Deutsche im Ausland . Rückkehr unmöglich. Keine Hilfe ?

8. Juli 2022 Thema abonnieren
 Von 
go612472-33
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)
Deutsche im Ausland . Rückkehr unmöglich. Keine Hilfe ?

Ich bin froh dieses Forum gefunden zu haben <3

Es geht um eine Person mit Pflegegrad 3, welche im Ausland ist und nicht zurück kann.

Person Y ist deutsche, hatte eine Mietwohnung in Deutschland und ist mit Genehmigung der Pflegeversicherung sowie des Jobcenters ins Ausland in Begleitung für einen kurzen Urlaub nach Tunesien ausgereist, um Familie zu besuchen.

Person Y leidet an mehreren psychischen Erkrankungen und ist suizidgefährdet.

Momentan ist die Person bei einer Schwester untergebracht, jedoch belastet die Situation die Schwester. Denn sie hat eigene Familie und wenig Geld.

Person Y hatte bereits in Deutschland einen suizidversuch. Nach 2 Wochen in Tunesien fand man die Person erneut, während eines suizidversuchs durch erhängen. Diese wurde in die Psychiatrie gebracht und befand sich dort eine Weile.

Das Problem momentan ist, dass Person Y nicht mehr zurück kann/will . Die Ärzte gehen von einem erneuten Suizid aus, wenn Y erneut nach Deutschland zurückkehrt. Grund hierfür ist, dass Y in Deutschland alleine lebt und durch ein Pflegedienst gepflegt wird. Es gibt keine Familienangehörigen in Deutschland, keine Freunde und keine bekannte und die Einsamkeit, Depression, und angsstörungen machen die Person noch kränker.

Bei Person Y wurde ein Abschiedsbrief gefunden, dort schrieb sie, dass sie sich bei einer Rückkehr in die Einsamkeit endgültig das Leben nehmen möchte.

In Deutschland kann man sie ja nicht 24 Std beobachten und auf ihr aufpassen. Außer vielleicht einige Monate in der Psychiatrie.

Sie hatte bereits zahlreiche Psychotherapien in Kombination mit Psychiatrie und Medikamente. Leider hat nichts gebracht. In ihre deutsche ärztliche Unterlagen steht, dass sie resistent wäre, weil die Einsamkeit etc immer vorhanden bleiben.

Person Y wurde 3 Mal durch die Ärzte vom Jobcenter begutachtet. Sie ist nicht imstande zu arbeiten. Es geht wohl auf Sozialhilfe hinaus.

Die Schwester ist bereit für sie da zu sein und mit ihr zu wohnen. Jedoch braucht Y eine 1 Zimmerwohnung oder sowas ähnliches.

Vermögen oder Erbe oder sonstiges hat sie auch nicht.

Ich bin nur Vermittlerin. Denn Person Y ist in einem Ausnahmezustand und kriegt panische Attacken, sobald man über eine Rückkehr diskutiert.

Die Person, welche sie ins Ausland begleitet hat musste leider schon zurück wegen ihren Job. Sie haben sich in einem Forum kennengelernt und sie war bereit sie zu begleiten.

Nun will ich wissen, ob Person Y Anspruch auf Hilfe wie in Deutschland hat? Zb einen Regelsatz zum Leben oderso? Die Leistungen der Pflegeversicherung ruhen bereits wegen fehlender Rückkehr.

Ich hoffe ich kriege hier einige Tipps und ob wir nicht lieber einen Anwalt nehmen sollen? Und was passiert mit ihrer Wohnung in Deutschland?

Liebe Grüße aus NRW

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47 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118428 Beiträge, 39571x hilfreich)

Zitat (von go612472-33):
Nun will ich wissen, ob Person Y Anspruch auf Hilfe wie in Deutschland hat? Zb einen Regelsatz zum Leben oderso?

Die Chance, das sich hier jemand mit Tunesischem Recht auskennt, dürfte recht gering sein.



Zitat (von go612472-33):
Und was passiert mit ihrer Wohnung in Deutschland?

Solange die Mietzahlung gesichert ist, nichts.
Ansonsten droht fristlose Kündigung, Zwangsräumung und Verwertung / Vernichtung des Hab und Guts.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#2
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38113 Beiträge, 13922x hilfreich)

Ich gehe davon aus, dass Y die deutsche Staatsangehörigkeit hat. Da sie auf jeden Fall lange in Deutschland gelebt hat, wird sie hier wohl auch gearbeitet haben. Ich würde zunächst einmal überprüfen, ob die Voraussetzungen für eine EM-Rente vorliegen. Die kann ja auch ins Ausland gezahlt werden. Wenn die Voraussetzungen nicht vorliegen, bliebe nur ALG II. Die frühere großzügige Handhabung von Sozialleistungen ins Ausland wurde nach dem "Florida-Rolf" Fall stark eingeschränkt. Voraussetzung für Sozialgeld oder ALG II ist seitdem, dass sich der Wohnsitz des Betroffenen nicht im Ausland, sondern in Deutschland befindet.

wirdwerden

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#3
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31478 Beiträge, 5569x hilfreich)

Zitat (von go612472-33):
Das Problem momentan ist, dass Person Y nicht mehr zurück kann/will .
Zwischen KANN und WILL liegen manchmal Welten.
Zitat (von go612472-33):
Jedoch braucht Y eine 1 Zimmerwohnung oder sowas ähnliches.
Ohne Geld wird das dort auch nichts.
Zitat (von go612472-33):
Nun will ich wissen, ob Person Y Anspruch auf Hilfe wie in Deutschland hat?
Nein. Ein Anspruch besteht nicht. Es gibt keine Rechtsgrundlage. Es wird nichts an Sozialleistungen gezahlt werden.

Was passiert in D?
- Das JC schreibt an die Person. Sie soll sich persönlich beim JC zurückmelden. Nach 21 Tagen Abwesenheit endet der Leistungsanspruch. Die sind längst vorbei.
- Das JC zahlt nicht mehr.
- Wenn auch keine andere bevollmächtigte Person mit dem JC in Kontakt tritt, dreht sich die Spirale weiter nach unten.
- Der Vermieter bekommt dann keine Miete und kündigt der Person die Wohnung.
- Wenn sich keiner um die Wohnung kümmert, wird sie zwangsgeräumt.
- Was könnte ein dt. Anwalt helfen? Mir fällt nichts ein, außer der Rettung der Wohnung für eine kurze Zeit. Das scheidet aber auch aus, wenn die Person nicht zurück kommen will/kann.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#4
 Von 
Loni12
Status:
Bachelor
(3438 Beiträge, 543x hilfreich)

Zitat (von go612472-33):
Nun will ich wissen, ob Person Y Anspruch auf Hilfe wie in Deutschland hat? Zb einen Regelsatz zum Leben oderso? Die Leistungen der Pflegeversicherung ruhen bereits wegen fehlender Rückkehr.

Jobcenter oder Sozialamt wären die Ansprechpartner.
Sollte sie in den letzten 5 Jahren für 36 Monate sozialversicherungspflichtig gearbeitet haben, könnte eine Erwerbsminderungsrente beantragt werden. Dieses Geld könnte nach Tunesien überwiesen werden.

Zitat (von go612472-33):
Bei Person Y wurde ein Abschiedsbrief gefunden, dort schrieb sie, dass sie sich bei einer Rückkehr in die Einsamkeit endgültig das Leben nehmen möchte.

In Deutschland wird nach Gesetz entschieden. Manche mögen so etwas als Erpressung sehen.

Nochmals, erkundigen sie sich bei den zuständigen Stellen, nur dort erfahren sie was tatsächlich möglich ist oder nicht.

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#5
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31478 Beiträge, 5569x hilfreich)

Zitat (von Loni12):
Jobcenter oder Sozialamt wären die Ansprechpartner.
Nein, Loni. Weder das JC noch das Sozialamt sind in solchem Fall Ansprechpartner für den TE.

Wegen der EM-Rentenfrage: Dazu könnte die Person bei der DRV anfragen.

Für den Fall, dass ohne Rückkehr nach D und ohne entspr. Gutachten eine EM-Rente möglich wäre (was ich wegen der dt. Gesetze nicht glaube) und der Wohnsitz in Tunesien bleibt, würden Abschläge oder Einschränkungen gelten. Was dann evtl. als Betrag übrig bleibt, reicht vermutlich in Tunesien nicht für Unterkunft und Lebensunterhalt.

@TE:
Mal ganz deutlich und drastisch für den Fragesteller: Wer immer nur ankündigt, tut es nie wirklich. Wer extra in sein Herkunftsland fährt und sich dort erhängt, hat es vermutlich falsch gemacht.

Seit wann genau ist die Person in Tunesien?
Seit wann hat sie die deutsche Staatsbürgerschaft?
Wie alt ist die Person?

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#6
 Von 
go612472-33
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo,

soweit mir mitgeteilt wurde, ist sie hier in Deutschland geboren die Staatsangehörigkeit hat sie aber erst 2015 erhalten.

Sie hatte nichts angekündigt. Sondern die Polizei in Tunesien fand den Abschiedsbrief.

Sie ist jetzt seit fast 8 Wochen dort. Die Pflegebedürftigkeit besteht wie zuvor. Sie geht nicht raus und ist nur zu Hause.

Die Person ist 39 Jahre alt. Eine Erwerbsminderungsrente bekommt sie nicht weil die Voraussetzungen nicht erfüllt sind.

Ich weiss auch nicht wie es weiter geht.

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#7
 Von 
go612472-33
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Ich habe noch folgendes gefunden:

"längerfristige stationäre Betreuung in einer Einrichtung oder Schwere der Pflegebedürftigkeit (§ 24 Abs. 1 Satz 2 Nr.2) "

+Person hat in Deutschland Pflegegrad 3 ohne eine Wiederbegutachtung. Zuvor in 2 dann endgültig in 3.

"Der Begriff „außergewöhnlich" soll deutlich machen, dass es sich um eine über den bisherigen „besonderen Notfall" hinausgehende Notlage handeln muss. Damit werden die Voraussetzungen der Leistungserbringung weiter eingeschränkt. Allerdings ist der besondere Notfall durch höchstrichterliche Rechtsprechung (BVerwG vom 5.6.1997 – 5 C 4.96; 5.6.1997 – 5 C 3.97) bzw. durch Rechtsprechung der Oberverwaltungsgerichte (s. Bayerischer VGH vom 16.12.1996 – 12 CE 95.2728; OVG NRW vom 13.4.1995 – 8 B 2426/94) bereits sehr eng gefasst und mit folgenden Tatbestandsvoraussetzungen belegt:.

Ohne Hilfeleistung im Ausland muss entweder

eine nicht unerhebliche Beeinträchtigung existentieller Rechtsgüter, wie Leben, körperliche Integrität und Gesundheit oder
eine unmittelbare Gefahr für das Leben oder
ein bedeutender Schaden für die Gesundheit oder für ein anderes vergleichbares existentielles Rechtsgut."

Ist suizidgefahr bei einer Rückkehr keine unerhebliche Beeinträchtigung existentieller Rechtsgüter, wie leben körperliche Integrität und Gesundheit?

Der Arzt, der sie nach dem suizidversuchs behandelt hat, hat dies bescheinigt.

Die Frau tut mir echt leid, deswegen Versuche ich zu helfen. Ich habe ihr einen kleinen Betrag überwiesen, aber mehr kann ich nicht.

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38113 Beiträge, 13922x hilfreich)

Die Suizidgefahr besteht doch in Tunesien genauso wie in Deutschland. Wie ich bereits schrieb, sind seit dem Florida-Rolf-Fall die Bedingungen für Unterstützung im Ausland sehr gering. Auch Rolf meinte, er könne in Deutschland aus psychischen Gründen nicht leben, Suizidgefahr.

Natürlich kann man immer einen Antrag beim zuständigen JC oder Sozialamt stellen. Nur, wie der Bescheid aussehen wird, das ist klar.

wirdwerden

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
Loni12
Status:
Bachelor
(3438 Beiträge, 543x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Nein, Loni. Weder das JC noch das Sozialamt sind in solchem Fall Ansprechpartner für den TE.

Anami, dass sie kein Geld vom Jobcenter oder Sozialamt bekommt ist klar.
Die TE hätte dann aber einen negativen Bescheid wenn sie einen Antrag stellt und die Lage wäre für sie klar dargestellt.
Dann könnte es evtl. ein Umdenken geben und eine Rückkehr nach D nicht ausgeschlossen werden.

Zitat (von go612472-33):
st suizidgefahr bei einer Rückkehr keine unerhebliche Beeinträchtigung existentieller Rechtsgüter, wie leben körperliche Integrität und Gesundheit?
Der Arzt, der sie nach dem suizidversuchs behandelt hat, hat dies bescheinigt.

Auch in Tunesien gibt es bestimmt Krankenhäuser für psychisch kranke Personen, dort müsste ihr Gesundheitszustand wieder so hergestellt werden, dass keine Suizidgefahr mehr besteht.
Die Bescheinigung eines tunesischen Arztes nützt wenig, es kann stimmen muss aber nicht.
Wie ist sie denn Krankenversichert? Hat sie eine Auslandskrankenversicherung oder wer übernimmt die Kosten?
Zitat (von go612472-33):
Die Frau tut mir echt leid, deswegen Versuche ich zu helfen. Ich habe ihr einen kleinen Betrag überwiesen, aber mehr kann ich nicht.

Ist es ihre Freundin? Kennen sie diese Person schon lange?
Verstehen sie mich bitte nicht falsch. Es kann so sein, muss es aber nicht. Manchmal setzt man sich für etwas ein und hinterher war es ganz anders.


-- Editiert von Loni12 am 09.07.2022 17:48

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#10
 Von 
go612472-33
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Keine Sorge, ich kenne ihre Schwester sehr gut. Bin auch ursprünglich aus Tunesien. Ich weiss, man denkt man nutzt aus. Aber ich kenne wie gesagt die Schwester sehr gut. Die Frau hat eine sehr schwierige Geschichte hinter sich .

Schade, dass man ihr nicht helfen kann. Ich glaube sogar, dass sie viel viel weniger dort bräuchte als hier und ich verstehe sie auch. Wer will denn ein lebenlang einsam sein und niemand in der Nähe haben? Sie hat weder Kinder noch ist sie verheiratet.

Aber dass Deutschland einem deutschen in solchen Situationen nicht hilft, hätte ich mir echt nicht gedacht.

Wieso dürfen Asylbewerber nicht in ihrer Heimat abgeschoben werden, wenn diese suizidgefährdet sind? Armes Deutschland...

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
Loni12
Status:
Bachelor
(3438 Beiträge, 543x hilfreich)

Zitat (von go612472-33):
Aber dass Deutschland einem deutschen in solchen Situationen nicht hilft, hätte ich mir echt nicht gedacht.

Das sollten sie verstehen. Jeder erhält notwendige Hilfe in Deutschland, egal ob mit Migrationshintergrund oder nicht.
Sie sollten nicht Deutschland anprangern sondern Tunesien, sie will aus gesundheitlichen Gründen dort wohnen und hat Familie in dem Land.
Zitat (von go612472-33):
Wieso dürfen Asylbewerber nicht in ihrer Heimat abgeschoben werden, wenn diese suizidgefährdet sind? Armes Deutschland...

Da bekomme ich etwas Schnappatmung, Deutschland hilft sehr viel, weil es Gesetze aus verständlichen Gründen nicht erlauben, dass Sozialgelder, welche der Steuerzahler bezahlt nicht so einfach ins Ausland transferiert werden, kann man auf die Bezeichnung armes D verzichten.
Sie hätte in D weiterhin Pflegegeld erhalten, bieten nicht allzu viele Länder, ebenso Sozialleistungen.
Die Entscheidung in Tunesien zu bleiben, dafür kann hier niemand etwas dafür.
Auch die Krankenversorgung ist hier besser, sie bekam bisher alles, was notwendig war.
Wenn der Pflegebedarf in der Wohnung nicht ausgereicht hätte,wäre ein Pflegeplatz in einem Pflegeheim kein Problem gewesen. Die rund 2500 € monatlich hätte ebenfalls das Sozialamt übernommen.
Nur, all diese Leistungen gibt es in Deutschland.
Es muss alles nachvollziehbar und kontrollierbar bleiben, was im Ausland nicht möglich ist.
Vielleicht gibt es doch eine Möglichkeit zur Rückkehr.

2x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38113 Beiträge, 13922x hilfreich)

Ich frage mich in der Tat, wieso sich jemand einbürgern lässt, der hier in Deutschland null Kontakte hat und hier gar nicht leben will. Abgesehen davon, ein Suizid-Versuch fand doch in Tunesien statt. Letztlich sind die Spielregeln doch klar: Sozialleistungen gibt es in Deutschland. Es ist das gute Recht eines jeden Bürgers, sich gegen ein Leben in Deutschland zu entscheiden. Man muss dann allerdings auch für sich selbst verantwortlich handeln und für sich selbst sorgen. Die Fürsorgepflicht des deutschen Staates endet nun mal an dessen Grenzen. Zumindest in finanzieller Hinsicht.

wirdwerden

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
Kati.läuft
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)

Moin,
ich habe mir jetzt den ganzen Threat durchgelesen. Also: Ihre Bekannte ist ursprünglich Tunesierin und 2015 in D eingebürgert worden, richtig? Sie hat nie genug in das deutsche Rentensystem eingezahlt, um deutsche EM-Rente zu erhalten, die Möglichkeit fällt folglich weg. Also stellen Sie die Frage nach steuerfinanzierten Sozialleistungen. Nun ist es aber nmW so, dass Tunesien seine Bürger nicht aus der Staatsangehörigkeit entlässt und D darum bei der Einbürgerung von Tunesiern die Mehrstaatigkeit hinnimmt. Ihre Bekannte dürfte also auch Tunesierin sein und damit in Tunesien Zugang zu dortigen Sozialleistungen haben. Wäre das nicht einen Versuch wert?

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31478 Beiträge, 5569x hilfreich)

Zitat (von Loni12):
Die TE hätte dann aber einen negativen Bescheid
Die Post wird in D in ihrem Briefkasten liegen. Aufforderungen zur Mitwirkung...Aufforderung zur persönlichen Vorsprache... Dann Leistungseinstellung. Das ist der Leistungseinstellungsbescheid, bis sie sich persönlich meldet.
Nach 8 Wochen ist das schon im Briefkasten.
Zitat (von Loni12):
Dann könnte es evtl. ein Umdenken geben und eine Rückkehr nach D nicht ausgeschlossen werden.
Dazu müsste jemand in D in ihren Briefkasten schauen, ihr die Lage schildern.
Wenn sie aber nicht zurückkommen will, weil sie sich dann das Leben nimmt, dann bringt es nichts.
Wer schon viele Jahre vereinsamt, depressiv und psychisch erkrankt ist, wird in TU im KH nicht wieder stabilisiert. Und wer sollte solche Behandlung/Therapie bezahlen? Keiner tut das, die Schwester kann nicht, die Frau selbst auch nicht, die dt. KV auch nicht.
----------------------------------
Zitat (von go612472-33):
Aber dass Deutschland einem deutschen in solchen Situationen nicht hilft, hätte ich mir echt nicht gedacht.
Bisher wurde nach 1 Wohnung und Sozialleistungen in TU gefragt. Kein Deutscher bekommt eine Wohnung und LU bezahlt, damit er noch den Rest des Lebens bei einem Verwandten im Ausland leben kann. Das ist doch wirklich ein Wahnsinnsidee. Sie hat ihre Wohnung und LU hier vom JC und der Pflegekasse bezahlt bekommen. Sie hat unüberlegt eine Reise angetreten, was bei solchem Krankheitsbild durchaus vorkommt.
Zitat (von go612472-33):
Wieso dürfen Asylbewerber nicht in ihrer Heimat abgeschoben werden, wenn diese suizidgefährdet sind? Armes Deutschland...
Ganz anderes Thema, ganz andere Situation.
Es wäre ja das einfachste, wenn Asylbewerber immer sagen könnten...ich bringe mich um, wenn ihr mich abschiebt. Und sie könnten dann hierbleiben. Bitte nichts verallgemeinern.

Es ist eine sehr unschöne Situation, in die die Frau sich manövriert hat und natürlich können einem solche Personen leid tun.
Aber: Wer als suizidgefährdet gilt, hat Versuche unternommen und/oder hat das öfter gesagt und geschrieben.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118428 Beiträge, 39571x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Es ist eine sehr unschöne Situation, in die die Frau sich manövriert hat und natürlich können einem solche Personen leid tun.

Richtig, nur findet sich da nichts im Gesetz das hilft. Das sind ganz klare Vorgaben wer wann wo wie Hilfe bekommt.

Wie schon am Anfang geschrieben, wird man sich hier
Zitat (von go612472-33):
Nun will ich wissen, ob Person Y Anspruch auf Hilfe wie in Deutschland hat? Zb einen Regelsatz zum Leben oderso?

mit Tunesischen Recht und dem Tunesischen Sozialsystem auseinandersetzen müssen.
Wobei eigentlich schon jetzt zu sagen ist, dass "Hilfe wie in Deutschland" wohl eine Hoffnung ist, die sich nicht erfüllen wird.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#16
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38113 Beiträge, 13922x hilfreich)

Harry, aus dem Zusammenhang ergibt sich doch, was gemeint ist. Der Fragesteller will wissen, ob Y in Tunesien Hilfe aus Deutschland erhält, weil sie (auch) die deutsche Staatsangehörigkeit hat. Und dem ist nun mal nicht so.

wirdwerden

0x Hilfreiche Antwort

#17
 Von 
go612472-33
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Person Y ist in Deutschland geboren, das habe ich ja schon geschrieben. Keiner sucht sich aus, wo er oder sie auf die Welt kommen möchte. Und sie hatte vorher natürlich einige Bekanntschaften. Aber, dass sie sich nicht einbürgern lassen sollte, nur weil sie hier Probleme hat, finde ich wirklich nicht in Ordnung. Das Leben verschont niemanden. Als sie sich eingebürgert hat, hatte sie natürlich ein ganz anderes Leben und hatte auch gearbeitet. Nun ihr Schicksal wollte es so.

Sie hat Abi, Studiert etc also keine "Schmarotzerin"

Ich Frage mich, wieso niemand zu den zitierten Sätze nichts schreibt? Es gibt ja Ausnahmen. Und Tunesien hat kein Sozialsystem bzw keine Hilfe. Wer nichts hat, soll verhungern.

Sie hatte nicht nur in Tunesien ein suizidversuch, sondern auch in Deutschland. Das ist aber lange her.

Mich wundert wirklich, dass die Ausnahmen existieren, falls leben und Leib in Gefahr sind, jedoch keiner hier darüber was schreiben möchte.

Nun, ich hoffe sie wird ein schöneres Leben im Jenseits haben. Denn irgendwann kann die Schwester auch nicht, was das finanzielle usw angeht. Und dann denke ich Mal, dass ihr Suizid klappen wird, sobald sie obdachlos ist und verhungern muss. Ihre Schwester ist da auch arbeitslos.

Und, sie hasst Deutschland nicht und ist auch dankbar,dass man ihr hier versucht hat zu helfen. Jedoch konnten ihr die Ärzte hier nicht helfen, denn Familie oder Menschen, um Einsamkeit und Depressionen zu überwinden ,können Ärzte nicht erfüllen.

Ich habe einige ärztliche Unterlagen aus Deutschland durchgelesen, sogar dort steht, dass ein Suizid bei andauernder Einsamkeit und Isolation definitiv nicht verhindert werden kann . Und ich wünsche niemanden ein lebenlang alleine zu sein und alleine zu sterben <3

Und ich bleibe bei meiner Meinung: ein Asylbewerber ist fluguntauglich wegen suizidgefahr ein deutscher in not irgendwo auf der Welt soll aber sterben oder gefälligst sein A hochkriegen und ins Flugzeug steigen . Naja, damit kann ich mich nicht anfreunden.

0x Hilfreiche Antwort

#18
 Von 
Loni12
Status:
Bachelor
(3438 Beiträge, 543x hilfreich)

Zitat (von go612472-33):
Ich habe einige ärztliche Unterlagen aus Deutschland durchgelesen, sogar dort steht, dass ein Suizid bei andauernder Einsamkeit und Isolation definitiv nicht verhindert werden kann . Und ich wünsche niemanden ein lebenlang alleine zu sein und alleine zu sterben

Sie unternahm doch trotz Familie auch in Tunesien einen Suizidversuch?
Das ihre Freundin sehr krank ist bestreitet niemand, nur die deutschen Sozialgesetze enden an der Grenze. Wie viele Menschen mit Migrationshintergrund könnten plötzlich nicht mehr in D leben, wenn Sozialgelder ins Ausland geschickt würden. Betrachten sie nicht den Einzelfall, sondern insgesamt was das bedeuten würde.
Zitat (von go612472-33):
Sie hat Abi, Studiert etc also keine "Schmarotzerin"

Aufgrund ihrer Intelligenz sollte es doch möglich sein, dass sie die beste Hilfe die es gibt annimmt und die bekommt sie in Deutschland.
Es gibt viele Gruppierungen für psychisch Kranke, da wäre sie nicht alleine.
An ihrer Stelle würde ich mich erkundigen, welche Lösung es in D gibt.
Entsprechende Rehas, welche oft einige Monate dauern, könnten sinnvoll sein. Wohngruppen mit wenigen Personen könnten ein Weg sein.
Der Urlaub war schlecht durchdacht.
Es verweigert ihr niemand Hilfe, aber die findet in D statt. Deshalb sollte versucht werden, dass ihre Schwester sie dahingehend unterstützt nach D zurückzukehren.
Zitat (von go612472-33):
deutscher in not irgendwo auf der Welt soll aber sterben oder gefälligst sein A hochkriegen und ins Flugzeug steigen

Solche Sätze sind daneben und helfen der Person nicht weiter.

Zitat (von Anami):
Die Post wird in D in ihrem Briefkasten liegen. Aufforderungen zur Mitwirkung...Aufforderung zur persönlichen Vorsprache... Dann Leistungseinstellung. Das ist der Leistungseinstellungsbescheid, bis sie sich persönlich meldet.
Nach 8 Wochen ist das schon im Briefkasten.

Es wird doch jemand Zugang zu ihrem Briefkasten haben? Evtl. kann sich die TE dazu äußern.

0x Hilfreiche Antwort

#19
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38113 Beiträge, 13922x hilfreich)

Nun ja, dann mal zu den Ausnahmen, die mir bekannt sind: überwiegend Fälle, in welchen Kinder von Vätern in ihre Heimat entführt worden sind, die Mütter sie dort ausfindig machen konnten, und nunmehr die Rückführung der Kinder nach Deutschland juristisch in dem Heimatland organisiert werden musste. Mitunter zeitaufwendig, da wird für diese Zeit, sofern die Kinder inzwischen dort bei der Mutter leben, ALG II bewilligt. Aber auch nur, wenn die Ausreise der Mütter mit ihren Kindern möglich ist.

Einen Fall aus dem Gesundheitsbereich kenne ich auch, vielleicht mit diesem hier vergleichbar. Jemand verunfallte während seines Urlaubs in Afrika, wurde dort lange im Krankenhaus behandelt, da wurde für drei Monate dann ALG II bewilligt, bis zur Transportfähigkeit nach Deutschland. Aber gerade wegen dieser Fälle wie hier sind doch seinerzeit die Gesetze geändert worden. Da war auch jemand in Deutschland suizidgefährdet, lebte auf Kosten der Allgemeinheit in Florida. Der musste zurück kommen und den Rest seines Lebens in Deutschland fristen.

Noch eine Anmerkung zur Suizidgefährdung. Wenn sich jemand umbringen will, einerlei ob in Deutschland oder in Tunesien, dann wird er es tun. Auch das sollte man bei der Bewertung eines solchen Falles wissen. Auch zwei Fälle aus der Praxis dazu: jemand ist akut gefährdet, wird in dieser akuten Phase von einer Selbsthilfegruppe betreut, und zwar rund um die Uhr in Abstimmung mit den Ärzten. Die Betreuerin räumt die Küche auf, in diesen wenigen Minuten erhängt er sich am Fenstergriff im Bad. Weiterer Fall, auch aus dieser Gruppe: die Ärzte gingen nicht mehr von einer akuten Gefährdung aus. Die Betroffene führte ihren geliebten Hund alleine aus, Ehemann blieb zu Hause, sie klingelte an einem Hochhaus in der Nachbarschaft, stürzte sich und das Tier in den Tod. Oder: ein schwer herzkranker Mann sammelte im Krankenhaus seine Herzmedikamente. Als er genug beisammen hatte, nahm er sich quasi unter klinischer Aufsicht das Leben. Man kann weder in Tunesien noch in Deutschland so etwas verhindern. Deine Freundin hatte ja auch in Tunesien versucht, sich das Leben zu nehmen.

Und auch in Deutschland ist sie ja nicht alleine. Sie hatte einen Freund, der sie in den Urlaub begleitete, sie hat Dich. Da regst Du Dich über das deutsche Rechtssystem auf, welches sich eben für die in seinem Bereich lebenden Menschen schützt und versorgt, aber nicht über das tunesische, welches seine eigenen Staatsbürger angeblich verhungern lässt? Sollte man sich nicht drüber aufregen?

wirdwerden

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#20
 Von 
Loni12
Status:
Bachelor
(3438 Beiträge, 543x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
Noch eine Anmerkung zur Suizidgefährdung. Wenn sich jemand umbringen will, einerlei ob in Deutschland oder in Tunesien, dann wird er es tun.

So ist es. In meinem familiären Umfeld gab es 3 Suizide, keiner wurde vermutet oder sogar ankündigt. Alle 3 wählten eine Weise wo es kein Überleben gab.

Dieser Fall und auch der Abschiedsbrief erinnern mich an einen Mieter von mir. Der wollte gefunden werden, deshalb fand der Versuch so statt, dass nichts ernsthaftes passierte.
Der Mieter fügte sich einige harmlose Schnitte am Arm zu, hängte selbigen im 2. Stock aus dem Fenster und rief um Hilfe. Auf der damaligen weißen Hauswand, sah man die Blutspritzer sofort. Im Abschiedsbrief stand, wg. der Trennung seiner Frau wolle er nicht mehr leben, sie hatte seinen ständigen Geliebten einfach satt.
Der Versuch beeindruckte die Frau allerdings nicht.

0x Hilfreiche Antwort

#21
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31478 Beiträge, 5569x hilfreich)

Zitat (von go612472-33):
Person Y ist in Deutschland geboren,
...und alles weitere zum Lebensweg ist nicht relevant. Der Aufenthalt im Ausland über 8 Wochen und länger berechtigt nicht zu Sozialleistungen in Deutschland. Und auch nicht zu Zahlungen aus D ins Ausland.

Ich habe in # 14 geantwortet zu Ausnahmen: ---Wer schon viele Jahre vereinsamt, depressiv und psychisch erkrankt ist, wird in TU im KH nicht wieder stabilisiert. Und wer sollte solche Behandlung/Therapie bezahlen? Keiner tut das, die Schwester kann nicht, die Frau selbst auch nicht, die dt. KV auch nicht.----

Woher kommt dieser Satz mit §24? Aus welchem der Gesetzbücher? Für die Frau gilt das SGB II und das SGB V.
Das andere sind ziemlich alte Entscheidungen nach entspr. Klagen.
Irgendwelche Fundstellen mit Begriffen wie außergewöhnliche Notlage helfen nicht. Dazu braucht man nichts schreiben.

Die Person KANN zurück nach D. In D KANN sie Hilfe und Unterstützung und weiterhin Sozialleistung und Leistungen der KV/PV erhalten. Sie KANN auch in D Suizid begehen (so schreibt sie in ihrem Brief).
Sorry, manchmal ist es absolut unverständlich, einen Suizid verhindern zu wollen. Es geht hier ja nicht um eine Affekthandlung. Personen, die sich tatsächlich umbringen wollen, dürfen das, können das und bringen das auch fertig. Überall in der Welt.

Zitat (von go612472-33):
Wer nichts hat, soll verhungern.
NEIN. Die Ausnahme ist: Sie KANN und DARF zurück.
Ich kenne keine *Ausnahme*, wo der deutsche Staat einem deutschen Bürger im Ausland finanzielle Mittel zur Verfügung stellt, damit dieser sich wann auch immer dort umbringen kann oder eben trotz bescheinigter Suizidgefahr noch geschützt untergebracht und therapiert wird oder dort im eigentlich unbekannten Herkunftsland irgendwann stirbt.
Ich kenne auch keinen anderen Staat, der das tun würde... (weil hier *armes Deutschland* gefaucht wird.)

Zitat (von go612472-33):
Und ich bleibe bei meiner Meinung: ...
Das lässt überhaupt nicht vergleichen. Die Deutsche KANN und DARF. Sie hat die freie Wahl.

@ #13
Vermutlich hat die Frau keinen tunesischen Nationalpass. Sie könnte sich dann nicht einmal legitimieren.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#22
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118428 Beiträge, 39571x hilfreich)

Zitat (von Loni12):
Aufgrund ihrer Intelligenz sollte es doch möglich sein, dass sie die beste Hilfe die es gibt annimmt und die bekommt sie in Deutschland.

Vergiss es, Intelligenz nütz da nichts, Logik und Rationalität sind auch aus geschaltet bzw. folgen die einer ganz eigenen Logik.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#23
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38113 Beiträge, 13922x hilfreich)

Na ja Harry, hier hat man doch wohl versucht zu tricksen. Man weiß, dass man nicht mehr nach Deutschland zurückkehren will, holt sich die Genehmigung für einen Urlaub ein, kassiert in der Zeit weiter ALG II und Pflegegeld und vertraut darauf, dass man die Ämter mit Fakten überrollen kann. Die ärztlichen Stellungnahmen aus Deutschland liegen ja schon länger vor. Man hat also verschwiegen, was man wirklich vor hatte. Auch das ist nicht so furchtbar integer. Und alle Zahlungen laufen weiter. Man hätte das vorher klären müssen. Dann hätte man gewusst, dass das Konzept nicht läuft.

Man schafft gerade im Sozialrecht nicht juristische Ansprüche, indem man Fakten setzt, sondern, umgekehrt: man klärt die juristische Lage erst und schafft dann Fakten auf dieser Basis.

wirdwerden

-- Editiert von wirdwerden am 10.07.2022 17:20

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#24
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31478 Beiträge, 5569x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
hier hat man doch wohl versucht zu tricksen.
Das sehe ich anders. Frau X ist seit langer Zeit psychisch krank und suizidgefährdet. Den PG 3 kriegt man auch nicht einfach so.
Sie wollte erlaubt für einen max. 21tägigen *Urlaub* zu einer nahen Verwandten nach Tunesien. Ist alles geplant, Zustimmung liegt vor. Leistungen werden gewährt. Was soll da getrickst sein.
Nach den 3 Wochen soll sie zurück, will das nicht, erhängt sich nicht komplett, wird gefunden/gerettet und die Polizei findet den Abschiedsbrief.

Die Schwester sieht sich nun nach > als 8 Wochen nicht in der Lage, der Frau weiterhin Unterkunft und LU zu bieten.
Man überlegt, ob D da helfen könne/müsse, weil sie ja Deutsche ist. Und fragt hier.
Ich sehe darin weder Trickserei noch mangelnde Intelligenz.
Ich sehe die psych. kranke Frau, der unwissende Hilfswillige helfen wollen und unpassende Argumente finden.

Zitat (von wirdwerden):
Man hat also verschwiegen, was man wirklich vor hatte.
NÖ. Niemand muss bekannt geben, dass er im Ausland bleiben will oder dort evtl. Selbstmord begehen will. Was soll das denn? Nimm mal bitte den F-Rolf aus deinem Kastl. Der passt nicht.
Zitat (von wirdwerden):
man klärt die juristische Lage erst und schafft dann Fakten auf dieser Basis.
WER sollte das hier WIE in diesem Fall machen?
Frau X ist schon lange nicht mehr in der Lage, ihre juristische Lage zu klären, geschweige denn wie rational denkende Gesunde und juristisch Gebildete zu denken, zu planen, zu handeln.

Dass jemand aus Mitleid anbietet, mit nach Tunesien zu reisen, kann man auch nicht als Trickserei bezeichnen. Die TE fragt hier, was möglich wäre. Die Antwort ist: Leider nichts.

Es ist für Frau X einfach wieder schiefgegangen.

...Trickserei geht anders, da zahlen die LT brav weiter---bis der Trick auffliegt... und dann ist nix da.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#25
 Von 
Loni12
Status:
Bachelor
(3438 Beiträge, 543x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Frau X ist seit langer Zeit psychisch krank und suizidgefährdet. Den PG 3 kriegt man auch nicht einfach so.

Das bestreitet doch niemanden.
Wenn man in Urlaub fährt, gibt es doch einen Plan für die Rückkehr, besonders bei der Schwere der Erkrankung.
Es kann auch erst in Tunesien der Entschluss gefasst worden sein dort zu bleiben, in der Hoffnung der deutsche Staat überweist das Geld dorthin.
Dann gibt es einen Suizidversuch und der Abschiedsbrief wird so formuliert, dass der Versuch mit der Rückkehr nach D im Zusammenhang steht, sodass aufgrund dessen Geld fließen wird, was nun nicht der Fall ist.
Es wird die Einsamkeit in D reklamiert, mit Familie in Tunesien gab es trotzdem einen Versuch. Schon da gibt es einen Widerspruch.
Wenn die TE nicht in der Lage war, den Auslandsaufenthalt selbst zu beantragen, dann gab es Freunde welche das erledigten und genau diese hätten sicher erkundigen könnten, welche Möglichkeiten es gäbe, wenn sie in Tunesien bleiben würde.
Das die Frau in einem schlimmer Verfassung ist, kann man nachvollziehen, hat sie überhaupt noch Medikamente welche sie in D sicher bekam? Das könnte durch Freunde in D sichergestellt werden. Da ein neues Quartal anfing, bekommt man ohne KV Karte wahrscheinlich kein Kassenrezept, privat jedoch schon.

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#26
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118428 Beiträge, 39571x hilfreich)

Zitat (von Loni12):
Wenn man in Urlaub fährt, gibt es doch einen Plan für die Rückkehr, besonders bei der Schwere der Erkrankung.

Den gab es hier ja offenbar auch, hat halt nur nicht funktioniert.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#27
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31478 Beiträge, 5569x hilfreich)

Zitat (von Loni12):
Dann gibt es einen Suizidversuch und der Abschiedsbrief wird so formuliert, dass der Versuch mit der Rückkehr nach D im Zusammenhang steht, sodass aufgrund dessen Geld fließen wird,
Aus solchem Grund wird doch nun wirklich kein Geld fließen. Was soll denn diese Kurve? Wer sollte auf solche Idee kommen?

Ist auch ziemlich egal, ob mit Bedacht oder geplanter Trickserei gehandelt wurde. Das sind doch nur Vermutungen. Wenn sie zurückkehrt , kann sie wieder Leistungen erhalten. Dann ist evtl. auch die Wohnung noch nicht gekündigt.

Freunde in D??--- Man liest doch, dass sie in D völlig vereinsamt ist und dt. Psychiater bescheinigen ihr, dass sie resistent ist ... was sollen dann die Pillen?
Zitat (von Loni12):
welche Möglichkeiten es gäbe, wenn sie in Tunesien bleiben würde.
Dann hätte man dem Frager ganz genau das gesagt, was man hier lesen kann.

Es gibt keine Leistungen für deutsche LB, wenn sie länger als erlaubt im Ausland sind und sich nicht persönlich zurückmelden. Evtl. auch noch der Hinweis zum Merkblatt zur *Ortsabwesenheit* ?
https://www.arbeitsagentur.de/datei/anfrage-ortsabwesenheit_ba147389.pdf
und... abmelden bei der Meldebehörde, die Wohnung kündigen, die Wohnung räumen....

An so etwas denken oft nicht einmal vollkommen Gesunde mit vielen Freunden. Die hauen mal eben ab!

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#28
 Von 
go612472-33
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Erstens, sie hat keinen Freund "lesen hilft". Sie hat eine fremde Person um Begleitung gebeten, welche denselben Flieger hatte! Ist das Trickserei?

Zweitens, den suizidversuch in Tunesien fand statt, weil man ihr Druck gemacht hat unbedingt zurückzukehren, weil man für ihr dort nicht sorgen kann (finanziell).

Drittens, wer betrügen möchte, fliegt OHNE Genehmigung, lässt jemanden hier, der Post aufmacht und kommt halt irgendwann kurz zurück.

Viertens, sie war trotz ihrer Erkrankungen ehrlich, hat ihre Anwesenheit beim Jobcenter und auch bei der Pflegeversicherung gemeldet.

Eine Rückkehr war geplant( sonst hätte sie nicht hin und zurück gebucht).

Da es ihr dort jedoch sehr gut ging, umgeben von Familie und plötzlich war sie nicht alleine und einsam, konnte sie einfach nicht zurück. Denn sie weiß, was sie hier erwartet.

Nun, wie schon gesagt, wird es eh zu einem Suizid kommen, sobald es keinen Ausweg gibt. Jedoch dann nicht aufgrund ihrer Erkrankungen, sondern aufgrund des Staates, der sie im Stich gelassen hat.

Mit Tunesien an sich hat sie nichts am Hut. Wäre ihre Familie in Somalia, würde sie auch dorthin.

Nunja, ich habe Deutschland wenigstens etwas besser kennengelernt.

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#29
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118428 Beiträge, 39571x hilfreich)

Zitat (von go612472-33):
Jedoch dann nicht aufgrund ihrer Erkrankungen, sondern aufgrund des Staates, der sie im Stich gelassen hat.

Jetzt wird es lächerlich. Als hätte der Staat eine allumfassende Fürsorgepflicht für alle auf dem Planten verstreuten Bürger...
Nein, es sind mündige Bürger, mit entsprechender Eigenverantwortung. Wenn diese sich sehenden Auges in Gefahr begeben, ist der Anspruch auf Hilfe entsprechend gering.
Dann zu rufen "Hilfe, ich bin Deutscher, Staat hilf mir" klappt halt nicht.



Zitat (von go612472-33):
Da es ihr dort jedoch sehr gut ging, umgeben von Familie und plötzlich war sie nicht alleine und einsam, konnte sie einfach nicht zurück. Denn sie weiß, was sie hier erwartet.

Was für eine "Überraschung", angesichts der Vorgeschichte natürlich überhaupt nicht vorhersehbar...

Auslandsreise-Krankenversicherung vermutlich auch nicht abgeschlossen?


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#30
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38113 Beiträge, 13922x hilfreich)

Harry, die Auslandsreisekrankenversicherungen decken so etwas in der Regel nicht ab. Und abgesehen davon kann ja von einer Reise nicht mehr die Rede sein.

wirdwerden

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