Dürfen Eltern bei Übernahme Wohnkosten durch Jobcenter unterstützen?

25. Juni 2023 Thema abonnieren
 Von 
webyogi
Status:
Beginner
(104 Beiträge, 8x hilfreich)
Dürfen Eltern bei Übernahme Wohnkosten durch Jobcenter unterstützen?

Hallo zusammen,
Ich bin Vermieter von Mietwohnungen in einer durch das Jobcenter anerkannten Wohnungsgröße. Allerdings liegt die Kaltmiete über dem vom Jobcenter anerkanntem Satz. Es bewerben sich regelmäßig Kunden des Jobcenters um die Wohnung und genauso regelmäßig muss ich denen mit Verweis auf Mietobergrenzen absagen. Aktuell kam einer auf die Idee, für den Differenzbetrag selbst aufzukommen. Das wird das Jobcenter vermutlich nicht dulden, weil dann rein rechnerisch die Unterstützung der Lebenshaltung unter das Existenzminimum fallen würde. Die nächste Idee - den Differenzbetrag durch den Vater bezahlen zu lassen. der wäre auch bereit, dafür einen Bürgschaftsvertrag zu unterschreiben. Kann dieses Konstrukt funktionieren oder gibt es eine weitere Alternative?

Viel Grüße

Bescheid anfechten?

Bescheid anfechten?

Ein erfahrener Anwalt im Sozialrecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Ein erfahrener Anwalt im Sozialrecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Kostenlose Einschätzung starten Kostenlose Einschätzung starten



15 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31598 Beiträge, 5576x hilfreich)

Zitat (von webyogi):
Es bewerben sich regelmäßig Kunden des Jobcenters um die Wohnung und genauso regelmäßig muss ich denen mit Verweis auf Mietobergrenzen absagen.
Warum musst du absagen?
Zitat (von webyogi):
Aktuell kam einer auf die Idee, für den Differenzbetrag selbst aufzukommen.
Tolle Idee, mW machen das seit Jahren und bundesweit ZIgtausende. Entweder als Bestandsmieter, weil sie nicht in billigeres umziehen wollen oder als Neumieter mit tw. Selbstzahlung.
Das JC leistet dann uU eben ab xxDatum nur noch in *angemessener Höhe*.
Kommt gegenüber dem JC darauf an, ob der Umzug erforderlich ist, was der Kunde vorher für Wohnkosten hatte...usw

Zitat (von webyogi):
den Differenzbetrag durch den Vater bezahlen zu lassen.
Auch das ist eine oft schon genutzte Variante. Papa oder XY zahlt die Differenz direkt auf das Vermieterkonto. Vermieter hat einen Bürgen.
Zitat (von webyogi):
weil dann rein rechnerisch die Unterstützung der Lebenshaltung unter das Existenzminimum fallen würde.
Nein, das ist kein Argument und dem JC iaR egal. Der *ausgerechnete Regelbedarf für den LU* beinhaltet Puffer.
Zitat (von webyogi):
Kann dieses Konstrukt funktionieren
Ja, es funktioniert beides seit Jahren und überall und ganz legal und ziemlich unbürokratisch.

p.s. Eltern oder andere dürfen JC-Kunden sogar auch beim LU unterstützen, zB mit Sachwerten in geringem Umfang.

-- Editiert von User am 26. Juni 2023 11:07

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
webyogi
Status:
Beginner
(104 Beiträge, 8x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Das JC leistet dann uU eben ab xxDatum nur noch in *angemessener Höhe*.
Kommt gegenüber dem JC darauf an, ob der Umzug erforderlich ist, was der Kunde vorher für Wohnkosten hatte...usw

Da steh ich mit offenem Mund und vernehme das gerne. Ich hatte vor etwas mehr als 1 Jahr zuletzt einer alleinstehenden Mutter mit Kind die Wohnung zur Miete überlassen. Kurze Zeit später durfte die wieder ausziehen, weil das zuständige Jobcenter eben nicht gewillt war, nur den die angemessene Höhe zu bezahlen. Meine Wohnimmobilien liegen in einem Gebiet, das als sozialer Brennpunkt gilt. Eventuell spielt das eine Rolle bei der Zurückhaltung des Jobcenters.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31598 Beiträge, 5576x hilfreich)

Zitat (von webyogi):
Kurze Zeit später durfte die wieder ausziehen, weil das zuständige Jobcenter eben nicht gewillt war, nur den die angemessene Höhe zu bezahlen.
Da kam es sicher auf mehrere Parameter an.
- Wenn die Mutter vorher in diesem JC-Bereich wohnte und eine geringere Miete bezahlte
- und sich ohne den JC-Nachweis der Erforderlichkeit des Umzugs (zB wegen des Kindes) bei dir eingemietet hatte,
- dann zahlt das JC nur die bisherigen Wohnkosten.

Wieder ausgezogen ist die Mieterin, weil sie offenbar auch nicht wusste, dass sie selbst die Differenz hätte zuzahlen können, damit du als Vermieter die vereinbarte Miete erhältst.
Oder sie nicht wusste, wie sie sich hätte wehren können.
Oder die Differenz einfach zu groß war.
Ob Brennpunkt oder nicht---für die JC gelten die für den Ort in der jeweiligen Richtlinie als angemessen bezeichneten Richtwerte. Gibts also für jede Stadt und jeden LK.
Auch in total teuren Wohngegenden gelten die Angemessenheits-Richtwerte, dann eben für diesen Ort.

Was bleibt?
Mieter können die Differenz auch selbst zahlen.
Dritte können die Differenz direkt an den Vermieter zahlen (also nicht über das Konto des Mieters laufen lassen).

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

1x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
AxelK
Status:
Philosoph
(13035 Beiträge, 4437x hilfreich)

Zitat:
Allerdings liegt die Kaltmiete über dem vom Jobcenter anerkanntem Satz.


Entscheiden für die Angemessenheit ist nicht allein die Kaltmiete, sondern die Kaltmiete inkl. kalte Nebenkosten.

Zitat:
Aktuell kam einer auf die Idee, für den Differenzbetrag selbst aufzukommen.


Das ist grundsätzlich zulässig. Je nachdem, wie viel zu teuer die Wohnung, also wie hoch der Eigenanteil des Mieters ist, wird das Jobcenter ggf. irgendwann Zweifel bekommen, ob Dein Mieter die Differenz tatsächlich aus der Regelleistung zahlt, oder ggf. über nicht bekanntes Einkommen verfügt. Ist aber letztendlich nicht Dein Problem.

Zitat:
Die nächste Idee - den Differenzbetrag durch den Vater bezahlen zu lassen.


Auch das ist grundsätzlich zulässig. Der Vater sollte die Differenz allerdings unbedingt direkt an Dich und nicht etwa an seine Tochter/seinen Sohn zahlen. Das würde das Jobcenter dann vermutlich als Einkommen anrechnen.

Dem Mieter, der während des Leistungsbezuges umzieht, muss klar sein, dass er bei Anmietung einer unangemessen teuren Wohnung

1. keine Umzugskosten erhält,
2. keine Mietkaution (als Darlehen) erhält und
3. wenn er im Zuständigkeitsbereich des selben Jobcenter bleibt und der Umzug nicht als notwendig anerkannt wird, nur die Kosten der bisherigen Wohnung erhält. Das gilt insbesondere auch, wenn die bisherige Wohnung preiswerter gewesen ist, als die neue.

Zitat:
Kurze Zeit später durfte die wieder ausziehen, weil das zuständige Jobcenter eben nicht gewillt war, nur den die angemessene Höhe zu bezahlen.


Vermutlich lag tatsächlich keine Umzugsnotwendigkeit vor und das Jobcenter hat die Kosten auf die der alten Wohnung gedeckelt.

Zitat:
Meine Wohnimmobilien liegen in einem Gebiet, das als sozialer Brennpunkt gilt.


Das sollte er zu einer günstigen Miete führen.

Zitat:
Eventuell spielt das eine Rolle bei der Zurückhaltung des Jobcenters.


Ziemlich sicher nein.

Gruß,

Axel

1x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
webyogi
Status:
Beginner
(104 Beiträge, 8x hilfreich)

Vielen Dank für die kompetenten Kommentare!
Ich habe natürlich auch das zuständige Jobcenter kontaktiert, aber da kamen entweder ausweichende Antworten: "Einzelfallbetrachtung durch jeweils zuständiges Team" oder gar keine ( Mail ans zuständige Team ). Auf der Homepage bin ich auch nicht fündig geworden, die dort hinterlegten Richtlinien und FAQ treffen auf meine Situation nicht zu.

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31598 Beiträge, 5576x hilfreich)

Zitat (von webyogi):
aber da kamen entweder ausweichende Antworten:
Du als Nichtkunde wirst dort keine Auskunft erhalten. Der Datenschutz ...
Zitat (von webyogi):
die dort hinterlegten Richtlinien und FAQ treffen auf meine Situation nicht zu.
Die KdU-Richtlinien sollen die max. angemessenen Unterkunftskosten und Heizungskosten angeben. Bruttokalt+ Heizkosten.
Aber Richtlinien sind keine Gesetze, Richtwerte/Mietobergrenzen sind keine Absolutwerte.
Und Richtlinien sind gerichtlich angreifbar.

Tipp für die nächsten Vermietungen an JC-Kunden:
-Den Interessenten als Auflage mitgeben, sich zuerst die Erforderlichkeit ihres Umzuges mit einem formlosen 3-Zeiler vom JC bestätigen zu lassen.
-Dann ein Mietangebot aushändigen. Das kann *unangemessen* gem. der RiLi sein.

Zitat (von webyogi):
die dort hinterlegten Richtlinien
Sind die denn aktuell und aussagekräftig?

Hier ist eine Sammlung, aber leider auch nicht so aktuell:
https://harald-thome.de/informationen/bundesweite-dienstanweisungen-kdu.html

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
webyogi
Status:
Beginner
(104 Beiträge, 8x hilfreich)

Zitat (von AxelK):
Das sollte er zu einer günstigen Miete führen.

... und zu einer niedrigeren Obergrenze für "Angemessenheit".
Konkret liegt in der gemeinten Großstadt mit 1/2 Mio Einwohner die Obergrenze für Bruttokaltmiete bei 472 Euro für 2 Personen. Zieht man moderate 2 Euro je qm an Nebenkosten ab, bleiben für die Kaltmiete 6,35€ je qm übrig. Laut Immoscout gibt es in der Gegend zur Zeit kein passendes Angebot, die untere Grenze der Mietangebote liegt bei 6,50€.

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Tehlak
Status:
Praktikant
(919 Beiträge, 271x hilfreich)

Zitat (von webyogi):
... und zu einer niedrigeren Obergrenze für "Angemessenheit".


Es steht dem "Kunden" des Jobcenters jederzeit der Widerspruch und der Rechtsweg offen. Es ist nicht ungewöhnlich das ein Sozialgericht eine andere Meinung was angemessene Kosten angeht hat als das Jobcenter.

Aber als Vermieter steht man da eh aussen vor - solange die Miete bezahlt wird braucht einen der Rest nicht zu kümmern.

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31598 Beiträge, 5576x hilfreich)

Zitat (von webyogi):
Laut Immoscout
Damit kann man weder als Mieter beim JC noch als Vermieter beim Mieter was bewirken.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
AxelK
Status:
Philosoph
(13035 Beiträge, 4437x hilfreich)

Zitat:
Auf der Homepage bin ich auch nicht fündig geworden, die dort hinterlegten Richtlinien und FAQ treffen auf meine Situation nicht zu.


Die Richtlinien sollte nicht situationsbedingt unterschiedlich sein. Von daher verstehe ich nicht so ganz, was Du damit meinst. Die Richtlinie nennt einen Höchstbetrag der ohne weitere Prüfung als angemessen anerkannt wird. Nicht mehr und nicht weniger. Zu was für einer Situation sollte das nicht passen?

Zitat:
Du als Nichtkunde wirst dort keine Auskunft erhalten. Der Datenschutz ...


Korrekt.

Zitat:
Aber Richtlinien sind keine Gesetze, Richtwerte/Mietobergrenzen sind keine Absolutwerte.
Und Richtlinien sind gerichtlich angreifbar.


Auch korrekt. Allerdings wird das Jobcenter sich erstmal an die eigenen Richtlinien und Obergrenzen halten. Das heißt, jeder Leistungsberechtigte, der diese Obergrenzen gerichtlich überprüfen lassen möchte, sollte sich darauf einstellen, dass er bis zu einer gerichtlichen Entscheidung zunächst einmal nur die Obergrenze bekommen wird. Bis zu einer gerichtlichen Entscheidung vergehen gerne mal 1 bis 2 Jahre. Das muss halt immer auch finanzierbar sein.

Zitat:
Den Interessenten als Auflage mitgeben, sich zuerst die Erforderlichkeit ihres Umzuges mit einem formlosen 3-Zeiler vom JC bestätigen zu lassen.


Wenn das im Einzelfall funktioniert, ist das sicherlich eine gute Sache. Grundsätzlich ist die Bestätigung der Erforderlichkeit aber immer auch an ein konkretes Wohnungsangebot gebunden.

Zitat:
und zu einer niedrigeren Obergrenze für "Angemessenheit".


Ist das so zu verstehen, dass die Kommune bei Euch unterschiedliche Obergrenzen für verschiedene Stadtteile vorgibt? DAS wäre ja schonmal ein Ansatz, die kommunale Richtlinie anzugreifen. Das dürfte nämlich nur in gut begründeten Ausnahmefällen zulässig sein.

Zitat:
Bruttokaltmiete bei 472 Euro für 2 Personen. Zieht man moderate 2 Euro je qm an Nebenkosten ab, bleiben für die Kaltmiete 6,35€ je qm übrig.


Davon ausgehend, dass für 2 Personen (mindestens) 60 qm (in den meisten Bundesländern wohl 65 qm) als max. angemessene Wohnungsgröße anerkannt wird, komme ich auf einen Preis von 7,87 Euro. Abzgl. 2 Euro Nebenkosten (die ich allerdings nicht für moderat, sondern eher für recht hoch halte) blieben 5,87 Euro für die Nettokaltmiete. Wie kommst Du auf 6,35 Euro?

Zitat:
Laut Immoscout

Damit kann man weder als Mieter beim JC noch als Vermieter beim Mieter was bewirken.


Naja, im Streitfall ist es immer gut, nachweisen zu können, dass keine, oder jedenfalls nicht ausreichend angemessene Wohnungen verfügbar sind. Und da kann die Auswertung entsprechender Portale durchaus hilfreich sein, wobei das dann schon über einen längeren Zeitraum gemacht werden und man sich nicht auf ein Portal beschränken sollte. Andersrum bedienen sich die Jobcenter im Übrigen durchaus derartiger Portale um nachzuweisen, dass eben doch ausreichend angemessener Wohnraum verfügbar ist.

Gruß,

Axel

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
webyogi
Status:
Beginner
(104 Beiträge, 8x hilfreich)

Zitat (von AxelK):
Die Richtlinie nennt einen Höchstbetrag der ohne weitere Prüfung als angemessen anerkannt wird. Nicht mehr und nicht weniger. Zu was für einer Situation sollte das nicht passen?

Ich möchte eine Wohnung vermieten und eine Miete etwas oberhalb Höchstsatz erzielen. Es bewirbt sich ein Kunde des Jobcenters, der von diesem veranlasst worden ist, sich eine kleinere Wohnung zu suchen. Eine nach Wohnfläche passende Wohnung hat er in meiner gefunden, aber es gibt keine Aussage, ob dauerhaft akzeptiert wird, wenn der mit Wohnkosten über dem Limit liegt bzw. wenn ihn ein Verwandter sponsert.

Dazu hab ich hier bereits gute Hinweise vernommen. Im Ergebnis bedeutet dass für mich, dass ich Kunden des Jobcenters aus den Bewerbern rausfiltern werde, weil ich nicht warten will, bis das Jobcenter zu einer Einschätzung gekommen ist bzw. sogar eine Ablehnung ausspricht und ich wieder von vorne anfange.

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
webyogi
Status:
Beginner
(104 Beiträge, 8x hilfreich)

Zitat (von AxelK):
Davon ausgehend, dass für 2 Personen (mindestens) 60 qm (in den meisten Bundesländern wohl 65 qm) als max. angemessene Wohnungsgröße anerkannt wird, komme ich auf einen Preis von 7,87 Euro. Abzgl. 2 Euro Nebenkosten (die ich allerdings nicht für moderat, sondern eher für recht hoch halte) blieben 5,87 Euro für die Nettokaltmiete. Wie kommst Du auf 6,35 Euro?

Meine Wohnung hat rund 57m2. In NRW lag der Betriebskostendurchschnitt in 2019 laut Mieterbund bei 2,28€, da sind 2 Euro heute durchaus moderat. Die Stadt ist bekannt dafür, zu den Spitzenreitern bei Entsorgung zu gehören.
472 Limit abzüglich 57*2 Euro Nebenkosten macht 358 für Nettokaltmiete. 358 für 57m2 führt zur maximalen Nettokaltmiete 6,28€. ( Die kleine Abweichung zu 6,35 liegt in Rundungen, ich hab hier der Einfachheit halber mit gerundeten Daten gerechnet.)

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31598 Beiträge, 5576x hilfreich)

Zitat (von webyogi):
Ich möchte eine Wohnung vermieten und eine Miete etwas oberhalb Höchstsatz erzielen.
Das hatten wir ja schon weiter oben. Und auch noch:
- Für 1 Person 57m² und auch noch unangemessen--- wird schwierig. Aber mit Bürge oder Selbstzuzahlung, mit Umzugskosten in Selbsthilfe und Kaution vom Bürgen ... wäre das machbar.
Und/oder:
- Wenn evtl. das JC doch die etwas höheren Kosten anerkennt (Sonderfälle, Ausnahmen), dann aber nach vorheriger Zustimmung.
Zitat (von webyogi):
der von diesem veranlasst worden ist, sich eine kleinere Wohnung zu suchen.
NÖ. Schon falsch. Aber anderes Thema.**
Zitat (von webyogi):
Eine nach Wohnfläche passende Wohnung hat er in meiner gefunden, aber es gibt keine Aussage, ob dauerhaft akzeptiert wird, wenn der mit Wohnkosten über dem Limit liegt bzw. wenn ihn ein Verwandter sponsert.
Es geht vor allem um die Kosten. Richtig, solche Aussagen für ewig gibt das JC nicht. Entweder antwortet das JC auf das vorgelegte Mietangebot: Ja, die KDU werden übernommen. Oder nein, die KDU sind unangemessen, es wird nur in angemessener Höhe bezahlt. und Hinweis zu Kosten für Umzug, Kaution, BK-Änderung.

Zitat (von webyogi):
Im Ergebnis bedeutet dass für mich,
Das steht dir frei. Schließlich bist du der Herrscher über die Vermietung. Mir bekannt sind aber durchaus sehr schnelle Entscheidungen mehrerer JC (am gleichen Tage), wenn ein Mietangebot vorliegt und die bisherigen KDU des JC-Kunden schon unangemessen sind und der schon länger sucht. Die JC wissen um den Notstand an preiswerten/angemessenen Unterkünften.

Zu Ausnahmen: Durchaus kann ein JC auch höhere als die in der RiLi genannten KDU/Mietobergrenzen Einzelfall anerkennen. Deshalb sind es Richtwerte, keine Absolutwerte.

Die kalten BK kennt das JC, da braucht man keine Zahlenspielerei betreiben. BK-Werte von 2019 sind hoffnungslos veraltet. Auch in NRW haben sich die BK erheblich verteuert.

Ergo: Du vermietest lieber nicht an JC-Kunden, weils dir zu lang dauern könnte...Schade.
In Brennpunkten gibts auch andere Interessenten. Ob diese dann regelmäßig pünktlich zahlen? Ob die Bürgen bringen?

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
webyogi
Status:
Beginner
(104 Beiträge, 8x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Ergo: Du vermietest lieber nicht an JC-Kunden, weils dir zu lang dauern könnte...Schade.
In Brennpunkten gibts auch andere Interessenten. Ob diese dann regelmäßig pünktlich zahlen? Ob die Bürgen bringen?


Das ist es auf den Punkt gebracht. ich habe wegen der Knappheit preiswerter Wohnungen am Ort Vollauslastung meiner Wohnungen und Mieter mit guter Zahlungsmoral. In den letzten Jahren NULL Zahlungsausfall. Das mit Bürgen funktioniert auch, zuletzt habe ich eine Wohnung an Leute mit Mietschulden aus früherem Mietverhältnis eine Wohnung überlassen, vertraglich abgesichert durch einen Bürgen. Ich habe schon ein Auge auf soziale Belange und bin bereit, Menschen zu unterstützen, die unverschuldet in Not geraten sind und den Eindruck machen, sich da rausarbeiten zu wollen.
Einer meiner letzten Zahlungsausfälle war durch Kunden des Jobcenters. Der hatte behauptet, dass er nicht flüssig sei, weil das Jobcenter Überweisungen verschludert hätte. Bei Nachfrage beim Jobcenter bin ich natürlich vor die Datenschutzmauer gerannt. Es hat ein Jahr gedauert, bis ich den rausgeklagt hatte. Dabei wäre ich durchaus bereit gewesen, über eine einvernehmliche Lösung nachzudenken. Die gibt's leider nicht ohne Transparenz.
Ich hatte die Hoffnung, dass mit der Einführung des Bürgergelds mehr Transparenz/Kooperationsbereitschaft in die Abwicklung gekommen wäre. Die Beiträge hier haben mich eines Besseren belehrt.

0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31598 Beiträge, 5576x hilfreich)

Zitat (von webyogi):
Ich hatte die Hoffnung, dass mit der Einführung des Bürgergelds mehr Transparenz/Kooperationsbereitschaft in die Abwicklung gekommen wäre.
Das hatte der Gesetzgeber vermutlich auch gehofft. Die Schlagworte, die du nennst, sollen eher den Bereich Arbeitsvermittlung *verändern*.
Das Gesetz ist taufrisch und vor allem bei den Wohnkosten bleibts, wie es war.

Die Gesetzesreform des SGB II zum BüG hatte nicht zum Inhalt, einfacher/unbürokratischer zu werden... oder einfach höhere Mietobergrenzen zu setzen.
Das ist noch immer Sache der Kommunen, weil die den allergrößten Brocken der KDU zu leisten haben.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 265.022 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 30
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
107.224 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. zzgl. 5€ Einstellgebühr pro Frage.

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen
Wurde Ihr Pflegegrad zu niedrig eingestuft?
Wir schreiben Ihre Widerspruchsbegründung. Dabei entstehen für Sie keine Kosten.