichert sein. Dazu sind aber die entsprechenden Anträge erforderlich, der Status des Kindes ist zu klären. All das ist bisher offensichtlich nicht erfolgt. Deshalb bin ich bei der Übernahme der bisher entstandenen Kosten eher skeptisch.

wirdwerden

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#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121171 Beiträge, 39993x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
Deshalb bin ich bei der Übernahme der bisher entstandenen Kosten eher skeptisch.

Der Beschreibung nach bietet die KK eine Nachversicherung mit Kostenübernahme an? Sofern man die Versicherungsbeiträge nachzahlt.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#6
 Von 
EuleKK
Status:
Frischling
(17 Beiträge, 7x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Der Beschreibung nach bietet die KK eine Nachversicherung mit Kostenübernahme an? Sofern man die Versicherungsbeiträge nachzahlt.

Es ist kein Angebot der KK, sondern sie muss eine Anschlussversicherung nach § 188 SGB V durchführen, wenn kein anderweitiger Versicherungsschutz nachgewiesen wird. Es
Hier sollte aber zunächst eine weiter bestehende Familienversicherung beantragt werden. Bei Bewilligung wird dieses dem Kind eine Nachzahlung der angeforderten Beiträge ersparen und einen weiteren kostenlosen Versicherungsschutz gewährleisten.

MfG
EuleKK

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#7
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38697 Beiträge, 14049x hilfreich)

Eule, wir haben hier doch drei Problemkreise. Einmal die offene Forderung des Krankenhauses. Dann den fehlenden Antrag auf Weiterversicherung und den völlig ungeklärten (Gesundheits)Zustand der Tochter.

wirdwerden

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#8
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121171 Beiträge, 39993x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
Einmal die offene Forderung des Krankenhauses.

Nö, die ist schon bezahlt worden.
Forderungsinhaber ist jetzt die KK.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#9
 Von 
EuleKK
Status:
Frischling
(17 Beiträge, 7x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
Eule, wir haben hier doch drei Problemkreise. Einmal die offene Forderung des Krankenhauses. Dann den fehlenden Antrag auf Weiterversicherung und den völlig ungeklärten (Gesundheits)Zustand der Tochte

Hallo wirdwerden,

gut, dass du die drei Problemfelder benannt hast.

M.E. wären aber zumindest zwei der Probleme mit einem (bewilligten) Antrag auf Weiterführung der Familienversicherung nach § 10 Abs. erledigt. Daher sollte schnellstmöglich ein diesbezüglicher Antrag auf Familienversicherung (§ 10 Abs.2 Nr. 4 SGB V) gestellt werden. Ärztliche Unterlagen (z.B den Entlassungsbericht der Klinik) sollten zu Verfahrensbeschleunigung gleich in einem verschlossenen Umfang mit dem Vermerk "nur vom Medizinischen Dienst zu öffnen" beigefügt werden.

Offensichtlich besteht seit November kein Versicherungsschutz bei einer anderen (privaten) Versicherung. Damit bleibt die bisherige Krankenkasse zuständig. Hier gibt es keine Wahl der Versicherten, stattdessen die Krankenhauskosten selbst zu zahlen. Die Anschlussversicherung ist kraft Gesetzes von der bisherigen Krankenkasse weiter zu führen. Eine Versicherungslücke ab November besteht somit nicht bzw. wird rückwirkend ab November geschlossen.

Übergangsweise könnte man eine Anschlussversicherung durchführen lassen (das entlastet vllt. die aktuelle Situation), bis eine Entscheidung über die Familienversicherung gefallen ist. Dabei sollte auf die fehlenden Einnahmen des Kindes hingewiesen werden, Anami hatte ja bereits zur Recht darauf hingewiesen, dass die Mindest-Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sich hier auf ca. 220,- Euro mtl. (nicht auf 300,- Euro) belaufen.
Sollte dem Antrag auf Familienversicherung stattgegeben werden, verdrängt die Familienversicherung rückwirkend die Anschlussversicherung, etwaig gezahlte Beträge werden erstattet.

Die Krankenkasse sollte bei der Kontaktaufnahme gleich gebeten werden, die Angelegenheit direkt mit dem Krankenhaus zu klären. Andernfalls sollte dem Krankenhaus der Sachverhalt selbst erläutert werden. In der Praxis sind die SachbearbeiterInnen des Krankenhauses froh, wenn sie wissen, dass die Klärung in Kürze erfolgt und welche KK zuständig ist. Einen Grund, die Übernahme der Krankenhauskosten von Seiten der Krankenkasse zu verweigern, besteht nicht.

Bezüglich eines schnellen Psychotherapie-Termins sei noch auf die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen hingewiesen: https://www.kbv.de/html/terminvermittlung.php

MfG
EuleKK

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#10
 Von 
go665029-77
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Ich versuche mal einiges aufzuklären.

Meine Stieftochter ging noch ganz normal zur Realschule. Nach der Trennung der Eltern wohnte sie beim Papa.
Er wohnt in einem 100 Seelendorf oben auf nem Berg, sprich, sie hatte weder Internet noch Freunde.
Ich vermute mal, hier nahmen ihre Depressionen ihren Anfang.
Der Vater hat das aber nie so gesehen und deshalb gibts auch keine ärztliche Vorgeschichte. Seine Tochter musste halt auch nicht arbeiten gehen, bis seine Firma pleite ging. Er musste Haus und Hof verkaufen, wohnt jetzt in einer Öko-WG .
Für die Tochter war da kein Platz, deswegen kam sie 2021 zu uns.
Da litt sie bereits an Depressionen und war auch über unseren Arzt in Behandlung und auch medikamentös eingestellt.
Aber trotzdem hat sie mittlerweile Ängste unter Menschen zu sein usw.
Kann man jetzt drüber denken, was man will, egal.

Bislang war sie einfach nicht arbeitsfähig. Selbst den Termin beim Amt hat sie unter Tränen abbrechen müssen, worauf das Arbeitsamt sie zu einer Untersuchung geschickt hat.
Das Ergebnis des 14tägigen Klinikaufenthaltes sagt nun, sie ist momentan arbeitsunfähig und sollte in psychologische Betreuung entweder über Tagesklinik oder Psychologen.
Da einen Platz zu kriegen oder gar einen Termin ist fast unmöglich. 2025 steht gerade im Raum.

Wir haben natürlich die freiwillige Versicherung abgeschlossen, denn ansonsten wären noch wesentlich höhere Kosten auf uns zu gekommen.

Und ja, Bürgergeld würde wegen unserer beiden Einkommen auch scheitern. Die Frage ist, ob das Einkommen beim Sozialamt relevant ist. Ich könnte mir vorstellen, das es so ist.

Ich muss einfach feststellen, dass es in Deutschland tatsächlich möglich ist, dass eine Krankheit hier zum Tode führen kann, wenn man nicht das Geld hat für eine freiwillige Versicherung.
Ich finde das ziemlich krass, denn es ist ja nicht so, dass hier ein Mensch nicht arbeiten will, sondern ihn eine Krankheit davon abhält.

LG
Thomas

So, was noch fehlte:

Also keine offenen Forderungen der Klinik, da rückwirkend freiwillig versichert.
Und ja, meine Frau zahlt tatsächlich ca 220 Euro. Da hatte sie sich vertan.
Kindergeld bezieht sie nicht mehr.
Die Tochter hatte ja noch nie gearbeitet oder jemals eine Lehre begonnen.
Hab gerade das Schreiben der KK mal gesehen und bin schockiert.
Am 26.11.23 wurde meine Tochter 23. Die KK möchte für die Zeit vom 26.11. bis 30.11.2023 (also 5 Tage) eine Beitragsnachforderung von 700,79 € haben bzw haben sie ja auch schon bekommen. Ist das ein Witz, denn ab Dezember werden 220 Euro monatlich fällig.

Die Klinik hat nun attestiert, dass sie momentan arbeitsunfähig ist und in psychologische Betreunung müsste. Gilt das denn als Behinderung dafür, dass man auch über 23 hinaus in der Familienversicherung versichert ist?

-- Editiert von User am 16. April 2024 19:04

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#11
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(32663 Beiträge, 5724x hilfreich)

Zitat (von go665029-77):
Und ja, Bürgergeld würde wegen unserer beiden Einkommen auch scheitern. Die Frage ist, ob das Einkommen beim Sozialamt relevant ist. Ich könnte mir vorstellen, das es so ist.
Oh. Danke für die Infos.
Ja. Für Sozialhilfe gelten die gleichen Einkommensgrenzen.
Zitat (von go665029-77):
Ich muss einfach feststellen, dass es in Deutschland tatsächlich möglich ist, dass eine Krankheit hier zum Tode führen kann
Für das, was da jahrelang vom Vater auf dem Berg versäumt wurde, kannst du doch nicht Deutschland verantwortlich machen.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#12
 Von 
go665029-77
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Für das, was da jahrelang vom Vater auf dem Berg versäumt wurde, kannst du doch nicht Deutschland verantwortlich machen.


Aber ein autistisches minderjähriges Kind?
Man stelle sich einfach mal vor, es gäbe keine Mutter bzw Stiefvater.

Was denn dann?

Und ich stelle auch nur fest, dass es so ist und wer weiss, wieviele Schicksale davon betroffen sind und bestimmt auch genügend unverschuldet.

Wenn alle Stricke reissen, werden wir das auch weiterhin bezahlen. Und trotzdem ist es schon beachtlich, was der deutsche Staat wem und wo so alles Geld gibt und hier lässt man die Leute im Stich.

Es wird immer 2 Meinungen geben. Immer werden die Betroffenen ne andere Meinung haben als die Aussenstehenden.

Aber ich werde im Juli das erste mal Opa und da mache ich mir doch Sorgen um die Zukunft meines Enkels. Ich hoffe, seine Eltern machen nicht ähnliche Fehler, die dann das Kind letztenendes ausbaden darf.

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#13
 Von 
go665029-77
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von EuleKK):
Die Krankenkasse sollte bei der Kontaktaufnahme gleich gebeten werden, die Angelegenheit direkt mit dem Krankenhaus zu klären. Andernfalls sollte dem Krankenhaus der Sachverhalt selbst erläutert werden. In der Praxis sind die SachbearbeiterInnen des Krankenhauses froh, wenn sie wissen, dass die Klärung in Kürze erfolgt und welche KK zuständig ist. Einen Grund, die Übernahme der Krankenhauskosten von Seiten der Krankenkasse zu verweigern, besteht nicht.


Hier ist alles geregelt. Durch die freiwillige KK-Versicherung bekommt Klinik, Ärzte usw Geld von der KK

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121171 Beiträge, 39993x hilfreich)

Zitat (von go665029-77):
Und ja, Bürgergeld würde wegen unserer beiden Einkommen auch scheitern.

Was soll Dein Einkommen mit dem Unterhalt einer fremden Person zu tun haben?
Da heißt es aufpassen, Ämter überschreiten da gerne und des Öfteren mal die zulässigen Grenzen. Insofern sollte man nicht zu viele Informationen geben und alle Äußerungen immer kritisch begutachten, idealerweise durch kundige Dritte prüfen lassen.



Zitat (von go665029-77):
Man stelle sich einfach mal vor, es gäbe keine Mutter bzw Stiefvater.

Was denn dann?

Dann hätte sie von Staat einen Betreuer bekommen, der sich um die entsprechenden Schritte gekümmert hätte.
Im Endergebnis würde es ihr vermutlich jetzt besser gehen.

Das wäre in übrigen auch eine Option, das man das Berufungsgericht einschaltet und der Tochter einen professionellen Betreuer zuweisen lässt.

Denn man muss es knallhart sagen, die beiden Aufsichts- und Fürsorgepflichtigen haben es ordentlich verbockt.
Allen voran der Vater, aber die Mutter scheint sich da auch 2 Jahre lang nicht großartig gekümmert zu haben, die Tochter in das Hilfsnetz des Staates zu integrierten. Aufgewacht erst beim großen Knall ...



Zitat (von go665029-77):
Und trotzdem ist es schon beachtlich, was der deutsche Staat wem und wo so alles Geld gibt und hier lässt man die Leute im Stich.

Man kann natürlich Äpfel und Birnen vergleichen, weil beides Obst ist. Bringt aber nichts.

Wo lässt der Staat einen im Stich? Man muss sich halt kümmern, Anträge stellen etc., hier die Aufsichts- und Fürsorgepflichtigen wenn die Tochter es nicht gestemmt bekommt.

Die Mutter ist mündige Bürgerin und der Deutschen Sprache mächtig? Warum hat sie da nichts getan, sich nicht gekümmert? Das sind Holschulden, da kommt keine Gute Fee.



PS: ich bin mir durchaus bewusst, das mein Text bei euch weder auf Verständnis noch auf Wohlwollen stoßen wird. Ist halt oft so, das man gerne den Schuldigen wo anders sieht, den eigentlich Schuldigen aber beim Blick im Spiegel sieht.




-- Editiert von User am 16. April 2024 21:06

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0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
EuleKK
Status:
Frischling
(17 Beiträge, 7x hilfreich)

Zitat (von go665029-77):
Die Klinik hat nun attestiert, dass sie momentan arbeitsunfähig ist und in psychologische Betreunung müsste. Gilt das denn als Behinderung dafür, dass man auch über 23 hinaus in der Familienversicherung versichert ist?

Hallo,

natürlich kann hier keine Beurteilung des Einzelfalls erfolgen. Ich glaube aber, dass hier eine gute Aussicht auf eine positive Entscheidung besteht. Sinnvollerweise sollten sowohl das Attest als auch der Klinik-Entlassungsbericht eingereicht werden. I.D. R. wird die KK den Medizinischen Dienst um Stellungnahme bitten, darum bitte ein bisschen Geduld haben.

Ich drücke auf jeden Fall die Daumen.

MfG
ratte1


1x Hilfreiche Antwort

#16
 Von 
go665029-77
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Was soll Dein Einkommen mit dem Unterhalt einer fremden Person zu tun haben?


Ein Haushalt gleich Eine Bedarfsgemeinschaft

0x Hilfreiche Antwort

#17
 Von 
go665029-77
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
PS: ich bin mir durchaus bewusst, das mein Text bei euch weder auf Verständnis noch auf Wohlwollen stoßen wird. Ist halt oft so, das man gerne den Schuldigen wo anders sieht, den eigentlich Schuldigen aber beim Blick im Spiegel sieht.


Das ist ohne Hintergrundwissen ein ziemlich gewagter Spruch. Ohne ihre Mutter sähe es um das Kind extrem düster aus. Sie rennt mit ihr seit 2021 zu den Ärzten. Einzig schuldig ist sie in ihrer Unwissenheit, dass die Familienversicherung nur bis 23 geht.

0x Hilfreiche Antwort

#18
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121171 Beiträge, 39993x hilfreich)

Zitat (von go665029-77):
Ein Haushalt gleich Eine Bedarfsgemeinschaft

Ich wette das kommt vom Amt, diese Weisheit?

Ich rate, sich mal mit einer Haushaltsgemeinschaft zu beschäftigen ...


Signatur:

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#19
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38697 Beiträge, 14049x hilfreich)

Harry, hier sind wir wirklich mal einer Meinung. Ich hoffe, dass inzwischen wirklich die erforderlichen Anträge gestellt sind. Wobei nach meiner Kenntnis Anträge bei der GKV allenfalls 1-2 Monate rückwirkend greifen. Und ein "vorübergehend arbeitsunfähig" reicht mit Sicherheit nicht aus, um weiterhin in der Familienversicherung zu verbleiben.

Zu überprüfen sind Ansprüche auf Kindergeld, Familienversicherung, Bürgergeld oder Sozialgeld, Pflegeversicherung, Einrichtung einer Betreuung, rückwirkende Ansprüche bei der GKV. Was hat man denn inzwischen so getan, außer allgemeine Unmutsäußerungen von sich zu geben? Und wie soll bitteschön der Staat helfen, wenn er von nichts weiß? Erkläre es uns.

wirdwerden

0x Hilfreiche Antwort

#20
 Von 
EuleKK
Status:
Frischling
(17 Beiträge, 7x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
Ich hoffe, dass inzwischen wirklich die erforderlichen Anträge gestellt sind.
Du hast natürlich völlig Recht: Das wäre wirklich sehr wichtig.
Zitat (von wirdwerden):
Wobei nach meiner Kenntnis Anträge bei der GKV allenfalls 1-2 Monate rückwirkend greifen.
Wenn die Voraussetzungen für eine Familienversicherung (weiterhin) vorliegen, tritt die Versicherung Kraft Gesetzes ein. Dies kann auch Jahre rückwirkend sein.
MfG
EuleKK

0x Hilfreiche Antwort

#21
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(32663 Beiträge, 5724x hilfreich)

Zitat (von go665029-77):
Aber ein autistisches minderjähriges Kind? Man stelle sich einfach mal vor, es gäbe keine Mutter bzw Stiefvater.
Sorry, jetzt ist sie 23. Damals als mdj. wäre das auch schlimm, aber in D gäbe es dann andere Institutionen, die sich frühzeitig darum ge kümmert hätten. Dabei wäre es egal, wo man wohnte.
Zum Glück gibts hier Eltern. Wenn diese leider (aus welchen Gründen auch immer) versagen, ist das um so schlimmer. Aber damit hat der Staat fast nichts zu tun.
Zitat (von go665029-77):
und hier lässt man die Leute im Stich.
Sorry, auch das sehe ich nicht so. Wer hat wen warum im Stich gelassen? Ich sehe hier nur die Eltern in der Verantwortung.
Auch die Schule/Lehrer kann nicht schuld sein.
Zitat (von go665029-77):
Immer werden die Betroffenen ne andere Meinung haben als die Aussenstehenden.
Nein. Oft genug ist der Sachverhalt anders und die Meinungen hier entsprechend auch.
Zitat (von go665029-77):
Ich hoffe, seine Eltern machen nicht ähnliche Fehler,
Ja, das kann man hoffen. Und als Opa kann man frühzeitig die Erfahrungen weitergeben. Denn aus eigenem Erleben ist es doch etwas anders, als wenn man solche Dinge in der Zeitung liest. Das ist eine Binsenweisheit.
Zitat (von go665029-77):
Ein Haushalt gleich Eine Bedarfsgemeinschaft
Nein, evtl. eine Haushaltsgemeinschaft. Nach § 9 (5) SGB II. Kommt vermutlich aufs Gleiche raus. Stiefväter sind keine *Fremden*.
(5) Leben Hilfebedürftige in Haushaltsgemeinschaft mit Verwandten oder Verschwägerten, so wird vermutet, dass sie von ihnen Leistungen erhalten, soweit dies nach deren Einkommen und Vermögen erwartet werden kann.
Zitat (von go665029-77):
Die Klinik hat nun attestiert, dass sie momentan arbeitsunfähig ist und in psychologische Betreunung müsste. Gilt das denn als Behinderung dafür, dass man auch über 23 hinaus in der Familienversicherung versichert ist?
Nein, das gilt nicht als Behinderung.
Ein Arzt/Klinikarzt stellt nur die momentane Arbeitsunfähigkeit fest. Die Empfehlung zur psychologischen Betreuung ?? Damit ist evtl. etwas anderes gemeint, zB Therapie oder Diagnostik.
Behinderungen stellt nach Antrag und gutachterlicher Dokumentation das Versorgungsamt fest. Das nennt sich dann GdB. (Grad der Behinderung).
Damit könnte sie trotzdem erwerbsfähig/arbeitsfähig sein, evtl. in eingeschränktem Umfang.

Bis dahin ist es ein langer WEg, doch auch dafür gibt es Fachleute, die sich tagtäglich damit befassen. Die müsst ihr bitte mit ins Boot holen, wenn der Tochter langfristig geholfen werden soll.

Zitat (von go665029-77):
dass die Familienversicherung nur bis 23 geht.
Und WARUM ist das so? Ich habs noch nicht verstanden.

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Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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