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Arbeitsaufnahme; lohn erst zum 30.

 Von 
mariameme
Status:
Frischling
(18 Beiträge, 2x hilfreich)
Arbeitsaufnahme; lohn erst zum 30.

Hallöchen,

hier mal kurz die Frage:

Mal angenommen es steht eine Arbeitsaufnahme zum 01.11. bevor.
A befindet sich im 3. Monat in Hartz4 Bezug, und Anspruch ist vorhanden.

Der erste Arbeitslohn wird nun erst zum 30. 11. gezahlt.

Da dies im selben Monat ist: entsteht hier eine "Lücke" in der Versorgung?

Ich habe gelesen dass A für den November noch Anspruch hätte falls der erste Lohn am 1.12. käme.

Sollte A hier also den Arbeitgeber bitten schriftlich den "jewelis 1. des folgemonats" zu vereinbaren um die Lücke zu schliessen?



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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
ALG Bezug Monat Arbeitsaufnahme


10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
AxelK
Status:
Gelehrter
(11980 Beiträge, 4007x hilfreich)

@mariameme:

Die rechtlich korrekte Vorgehensweise wäre, dem Jobcenter die Arbeitsaufnahme und den vertraglich vereinbarten Termin der ersten Lohnzahlung mitzuteilen und gleichzeitig einen Antrag auf darlehensweise Weitergewährung der Leistungen in bisheriger Höhe für den Monat der Arbeitsaufnahme zu beantragen. Zur Bewilligung eines solchen Darlehens ist das Jobcenter verpflichtet.

Es wäre dann der Nachweis zu erbringen, wann die erste Lohnzahlung tatsächlich erfolgt, also auf Deinem Konto eingegangen ist. Erfolgt die erste Zahlung erst im Dezember ist das für November bewilligte Darlehen in eine Beihilfe umzuwandeln und nicht zurück zu zahlen. Erfolgt die erste Lohnzahlung vereinbarungsgemäß im November, sind die Leistungen für November (ggf. anteilig, je nach Lohnhöhe) zurück zu zahlen, was üblicherweise auch in kleinen Raten möglich ist.

Wenn natürlich zum Zeitpunkt des Abschlusses eines Arbeitsvertrages die ALG II Zahlung für den Monat der Arbeitsaufnahme bereits überwiesen ist und nicht mehr gestoppt werden kann, dann ist das ganze eigentlich noch einfacher. Du hast erstmal Geld um den ersten Monat über die Runden zu kommen und legst dann, wenn Du sie hast, die erste Lohnabrechnung und den Kontoauszug mit dem Zahlungseingang vor. Bezüglich Rückzahlung oder nicht Rückzahlung gilt das gleiche, wie oben geschrieben.

Gruß,

Axel

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"Ausführliche Infos zu ALG 2 auf meiner Website: http://www.axelkrueger.info"

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#2
 Von 
mariameme
Status:
Frischling
(18 Beiträge, 2x hilfreich)

Das klingt doch gut :-)
mit zurückzahlen hat A kein problem, nur eine Lücke wäre schlecht, da benzin etc gezahlt werden muss....

Dankeschön, A wird morgen mal das center kontaktieren und näheres abklären :-)

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#3
 Von 
Schnebi
Status:
Lehrling
(1062 Beiträge, 591x hilfreich)

Vom Prinzip her alles richt. Aber eine kleine Frage/anmerlung habe ich noch:

Irgendwann hat der AlgII Bezug doch auch mal angefangen. Wenn man jetzt von AlgI Bezug in den AlgII Bezug gerutscht ist, dann hat man an dieser Nahtstelle doch schon einmal doppelt geld bekommen. (Am Ende des letzten monats AlgI und am Anfang des ersten Monats AlgII)

Sollte man dann nicht in weiser Voraussicht, dass man ja irgendwann auch wieder Arbeit aufnimmt, einen Teil des Geldes zurückhalten, um eine Lücke, die ja von Anfang an ersichtlich ist, überbrücken zu können?

Ich weiß nicht, ob das Szenario jetzt auf diesen konkreten Fall zutrifft. Aber ich habe das Gefühl, dass es oft Fälle gibt, in denen das doppelte Geld dann ohne darüber nachzudenekn ausgegeben wird.

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" Dieser Beitrag ist nur meine persönliche Meinung. Es handelt sich um keine Rechtsberatung!"

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#4
 Von 
mariameme
Status:
Frischling
(18 Beiträge, 2x hilfreich)

dann vermuten sie mal einen andren fall, nämlich dass A aus der Selbstständigkeit in den Bezug gekommen ist ;-)
zudem war DAS auch nicht die Frage.

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#5
 Von 
Schnebi
Status:
Lehrling
(1062 Beiträge, 591x hilfreich)

Ich weiß, dass das nicht die Frage war, aber das schöne an dem Forum hier ist, dass sich aus manchen Fragestellungen auch schon mal interessante Diskussionen entwickeln, die nicht immer direkt mit der konkreten Fragestellung zu tun haben.

Das der Fall, den ich oben beschrieben hab hier nicht unbedingt zutreffend ist, habe ich ja auch schon vermutet.


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" Dieser Beitrag ist nur meine persönliche Meinung. Es handelt sich um keine Rechtsberatung!"

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#6
 Von 
AxelK
Status:
Gelehrter
(11980 Beiträge, 4007x hilfreich)

@Schnebi:

In der Theorie hast Du natürlich Recht, aber:

1. Zu Beginn von Hartz IV war es schon fast die Regel und auch heute kommt es vereinzelt noch vor, dass die Jobcenter die letzte ALG I Zahlung anrechnen und ALG II erst ab dem Folgemonat bewilligen.

2. Es gibt nicht wenige ALG I Empfänger, die ergänzendes ALG II beziehen, sodass sich jedenfalls der Betrag einer potentiellen "Doppelzahlung" schon mal erheblich verringert.

3. Auch wenn 1 und 2 nicht zutreffen gilt, dass wohl die meisten Erstantragsteller entweder gar nicht wissen, dass eine erster Lohn bei Arbeitsaufnahme im Zuflussmonat angerechnet wird oder aber tatsächlich auch einfach nicht soweit denken, was für mich erstmal durchaus verständlich ist.

4. Selbst wenn aber der Erstantragsteller das Zuflussprinzip kennt und auch so vorausschauend denkt, dann mag er sich vielleicht erst einmal fest vornehmen, zumindest einen Teil der "Doppelzahlung" zu sparen. Im schnöden Hartz IV Alltag ist dieser Vorsatz mit Sicherheit schnell vergessen, weil das Geld einfach hinten und vorne nicht reicht. Spätestens dann, wenn die erste größere Anschaffung notwendig wird, oder die unangemessenen Unterkunftskosten nicht mehr in voller Höhe übernommen werden, wird dann das Ersparte angegriffen und nach und nach aufgezehrt.

Unabhängig von alledem sehe ich persönlich auch überhaupt keinen Grund dafür, dass das ALG II im voraus gezahlt. Klar hängt das mit der Zusammenlegung von ALHI und Sozialhilfe zusammen, weil die Sozialhilfe schon immer im voraus gezahlt wurde. Gleichwohl ist durch diese vorschüssige Zahlweise das Problem Überzahlung im Monat der Arbeitsaufnahme doch erst entstanden.

Und abschließend noch ein ganz anderer Gedanke:

Der übliche und korrekte Weg bei Arbeitsaufnahme wäre ja - wie oben bereits dargestellt - dass die Leistungen eingestellt, gleichzeitig aber in selber Höhe als Darlehen weiter gezahlt werden. Wobei hier die übliche Verwaltungspraxis wohl eher so aussieht, dass die Leistung eingestellt oder zumindest schon mal ein fiktives Einkommen angerechnet wird, ohne das ein Darlehen gezahlt oder auch nur auf die Möglichkeit eines Darlehens hingewiesen wird, was ich nicht nur menschlich, sondern auch rechtlich für mehr als fragwürdig halte.

Warum aber geht man nicht hin und zahlt die Leistungen im Monat der Arbeitsaufnahme - jedenfalls dann, wenn aus dem Job ein bedarfsdeckendes Einkommen erzielt wird - in bisheriger Höhe als Eingliederungshilfe und somit als nicht rückzahlbare Beihilfe? Ich möchte fast behaupten, dass die dadurch entstehenden Mehrkosten durch Einsparungen bei den Verwaltungskosten aufgewogen werden.

Gruß,

Axel


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#7
 Von 
fb446471-25
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 1x hilfreich)

Ich habe auch das gleiche Problem bin seit 5 Wochen in Hartz 4 Bezug und hatte schon meinen Arbeitsvertrag. Bei meiner Berechnung waren 1 Monat voll und dann nichts mehr da ich meine Arbeit am 15.8 aufnehmen will. Ich also hin und Darlehen für den Monat August beantragt plus Mehrkosten. Ich bin alleinerziehender Vater und meine neue Arbeitsstelle ist in der Schweiz. Sprich habe ich Mehrkosten da mein Sohn hier beaufsichtigt werden muss (11 Jahre alt) und die lebenskosten viel höher sind. Zusätzlich habe ich Fahrtkosten für 5 pendelfahrten beantragt da ich nur über das Wochenende heim fahre. Alles schön und gut heute rufe ich an da ich noch kein Bescheid bekommen habe und da bekomm ich doch glatt die Auskunft ich bekomm 540 Euro überwiesen das sei bis zum 15ten und fertig. Dieses Geld reicht jedoch nicht mal für meine fixkosten aber das interessiert das Jobcenter Waiblingen nicht. Ich habe keine Ahnung was ich jetzt machen kann jetzt geht mir wohl die Chance meines Lebens flöten und eine unbefristete Arbeitsstelle mit 60k Jahreseinkommen. .... unglaublich aber wahr. ..Jobcenter verhindert meine Arbeitsstelle und ich vermute aus Neid da ich das doppelte verdienen würde. .....

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#8
 Von 
mariameme
Status:
Frischling
(18 Beiträge, 2x hilfreich)

Hallo,

wenn die Stelle so gut bezahlt ist ginge es evtl. vom Arbeitgeber einen Vorschuss zu bekommen der dann Stück für Stück verrechnet wird?
Auch der AG wird ja Interesse haben das zu regeln und wird verstehen können dass die Pendelfahrten etc gemacht werden müssen...
Sie sind da bestimmt nicht der erste, Arbeitgeber sind ja auch nicht völlig lebensfremd :)

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#9
 Von 
fb446471-25
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 1x hilfreich)

Genau das möchte ich vermeiden zumal ich schlecht meine August miete als vorschuss holen kann wenn ich noch nicht einmal in Arbeit bin. Mir hätte ja schon mein regelsatz gereicht so das ich zumindest meine fixkosten bezahlen kann aber selbst hierfür habe ich das Darlehen nicht bekommen

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#10
 Von 
Flo Ryan
Status:
Senior-Partner
(6821 Beiträge, 4722x hilfreich)

Zitat (von fb446471-25):
und ich vermute aus Neid da ich das doppelte verdienen würde. .....
Ja, genau das wird es sein...

Signatur:Wo lagert die Post eigentlich die ganzen Briefe, die angeblich nie zugestellt worden sind?
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