Dringend!! Sozialhilfe, Haushaltsgemeinschaft, Unterhalt

23. März 2024 Thema abonnieren
 Von 
Tife35
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Dringend!! Sozialhilfe, Haushaltsgemeinschaft, Unterhalt

Hallo an Alle,

ich hoffe Jemand von euch kann mir bei diesem Thema helfen, habe bereits verschiedenste Beratungsstellen befragt aber Niemand kennt sich damit aus.
Also ich bin über Dreißig, Ledig, wurde kürzlich, bis 2026 als befristet voll Erwerbsgermindert erklärt, Grundsicherung wurde daher abgelehnt, obwohl ich seit meiner Kindheit krank bin, dauernd ärztliche Atteste bekomme und einen unbefristeten Schwerbehindertenausweis (50 % Seelische Behinderung) habe. War bisher nur auf dem zweiten Arbeitsmarkt tätig. Das Sozialamt sagt ich soll Hilfe zum Lebensunterhalt(Sozialhilfe) beantragen. Ich lebe mit meiner Mutter in einem Haus, sie bezieht Erwerbsminderungsrente und hat einen kleinen Nebenjob. Sie möchte keinesfalls dass ich Sozialhilfe beantrage, sie sagt ihr Konto wird dann halbjährlich überprüft und wenn sie stirbt fordert das Sozialamt den Verkauf des Hauses und möchte eine Rückzahlung. Ich habe vor 8 Jahren sogar auf meinen Pflichtteil verzichtet und dies Notariell beglaubigen lassen. Stimmt das was meine Mutter sagt? Wie viel darf meine Mutter monatlich verdienen um als nicht Unterhaltspflichtig zu gelten? Wir leben in einer Haushaltsgemeinschaft.
Möchte finanziell endlich etwas unabhängiger werden und mit über dreißig nicht total abhängig von meiner Mutter sein.
Danke im Voraus!

LG
Tifa

-- Editiert von User am 23. März 2024 15:55

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10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(33295 Beiträge, 5794x hilfreich)

Zitat (von Tife35):
einen unbefristeten Schwerbehindertenausweis (50 % Seelische Behinderung) habe
Das ist für Sozialhilfe nicht relevant.
Zitat (von Tife35):
Das Sozialamt sagt ich soll Hilfe zum Lebensunterhalt(Sozialhilfe) beantragen.
Ja, das kannst du machen. Vermutlich würdest du HLU nach §27 SGB XII erhalten.
Zitat (von Tife35):
Stimmt das was meine Mutter sagt?
Nein. SO stimmt es jedenfalls nicht.
Zitat (von Tife35):
War bisher nur auf dem zweiten Arbeitsmarkt tätig.
Hast du in dieser Zeit Alg2 bzw. Bürgergeld als Ergänzung vom Jobcenter erhalten?
Zitat (von Tife35):
Wie viel darf meine Mutter monatlich verdienen um als nicht Unterhaltspflichtig zu gelten?
Sie wird wohl immer unterhaltspflichtig bleiben, aber evtl. ist sie nicht leistungsfähig für 2 Personen...
Zitat (von Tife35):
Möchte finanziell endlich etwas unabhängiger werden
Wie war das denn ab 25?

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#2
 Von 
Nana71
Status:
Lehrling
(1237 Beiträge, 140x hilfreich)

Zitat (von Tife35):
Möchte finanziell endlich etwas unabhängiger werden und mit über dreißig nicht total abhängig von meiner Mutter sein.


Warum ziehst du dann nicht einfach aus?

Signatur:

Ich gebe lediglich meine Meinung wieder - Rechtsberatung gibt es gegen Bezahlung beim Anwalt.

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#3
 Von 
Tife35
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo Anami und Nana,

danke für eure Antworten.

Aber wie stimmt es dann Anami?

Nein, ich habe kein Geld vom Jobcenter erhalten, hatte bis 27 Jahren Halbwaisenrente bekommen und war die meiste Zeit in einem Zuverdienstprojekt am zweiten Arbeitsmarkt tätig, davon habe ich gelebt. Habe wegen meiner Mutter immer auf staatliche Hilfe verzichtet. Wie viel darf meine Mutter verdienen ohne unterhaltspflichtig zu sein?


Ausziehen ist nicht so einfach, habe nie alleine gelebt und bin durch meine Seelische Erkrankung stark eingeschränkt... Ziehe es aber im Moment wirklich in Betracht, würde sich dann etwas ändern bezüglich Unterhaltspflicht?


LG

Tifa

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#4
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(39009 Beiträge, 14088x hilfreich)

Mir ist nicht klar, ob Du komplett erwerbsunfähig bist, denn weder ein festgestellter GdB noch eine psychische Erkrankung sind ein Indiz dafür. Du hast ja offensichtlich immer mal wieder gearbeitet, musstest wegen der Halbwaisenrente und der Unterstützung durch die Mutter auch nicht an einer Lösung des Problems arbeiten. Das wäre jetzt erst einmal zu klären. Es könnte nämlich sein, dass Du ein Bürgergeld-Fall bist.

Es wird dann von der zuständigen Behörde/dem JC überprüft, ob vorrangig andere für Dich finanziell eintreten müssen. Das ist jedenfalls dann nicht der Fall, wenn Du dem Arbeitsmarkt theoretisch zur Verfügung stehst, also mindestens drei Stunden am Tag arbeiten kannst.

Nach dem Tod Deiner Mutter wird unabhängig davon, ob Du zu diesem Zeitpunkt schon Sozialgeldempfänger bist, überprüft werden, wie mit dem Erbe umzugehen ist, und zwar immer dann, wenn Du dann durch Wegfall der Unterstützung durch die Mutter staatliche Unterstützung benötigst. Sich darüber jetzt Gedanken zu machen, das ist nun wirklich verfrüht.

wirdwerden

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#5
 Von 
Tife35
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo Wirdwerden,


ich wurde von der Rentenkasse bis 2026 als befristet voll Erwerbsgemindert eingestuft. War bisher nur am zweiten Arbeitsmarkt tätig. Das steht alles in meinem Beitrag, habe lange nach einer Lösung gesucht und wirklich Vieles probiert aber darum geht es jetzt nicht. Hoffe auf Antworten um meiner Mutter die Angst zu nehmen, denn eigentlich würde mir ja die Hilfe zum Lebensunterhalt zustehen.

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#6
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(33295 Beiträge, 5794x hilfreich)

Zitat (von Tife35):
Aber wie stimmt es dann Anami?
Wenn das Sozialamt auf Nachfrage bereits empfiehlt, HLU (Hilfe zum Lebensunterhalt nach Kap.3 SGB XII) zu beantragen, dann kannst du das doch tun.
Wenn du geschäftsfähig und nicht unter Betreuung stehst, darfst, kannst und solltest du diesen Antrag stellen.
Es gibt beim Sozialamt Berater, die bei dem Antrag helfen.
Wenn schon auf HLU verwiesen wurde, kommt vermutlich keine Eingliederungshilfe nach SGB IX in Betracht.

Nach Antragstellung werden deine+Mutters Nachweise, Unterlagen, Angaben geprüft und es kommt für dich ein Bescheid.

Eine Ablehnung kommt, wenn deine Mutter ein so hohes Einkommen hat, dass sie dich noch unterstützen kann. Sie ist dann ---leistungsfähig---.
Eine Bewilligung kommt, wenn deine Mutter dazu ---nicht leistungsfähig--- ist.

Zitat (von Tife35):
die meiste Zeit in einem Zuverdienstprojekt am zweiten Arbeitsmarkt tätig
Was war das denn? Wurde jemals in die gesetzl. Rentenversicherung eingezahlt? Oder freiwillig?
Zitat (von Tife35):
Habe wegen meiner Mutter immer auf staatliche Hilfe verzichtet.
Das kann und darf nun auch mal beendet werden.

Zitat (von Tife35):
Wie viel darf meine Mutter verdienen ohne unterhaltspflichtig zu sein?
Die Frage ist, ob sie ---leistungsfähig... ist.
Sie HAT ja ihr Einkommen aus Rente+Job, das braucht sie auch nicht aufgeben. Sie muss auch das Haus nicht verkaufen, sie muss auch nicht alle 6 Monate alle Konten offenlegen und was nach ihrem Tod ist, weiß jetzt niemand.

Es hängt also jetzt vor allem von der Höhe ihrer EM-Rente+Zuverdienst ab. Davon muss sie ja auch noch Kosten fürs Haus tragen.
Sie erhält vermutlich auch Kindergeld für dich mit mtl. 250,-. Das gehört zu ihrem Einkommen.

Das Jobcenter mit Bürgergeld/Grundsicherung für Erwerbsfähige hat zu Recht abgelehnt---weil du voll erwerbsgemindert bist.
Die EM-Renten-Befristung gilt mW immer 3Jahre, bei Chronikern wird immer um weitere 3 J verlängert.

Zitat (von Tife35):
Ziehe es aber im Moment wirklich in Betracht, würde sich dann etwas ändern bezüglich Unterhaltspflicht?
Es stellt sich auch für diesen Plan die Frage, ob deine Mutter überhaupt mit ihrem Einkommen --leistungsfähig---zu Unterhalt wäre.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#7
 Von 
Tife35
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

danke Anami dass du dir die Zeit genommen und so ausführlich geantwortet hast.

Ich denke schon dass in die Rentenersicherung eingezahlt wurde aber nur sehr wenig, es war ein Mini Job am zweiten Arbeitsmarkt.

Ja, Kindergeld bekomme ich auch, davon wird meine Krankenversicherung bezahlt . Aber wie viel meine Mutter genau Monatlich haben darf weisst du nicht zufällig? Ich lese immer wieder von einem Jahreseinkommen von 100000 €, das wird wahrscheinlich nur der Fall sein wenn wir nicht zusammen wohnen, da wir aber eine Haushaltsgemeinschaft bilden wird wohl anders gerechnet aber finde rein gar nichts darüber im Internet. Grundsicherung hätte ich nur bekommen, wenn ich als unbefristet voll erwerbsgemindert eingestuft worden wäre, aber das ist in meinem Alter denke ich sehr schwierig.

Darf ich fragen woher du die Informationen hast? Kennst du Jemanden in einer ähnlichen Lage?

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(33295 Beiträge, 5794x hilfreich)

Zitat (von Tife35):
Aber wie viel meine Mutter genau Monatlich haben darf
Ich versuchs nochmal: Es geht nicht darum, wieviel sie mtl. haben darf.
Es geht darum, ob sie mit dem, was sie jetzt als Einkommen hat, überhaupt für dich Unterhalt nach Gesetz leisten könnte.

Dass deine Mutter das nicht will und irgendwelche Ängste hat, ist das Eine.
Dass du evtl. Anspruch hast, stellt das Sozialamt nach Antragsprüfung fest. Das ist das Andere.

Ich meine, Dein/Euer Fall ist ein spezieller.
Ich gehe auch davon aus, dass deine Mutter mit EM-Rente und kleinem Nebenjob keine 100.000,- im Jahr hat.
Zitat (von Tife35):
Kennst du Jemanden in einer ähnlichen Lage?
Nein, in dieser speziellen Lage kenne ich niemanden.
Aber ich kenne Rentner, die lieber trockenBrot kauen, weil sie eine geringe Rente haben und umhImmelswillen bloß nicht zum Amt gehen. Weder zum Amt für Wohngeld noch zum Amt für Soziales. Und ich lese fast wöchentlich, dass die Sozialämter die Häuser wegnehmen oder zum Verkauf zwingen, usw.

Gern nochmal: Man kann diesen Antrag stellen. Deine Mutter kann sich sogar selbst vom Sozialamt beraten lassen. Und wenn sie trotzdem alles nicht glaubt/nur anderen Infos glaubt, dann kannst du über Auszug nachdenken. Oder kannst auch wieder verzichten auf Leistungen, falls das Amt dir welche bewilligt.

Wenn deine Mutter gar keine Angaben machen will, dann kann das Amt natürlich weder positiv noch negativ rechnen. :sad:

Zitat (von Tife35):
Grundsicherung hätte ich nur bekommen, wenn ich als unbefristet voll erwerbsgemindert eingestuft worden wäre
Da würdest du doch auch in HG mit deiner Mutter zusammen leben...und es würde vermutet, dass deine Mutter dir (ausreichend) Unterhalt leistet.

Wer hat euch denn überhaupt als Haushaltsgemeinschaft eingestuft?
Wann hast du mit deiner lebenslangen Behinderung und nun einer vollen Erwerbsminderung (die vermutlich alle 3 Jahre verlängert wird) eine Ablehnung der Grundsicherung nach Kap.4 SGB XII erhalten? War das eine schriftliche Ablehnung?


Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(39009 Beiträge, 14088x hilfreich)

Meine Überlegung war noch eine weitere. Selbst wenn man als erwerbsgemindert eingestuft ist, bedeutet das ja nicht, dass man nicht stundenweise/tageweise arbeiten kann. Hat ja bisher auch immer mal geklappt. Und das tut ja auch der eigenen Mentalität gut. Das war mein Ansatzpunkt. Dann stellt sich die Problematik nicht unbedingt. Ich würde als ersten Schritt überlegen, was ich selbst leisten kann, was geht. So, dann würde ich vielleicht mal eine soziale Beratungsstelle aufsuchen. Caritas, Diakonie, keine Ahnung, was es bei Euch gibt. Und ein Konzept ausarbeiten. Mit denen.

Und einerlei, ob Du bei Deiner Mutter lebst oder Dich abnabelst, das ändert an den möglichen Unterhaltsansprüchen gegen die Mutter gar nichts. Aber, erst einmal den Status klären, dann sieht man weiter.

wirdwerden

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#10
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(33295 Beiträge, 5794x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
So, dann würde ich vielleicht mal eine soziale Beratungsstelle aufsuchen.
Zitat (von Tife35):
habe bereits verschiedenste Beratungsstellen befragt aber Niemand kennt sich damit aus.

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