Betreuer begleicht zweiten nicht erforderlichen Nachsendeauftrag von Konto des Betreuten

18. Juni 2023 Thema abonnieren
 Von 
DerPilz
Status:
Praktikant
(568 Beiträge, 42x hilfreich)
Betreuer begleicht zweiten nicht erforderlichen Nachsendeauftrag von Konto des Betreuten

Hallo,

da meine Überschrift wohl etwas zu unspezifisch ist, möchte ich die Sachlage hier gern einmal erklären:

Mein Betreuer, der mich auch wegen eines angeordneten Einwilligungsvorbehalts in den Vermögensangelegenheiten betreut, hat kürzlich von meinem Konto einen zweiten normalerweise nicht erforderlichen Nachsendeauftrag bezahlt. Im August 2022 hat er bereits einen Nachsendeauftrag von meiner Anschrift in dessen Kanzlei erteilt, da er auch für die Regelung des Postverkehrs bestellt wurde. Hierbei hat er aber wohl nicht berücksichtigt, dass ich nicht nur einen Vornamen, sondern drei Namen habe und er daher nur meinen Ruf- und Nachnamen in dem Nachsendeauftrag angab. Dies führte dazu, dass Post, die an meinen Ruf- und Zunamen adressiert wurde, an ihn weitergeleitet wurde, Sendungen, die jedoch meine drei Namen enthielten, weiterhin bei mir eingingen. Zum Zeitpunkt der Erteilung des ersten Nachsendeauftrags wusste mein Betreuer aber bereits das ich über drei Namen verfüge, denn ihm lag ja mein Personalausweis in Kopie vor. Nun hat er festgestellt, dass Post an meine drei Namen bei mir zugestellt wird und dies wollte er für die Zukunft wohl verhindern, daher wurde vor wenigen Tagen ein zweiter Nachsendeauftrag erteilt, für den weitere Kosten entstanden sind. Dies führte dann auch dazu, dass andere Ausgaben, die per Lastschrift bezahlt werden, mangels Deckung meines Kontos nicht beglichen werden konnten, denn die Bank gab diese Lastschriften natürlich zurück. Dafür wurden pro Lastschrift rund 6 Euro allein an Rücklastschriftgebühren berechnet.

Ich habe trotz Betreuung weiterhin einen eingeschränkten Zugang zum Online-Banking meines Kontos, kann darin aber nur die Transaktionen sehen, aber keine Überweisungen, Rückbuchungen usw. veranlassen, daher wusste ich dass diese Lastschriften zurückgebucht wurden.

Ich bin damit nun natürlich überhaupt nicht einverstanden, denn mein Betreuer hätte bei Erteilung des ersten Nachsendeauftrags bereits alle Namen in der Onlinemaske des Nachsendeauftrags eintragen können, womit dann jede Post an ihn weitergeleitet worden wäre und er nicht hätte einen zweiten Nachsendeauftrag erteilen müssen. Nun sieht es so aus, dass ich pro Jahr zwei Nachsendeaufträge bezahlen muss: Einmal für meinen Ruf- und Nachnamen und einmal für meinen Rufnamen, alle weiteren Namen und Nachnamen und das bin ich nicht bereit zu entrichten und auch für die Mehrkosten, die aus der Rückbuchung dieser Lastschriften resultieren, will ich nicht aufkommen. Ich würde daher gern meinen Betreuer auffordern diese Kosten, sowie die des zweiten Nachsendeauftrags aus eigener Tasche zu begleichen und mir zu erstatten. Problem ist weiter, dass diese Rückstände aus den zurückgebuchten Lastschriften bis zum 23.06.2023 bezahlt sein müssen, ich aber regulär erst wieder am 25.06.2023 einen neuen Geldeingang erwarte und man mir bei weiterem Zahlungverzug mit einem Inkassoverfahren gedroht hat. Sollte es dazu kommen, wäre es nur recht und billig, wenn mein Betreuer auch die hierdurch entstehenden Kosten vollumfänglich ersetzt.

Ich denke dies wäre doch nur richtig, oder nicht? Hätte er den ersten Nachsendeauftrag korrekt erteilt, also mit allen meinen Namen, wäre es nie zu der aktuellen Situation gekommen.

Gruß

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16 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118591 Beiträge, 39598x hilfreich)

Zitat (von DerPilz):
denn mein Betreuer hätte bei Erteilung des ersten Nachsendeauftrags bereits alle Namen in der Onlinemaske des Nachsendeauftrags eintragen können, womit dann jede Post an ihn weitergeleitet worden wäre

Diese Theorie ist schlicht falsch.
Es wäre dann nur die Post mit den drei Namen weitergeleitet worden.



Zitat (von DerPilz):
Ich würde daher gern meinen Betreuer auffordern diese Kosten, sowie die des zweiten Nachsendeauftrags aus eigener Tasche zu begleichen und mir zu erstatten

Das kann man machen, dürfte aber wohl reine Zeitverschwendung sein.
Wenn man "Reklamationen" hat, wendet man sich an das zuständige Betreuungsgericht.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#2
 Von 
DerPilz
Status:
Praktikant
(568 Beiträge, 42x hilfreich)

Nein, wenn man in die Maske des Nachsendeauftrags bei der deutschen Post ALLE Namen einträgt werden auch Briefe und Sendungen, die an diese Namen adressiert sind weitergeleitet. Dies habe ich gerade nochmals nachgelesen. Es gibt dazu auch folgende Angabe:

"Wie funktioniert die Nachsendung bei verschiedenen Namensschreibweisen?

Erhalten Sie unterschiedlich adressierte Post, z.B. an Luisa-Maria Schmidt und Luisa Schmidt, so geben Sie bitte alle Namensschreibweisen im Nachsendeauftrag an. Im Buchungsformular der Deutschen Post klicken Sie für jede Schreibweise auf „Person hinzufügen", auch wenn es sich um die gleiche Person handelt."

Daher ist diese Info nicht korrekt. Er hätte durchaus seinerzeit (August 2022) bei Erteilung des ersten Nachsendeauftrags meine gesamten Namen dort eintragen müssen, um das aktuelle Szenario zu verhindern. Dies hat er schlichtweg nicht getan, daher musste er nun einen zweiten Nachsendeauftrag erteilen, der mich wieder knapp 31 Euro gekostet hat.

Ja, ich hatte vor ihn morgen aufzufordern mir die Kosten für den zusätzlichen Nachsendeauftrag sowie der Mehrkosten wegen der Rücklastschriften zu erstatten und ihm anderenfalls eine Beschwerde beim Betreuungsgericht anzukündigen.

Gruß

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#3
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47275 Beiträge, 16744x hilfreich)

Da die Gültigkeit eines Nachsendeauftrages spätestens nach 12 Monaten endet, dürfte die Neubeauftragung berechtigt gewesen sein.

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#4
 Von 
DerPilz
Status:
Praktikant
(568 Beiträge, 42x hilfreich)

Also die Beantragung des ersten Nachsendeauftrags erfolgte im August 2022, dementsprechend müsste der erste Nachsendeauftrag auch erst im August 2023 und nicht im Juni 2023 verlängert werden. Insofern ist dies keine Verlängerung des ersten Nachsendeauftrags.

Des Weiteren habe ich in einem anderen Forum erfahren, dass die Kosten für Nachsendeaufträge in der Betreuervergütung enthalten ist, d.h. dass mein Betreuer weder die Kosten für den ersten, noch für den zusätzlichen Nachsendeauftrag von meinem Konto hätte bezahlen dürfen.

Ich spreche meinen Betreuer heute darauf an, werde die Erstattung der Kosten für beide Nachsendeaufträge erbitten, genauso wie den Ersatz der Kosten, die mir wegen der Rücklastschriften entstanden sind und ihm ankündigen, sollte er sich weigern diese Kosten zu ersetzen, dies vom Betreuungsgericht prüfen zu lassen. Im absoluten Worst Case müsste ein Nachfolger, denn dann würde es zu einem Betreuerwechsel kommen, schauen ob dieser die Rückzahlung dieser Kosten gegen meinen aktuellen Betreuer einklagt.

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#5
 Von 
Loni12
Status:
Bachelor
(3447 Beiträge, 547x hilfreich)

Zitat (von DerPilz):
Des Weiteren habe ich in einem anderen Forum erfahren, dass die Kosten für Nachsendeaufträge in der Betreuervergütung enthalten ist,

Es kommt doch drauf an, warum es einen Nachsendenauftrag gab.
Hier können sie es nachlesen, bevor sie ihrem Betreuer evtl. vorwüfe machen.
http://www.betreuungsrecht.de/betreuung-allgemein/darf-der-berufsbetreuer-auslagen-fuer-postnachsendeantraege-gesondert-gegenueber-dem-betreuten-abrechnen/

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#6
 Von 
DerPilz
Status:
Praktikant
(568 Beiträge, 42x hilfreich)

Die Seite habe ich auch schon gesehen und mich darüber informiert.

Es handelt sich um einen Nachsendeauftrag, damit mein Betreuer die Post direkt zu ihm erhält, NICHT wegen Umzugs oder Adresswechsels. Insofern hätte er die Kosten dafür aus seiner Betreuervergütung entrichten müssen. Meine Kritik ist also berechtigt. Ich lebe hier seit acht Jahren und meine Betreuung besteht erst seit knapp einem Jahr, daher definitiv kein Nachsendeauftrag wegen Umzugs. Die Vorwürfe gegen ihn sind definitiv legitim und werden von mir daher auch gemacht.

Er hat nun die Wahl: Erstattung der Gesamtkosten (für beide Nachsendeaufträge sowie der Mahn- und Rücklastschriftgebühren der geplatzten Abbuchungen) oder ich lasse dies vom Betreuungsgericht prüfen und, je nachdem was dabei herauskommt, denke ich dann auch über strafrechtliche Schritte wegen Veruntreuung gegen ihn nach. Wie gesagt, dass eine weitere Zusammenarbeit mit diesem Betreuer dann nicht möglich ist, versteht sich ja von selbst, sodass ich dann das Betreuungsgericht auch bitten werde mir einen neuen Betreuer zuzuweisen.

Gruß

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#7
 Von 
Loni12
Status:
Bachelor
(3447 Beiträge, 547x hilfreich)

Zitat (von DerPilz):
denke ich dann auch über strafrechtliche Schritte wegen Veruntreuung gegen ihn nach.

Man sollte nicht zu weit aus dem Fenster hängen.
Machen sie nie Fehler?
Zitat (von DerPilz):
Wie gesagt, dass eine weitere Zusammenarbeit mit diesem Betreuer dann nicht möglich ist, versteht sich ja von selbst, sodass ich dann das Betreuungsgericht auch bitten werde mir einen neuen Betreuer zuzuweisen.

Wenn sie mit dem Betreuer sonst gut auskamen, warum dann wechseln? Ein neuer Betreuer bedeutet nicht, dass für sie dann alles super ist.

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#8
 Von 
DerPilz
Status:
Praktikant
(568 Beiträge, 42x hilfreich)

Natürlich mache auch ich Fehler, keiner ist perfekt. Wobei, vielleicht bin ich ja Nobody, denn "Nobody´s perfect" :-)

Spaß beiseite, ich vergreife mich normalerweise nicht an anderer Leutes Konten und bezahle davon Ausgaben, die eigentlich von mir getragen werden müssten. Insofern ist dies schon ein Vertrauensbruch, finde ich. Er hat mich in der Vergangenheit bereits wegen Kleinigkeiten, bei denen ich Fehler machte, zur Minna gemacht, warum sollte ich also jetzt meinen Mund halten? Er hat die Kosten zu erstatten, ich bleibe definitiv nicht auf diesen sitzen, das kann ich mir überhaupt nicht leisten, dafür habe ich ein viel zu geringes Einkommen. Das weiß er auch, insofern ist es schon dreist, dass er diese Kosten wider besseres Wissens von meinem Konto finanziert, aber "man kann es ja Mal probieren, vielleicht bemerkt es der Betreute ja nicht oder wird aus Unkenntnis an der Sach- und Rechtslage nichts sagen." Das finde ich schon unverschämt.

Ja, beim ersten Nachsendeauftrag habe ich auch nichts gesagt, weil ich es wirklich nicht wusste und hätte er nun nicht diesen zweiten Nachsendeauftrag von meinem Konto bezahlt, wodurch Lastschriften geplatzt sind, hätte ich wohl auch weiterhin den Mund gehalten, weil es mir schlicht nicht aufgefallen wäre und ich daher auch nicht darüber nachgedacht hätte, ob er den ersten Nachsendeauftrag von meinem Geld bezahlen durfte. Er hat also quasi durch diese Zahlung schlafende Hunde geweckt und das ist meist nicht wirklich gut. Er muss nun mit den daraus resultierenden Konsequenzen leben.

Da das Vertrauensverhältnis nun stark angekratzt ist, muss ich nun wirklich über einen Betreuerwechsel nachdenken. Es kommt tatsächlich darauf an, wie sich mein jetziger Betreuer verhält. Ich habe schon zweimal in dessen Kanzel angerufen und von seinen "Damen" erfahren, dass er angeblich nicht da ist. Daher erbat ich nun einen Rückruf von ihm. Ich hoffe dass er diesen heute noch erledigt, anderenfalls könnte man daraus eventuell eine Haltung seinerseits ableiten, zumal ich ihn am Wochenende bereits per WhatsApp darüber in Kenntnis setzte, er diesen Sachverhalt aber am heutigen Montag klären wollte. Er weiß also worum es geht.

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#9
 Von 
DerPilz
Status:
Praktikant
(568 Beiträge, 42x hilfreich)

Hier Mal ein Update:

Ich habe mit meinem Betreuer darüber gesprochen. Er war sich der Regelung, dass derartige Kosten aus dessen Betreuervergütung zu entrichten sind scheinbar nicht bewusst und hat daher sowohl im August 2022 als auch am 12.06.2023 die Aufträge von meinem Konto bezahlt. Im Gespräch mit mir räumte er diesen Fehler jedoch ein, bat mich aber quasi darum dies nicht erstatten zu müssen, da er, wie er sagte, für die Arbeit, die er für mich bislang geleistet hat, einfach zu wenig bezahlt wurde. Er miemte den bekannten sterbenden Schwan, sodass ich am Telefon zunächst ein wenig überfordert war. Ich wusste in dem Moment nicht mit der Situation umzugehen und war daher bereit, diese Kosten zu tragen, wenn er denn dafür sorgt, dass mir kein Inkassoverfahren vonseiten Lidl, die versucht haben von meinem Konto nach Zahlung mit der Lidl-Pay-App die Beträge einzuziehen, droht und eingeleitet wird. Nach dem Telefonat ging mir dieser Sachverhalt jedoch weiterhin nicht aus dem Kopf und auch in einem anderen Forum konnte man sich dieses Verhalten nicht erklären, denn an einem zu geringen Einkommen meines Betreuers, der ja auch noch hauptberuflich Rechtsanwalt ist, kann es nicht liegen. Das ist soweit auch korrekt, denn er hat derzeit mehr zu tun, als er eigentlich zu leisten in der Lage ist, so macht es mir den Eindruck. Vor der Übernahme meiner Betreuung im Jahre 2022 hat er mir gegenüber verlauten lassen, dass er eigentlich kürzer treten wollte und die Betreuung nur deswegen übernimmt, weil er mich aus einer früheren Betreuung im Zeitraum 2013 - 2017 bereits kannte und daher wusste das ich ein sehr umgänglicher Mensch bin, der ihm seinerzeit nicht viel Arbeit bereitet hat. Daher dürfte die Arbeit als Anwalt doch ein relativ hohes Einkommen generieren, denke ich . Warum er sich dann darüber beklagt, dass er zu gering bezahlt wird, ist mir nicht so ganz klar. Ja, ich habe erfahren, dass er wohl für meine Betreuung aktuell "nur" knapp 250 Euro im Monat erhält, aber je nachdem wie viele Betreute und daneben noch Mandanten er hat, dürfte sich sein monatliches Einkommen entsprechend hoch einordnen. Insofern hatte ich dann kein schlechtes Gewissen mehr, als ich ihn per E-Mail kontaktierte und darum bat die Kosten für die Nachsendeaufträge, Mahnkosten und Rücklastschriftgebühren zu ersetzen.

Kurz danach rief er mich zurück, war etwas ungehalten über meinen Sinneswandel, erklärte sich aber zähneknirschend bereit, für nur für die Kosten des Nachsendeauftrages aufzukommen. Es stellte sich dann auch heraus, dass es sich wohl um einen Nachsendeauftrag handelt. Im August 2022 hat er sich 30,90 Euro von meinem auf sein Girokonto mit dem Verwendungzweck "Rückzahlung Nachsendeauftrag" überwiesen. Daraus geht nicht hervor, wann er den Nachsendeauftrag tatsächlich erteilt hat, dies kann natürlich zu einem früheren Zeitpunkt gewesen sein, sodass dieser Nachsendeauftrag nun endete und ein neuer erteilt werden musste. Dann sprechen wir hier nur von einem Nachsendeauftrag und nicht von zwei. Die Post wollte mir auf Nachfrage keine Auskunft erteilen, man war der Ansicht, dass man dies aus Datenschutzgründen aufgrund meiner Betreuung nicht dürfe. Dies ist natürlich völliger Unsinn, denn nur weil ich unter Betreuung stehe, heißt das ja nicht, dass ich keine Auskünfte mehr erhalten darf. Ich bin weiterhin Informationsberechtigt, kann nur keine kostenpflichtigen Aufträge mehr erteilen, also Verträge eingehen. Mein Betreuer wollte in dem Gespräch dann aber von mir wissen, was für einen Nachsendeauftrag ich denn nun wünsche, also ob Post an Meinen Vor- und Nachnamen und/oder ob Post an meinen Vor-, Zweit- und Drittnamen und Nachnamen weitergeleitet werden sollen oder ob der Nachsendeauftrag komplett storniert werden soll. Ich gab ihm zu verstehen, dass die bisherige Regelung, dass Post, die an meinen Vor- und Nachnamen nachgesendet werden, schon in Ordnung gewesen sei und ich mich nie darüber beklagt habe. Er meinte aber von mir gehört zu haben, dass ich mit keinem der Nachsendeaufträge einverstanden gewesen sein soll, weswegen er laut eigenen Angaben den Nachsendeauftrag bei der Post bereits storniert habe, sodass mir die Post künftig wieder zugestellt werden müsste. Eine Stornierungsbestätigung habe er wohl bereits von der Post erhalten. Eine Erstattung für den dann zuviel bezahlten Betrag, denn der Nachsendeauftrag lief dann ja kein Jahr, habe ich noch nicht erhalten.

Außerdem wurden Schreiben, die gemäß der Briefankündigung der deutschen Post, die ich abonniert habe, hätten bei mir zugestellt werden sollen, nicht im Briefkasten eingeworfen, ich gehe daher davon aus, dass der Nachsendeauftrag auch mit meinen drei Namen und Nachnamen aktuell noch läuft. Daher habe ich mich online an die deutsche Post gewandt und mich mittels meines Personalausweises identifiziert. Ich beauftragte die Post ebenfalls den Nachsendeauftrag zu stornieren, denn dies ist ja im Sinne meines Betreuers und hoffe nun, dass dies auch umgesetzt wird. Die Post, die meinen Betreuer dann betrifft, muss ich ihm ab dem Zeitpunkt per E-Mail weiterleiten, damit er informiert bleibt.

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#10
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31555 Beiträge, 5573x hilfreich)

Zitat (von DerPilz):
Dann sprechen wir hier nur von einem Nachsendeauftrag und nicht von zwei.
1 solcher Vertrag wurde 1x verlängert. Man streitet also um ca 70€ ---->und dafür soviel Text? Na ja...und kein Ende absehbar... :sad:

Es ist Fakt, dass gesetzl. Betreuer wenig Vergütung erhalten, meist oder immer unabhängig davon, ob Betreute ihnen viel oder wenig *Arbeit machen*. Ob du dir denkst, er würde als Anwalt schon genug verdienen, ist vollkommen irrelevant.
Deshalb ist die Reaktion des Betreuers auf deinen Sinneswandel für mich vollkommen verständlich.

Insgesamt wird deinem Betreuer trotz seines evtl. *Fehl-/Falsch-Auftrages* wohl bald die Lust vergehen.
Aber beantrage du doch unabhängig davon selbst einen neuen Betreuer.

Es geht ja nun gar nicht, dass ein neuer Betreuer mal solche kolossalen Fehler macht. Vorsicht Ironie.

Zu hoffen bleibt, dass die Deutsche Post und deren Nachsende-System nun wegen der doppelten Stornierung nicht in den Kollaps getrieben wird.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#11
 Von 
DerPilz
Status:
Praktikant
(568 Beiträge, 42x hilfreich)

Ich sehe einfach nicht ein, dass er sich Geld von meinem Konto nimmt, obwohl ihm dies untersagt ist. Das nennt man Veruntreuung und ist ein Verbrechen. Ich könnte ihn dafür strafrechtlich verfolgen lassen, dies beim Betreuungsgericht und auch der Anwaltskammer melden.

Nein, ich werde keinen neuen Betreuer beantragen, denn wer weiß, welchen Deppen ich dann bekomme? Ich möchte mit meinem Betreuer klarkommen und auch meine Familie, die mich noch immer sehr stark unterstützen, müssen mit ihm umgehen können, darauf lege ich sehr großen Wert. Deswegen war es gut, dass mein jetziger Betreuer Rechtsanwalt ist, denn auch mein großer Bruder, zu dem ich ein sehr enges Vertrauensverhältnis pflege, ist ebenfalls Jurist und kann sich insofern über verschiedene Sachverhalte, die mich betreffen, anders mit meinem Betreuer unterhalten als ich. Grundsätzlich bin ich ja auch mit meinem Betreuer nicht unzufrieden, es hat mich einfach gestört, dass er, ohne mir dies vorher mitzuteilen, diesen Betrag an die deutsche Post überwiesen hat. Er wusste, dass ich meine Finanzen für den Monat plane, denn ich habe ja noch immer einen eingeschränkten Zugang zu meinem Konto via Online-Banking und sehe daher welche Transaktionen wann laufen. Ich trete in regelmäßigen Abständen immer an meinen Betreuer mit der Bitte um Ausstellung von Barschecks für meinen Lebensunterhalt heran, dafür muss ich aber wissen, wie hoch das zur Verfügung stehende Guthaben auf meinem Konto ist und wenn dann mitten im Monat eine solche Überweisung ausgeführt wird, haut das natürlich meine Planung über den Haufen und das führt dann zur diesen Rücklastschriften.

Ich finde es schon dreist, das er sich bei mir über ein zu geringes Einkommen beklagt. Er wusste von vornherein worum es geht, als er meine Betreuung übernommen hat, denn dies habe ich ihm nie verheimlicht und er hat auch das für das Betreuungsgericht angefertige Gutachten erhalten. Daher konnte er sich doch ausmalen wie die Arbeit mit mir aussehen wird und sich auch gegen die Betreuung entscheiden. Die Fallpauschalen dürfte er ja bereits kennen. Wenn ihm diese zu gering für die mit mir geplante Arbeit gewesen wären, hätte er die Betreuung ablehnen müssen, aber nicht sich jetzt darüber beklagen, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. Das ist nicht fair. Daher bin ich mir weiterhin keiner Schuld bewusst und habe auch kein schlechtes Gewissen, wenn ich ehrlich bin.

Wenn nun gar keine Post mehr irgendwo zugestellt wird, beginnen auch keine Fristen mehr zu laufen, das wäre für mich ja nur von Vorteil. Finde ich gar nicht so schlecht. Dann müsste man halt weiterschauen und sich mit der Post in Verbindung setzen und das besprechen.

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#12
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31555 Beiträge, 5573x hilfreich)

Zitat (von DerPilz):
Ich sehe einfach nicht ein,
Schon klar. Man kann solches Versehen/Vergehen/Verbrechen aber auch auf ganz kleiner Flamme klären/löschen/ausräumen.
Aber mach doch, was du meinst. Droh ihm einfach, was du alles könntest, wenn du wolltest.

Zitat (von DerPilz):
Daher bin ich mir weiterhin keiner Schuld bewusst und habe auch kein schlechtes Gewissen, wenn ich ehrlich bin.
Nur zu, weiter so. Viel schreiben, jedes Krümel aufblasen, den achso dreisten Betreuer einfach vergraulen.
Der Betreuer will kürzer treten, hat sich erinnert, dass er evtl. früher für dich wenig Arbeit hatte, weil alles umgänglich und unspektakulär war und nun entpuppt sich sein Betreuter so.
Kürzer treten kann ein Betreuer schneller, als du einen Passenden Betreuer findest.

Dein Bruder könnte ja derweil unterstützend tätig werden.

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Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#13
 Von 
DerPilz
Status:
Praktikant
(568 Beiträge, 42x hilfreich)

Nein, meine Familie hält sich hier raus, denn dies würde das innerfamiliäre Verhältnis nur belasten und das will keiner. Hierzu wurde ja ein Außenstehender beauftragt.

Ich wollte es ja mit meinem Betreuer sachlich klären, dass er sich dann wegen der angeblich zu geringen Vergütung für meine Betreuung bei mir beklagte, kann ja nun wirklich nicht mein Problem sein. Ich habe diese Fallpauschalen nicht festgelegt, daher kann ich diese auch nicht ändern. Ich habe eben auch geschrieben, dass er vor dieser Betreuung bereits wusste um was es geht und wie viel Arbeit dies mit sich bringt. Er hätte also durchaus ablehnen können. Nur weil dies früher einmal mit weniger Aufwand verbunden war, kann man dies nicht für die jetzige Betreuung ebenfalls so sehen. Sich jetzt, wo die Arbeit momentan einmal etwas höher ausfällt, zu beschweren, ist nicht ganz fair. Es werden wieder Zeiten kommen, in denen er weniger bis gar nichts zu tun hat und dann denoch sein Geld erhält. Soll ich mich dann beschweren, dass er Geld fürs Nichtstun bekommt? Das wäre der Umkehrschluss. Ist doch völliger Quatsch. Außerdem würde das Betreuungsgericht, wenn er einen Betreuerwechsel dort beantragt, dies prüfen und mich zur Stellungnahme auffordern. In dieser würde ich dann natürlich angeben weswegen er meint das ich einen neuen Betreuer erhalten müsste und ich bin mir fast sicher, dass der Rechtspfleger dann auch meiner Meinung wäre, dass deswegen kein Betreuerwechsel notwendig ist. Sollte dem so sein und das Gericht dem Betreuerwechsel nicht zustimmen, bliebe er im Amt. Außerdem müsste er ja dann zugeben, dass er eine Straftat begangen hat, das wäre ja total unsinnig und würde zu Nachteilen für ihn führen. Ich weiß nicht ob das Gericht so begeistert wäre, wenn es erfährt, dass er Geld veruntreut hat.

Ich vergraule auch den Betreuer nicht, aber ich werde Kritik üben dürfen, wenn sie denn angebracht ist. Soll ich mir gefallen lassen, der er sich an meinem Geld vergreift? Ich werde da einfach wütend, weil es ein eklatanter Vertrauensbruch ist. Ich habe ihm mein Geld, meine Selbstständigkeit, meine Geschäftsfähigkeit und Eigenständigkeit anvertraut, ich bin quasi entmündigt und da kann ich erwarten, dass er auch entsprechend verantwortungsvoll mit umgeht. Das hat mit Vergraulen absolut nichts zu tun. In diesem Punkt sage ich nicht einfach "ja und Amen".

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#14
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31555 Beiträge, 5573x hilfreich)

Zitat (von DerPilz):
Das hat mit Vergraulen absolut nichts zu tun.
Du wirst erlauben müssen, dass ich das hier anders sehe. Und wie es der Betreuer sieht, ist allein dessen Sache. Ob du mit großartigen Strategien dieses Verbrechen ahndest--- ist dir überlassen.

Also denn man tau.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#15
 Von 
DerPilz
Status:
Praktikant
(568 Beiträge, 42x hilfreich)

Nun ja, wenn dies nicht so schlimm wäre, wie Du sagst, dann könnte man eine derartige Aktion ja auch als Vergehen oder Ordnungswidrigkeit und nicht als Verbrechen ahnden, ne? Hat schon seinen Sinn, dass manche Taten ein Verbrechen und andere ein Vergehen sind. Ich finde es jedenfalls alles andere als witzig wenn auf meinem Konto plötzlich rund 31 Euro fehlen. Damit kann ich mindestens eine Woche lang leben. Bei den Stundensätzen, die mein Betreuer als Anwalt erhält, würde es sich hier um 15 Minuten Arbeit handeln, oder weniger. Also dürfte es ihn nicht so sehr tangieren. Wie gesagt, er kann es sehen wie er will, soll mich nicht weiter interessieren, ein Betreuerwechsel kommt deswegen jedenfalls derzeit nicht in Betracht. Sollte er von sich aus das Betreuungsgericht involvieren, werde ich entsprechendes dazu schreiben und mich erklären.

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#16
 Von 
DerPilz
Status:
Praktikant
(568 Beiträge, 42x hilfreich)

So, heute Morgen ging hier eine Bestätigung der deutschen Post über die erfolgreiche Stornierung des Nachsendeauftrags ein. In spätestens drei Werktagen soll ich die Post wieder an meine Anschrift erhalten. Mir bleibt nur eine Frage noch: Warum konnte ich als Betreuter diesen Nachsendeauftrag einfach so stornieren und wurde nicht an meinen Betreuer hierzu verwiesen, wie es auch telefonisch geschah? Ich meine, es handelte sich um einen Nachsendeauftrag wegen der Betreuung und da sollte doch eigentlich der Betreute selber nicht die Möglichkeit haben einen Nachsendeauftrag stornieren zu können. Bei einem angeordneten Einwilligungsvorbehalt in den Vermögensangelegenheiten brauche ich auch für Kündigungen die Zustimmung meines Betreuers.

Nach Rücksprache mit meinem Betreuer, wird dieser nun nicht für diese Kosten aufkommen, er wird sich stattdessen darum kümmern, das mir der Zeitraum vom Stornierungsdatum bis zum ursprünglich gebuchten Ende des Nachsendeauftrags erstattet wird. Damit ist mir auch schon sehr geholfen. .

Was die Kosten bei Lidl betrifft, so habe ich mich dazu entschlossen, dass hier die Forderungen, die bereits vonseiten Lidl angemahnt wurden, zum Inkassounternehmen übergehen, mein Betreuer dann zunächst einen Zahlungsaufschub und anschließend eine kleine Ratenzahlung zur Tilgung der Gesamtforderung vereinbart. Am heutigen Morgen kontaktierte mich auch schon das Inkassounternehmen von Lidl, daher war das Kind schon in den Brunnen gefallen, womit sich die Forderung um 30 Euro erhöhte. Im Juni und Juli ist definitiv keine Zahlung mehr möglich, wenn ich meinen Lebensunterhalt sicherstellen will.

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