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Darf das Jobcenter entscheiden, wo ich mich aufhalte?

9.10.2019 Thema abonnieren
 Von 
Schutzengel12345
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)
Darf das Jobcenter entscheiden, wo ich mich aufhalte?

Guten Tag,

ich präzisiere meine in einem anderen Beitrag gestellte Frage hier nochmal genauer, da eine rasche Internetrecherche mir keine Auskunft gab.

Das Jobcenter verlangt von mir, dass ich mich Montag bis Freitag während der normalen Arbeitszeit (habe die Zeiten nicht mehr genau im Kopf) zuhause aufhalte.

Dürfen die das?

Mein Hintergrund: Ich bin Selbstständig und meine Einkünfte reichen zur Deckung des Lebensunterhalts nicht aus deswegen werde ich mit ALG II aufgestockt. Sinnvoll ist es, wenn ich mich eben nicht zuhause verkrieche, sondern unter Menschen gehe, Bekanntschaften schließe, mich für meine Arbeit fortbilde, neue Eindrücke sammle usw. In meinem Job ist die persönliche Weiterentwicklung immer die wichtigste Voraussetzung, um für meine Klienten gute Arbeit machen zu können.

Diese Bestimmung, mich Montag bis Freitag zwischen 8:00 bis 17:00 völlig grundlos zuhause aufhalten zu müssen (während ich anderswo wichtige Dinge zum Wiederaufbau meiner Tätigkeit zu leisten hätte), ist meiner Ansicht nach doch auch gar nicht mit der Menschenwürde und dem Selbstbestimmungsrecht vereinbar? Für den Erhalt meiner Post, regelmäßiges Einhalten der Termine mit dem Jobcenter sowie gute Mitarbeit meinerseits ist immer gesorgt. Diese Klausel aber empfinde ich als starken Eingriff in meine persönliche Freiheit, sie bereitet mir Bauchschmerzen, unnötigen Stress und fokussiert damit meine Aufmerksamkeit unnötig weg von den Dingen, die zur Wiedererlangung meiner vollen Berufstätigkeit wirklich wichtig wären.

Wie sind die rechtlichen Grundlagen hierzu?
Gibt es die überhaupt, oder lehnt sich mein Jobcenter hier weiter aus dem Fenster, als es dürfte?

Im Voraus vielen Dank!

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4 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
philosoph32
Status:
Schüler
(161 Beiträge, 8x hilfreich)

Zitat (von Schutzengel12345):
Das Jobcenter verlangt von mir, dass ich mich Montag bis Freitag während der normalen Arbeitszeit (habe die Zeiten nicht mehr genau im Kopf) zuhause aufhalte.

Das verstehe ich jetzt nicht ganz. Wie haben die Dir das mitgeteilt ?
Du kannst während des Tages machen , was Du willst, lediglich Abwesenheit von mehr als 24 Stunden musst Du melden (Urlaub oder Geschäftsreisen)

Die Aussage, Du müsstest während der "normalen" Arbeitszeiten körperlich an Deiner Meldeadresse sein, ist schlichtweg falsch meiner Meinung nach.

Zitat (von Schutzengel12345):
Wie sind die rechtlichen Grundlagen hierzu?

Wer was will muss die Rechtmäßigkeit nachweisen..... Da soll das JC Dir die rechtlichen Grundlagen seines frommen Wunsches mal darlegen.

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#2
 Von 
Sir Berry
Status:
Schlichter
(7124 Beiträge, 2532x hilfreich)

Zitat (von philosoph32):
Die Aussage, Du müsstest während der "normalen" Arbeitszeiten körperlich an Deiner Meldeadresse sein, ist schlichtweg falsch meiner Meinung nach.

Seh ich auch so.

Allerdings vermute ich, dass das Jobcenter in irgend einer Form darauf hinwies die Zeit für bezahlte Arbeit zu nutzen und die Zeit nicht mit

Zitat (von Schutzengel12345):
unter Menschen gehe, Bekanntschaften schließe,neue Eindrücke sammle usw.
zu vertrödeln.

Berry

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#3
 Von 
Anami
Status:
Schlichter
(7157 Beiträge, 1293x hilfreich)

Zitat (von Schutzengel12345):
Das Jobcenter verlangt von mir, dass ich mich Montag bis Freitag während der normalen Arbeitszeit (habe die Zeiten nicht mehr genau im Kopf) zuhause aufhalte.
Nein. Das verlangt das JC nicht.
Zitat (von Schutzengel12345):
Diese Bestimmung...
gibts doch nicht. Deswegen vergiss das mit der Menschenwürde +Gedöns...
Zitat (von Schutzengel12345):
Diese Klausel
Welche jetzt? Woher hast du diese *Aufenthaltsklausel*?
Zitat (von Schutzengel12345):
Wie sind die rechtlichen Grundlagen hierzu?
Zu lesen im anderen Beitrag. Warum machst du 2 auf zum selben Thema? Und gehts nicht mehr um den Unfall und die Versorgung durch n Freund?
Zitat (von Schutzengel12345):
oder lehnt sich mein Jobcenter hier weiter aus dem Fenster, als es dürfte?
WAS genau verlangt das JC von dir?

https://www.arbeitsagentur.de/datei/dok_ba013034.pdf

-- Editiert von Anami am 09.10.2019 15:49

-- Editiert von Anami am 09.10.2019 15:50

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#4
 Von 
Schutzengel12345
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

Es geht nicht nur um den Unfall und die derzeitige Situation, sondern darum, dass dieser Grundsatz, den man mir da scheinbar aufdrängen will, mich nun schon seit über einem Jahr belastet. Ich mache nämlich viel, um mich beruflich weiterzuentwickeln, bin wie gesagt auch nicht "arbeitslos" sondern habe durchaus einen Job, der aber momentan zuwenig abwirft. Auch kommt es vor, dass ich außer Haus arbeite... Vielleicht sollte ich meiner Sachbearbeiterin einfach mal auseinander setzen, dass es schwer ist, sich beruflich zu bemühen, wenn man gleichzeitig zuhause sitzen soll... Habe ich tasächlich schon versucht, hatte aber nur hilfloses Schulterzucken ihrerseits zufolge. Mag gut sein, dass sie mir inhaltlich zustimmt, aber mal wieder an gewisse Auflagen gebunden ist. Kommt gelegentlich so vor. Wir verstehen uns eigentlich ganz gut.

Verwahren möchte ich mich gegen die Unterstellung von Barry, hier würde irgendwas "vertrödelt". Das sind ja Überzeugungen wie vor 200 Jahren, frei nach dem Motto "Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen."
Wenn man eine bezahlte Arbeit hat, die genug abwirft, braucht man nicht zum Jobcenter und sich mit dieser Aufenthaltsfrage auch gar nicht beschäftigen, da ist man ein freier, selbstbestimmter Mensch. Menschen diese Selbstbestimmung zu nehmen macht sie krank, führt in noch mehr Abhängigkeit, verringert das Selbstwertgefühl und schafft damit denkbar schlechte Voraussetzungen, um als Selbstständiger seinen Mann zu stehen - oder in einem Job, wenn man einen hat, ggü dem Chef, Kollegen und Kunden selbstbewusst auftreten zu können. Folge sind Krankheiten/Mobbing/Burn-out und wieder Arbeitslosigkeit.

Mit diesem Link hier file:///C:/Users/Arnika/AppData/Local/Temp/dok_ba013034.pdf
wurde mir auf jeden Fall der rechtliche Hintergrund bestens beleuchtet und ich danke herzlich dafür. :-)

PS: Warum passiert es eigentlich jedesmal, wenn ich in diesem Rechtsforum schreibe, dass es nicht einfach nur rechtliche Hinweise gibt, sondern hier ständig auch moralisch gewertet wird? Geht doch lieber in die Kirche und predigt den Schäfchen Eure Sichtweise. Vorurteile noch und nöcher, man traut sich ja kaum, hier eine Frage zu stellen, weil man schon weiß, dass immer auch irgendwelche Unterstellungen in den Antworten kommen werden. Das tut weh. Und es verhindert vielleicht, dass harmlose Menschen, die keinem was getan haben, in Zukunft hier noch Fragen stellen. Im Zweifel für den Angeklagten... Die meisten Schreiber hier sind noch nicht einmal angeklagt, geschweige denn verurteilt, und werden oft genug dennoch so misshandelt.

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