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BAE Maßnahme ablehnen?

28.9.2021 Thema abonnieren
 Von 
MS0302
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
BAE Maßnahme ablehnen?

Hallo ihr lieben,
ich habe eine kleines Problem dass mich sehr belastet. Aber erstmal zu mir und der Situation:

Aktuell bin ich 21 Jahre alt. Ich habe 2016 meinen Qualifizierenden Hauptschulabschluss gemacht. Zudem wurde ich 2015 an der Wirbelsäule operiert und habe durch die Versteifung meiner Wirbelsäule einen GDB von 50%.
2018 habe ich dann eine Ausbildung begonnen welche ich aus finanziellen Gründen im November 2019 abgebrochen habe (Rein schulische Ausbildung, alle Materialien mussten selber gezahlt werden das kam teils im Monat auf 150€, und meine Mutter war selber grade in Ausbildung. Das Amt hat finanzielle Förderungen für die Ausbildung abgelehnt und somit habe ich abgebrochen). Dezember 2019 habe ich dann angefangen bei einer Bäckerei als Verkäuferin zu Arbeiten. Dies habe ich bis August 2020 gemacht und bin dann in eine neue Ausbildung eingestiegen (Tiermedizinische Fachangestellte). Leider musste ich feststellen dass ich diese Ausbildung gesundheitlich nicht schaffe und habe diese auf Raten meiner Hausärztin und meines Orthopäden abgebrochen. Ich habe mich schon vor dem Abbruch bei der Arbeitsagentur gemeldet gehabt und habe dann direkt nach Abbruch eine Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme begonnen.
Dort habe ich etliche Bewerbungen geschrieben aber nur Absagen bekommen. Die Arbeitsagentur schlugen mir dann eine geförderte Ausbildung (BAE Ausbildung) beim IB vor. Dort habe ich mich gemeldet und besprochen welche Ausbildungsberufe ich mir vorstellen könnte.
Und da haben die Probleme schon angefangen. Ich muss gleich dazu sagen ich habe keine Teilnahmevereinbarung oder ähnliches beim IB bekommen, lediglich eine Bewilligung zur Verarbeitung von personenbezogenen Daten.
Zunächst begann der ganze Spaß so, dass die Bildungsbegleiter der BVB mich täglich dazu zwangen beim IB nach dem neusten Stand zu fragen. Diese sagten immer wieder sie würden sich melden wenn es etwas neues gibt. Irgendwann habe ich meinem Bildungsbegleiter dann gesagt dass ich dort nicht mehr täglich anrufen werde da mir immer wieder nur gesagt wird man meldet sich bei mir wenn es neues gibt. Dieses nahm er motzig hin und ich erfuhr dann dass er für mich täglich dort anrief.
Das ist ja ansich erstmal nichts schlimmes, er hat seine Zeit damit verschwendet nicht ich weshalb es mir erstmal egal war dass er dort anrief.
Nach einigen Wochen kam dann ein Anruf vom IB in dem dann plötzlich ein Praktikum in einem Beruf vorgeschlagen wurde, den ich garnicht "in Suchauftrag" gegeben habe. Zudem kam Aussagen wie: "Ich wusste garnicht dass Ort XY nicht in Frage kommt, dabei habe ich nie gesagt dass dieser Ort nicht für eine Ausbildung in Frage käme. Es kamen noch einige andere komische Aussagen, weshalb ich dann nachfragte woher denn all diese Fehlinformationen kämen. Daraufhin bekam ich die Antwort "Ihr Bildungsbegleiter sagte uns wir sollen doch lieber im Beruf XY suchen, er sagte dass Ort XY nicht in Frage käme für sie und dass Ort YZ viel besser wäre." Basierend auf diesen Informationen hat der IB dann nach Praktika gesucht.
Ich habe dann gebeten man soll sich doch bitte erst bei mir melden, wenn dritte Informationen über mich und meine Ausbildungssuche geben.
Dies wurde vom IB hingenommen. Am letzten Tag der BVB Maßnahme saß ich ganz normal im Unterricht und schaute in meiner Pause auf mein Handy und ich hatte sage und schreibe 15 verpasste Anrufe vom IB obwohl diese über meine Zeiten in der BVB informiert waren.
Nun wurde ein Praktikum für mich gefunden (Deswegen auch die 15 Anrufe), in einem Betrieb der ebenfalls nicht zu dem passt was ich mir vorstellen kann und zu dem was ich machen möchte.
Da ich allerdings gern dieses Jahr noch eine Ausbildung anfangen würde habe ich einem Bewerbungsgespräch zugesagt. Zumal die Dame mir sagte ich hätte in diesem Betrieb im Bereich Verkauf zu tun, zwar nicht Ausschließlich im Bekleidungsbereich aber unter anderem wäre ich in meiner Ausbildung auch in diesem Bereich
Kurz zu dem Praktikum: Ich habe mir gewünscht dass Ausbildung und Praktika in den Bereichen Kauffrau im Büromanagement gesucht werden oder alternativ im Bereich Verkauf/Kauffrau im Büromanagement im Bekleidungsbereich.
Ich kam also in dem Betrieb an und hatte ein Bewerbungsgespräch. Dort wurde mir unter anderem offenbart, dass ich weder im Praktikum noch in der Ausbildung in den Bereich Bekleidung käme. Nur in die Bereiche Bettwaren, Kinderspielzeug und Stoffe (Meterware).
Das ganze hat mich schon garnicht zugesagt. Das habe ich auch geäußert aber der IB hat trotzdem ein Praktikum in diesem Betrieb für mich ausgemacht.

Jetzt zu meiner Frage:
Ich muss ehrlich zugeben die Vertrauensbasis zum IB ist von meiner Seite aus ziemlich angekratzt aufgrund der Vorfälle. Zudem wird ja immer noch nicht auf meine Berufswünsche richtig eingegangen sondern irgendetwas vorgeschlagen und es werden Praktika ausgemacht die mir nichts bringen da ich weiß ich möchte dort keine Ausbildung machen. Mir ist klar ich bin 21 Jahre alt und es wird Zeit für eine Ausbildung und ich möchte auch gern eine machen aber nicht unter diesen Umständen.

Kann ich theoretisch (zumal ich ja keine Teilnahmevereinbarung o.ä. bekommen habe die ich unterschreiben sollte) die weitere Hilfe des IB ablehnen?
Ich würde gern eigenständig nach Ausbildungen suchen und idealerweise bis ich eine Ausbildung gefunden habe einen Minijob annehmen um nicht die ganze Zeit zu Hause zu sitzen.
Und muss ich mit Sanktionen o.ä. von der Arbeitsagentur rechnen, wenn ich die weiter Hilfe vom IB ablehne? (Momentan beziehe ich ALG2 und Kindergeld da ich ausbildungssuchend gemeldet bin)
Und wenn ich die Hilfe ablehnen kann, wie gehe ich vor?

Verzeiht mir den langen Text und bitte verzichtet auf Aussagen wie: "Du bist nur zu faul um zu arbeiten" denn das ist nicht der Fall, ich bin sehr wohl gewillt eine Ausbildung zu beginnen und auch zu beenden. Allerdings bin ich nicht dazu gewillt eine Ausbildung in einem Beruf oder Betrieb zu machen mit dem ich mich nicht wohl fühle.

Danke im Vorraus und liebe Grüße

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5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Loni12
Status:
Lehrling
(1931 Beiträge, 325x hilfreich)

Zitat (von MS0302):
Zudem wird ja immer noch nicht auf meine Berufswünsche richtig eingegangen sondern irgendetwas vorgeschlagen und es werden Praktika ausgemacht die mir nichts bringen da ich weiß ich möchte dort keine Ausbildung machen.

Stoffe usw. sind vom Bekleidung nicht so weit entfernt und besser so ein Praktikum als keines.
Büro dürfte ausgeschlossen sein, da ohne Realschulanschluss kaum möglich.
Und Erfahrungen im Verkauf sammeln ist nicht schädlich, egal ob Bekleidung oder etwas anderes.

Im Lebenslauf sind Lücken nicht gut, da ist jedes Praktikum sinnvoll.

Es ist doch so, man will sie im Berufsleben integrieren, je jünger desto besser. ALG 2 sollte zur Überbrückung dienen, aber nicht, bis sie einen Wunschberuf gefunden haben.
Gibt es wg. ihrer Wirbelsäulenversteifung Einschränkungen für sie?

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#2
 Von 
MS0302
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Loni12):
Gibt es wg. ihrer Wirbelsäulenversteifung Einschränkungen für sie?


Einschränkungen gibt es insofern dass ich nicht schwer heben kann und wirklich auch recht ausgeglichene wechselnde Tätigkeiten machen muss. Wenn ich bspw. 90 Prozent des Arbeitstages nur stehe dann schaffe ich es kaum ohne Schmerzmittel eine 8h Schicht zu absolvieren. Wenn ich einigermaßen gleich lang stehen, sitzen und gehen kann dann ist eine 8h Schicht erträglicher.
Ich wurde in einem ärztlichen Gutachten eingeschätzt als 6std oder mehr arbeitsfähig, soll aber in wechselnder Tätigkeit (Sitzen, gehen, stehen gleichermaßen) arbeiten.
Zudem keine Arbeit in Zwangshaltung der Wirbelsäule, kein häufiges Bücken, kein häufiges heben oder tragen ohne mechanische Hilfsmittel und keine einseitige Körperhaltung ohne Gelegenheit zum Ausgleich.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
bostonxl
Status:
Lehrling
(1657 Beiträge, 239x hilfreich)

Zitat (von MS0302):
soll aber in wechselnder Tätigkeit (Sitzen, gehen, stehen gleichermaßen) arbeiten.
Zudem keine Arbeit in Zwangshaltung der Wirbelsäule, kein häufiges Bücken, kein häufiges heben oder tragen ohne mechanische Hilfsmittel und keine einseitige Körperhaltung ohne Gelegenheit zum Ausgleich.
Also etwas, was jeder AN beherzigen sollte. Siehe auch Arbeitsschutzgesetz.

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(34627 Beiträge, 13190x hilfreich)

Ein GdB von 50 ist ja nun wirklich nicht die Masse. Aber abgesehen davon habe ich Probleme mit Deiner Haltung. Einerseits strebst Du eine Ausbildung an, für die Du nicht die Voraussetzungen erfüllst (den Bürojob). Andererseits bist Du in einer Form wählerisch, die durch nichts zu rechtfertigen ist. "Ich will nur Klamotten verkaufen," das ist keine Basis für eine Ausbildung. So eng strukturierte Ausbildungen gibt es nun mal nicht, das geht doch gar nicht. Jeder, wirklich jeder muss in seinem Beruf auch Sachen tun, die er nicht tun möchte. Eben auch Sachen verkaufen, die er vielleicht nicht so furchtbar schön findet. Wenn man die Ausbildung abgeschlossen hat, dann kann man sich (eingeschränkt) aussuchen, was man in Zukunft tun will, wie man sein berufliches Leben gestalten will. Aber doch nicht für ein Praktikum nach der Vorgeschichte!

Du hängst seit Jahren am sozialen Tropf, solltest endlich mal in der Realität ankommen. Die Bedingungen setzen im Augenblick andere für Dich. Und wenn man sich da verweigert, unter dem Motto "passt mir nicht," dann kann das ein Grund sein, die Unterstützung zu kürzen. Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass Betriebe auf zukünftige Mitarbeiter mit der Haltung warten?

Und woher soll Dein Betreuer jetzt Angebote zaubern, so eng, was Deine Vorstellungen angeht? Du musst mitarbeiten. Du bist nicht in der Lage, Dir optimale Angebote auszusuchen. Hast Du schon mal jemals daran gedacht, etwa auf der Volkshochschule abends die mittlere Reife nachzumachen? Dann könnte es vielleicht auch mit der Büroausbildung klappen. Aber - abgesehen davon beeindruckt Personaler so Eigeninitiative mehr, als das, was Du bisher nachweisen kannst.

wirdwerden

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Anami
Status:
Unsterblich
(23332 Beiträge, 4588x hilfreich)

Zitat (von MS0302):
1.den ich garnicht "in Suchauftrag" gegeben habe...2. und zu dem was ich machen möchte...3.Zudem wird ja immer noch nicht auf meine Berufswünsche richtig eingegangen..4.wenn ich die weiter Hilfe vom IB ablehne?..5.Allerdings bin ich nicht dazu gewillt eine Ausbildung in einem Beruf oder Betrieb zu machen mit dem ich mich nicht wohl fühle...6.ich habe eine kleines Problem

zu 1-3: Das Leben ist kein Wunschkonzert und wünschen kann man sich alles, nur nicht vom Leistungsträger.
zu 4: Ja, durchaus ist mit Sanktionen zu rechnen.
zu 5. Es geht in der Arbeitswelt für niemanden ums Wohlfühlen. Oder man kann es sich leisten. Du ganz eindeutig nicht.
zu 6: Können wir das irgendwo finden, um evtl. Lösungsmöglichkeiten zu suchen?

Signatur:

ist nur meine Meinung.

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