Erste Hilfe in Rechtsfragen seit 2000.
532.913
Registrierte
Nutzer

Gleichwohlgewährung bei zu wenig gearbeiteten Monaten

 Von 
atweet
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Gleichwohlgewährung bei zu wenig gearbeiteten Monaten

Guten Tag an alle,

ich bin derzeit in einem Unternehmen beschäftigt, welches insolvent ist. Demnächst wird voraussichtlich die Kündigung nebst Freistellung ausgesprochen, welche dann ab Dezember greifen. Meine Kündigungsfrist beträgt vertraglich 4 Wochen zum Monatsende, somit wäre ich also bis zum 31. Dezember dort beschäftigt. Abseits der Insolvenz wäre mein Vertrag bis Ende Januar befristet gewesen.

Wir haben einen Betriebsrat, welcher uns darauf aufmerksam gemacht hat, dass ab der Freistellung Arbeitslosengeld 1 beantragt werden kann (Stichwort Gleichwohlgewährung).

Was ist aber mit den Leuten, die abseits der Freistellung eigentlich noch keinen Anspruch auf das Arbeitslosengeld hätten, da sie innerhalb der letzten 2 Jahre in Summe noch keine 12 Monate gearbeitet haben (sondern weniger)? Diese bekommen dann auch kein Arbeitslosengeld? Was passiert dann mit dem Lohnanspruch und was ist mit der Sozialversicherung?

Konkret ist es so, dass ich am 1. Dezember die 12 Monate noch nicht voll habe, sondern erst Mitte Dezember. Das Arbeitslosengeld müsste man ja allerdings max. 3 Tage nach der Erhalt der Kündigung beantragen, also Anfang Dezember.

Für eine Einschätzung wäre ich dankbar,

Grüße
atweet

-- Editiert von atweet am 06.11.2019 12:15

Verstoß melden

Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Anspruch Arbeitslosengeld


3 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Anami
Status:
Richter
(8522 Beiträge, 1469x hilfreich)

Zitat (von atweet):
Was ist aber mit den Leuten, die abseits der Freistellung eigentlich noch keinen Anspruch auf das Arbeitslosengeld hätten, da sie innerhalb der letzten 2 Jahre in Summe noch keine 12 Monate gearbeitet haben (sondern weniger)?
Die bekommen uU Insolvenzgeld von der Agentur für Arbeit.

Du und auch die anderen AN sollten sich zeitnah bei der Arbeitsagentur ---arbeitsuchend-- melden. Das kann man online jetzt schon erledigen.
Erst nach Erhalt der Kündigung muss man persönlich hin und sich --arbeitslos-- melden.

Zitat (von atweet):
Das Arbeitslosengeld müsste man ja allerdings max. 3 Tage nach der Erhalt der Kündigung beantragen, also Anfang Dezember.
Wieso 3 Tage danach? Am besten am folgenden Tag nach Erhalt der K.


https://www.arbeitsagentur.de/datei/fw-sgb-iii-157_ba015164.pdf

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#2
 Von 
atweet
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo,

erstmal danke für deine Antwort. Insolvenzgeld gibt es bereits für max. 3 Monate für alle Mitarbeiter. Dieses wurde vorfinanziert und wird bis einschließlich November gezahlt. Es hieß, danach gäbe es kein Insolvenzgeld mehr, weswegen ab Dezember Arbeitslosengeld zu beantragen sei.

Nur wenn ich regulär eigentlich noch keinen Anspruch auf das Arbeitslosengeld hätte, frage ich mich, was mit meinem Lohnanspruch sowie der Sozialversicherung für Dezember passiert. Hab ich dann einfach Pech gehabt und es gibt gar nichts (kein ALG, kein Gehalt)? Ist die Insolvenzverwaltung dann trotzdem verpflichtet, zumindest die Sozialversicherungsbeiträge abzuführen, da ich den ganzen Monat ja noch dort angestellt bin? Oder muss ich diese selbst zahlen?

Zu deinem Link habe ich eine Frage: Dort steht unter auf S. 7, dass im Rahmen der Gleichwohlgewährung dann ALG gewährt wird, wenn ein Anspruch auf Arbeitsentgelt oder Urlaubsabgeltung besteht, welcher derzeit nicht umgesetzt werden kann und der Anspruch dann auf das AfA übergeht. Ersteres träfe auf mich zu, aber gilt hier dann trotzdem die 12-Monate-Beschäftigungspflicht?

Beim AfA habe ich mich akut noch nicht arbeitssuchend gemeldet, weil dies bei uns im Unternehmen durch die AfA zentral abgewickelt werden wird, weswegen wir derzeit noch nichts unternehmen sollen.

Ich werde versuchen, nochmals den Betriebsrat anzusprechen, aber wollte einfach schon mal versuchen herauszufinden, was hier zutrifft und wonach ich genau fragen muss.

Danke,
atweet

-- Editiert von atweet am 06.11.2019 19:01

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#3
 Von 
schneechen
Status:
Schüler
(150 Beiträge, 51x hilfreich)

Wenn die Anwartschaftszeit nicht erfüllt ist, besteht kein Anspruch auf ALG I. Somit gibt es auch keine Gleichwohlgewährung nach § 157 Abs. 3 SGB III.

Du wirst ab Dezember leider ALG II beantragen müssen.

Zitat:
frage ich mich, was mit meinem Lohnanspruch sowie der Sozialversicherung für Dezember passiert.

Wenn Anspruch auf ALG II besteht, bist du über das Jobcenter krankenversichert.
Beiträge für Arbeitslosen- und Rentenversicherung zahlt das Jobcenter nicht.

Zitat:
Konkret ist es so, dass ich am 1. Dezember die 12 Monate noch nicht voll habe, sondern erst Mitte Dezember.

Das ist dann schlicht Pech.
Vielleicht gelingt es dir im Dezember bei einem anderen Arbeitgeber eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu finden. In der Adventszeit werden viele Aushilfen, z.B. auf dem Weihnachtsmarkt, gesucht.
Dann hättest du ab Januar 2020 Anspruch auf ALG I.

Das alte Arbeitsverhältnis solltest du vorher beenden. Da hier anscheinend ohnehin nichts mehr zu erwarten ist, wäre es kein Verlust.

1x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

Jannis Geike Nicolas Reiser Felix Hoffmeyer
  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 184.440 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 25
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
77.948 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. Zzgl. 2€ Einstellgebühr pro Frage.