Auszahlung von Direktversicherung (bAV): Wie hohe Abgaben an Krankenkasse verringern bzw. umgehen?

1. Oktober 2018 Thema abonnieren
 Von 
Kartega
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)
Auszahlung von Direktversicherung (bAV): Wie hohe Abgaben an Krankenkasse verringern bzw. umgehen?

Guten Tag,

gerne würde ich Eure rechtliche Hilfe bezüglich der Situation meines Vaters in Anspruch nehmen.

Meinem Vater wird demnächst eine Direktversicherung (aus betrieblicher Altersvorsorge) in Höhe von ca. 100.000 Euro ausgezahlt. Mein Vater wird zu dem Zeitpunkt, an dem die Direktversicherung ausbezahlt wird, allerdings noch kein Rentner sein. Die Direktversicherung kann nur als Einmalzahlung ausgezahlt werden; eine Option zur Verrentung sieht der Vertrag nicht vor. Der Vertrag wurde seit ca. 1987 zu 100 Prozent von meinem Vater aus seinem (unversteuerten) Bruttogehalt gezahlt und ab 2005 zu 15 Prozent von seinem Arbeitgeber bezuschusst, sodass mein Vater ab 2005 bis heute nur noch 85 Prozent bezahlt hat. Der Versicherungsnehmer der Direktversicherung war und ist bis zum Ende immer der Arbeitgeber gewesen.

Kürzlich hat er eine Benachrichtigung der Versicherung bekommen, dass bei der Auszahlung der 100.000 Euro Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung fällig werden. Diese Beiträge betragen 14,6 Prozent zzgl. des individuellen Zusatzbeitrags der Auszahlungssumme, also ca. 15,7 Prozent bzw. in diesem Fall 15.700 Euro. Mein Vater würde diesen Krankenversicherungsbeitrag natürlich gerne reduzieren oder bestenfalls ganz umgehen.

Doch wie ist das möglich?

Mir sind folgende Ansätze eingefallen:

1. Art. 3 Grundgesetz: "Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich." Wäre mein Vater bei demselben Szenario wie oben beschrieben privat statt gesetzlich versichert, müsste er die 15.700 Euro nicht zahlen. Kann man mit diesem Ansatz juristisch gegen den Krankenversicherungsbeitrag vorgehen?

2. Mein Vater hat während eines Großteils seiner Ansparphase oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Krankenversicherung verdient. Selbst nach Abzug der Bruttobeiträge für die Direktversicherung lag sein Gehalt immer noch oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze, sodass der Krankenversicherung "nichts verloren gegangen" ist, weil sie darauf ja sowieso kein Anspruch hätte. Warum sollen also jetzt bei der Auszahlung die Beiträge mit Krankenversicherungsabgaben belegt werden, obwohl die Einzahlungen in der Ansparphase oberhalb der Bemessungsgrenze lagen?

Wie können wir den Krankenkassenbeitrag reduzieren? Falls ihr noch einen anderen Ansatz oder rechtlichen Kniff kennt, würde ich mich über einen Hinweis sehr freuen.

Vielen Dank für Eure Hilfe!

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14 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Kartega
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)

Hat jemand eine Idee, was wir machen könnten? Ihr würdet uns wirklich sehr helfen. Vielen Dank!

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
cruncc1
Status:
Schlichter
(7218 Beiträge, 4301x hilfreich)

Zitat:
Wie können wir den Krankenkassenbeitrag reduzieren?

Gar nicht.
Zitat:
Falls ihr noch einen anderen Ansatz oder rechtlichen Kniff kennt, würde ich mich über einen Hinweis sehr freuen.

Die diesbezüglichen Gesetze müssten geändert werden und da ist leider keine Änderung in Sicht. :sad:

-- Editiert von cruncc1 am 07.10.2018 15:04

1x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Kartega
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von cruncc1):
Zitat:
Wie können wir den Krankenkassenbeitrag reduzieren?

Gar nicht.

Das ist nicht gut :sad:

Zitat (von cruncc1):
Zitat:
Falls ihr noch einen anderen Ansatz oder rechtlichen Kniff kennt, würde ich mich über einen Hinweis sehr freuen.

Die diesbezüglichen Gesetze müssten geändert werden und da ist leider keine Änderung in Sicht. :sad:

Ich hoffe, da passiert noch etwas. In den nächsten 5 Jahren gehen ja schon relativ viele Babyboomer in Rente. Wenn die sich energisch dafür einsetzten, dass ihre Renten nicht so hoch besteuert werden, wird hoffentlich noch etwas geändert.

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(26629 Beiträge, 4950x hilfreich)

Zitat (von Kartega):
Ich hoffe, da passiert noch etwas.
Moin, deine Hoffnung...
Doch was hat die mit dem Grundgesetz zu tun? Dein Vater hatte doch über viele Jahre die freie Wahl der Krankenversicherung. Er war auch sicher nicht gezwungen, eine Direktversicherung abzuschließen.
Zitat (von Kartega):
dass ihre Renten nicht so hoch besteuert werden
Und was hat das mit dem KV/PV-Beitrag zu tun?
Dein Vater hat schon früher (nur) bis zur Beitragsbemessungsgrenze gezahlt. Für die DV hat er viele Jahre (nur) 85% bezahlt.
Die KV ist doch eine Solidarkasse. Daran ändert sich so schnell nichts. Das ändert sich auch nicht durch höheres oder einmaliges Einkommen.
Die Babyboomer können sich gern für geringere Besteuerung ihrer Renten einsetzen. Gehst du davon aus, dass alle diese BB-Rentner unter der hohen Steuerlast ihrer Rente ächzen?
Ich eher nicht. Aber ich kann mich täuschen.

KV/PV-Beiträge müssen sie dann trotzdem zahlen. Das sind ja keine Steuern.

1x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Kartega
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Anami):

Doch was hat die mit dem Grundgesetz zu tun? Dein Vater hatte doch über viele Jahre die freie Wahl der Krankenversicherung. Er war auch sicher nicht gezwungen, eine Direktversicherung abzuschließen.

Ja, da hast du recht. Ich habe nur versucht, mögliche Anhaltspunkte für meine Argumentation zu finden.

Zitat (von Anami):

Zitat (von Kartega):

dass ihre Renten nicht so hoch besteuert werden

Und was hat das mit dem KV/PV-Beitrag zu tun?
Dein Vater hat schon früher (nur) bis zur Beitragsbemessungsgrenze gezahlt. Für die DV hat er viele Jahre (nur) 85% bezahlt.
Die KV ist doch eine Solidarkasse. Daran ändert sich so schnell nichts. Das ändert sich auch nicht durch höheres oder einmaliges Einkommen.
Die Babyboomer können sich gern für geringere Besteuerung ihrer Renten einsetzen. Gehst du davon aus, dass alle diese BB-Rentner unter der hohen Steuerlast ihrer Rente ächzen?
Ich eher nicht. Aber ich kann mich täuschen.

KV/PV-Beiträge müssen sie dann trotzdem zahlen. Das sind ja keine Steuern.


Stimmt, ich habe mich an dieser Stelle nicht richtig ausgedrückt. Ich meinte statt Steuern eigentlich Sozialabgaben. Hier jetzt das, was ich eigentlich sagen wollte:

In den nächsten 5 Jahren gehen vermutlich relativ viele Babyboomer in Rente. Wenn diese Personen in Rente gehen, wird bei vielen wahrscheinlich, wie auch bei meinem Vater, eine betriebliche Altersvorsorge fällig bzw. ausgezahlt. Je mehr Personen eine solche Auszahlung aus einer bAV erhalten, desto mehr Personen wird auch bewusst, dass sie plötzlich Abgaben in Höhe von rund 18 Prozent an die Krankenkasse abführen müssen.

Die Pflicht zur Zahlung von Krankenkassenbeiträgen ist zwar nicht wirklich "plötzlich" aufgetreten, sondern ja schon seit dem Jahr 2004 mit dem Inkrafttreten des GKV-Modernisierungsgesetzes bekannt.
Doch Arbeitnehmern wie meinem Vater wurde beim Abschluss der Direktversicherung versprochen, dass sie dadurch sehr gut fürs Alter vorsorgen können. Und was passiert dann? Der Staat legt einfach fest, dass ca. ein Fünftel der Auszahlung aus der bAV an die Krankenversicherung abgeführt werden muss.

Mein Vater und ich haben die Versicherung mal "durchgerechnet" und sind zu einem wirklich schockierenden Ergebnis gekommen: Obwohl die Rendite der Direktversicherung selbst positiv ist, ist seine Rendite nach Steuern und Sozialabgaben (vor allem wegen der Krankenkassenbeiträge) deutlich negativ!
Er hat also jahrelang Geld in diese Versicherung eingezahlt, nur um am Ende weniger herauszubekommen als er hineingesteckt hat. Das ist doch eine Frechheit.

-- Editiert von Kartega am 14.10.2018 13:39

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(26629 Beiträge, 4950x hilfreich)

Zitat (von Kartega):
In den nächsten 5 Jahren gehen vermutlich relativ viele Babyboomer in Rente
Das kann durchaus so sein. Ob und wie viele dieser baldigen Rentner überhaupt jemals einen AG hatten, der ihnen eine Direktversicherung als betr. AV angeboten hat, weißt du? Ich habe keine Ahnung.
Wie viele solcher baldigen Rentner solch ein Angebot angenommen haben, weißt du? Ich habe auch da keine Ahnung.
Zitat (von Kartega):
dass sie plötzlich Abgaben in Höhe von rund 18 Prozent an die Krankenkasse abführen müssen.
Ist das wahr? Monatlich 18% KV/PV-Beiträge vom Renteneinkommen? Wie hast du das errechnet?
Die Auszahlung der DV erfolgt 1x, die berücksichtigt die KV/PV gem. gesetzlicher Grundlage. Das macht die KV übrigens auch bei anderen Einkommen. Ausnahmen (Beitragsfreiheit) hat der Gesetzgeber extra geregelt.
Zitat (von Kartega):
Die Pflicht zur Zahlung von Krankenkassenbeiträgen... sondern ja schon seit dem Jahr 2004 bekannt...
Ist das wahr? Vorher war das total freiwillig? Da hätte ich jahrelang ganz ohne Pflicht gezahlt? Mein AG auch?
Zitat (von Kartega):
Doch Arbeitnehmern wie meinem Vater wurde beim Abschluss der Direktversicherung versprochen, dass sie dadurch sehr gut fürs Alter vorsorgen können.
Ach du meine Güte. :party: Was hat das mit der KV, den Babyboomer-Rentnern oder dem Grundgesetz zu tun? Hat damals etwa der Verkäufer der DV vorgerechnet, wieviel *netto* bleiben nach der Auszahlung? Kann ich mir nicht vorstellen. Aber ganz sicher ist im DV-Vertrag auch auf das EStG und andere gesetzl. Grundlagen verwiesen worden.

Rendite ist was anderes als brutto-netto und was anderes als verfügbare Summe. Da habt ihr euch verrechnet. Und dein Vater hat 30 Jahre lang falsch geträumt.
Deine Frage war, was man gegen die KV-Beiträge tun kann. Antwort: Nichts.
Naja, die Babyboomer evtl. ne Petition?? ;) (wenns dann soweit ist).

Habt ihr auch schon ausgerechnet, wie sich *das viele wenige Geld* zur Einkommensteuer für 2018 verhält?

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Sir Berry
Status:
Unparteiischer
(9330 Beiträge, 2983x hilfreich)

Zitat (von Kartega):
Mein Vater und ich haben die Versicherung mal "durchgerechnet" und sind zu einem wirklich schockierenden Ergebnis gekommen:


Dann empfehle ich nochmaliges Nachrechnen, denn das Ergebnis kann nach so vielen Jahren mit Beitragszahlung nicht stimmen. 1987, also zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses ging man davon aus, dass die Auszahlungssumme durch die Überschussbeteiligungen nach rund 25 Beitragsjahren dem 2fachen der Versicherungssumme entspricht. Erst in den letzten Jahren gelingt es nicht mehr allen Versicherern den eingerechneten Garantiezins zu erwirtschaften, mit der Folge, dass keine weiteren Überschüsse hinzukommen.

Man sollte daher die gesammte Auszahlungssumme und nicht nur die vereinbaret Versicherungssumme berücksichtigen.

Zitat (von Kartega):
Wie können wir den Krankenkassenbeitrag reduzieren?
Reduzieren, garnicht. Aber ggf. durch kluge Strategie vermeiden.

Zitat (von Kartega):
Falls ihr noch einen anderen Ansatz oder rechtlichen Kniff kennt, würde ich mich über einen Hinweis sehr freuen.


Beitragspflichtig sind nur Personen, die zum Auszahlungszeitpunkt Mitglied einer GKV sind.
Die Pflicht zur Versicherung besteht nur für in der BRD angemeldete Personen.
Auch in anderen Ländern gibt es schöne Orte, in die man seinen Lebensmittelpunkt für eine begrenzten Zeitraum verlagern kann. Begrenzt, um sich die Rückkehroption offen zu halten.

Berry

2x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Kartega
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo, bitte entschuldigt meine späte Antwort.

Zitat (von Anami):

Zitat (von Kartega):

dass sie plötzlich Abgaben in Höhe von rund 18 Prozent an die Krankenkasse abführen müssen.

Ist das wahr? Monatlich 18% KV/PV-Beiträge vom Renteneinkommen? Wie hast du das errechnet?

Den Wert habe ich von hier:
https://www.vzhh.de/themen/gesundheit-patientenschutz/krankenkasse-krankenversicherung/krankenkassen-bitten-rentner-zur-kasse


Zitat (von Anami):

Die Auszahlung der DV erfolgt 1x, die berücksichtigt die KV/PV gem. gesetzlicher Grundlage. Das macht die KV übrigens auch bei anderen Einkommen. Ausnahmen (Beitragsfreiheit) hat der Gesetzgeber extra geregelt.
Zitat (von Kartega):

Die Pflicht zur Zahlung von Krankenkassenbeiträgen... sondern ja schon seit dem Jahr 2004 bekannt...

Ist das wahr? Vorher war das total freiwillig? Da hätte ich jahrelang ganz ohne Pflicht gezahlt? Mein AG auch?

Ich beziehe mich hier auf die einmalige Auszahlung aus der Direktversicherung. Nach meinem Kenntnisstand wurden Auszahlungen aus Direktversicherung vor dem GKV-Modernisierungsgesetz aus dem Jahr 2004 nicht mit Sozialabgaben (KV/PV) belastet.

Zitat (von Anami):

Zitat (von Kartega):

Doch Arbeitnehmern wie meinem Vater wurde beim Abschluss der Direktversicherung versprochen, dass sie dadurch sehr gut fürs Alter vorsorgen können.

Ach du meine Güte. :party: Was hat das mit der KV, den Babyboomer-Rentnern oder dem Grundgesetz zu tun? Hat damals etwa der Verkäufer der DV vorgerechnet, wieviel *netto* bleiben nach der Auszahlung? Kann ich mir nicht vorstellen. Aber ganz sicher ist im DV-Vertrag auch auf das EStG und andere gesetzl. Grundlagen verwiesen worden.

Rendite ist was anderes als brutto-netto und was anderes als verfügbare Summe. Da habt ihr euch verrechnet. Und dein Vater hat 30 Jahre lang falsch geträumt.
Deine Frage war, was man gegen die KV-Beiträge tun kann. Antwort: Nichts.
Naja, die Babyboomer evtl. ne Petition?? ;) (wenns dann soweit ist).

Habt ihr auch schon ausgerechnet, wie sich *das viele wenige Geld* zur Einkommensteuer für 2018 verhält?

Man kann doch unterscheiden zwischen Vorsteuer-Rendite und Nachsteuer-Rendite (in diesem Fall eher eine Nach-Sozialabgaben-Rendite). Wenn die Vorsteuer-Rendite positiv ist und die Nachsteuer-Rendite negativ, dann haben einem die Steuern einen Strich durch die Rechnung gemacht.





Zitat (von Sir Berry):

Zitat (von Kartega):

Mein Vater und ich haben die Versicherung mal "durchgerechnet" und sind zu einem wirklich schockierenden Ergebnis gekommen


Dann empfehle ich nochmaliges Nachrechnen, denn das Ergebnis kann nach so vielen Jahren mit Beitragszahlung nicht stimmen. 1987, also zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses ging man davon aus, dass die Auszahlungssumme durch die Überschussbeteiligungen nach rund 25 Beitragsjahren dem 2fachen der Versicherungssumme entspricht. Erst in den letzten Jahren gelingt es nicht mehr allen Versicherern den eingerechneten Garantiezins zu erwirtschaften, mit der Folge, dass keine weiteren Überschüsse hinzukommen.

Man sollte daher die gesammte Auszahlungssumme und nicht nur die vereinbaret Versicherungssumme berücksichtigen.

Ok, wir werden das nochmal nachrechnen.

Zitat (von Sir Berry):

Zitat (von Kartega):

Wie können wir den Krankenkassenbeitrag reduzieren?
Reduzieren, garnicht. Aber ggf. durch kluge Strategie vermeiden.

Zitat (von Kartega):

Falls ihr noch einen anderen Ansatz oder rechtlichen Kniff kennt, würde ich mich über einen Hinweis sehr freuen.


Beitragspflichtig sind nur Personen, die zum Auszahlungszeitpunkt Mitglied einer GKV sind.
Die Pflicht zur Versicherung besteht nur für in der BRD angemeldete Personen.
Auch in anderen Ländern gibt es schöne Orte, in die man seinen Lebensmittelpunkt für eine begrenzten Zeitraum verlagern kann. Begrenzt, um sich die Rückkehroption offen zu halten.

Vielen Dank für die beiden Tipps! Ich werde mit meinem Vater besprechen, inwiefern wir diese Tipps anwenden können.

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(26629 Beiträge, 4950x hilfreich)

Zitat (von Kartega):
Man kann doch unterscheiden zwischen Vorsteuer-Rendite und Nachsteuer-Rendite (in diesem Fall eher eine Nach-Sozialabgaben-Rendite). Wenn die Vorsteuer-Rendite positiv ist und die Nachsteuer-Rendite negativ, dann haben einem die Steuern einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Es geht hier immer lustig durcheinander. Steuern sind nun mal keine Sozialabgaben, weder vorher noch nachher.
Aus deinem Link: Die Einmalzahlung wird auf zehn Jahre hochgerechnet und der so ermittelte Monatsbetrag mit dem allgemeinen Beitragssatz der Krankenkasse belegt. Dadurch wird die Versicherungsleistung zurzeit um etwas mehr als 18 Prozent vermindert. Oben hattest du geschrieben:
Zitat (von Kartega):
Je mehr Personen eine solche Auszahlung aus einer bAV erhalten, desto mehr Personen wird auch bewusst, dass sie plötzlich Abgaben in Höhe von rund 18 Prozent an die Krankenkasse abführen müssen.
Das war doch dein Szenario mit den Babyboomern. Hast du was verwechselt? Oder ich?
Wie auch immer: Steuern sparen...koste es, was es wolle... für euch dann möglichst ... UND Sozialabgaben.
Hoffentlich hat es bei der Nachberechnung nicht viel mehr als die ersehnte Einsparung gekostet. Diese Erfahrung haben schon viele Pfennigfuchser gemacht.

1x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
Kartega
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Anami):

Das war doch dein Szenario mit den Babyboomern. Hast du was verwechselt? Oder ich?

Ja, das war mein Szenario. Wieso fragst du?

Zitat (von Anami):

Wie auch immer: Steuern sparen...koste es, was es wolle... für euch dann möglichst ... UND Sozialabgaben.
Hoffentlich hat es bei der Nachberechnung nicht viel mehr als die ersehnte Einsparung gekostet. Diese Erfahrung haben schon viele Pfennigfuchser gemacht.

Magst du erklären, wie du das genau meinst? Ich habe den Eindruck, wir reden aneinander vorbei. Warum soll die Nachberechnung etwas gekostet haben?

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
Kartega
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Kartega):

Mein Vater und ich haben die Versicherung mal "durchgerechnet" und sind zu einem wirklich schockierenden Ergebnis gekommen: Obwohl die Rendite der Direktversicherung selbst positiv ist, ist seine Rendite nach Steuern und Sozialabgaben (vor allem wegen der Krankenkassenbeiträge) deutlich negativ!
Er hat also jahrelang Geld in diese Versicherung eingezahlt, nur um am Ende weniger herauszubekommen als er hineingesteckt hat. Das ist doch eine Frechheit.


Zitat (von Sir Berry):

Dann empfehle ich nochmaliges Nachrechnen, denn das Ergebnis kann nach so vielen Jahren mit Beitragszahlung nicht stimmen. 1987, also zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses ging man davon aus, dass die Auszahlungssumme durch die Überschussbeteiligungen nach rund 25 Beitragsjahren dem 2fachen der Versicherungssumme entspricht. Erst in den letzten Jahren gelingt es nicht mehr allen Versicherern den eingerechneten Garantiezins zu erwirtschaften, mit der Folge, dass keine weiteren Überschüsse hinzukommen.

Man sollte daher die gesammte Auszahlungssumme und nicht nur die vereinbaret Versicherungssumme berücksichtigen.


@Anami
@Sir Berry

Hallo,

gerne würde ich nochmal auf die sehr hohen Abgaben an die Kranken- und Pflegeversicherung Bezug nehmen, die bei der Auszahlung der Direktversicherung anfallen (ca. 18 Prozent der Auszahlungssumme).

Vor einigen Tagen habe ich einen Beitrag im Handelsblatt gefunden und dieser beschreibt die Situation meines Vaters sehr gut:

"Neben dem Arbeitnehmeranteil zur Krankenversicherung müssen Betriebsrentner seither auch den Arbeitgeberanteil zahlen – selbst wenn die Versorgungsansprüche aus dem Nettoeinkommen aufgebaut worden waren. Die verschärfte Beitragspflicht galt ab 2004 auch für Versorgungs-Verträge, die vor 2004 abgeschlossen worden waren.

Besonders heftig erwischte es Arbeitnehmer, die im Vertrauen auf eine steuer- und beitragsfreie Auszahlung eine Direktversicherung über ihren Arbeitgeber abgeschlossen hatten. Ihre Kapitalausschüttung wird nun so behandelt, als wäre sie über zehn Jahre in Teilbeträgen geflossen: Auf jeden dieser Teilbeträge wird der volle Krankenkassenbeitrag erhoben. Das führt oft zu einer negativen Rendite der eingezahlten Beiträge."


Quelle:
Doppelte Beitragspflicht: Wie ein Antrag der Linken die GroKo-Posse um Betriebsrenten enthüllt
https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/doppelte-beitragspflicht-wie-ein-antrag-der-linken-die-groko-posse-um-betriebsrenten-enthuellt/23170258.html

Das ist genau die Situation, in der sich mein Vater befindet. Ihm wurde damals die Direktversicherung mit dem Argument der steuer- und beitragsfreien Auszahlung angedreht und jetzt bekommt er weniger heraus, als er eingezahlt hat. Eine Frechheit, was die Politiker da abgezogen haben.

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(26629 Beiträge, 4950x hilfreich)

Was möchtest du denn hören? Was sollen wir deinem Vater noch raten? Wo genau er mal eine Zeitlang `ne Auszeit nehmen soll?
Sollen wir die Frechheiten numerieren? Oder nur die, wo dein Vater oder du *autsch* schreien?
Du kannst dir im Internet alle Anträge und *Vertagungen* Wort für Wort durchlesen.
Du kannst auch lesen, was die Parlamentarier dazu am 11.10. sagten...
http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2018/kw41-de-krankenversicherungsbeitraege/570756
Du kannst gern suchen, welcher Antrag der Linken schon mal Erfolg hatte, bei dem du oder dein Vater betroffen war. Was wurde denn enthüllt am 11.10.? Da stimmen doch alle im Parlament vertretenen Parteien zu. Sogar die Verzapfer. Alle wissen es schon lange. Und nun?
Das Gesetz soll reformiert werden. JaJa. Aber wie? Und wann? Es nützt deinem Vater nichts. Du hast hoffentlich nicht auch so eine tolle Altersvorsorge?

Leider hat dein Vater ca. 2004 oder kurz danach (also nach ca 15 Jahren Laufzeit der DV) versäumt, diese Versicherung als langfristig untauglich bzw. nicht rentabel loszuwerden. Hat sich keine Alternative gesucht.
Viele andere haben das Pferd gewechselt.
Ich habe gelernt: Doppelverbeitragung ist kein Schreibfehler. :augenroll:

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
Kartega
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo Anami, bitte entschuldige meine späte Antwort.


Zitat (von Anami):
Was möchtest du denn hören?
Dass die Bundesregierung endlich etwas ändert!


Zitat (von Anami):
Du kannst dir im Internet alle Anträge und *Vertagungen* Wort für Wort durchlesen.
Du kannst auch lesen, was die Parlamentarier dazu am 11.10. sagten...
http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2018/kw41-de-krankenversicherungsbeitraege/570756
Du kannst gern suchen, welcher Antrag der Linken schon mal Erfolg hatte, bei dem du oder dein Vater betroffen war. Was wurde denn enthüllt am 11.10.? Da stimmen doch alle im Parlament vertretenen Parteien zu. Sogar die Verzapfer. Alle wissen es schon lange. Und nun?
Nun heißt es, politisch aktiv zu werden. Es gibt zum Beispiel den Verein Direktversicherungsgeschädigte e.V., siehe https://www.dvg-ev.org/ . Sie beschreiben sich selbst auf ihrer Website wie folgt:
Zitat:
ERST ANGELOCKT - DANN ABGEZOCKT
SPD-BETRUG DIREKTVERSICHERUNG
(unter Mitwirkung von CDU/CSU und Bündnis 90 DIE GRÜNEN)

Der Verein Direktversicherungsgeschädigte e.V. ist ein Verein der GMG* - geschädigten Direktversicherten (*GMG = Gesundheitsmodernisierungsgesetz) mit ca. 6,3 Millionen Betroffenen und ca. 8 Millionen Verträgen, der gegen die Doppelverbeitragung bei Krankenkassen- und Pflegebeiträgen kämpft.
Wenn man mit Hilfe dieses Vereins den politischen Druck erhöht, kann sich etwas ändern.


Zitat (von Anami):
Das Gesetz soll reformiert werden. JaJa. Aber wie? Und wann? Es nützt deinem Vater nichts.
Doch, vielleicht gibt es eine Rückzahlung der zu viel gezahlten Beiträge für meinen Vater.


Zitat (von Anami):
Du hast hoffentlich nicht auch so eine tolle Altersvorsorge?
Nein, ich habe so eine Altersvorsorge nicht und werde so etwas auch garantiert nicht abschließen.


Zitat (von Anami):
Ich habe gelernt: Doppelverbeitragung ist kein Schreibfehler. :augenroll:
Warum sollte es sich bei diesem Wort um einen Schreibfehler gehandelt haben?

-- Editiert von Kartega am 11.11.2018 00:48

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(26629 Beiträge, 4950x hilfreich)

Zitat (von Kartega):
Hallo Anami, bitte entschuldige meine späte Antwort.
Kein Problem, ist ja nichts passiert.
Zitat (von Kartega):
Dass die Bundesregierung endlich etwas ändert!
Ja. Bitte gern.
Zitat (von Anami):
Deine Frage war, was man gegen die KV-Beiträge tun kann. Antwort: Nichts. Naja, die Babyboomer evtl. ne Petition?? (wenns dann soweit ist).

Zitat (von Kartega):
Nun heißt es, politisch aktiv zu werden.
Ja, bitte sehr. Muss ja keine Petition sein. Werde doch... Es betrifft deinen Vater. Der kann gern auch aktiv werden.
Zitat (von Kartega):
Doch, vielleicht gibt es eine Rückzahlung der zu viel gezahlten Beiträge für meinen Vater.
Naja, wenn dann entschieden wird, dass die Doppelverbeitragung nicht nur falsch, sondern auch verfassungswidrig ist, dann erlebt dein Vater das hoffentlich noch.
Ich kannte das Wort *Doppelverbeitragung* bisher einfach nicht. Verbeitragung gehört für mich zu den unsäglichen deutschen Behördisch-und Zerwaltungs-Verrenkungen der deutschen Sprache. Seis drum.
Deutsche gründen erstmal `n Verein... why not.

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