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Einstufung als "arbeitsfähig" durch BG-Klinik

14.1.2022 Thema abonnieren
 Von 
Dirrly
Status:
Lehrling
(1086 Beiträge, 359x hilfreich)
Einstufung als "arbeitsfähig" durch BG-Klinik

Hallo zusammen,

nehmen wir an eine Person erleidet einen Arbeitsunfall und befindet sich dann in Behandlung der BG-Ärzte, da Arbeitsunfall. Anschließend erfolgt ein Reha-Aufenthalt in der BG-Klinik. Es zeichnet sich ab (aufgrund der Aussage des behandelnden Arztes), dass die Person wohl als "wieder arbeitsfähig" aus der BG-Klinik entlassen werden soll.

Falls dies so erfolgt und die Person ist der Meinung ist, dass - aufgrund der immer noch anhaltenden starken Schmerzen bei Belastung - eine Arbeitsfähigkeit nicht gegeben ist, wie genau geht man dann gegen diese "Einstufung" vor?

Kenne mich in dem Bereich überhaupt nicht aus.
Gibt es da eine "Widerspruchsmöglichkeit"? Müsste man direkt irgendwie klagen (vor dem Sozialgericht?) oder geht man dann erstmal zu einem anderen Arzt, damit der dies sozusagen evt. anders beurteilen kann?

Vielen Dank schonmal für Antworten.

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7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Loni12
Status:
Lehrling
(1655 Beiträge, 292x hilfreich)

Zitat (von Dirrly):
Falls dies so erfolgt und die Person ist der Meinung ist, dass - aufgrund der immer noch anhaltenden starken Schmerzen bei Belastung - eine Arbeitsfähigkeit nicht gegeben ist, wie genau geht man dann gegen diese "Einstufung" vor?

Dann geht man nach der Entlassung aus der Reha sofort zum behandelnden Arzt am Wohnort, der kann weiterhin AU schreiben. Sofern er der Meinung ist es wäre angebracht.
Wiedereingliederung wäre einen Versuch wert. Wurde das von der Rehaklinik nicht vorgeschlagen?

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#2
 Von 
sonnen8licht
Status:
Schüler
(303 Beiträge, 144x hilfreich)

Sollte man arbeitsfähig entlassen werden, ist aber der Auffassung weiter arbeitsunfähig zu sein, muss man spätestens am Tag nach der Entlassung aus der Reha beim Arzt vorstellig werden und schauen, ob der Arzt diese Meinung teilt. Am Besten erst einmal zu dem Arzt, der bis vor der Reha die au bescheinigt hatte.
Wichtig ist, dass die gleiche Diagnose wie zuvor zur weiteren Arbeitsunfähigkeit führt und keine neue. Sonst ist der Anspruch sowohl auf Verletztengeld als auch auf Krankengeld futsch.

Die starken Schmerzen bei Belastung müssen besser während der Reha schon mit dem Arzt besprochen werden. Mund aufmachen! Schmerzen sieht man nicht.
In einer BG-Klinik ist es vielerorts üblich, dass an dem Abschlussgespräch ein BG-Mitarbeiter teilnimmt. Mal vorher danach fragen, ob dem so ist und ob überhaupt ein solches Gespräch stattfindet. Corona macht ja vieles anders.

Die Idee der stufenweisen Wiedereingliederung kann man dem Arzt auch selber unterbreiten, wenn das jetzt oder in naher Zukunft ein Weg sein könnte.

Wenn die Besonderheit bestünde, dass kein aktuelles Arbeitsverhältnis mehr besteht, also kein konkreter Arbeitsplatz, auf den man zurückkehren könnte, dann sieht es etwas anders aus. Dann wird Arbeitsfähigkeit nach dem allgemeinen Arbeitsmarkt beurteilt. Damit könnte Arbeitsfähigkeit nach Entlassung bestehen, wenn man mit den Einschränkungen generell vermittelbar wäre.

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#3
 Von 
Dirrly
Status:
Lehrling
(1086 Beiträge, 359x hilfreich)

Danke für eure Antworten.

Es ist halt so, dass die Entlassung in einer Woche ansteht, der Arzt aber eben angedeutet hat, dass er der Meinung ist, dass man als arbeitsfähig entlassen wird.

Dass die Schmerzen da sind, wurden ständig und mehrfach geäußert, der Arzt der BG-Klinik vertritt aber die Meinung, dass diese "von allein" wieder verschwinden.

Es ist halt so, dass die Person (nicht ich) eine Ausbildung als Maurer macht und beim Arbeitsunfall die Hand verletzt hatte (Bruch). Der Bruch ist insoweit ausgeheilt und von diesem können die Schmerzen nicht mehr kommen. Die Handchirurgie vor der Reha hat deswegen als Verdacht auf CRPS (Morbus Sudeck, ein Nervenschaden) behandelt. In der Reha hat man die Medikamente, die für das CRPS verschrieben wurde abgesetzt (Gabapentin), weil man meint, dass die nicht nötig sind. Das Schmerzmittel (Tilidin) wurde vor 2 Tagen auch abgesetzt, was aber auch verständlich ist, weil wohl nicht als Dauermedikament gedacht.

Fakt ist aber halt, dass die die Schmerzen sind seitdem wieder stärker werden, das Ende der Reha naht und der Arzt trotzdem der Meinung ist, dass man wieder arbeitsfähig wäre. Evt. natürlich mit Eingliederung, aber die Arbeit als Maurer in Kombination mit den Schmerzen ist halt nicht machbar.

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#4
 Von 
Anami
Status:
Heiliger
(21755 Beiträge, 4389x hilfreich)

Zitat (von Dirrly):
und der Arzt trotzdem der Meinung ist, dass man wieder arbeitsfähig wäre.
Dann eben am ersten Tag zum Arzt.
Wie empfohlen.

Signatur:

ist nur meine Meinung.

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#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(95816 Beiträge, 36345x hilfreich)

Zitat (von Dirrly):
oder geht man dann erstmal zu einem anderen Arzt, damit der dies sozusagen evt. anders beurteilen kann?

Genau das.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB

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#6
 Von 
Dirrly
Status:
Lehrling
(1086 Beiträge, 359x hilfreich)

Hallo, kenne mich da echt nicht aus und habe da noch eine Frage.

Wenn man nach Reha die stufenweise Wiedereingliederung antritt und in deren Verlauf merkt, dass es nicht geht und evtl. abbrechen muss, besteht dann der ursprüngliche Anspruch auf Verletztengeld weiter?

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#7
 Von 
sonnen8licht
Status:
Schüler
(303 Beiträge, 144x hilfreich)

Während der Wiedereingliederung ist man weiter arbeitsunfähig und erhält weiter Verletztengeld (in normalen Krankheitsfällen Krankengeld). Dafür ist weiter eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung notwendig.
Der Arbeitgeber darf für die stundenweise Wiedereingliederung Entgelt zahlen, muss es aber nicht und wird auch in der Regel das nicht tun. Ggf. wird das Entgelt auf das Verletztengeld angerechnet.
Für die Wiedereingliederung wird ein Plan aufgestellt, dem Arzt, Versicherter, Arbeitgeber und in diesem Fall die Berufsgenossenschaft statt sonst Krankenkasse zustimmen müssen.

Hat man Probleme und geht es nicht mit dem Arbeiten, geht man halt wieder zum Arzt. Der erklärt dann die WE als gescheitert, wenn er das auch so sieht und meldet es der BG. Krankenschein muss bei weiterer Arbeitsunfähigkeit ausgestellt werden.
Üblicherweise sagt man dem Arbeitgeber natürlich Bescheid, dass man wieder "voll" krank ist und die Wiedereingliederung beendet.
Manchmal erklären auch die anderen Beteiligten zum Bsp. der Arbeitgeber die Wiedereingliederung für gescheitert, wenn sie zu grosse Probleme sehen.

Der M. Sudeck muss unbedingt abgeklärt und ggf
behandelt werden. Nicht vom Klinikarzt einschüchtern lassen.

Aus dem Ausbildungsberuf schließe ich auf die zuständige BG. Vielleicht wäre ein Gespräch mit Jemandem von Deiner BG hilfreich und gar an einen anderen Beruf zu denken.

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