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EGV bei verschuldeten Elternteil

 Von 
Lony
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
EGV bei verschuldeten Elternteil

Hallo,

ich habe ein Problem.
Ich arbeite schon seit über 10 Jahren ohne jemals irgendwelche Unterstützungen oder ähnliches erhalten zu haben.
Meine Mutter bei der ich wohne ist aber leider schwer verschuldet, jetzt droht der rauswurf aus der Wohnung.

Soweit so schlecht,
jetzt soll ich!! aber eine Eingliederungsvereinbarung unterschreiben mit dem Ziel der "Weiterführung der Beschäftigung" in einen Betrieb in dem ich schon über 10 Jahre arbeite!?

Angeblich soll ich dafür "Gewährung von SGBII Leistungen" bekommen.

Ich habe leider echt keine Ahnung was das ganze für mich bedeutet und was ich mir dadurch erhoffen soll.


Schreiben die auch meinen Arbeitgeber an?

Wäre für eine Antwort sehr dankbar, bei den div. Suchmaschinen habe ich leider so einen Fall nicht gefunden wo jemand der einen festen Job hatt sowas angedreht werden soll.

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Mutter Eingliederungsvereinbarung EGV Arbeitgeber


6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
AxelK
Status:
Philosoph
(12416 Beiträge, 4190x hilfreich)

@Lony:

Du bist berufstätig und beziehst keine staatlichen Leistungen, sollst aber trotzdem eine Eingliederungsvereinbarung unterschreiben? Wer verlangt das?

Bezieht Deine Mutter ALG II und wohnst Du nocht bei ihr? Wenn ja, wie alt bist Du?

Hast Du die Eingliederungsvereinbarung vorliegen, oder wenigstens schonmal gelesen? Was steht das drin?

Im Moment ist das ganze für mich nicht nachvollziehbar. Beantworte mal bitte die Fragen und dann sehen wir weiter.

Gruß,

Axel

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"Ausführliche Infos zu ALG 2 auf meiner Website: http://www.axelkrueger.info"

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#2
 Von 
alida
Status:
Student
(2673 Beiträge, 615x hilfreich)

Wie alt bist du?
Wurde von deiner Mutter die Übernahme der Mietschulden beantragt?

-----------------
" "

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#3
 Von 
Lony
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo,

ich bin 24, berufstätig und wohne im moment noch bei meiner Mum.

In der EGV steht soviel wie:

Ziel(e)
Weiterführung der Beschäftigung

1.Ihr Träger für Grundsicherung ARGE unterstützt sie mit Folgenden Leistungen zur EIngliederung.

Gewährung von SGB II-Leistungen (sofern ein Anspruch besteht)

2.Bemühungen von Herr X zur Eingliederung in Arbeit

Weiterführung der Beschäftigung bei der Firma AAA als ABC

Rückgabe der unterschriebenen Eingliederungsvereinbarung bis spätestens xx.xx.xxxx zu Händen von Herrn Y




Danach steht da noch das übliche von immer erreichbar sein usw.


Meine Hauptsorge im moment ist eigentlich das ich nicht weiß welche Folgen diese EGV für mich hätte. Wer bekommt alles davon mit? Schufa, Arbeitgeber...?


vielen Dank schonmal für die Hilfe

-- Editiert am 25.08.2010 23:06

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#4
 Von 
AxelK
Status:
Philosoph
(12416 Beiträge, 4190x hilfreich)

@Lony:

quote:
ich bin 24, berufstätig und wohne im moment noch bei meiner Mum.

Und Deine Mutter bezieht ALG II, oder hat die Übernahme der Mietschulden bei der ARGE oder dem Sozialamt beantragt?

quote:
1.Ihr Träger für Grundsicherung ARGE unterstützt sie mit Folgenden Leistungen zur EIngliederung.

Gewährung von SGB II-Leistungen (sofern ein Anspruch besteht)


Das bedeutet nichts anderes als das geprüft wird, ob Du einen Anspruch auf ergänzendes ALG II hast. Im Prinzip also nichts negatives.

quote:
Wer bekommt alles davon mit? Schufa, Arbeitgeber...?

Die Sorge, dass irgendjemand darüber informiert wird, dass Du eine EGV unterschrieben hast, dürfte wohl unbegründet sein. Erstens hat die ARGE kein erkennbares Interesse daran, die Information zu verbreiten und zweitens dürfte das auch ein klarer Verstoß gegen Datenschutzbestimmungen sein.

Und jetzt kommt das aber:

Ich gehe jetzt mal davon aus, dass Deine Mutter ALG II bezieht. Dann sieht das Ganze doch sehr danach aus, dass die ARGE Dich in die Bedarfsgemeinschaft Deiner Mutter aufnehmen will, was vermutlich rechtswidrig wäre. Du wärst nur dann Mitglied der BG Deiner Mutter, wenn Du Deinen eigenen Bedarf, also Deine Regelleistung (323,- €) + die Hälfte der Miete (wenn nicht noch mehr Personen im Haushalt wohnen, ansonsten entsprechend anteilig) decken kannst.

Beispiel: Gesamtmiete = 500,- € (inkl. Heiz- und Betriebskosten).

Dein Mietanteil = 250,- € + RL 323,- € + Freibetrag aus Erwerbseinkommen max. 270,- € = Eigener Bedarf 843,- €.

Liegt Dein Nettoverdienst unter diesem Betrag, bist Du tatsächlich Mitglied der BG Deiner Mutter, solange Du unter 25 bist und bei ihr wohnst. Liegt der Verdienst darüber, bildest Du eine eigene BG.

Wenn Du zur BG der Mutter gehörst, wird Dein Einkommen auf ihre Leistungen angerechnet. Darum würde ich das genau prüfen und wenn Du nicht zur BG gehörst, gibt es keinerlei Rechtsgrundlage dafür, von Dir den Abschluss einer EGV zu verlangen. Ich würde die EGV dann definitiv nicht unterschreiben.

Gruß,

Axel

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"Ausführliche Infos zu ALG 2 auf meiner Website: http://www.axelkrueger.info"

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#5
 Von 
Lony
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Schonmal vielen Dank für diese Informationen.

Mein Nettoverdienst liegt deutlich darüber.
Ausserdem kommt noch hinzu das ich in 1-2 Monaten eine eigene Wohnung beziehen werde.

Die ganze Situation verwirrt mich doch sehr.

-- Editiert am 26.08.2010 10:03

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#6
 Von 
AxelK
Status:
Philosoph
(12416 Beiträge, 4190x hilfreich)

@Lony:

Dann schreib doch mal einen netten Brief an die ARGE und bitte mal darum Dir mitzuteilen, auf welcher Rechtsgrundlage Du aufgefordert wirst, einen Vertrag zu unterschreiben, der Dir nix bringt und den Du nicht willst. Schließlich stehst Du in keinerlei Rechtsverhältnis zur ARGE und hast auch nicht vor ein solches einzugehen.

Achso, und bitte keinerlei Angaben zu Deinem Einkommen machen. Auch nicht auf Nachfrage.

Gruß,

Axel

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