Könnte Jobcenter Abschläge zurück fordern?

24. September 2023 Thema abonnieren
 Von 
Terri
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Könnte Jobcenter Abschläge zurück fordern?

Hallo zusammen, ich bin November in eine Wohnung mit Nachtspeicher gezogen. Also auch heizen läuft bei mir mit Strom. Deswegen hat mir das Jobcenter einen gewissen Betrag genehmigt abhängig von meinem monatlichen Abschlag der N-ergie. Wegen der Heizkosten. Angefangen hat es erst das ich einen viel zu hohen Abschlag von 160 Euro bekommen habe. Das Jobcenter bewilligte mir dafür 94 Euro. Ich habe jedoch kurz danach die N-ergie auf 100 Euro runter gehandelt. Darüber habe ich auch das Jobcenter informiert, doch die ließen die 94 Euro. Nun kam es ja auch dazu das N-ergie ab März plötzlich keine Abschläge mehr abgezogen hat. Über Monate. Dennoch habe ich eben weiter die 94 Euro vom Jobcenter bekommen. Nun kam "endlich" die tatsächliche Rechnung der N-ergie. Ich war ziemlich sparsam. Ich schulde ihnen insgesamt so ca. 480 Euro im Zeitraum von November bis 15.Juni, abzüglich der paar Abschläge von November bis März, muss ich noch ca. 68 Euro nachzahlen. Trotzdem, wenn man die kompletten Monate November bis Juni betrachtet, habe ich wohl zu viele monatliche Abschläge vom Jobcenter kassiert. Allein schon deswegen weil die das nicht korrigiert haben als ich die N-ergie auf 100 Euro runter gehandelt habe, plus der Monate wo N-ergie einfach nichts abgezogen hat. Jetzt weiß ich nicht so ganz was ich tun soll. Denn wie das halt so ist wenn man sieht man hat Geld zur Verfügung, man gibt es aus. War blöd von mir, das weiß ich. Aber lässt sich jetzt auch nicht ändern. Wahrscheinlich wird das Jobcenter schon irgendwann erwarten das ich ihnen die Rechnung zu sende und dann eine fette Rückzahlung von mir verlangen, oder? Was sind so meine Optionen? Stillschweigen? Vielleicht nicht so vernünftig. Oder heißt es, was mir bewilligt wurde, bleibt auch bewilligt? Vor allem in Anbetracht dessen das ich von der N-ergie halt keine Rückzahlung bekomme. Im Gegenteil. Muss ja noch drauf zahlen! Es ist halt nur so das der Gesamtbetrag letztendlich trotzdem weniger ist als ich vom Jobcenter bekam. Oder sollte ich zurück zahlen müssen, geht das in Raten? Ich weiß auch nicht, was sind eure Gedanken zu meinem Fall?

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8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118553 Beiträge, 39594x hilfreich)

Zitat (von Terri):
was sind eure Gedanken zu meinem Fall?

Der erste Gedanke ist, das Absätze nicht nur an Schuhen Sinn machen.
Der zweite Gedanke ist, dass man seine Straftat die man da gerade begeht im Eigenen Interesse möglichst schnell und geräuschlos beenden sollte.



Zitat (von Terri):
Wahrscheinlich wird das Jobcenter schon irgendwann erwarten das ich ihnen die Rechnung zu sende und dann eine fette Rückzahlung von mir verlangen, oder?

Nicht "irgendwann", sondern sofort nach Erhalt.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#2
 Von 
AxelK
Status:
Philosoph
(13035 Beiträge, 4437x hilfreich)

Zitat:
Ich habe jedoch kurz danach die N-ergie auf 100 Euro runter gehandelt.


Und wie viel von den 100 Euro waren für Heizstrom und wie viel für Haushaltsstrom?

Zitat:
Darüber habe ich auch das Jobcenter informiert, doch die ließen die 94 Euro.


Und nachdem nicht zeitnah ein Änderungsbescheid vom Jobcenter kam, hat man vermutlich keine Veranlassung dazu gesehen, dass Jobcenter erneut auf die zu hohe Übernahme von Heizkostenvorauszahlungen hinzuweisen?

Zitat:
Nun kam es ja auch dazu das N-ergie ab März plötzlich keine Abschläge mehr abgezogen hat.


Das heißt, Du hattest eigentlich eine Einzugsermächtigung erteilt, es wurde aber keine Abschlagszahlungen eingezogen? Steht das vielleicht im zeitlichen Zusammenhang mit der Änderung der Abschlagshöhe und kann es sein, dass der Energieversorger in dem Zusammenhang eine neue Einzugsermächtigung angefordert aber nicht erhalten hat?

Außerdem, wenn zwar Abschlagszahlungen vereinbart waren, aber nicht per Lastschrift eingezogen wurden, warum wurden nicht wenigstens die 94 Euro, die das Jobcenter Monat für Monat überwiesen hat, an den Energieversorger weitergeleitet? So richtig nachvollziehbar ist das alles nicht.

Zitat:
Nun kam "endlich" die tatsächliche Rechnung der N-ergie. Ich war ziemlich sparsam. Ich schulde ihnen insgesamt so ca. 480 Euro im Zeitraum von November bis 15.Juni,


Abgerechnet wurde also der Zeitraum bis zum 15. Juni. Inzwischen sind wir schon wieder 3 Monate weiter. Wann hast Du die Rechnung denn erhalten?

Zitat:
Wahrscheinlich wird das Jobcenter schon irgendwann erwarten das ich ihnen die Rechnung zu sende und dann eine fette Rückzahlung von mir verlangen, oder?


Du solltest nicht darauf warten, dass das Jobcenter die Rechnung anfordert, sondern diese umgehend einreichen. Das Jobcenter wird dann genau schauen, wieviel der Gesamtkosten auf die Heizkosten entfallen und diesen Betrag den vom Jobcenter geleisteten Abschlagszahlungen gegenüberstellen. Den Differenzbetrag wird das Jobcenter zurückfordern.

Beispiel: Gesamt-Heizkosten im Abrechnungszeitraum = 400 Euro. Vom Jobcenter gezahlte Abschläge 8 x 94 Euro = 752 Euro, Differenz = 352 Euro, die das Jobcenter von Dir zurückfordern wird. Möglicherweise wird die Rückzahlung mit den laufenden Leistungen aufgerechnet, dass dann in Höhe von monatlich 5% der Regelleistung, derzeit also 25,10 Euro monatlich. Wenn keine Aufrechnung erfolgt, kannst Du mit dem Inkasso-Service der Agentur für Arbeit eine Ratenzahlung vereinbaren.

Ich gehe davon aus, dass der Abrechnung des Energieversorgers auch zu entnehmen ist, in welcher Höhe jetzt Abschlagszahlungen zu leisten sind. Bitte achte jetzt darauf, dass die Abschläge auch tatsächlich gezahlt werden, sei es per Lastschrift, oder per Überweisung. Außerdem achte diesesmal auch darauf, dass das Jobcenter die "richtigen" Abschläge übernimmt und nicht wieder zu viel.

Gruß,

Axel

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#3
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31543 Beiträge, 5573x hilfreich)

Zitat (von Terri):
Wahrscheinlich wird das Jobcenter schon irgendwann erwarten
Ja, die erwarten jetzt schon, dass du die N-Energie-Abrechnung von selbst vorlegst. Das gehört zu deinen Mitwirkungspflichten.
Dann wird das JC dir schreiben, wie viel sie zurückerstattet haben wollen. Wenn du das Geld *verbraten* hast, also nichts zurückzahlen kannst, kannst du das gern zugeben, dann wird das JC dir schreiben, was noch geht....verzichten wird das JC nicht.
Bewilligt wurde nur vorläufig.
Zitat (von Terri):
was sind eure Gedanken zu meinem Fall?
Also auf jeden Fall--- zeitnah die N-Energie-Rechnung dem JC vorlegen. Weiteres ergibt sich.
Evtl. auch erst später durch Inkasso-Service (zinslos soll diese Stelle solche Gelder für die JC eintreiben)...aber jedes JC händelt solche Fälle anders.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#4
 Von 
Terri
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von AxelK):
Und wie viel von den 100 Euro waren für Heizstrom und wie viel für Haushaltsstrom?


Das ist bei der N-ergie für Nachtspeicher Heizen und Haushaltsstrom eins zusammen. Und das Jobcenter löst dieses Problem indem sie einfach schätzen. Also bei meinem ursprünglichen Abschlag von 160 Euro hatten die geschätzt das 94 Euro davon für heizen ist. So haben die mir das zumindest erklärt

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#5
 Von 
Terri
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von AxelK):
Das heißt, Du hattest eigentlich eine Einzugsermächtigung erteilt, es wurde aber keine Abschlagszahlungen eingezogen? Steht das vielleicht im zeitlichen Zusammenhang mit der Änderung der Abschlagshöhe und kann es sein, dass der Energieversorger in dem Zusammenhang eine neue Einzugsermächtigung angefordert aber nicht erhalten hat?

Außerdem, wenn zwar Abschlagszahlungen vereinbart waren, aber nicht per Lastschrift eingezogen wurden, warum wurden nicht wenigstens die 94 Euro, die das Jobcenter Monat für Monat überwiesen hat, an den Energieversorger weitergeleitet? So richtig nachvollziehbar ist das alles nicht.


Nein, ich bin da kein Einzelfall. Viele N-ergie Kunden hatten ab März keine Abzüge mehr. Das hing, laut N-ergie, mit der Strompreisbremse zusammen. Offenbar gab es da Koordinationsschwierigkeiten. Die Monate der Organisation brauchten. Tatsächlich hab ich erst vor ein paar Tagen gelesen wie jetzt manche Haushalte gerade Rechnungen mit riesen Summen erhalten, weil N-ergie das alles nun nachträglich auf einen Schlag eintreiben will. Hatte mir auch schon riesen Sorgen gemacht, was bei mir nun kommt. Erst war ich erleichtert das es bei mir "nur" 68 Euro nachzahlen wird. Dann kam der Schrecken das ich wohl deswegen nun die große Nachzahlung beim Jobcenter haben werde. Weiter geleitet wird nichts, weil das immer an den Bezieher geht. Das wird immer verrechnet mit dem normalen Regelsatz, dann Miete, Heizkosten etc. Die Summe kriegt man dann normal aufs Konto überwiesen. Das benutzt dann der Bezieher und bezahlt damit alle, die was kriegen. Wie gesagt, leider dann an die N-ergie nicht wirklich gedacht. Fehler von mir. Ist meine erste Wohnung und kurz zuvor vom Bürgergeld abhängig geworden und dann gleich dazu diese Strompreisbremse die die N-ergie wohl gleich so aus dem Konzept gebracht hat. Deswegen habe ich wohl diesen unbedachten Fehler gemacht. Keine Ausrede, aber eine Erklärung.

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
Terri
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von AxelK):
Abgerechnet wurde also der Zeitraum bis zum 15. Juni. Inzwischen sind wir schon wieder 3 Monate weiter. Wann hast Du die Rechnung denn erhalten?


Diesen Freitag. Wird auch erst ab Oktober eingezogen, laut Rechnung. Jup, die Zahlung von November bis 15. Juni wird von der N-ergie im Oktober ab gebucht! Alles verzögert mit der Begründung der Strompreisbremse. Meine Recherchen in meinem Bekanntenkreis ergaben zwar, das andere Anbieter wohl nicht so Organisationsschwierigkeiten hatten, aber für die N-ergie war das wohl sehr kompliziert und wird nun nach geholt.

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#7
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38145 Beiträge, 13929x hilfreich)

Hier sind doch zwei Problemkreise zu unterscheiden. einmal die etwas gewöhnungsbedürftige Abrechnungsweise des Stromversorgers, und dann haben wir das Problem der Kostenübernahme durch das JC. Du hast einen Bewilligungsbescheid darüber, was im Monat übernommen wird. Der wird schon deshalb geringer sein als der Zählerstand, weil der normale Stromverbrauch in Abzug zu bringen ist, allerdings bei Versorgung mit Warmwasser durch Strom es wieder eine Gutschrift gibt.

Was das JC zu recht von Dir erwartet, ist eine saubere Abrechnung. Das Chaos des Versorgers ist nicht das Problem des JC. Liefere die ab, eine entsprechende Verpflichtung dürfte sich auch aus dem Bescheid ergeben, und dann wird geschaut, wie verrechnet werden kann/wird. Das ist dann der nächste Schritt. Nur, dass man Zahlungen für Stromkosten, die nicht entstanden sind, nicht behalten darf, das sollte doch wohl klar sein.

wirdwerden

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#8
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31543 Beiträge, 5573x hilfreich)

Zitat (von Terri):
Also bei meinem ursprünglichen Abschlag von 160 Euro hatten die geschätzt das 94 Euro davon für heizen ist.
Dann blieben noch 66,- für Haushaltsstrom. Kann durchaus recht genau *geschätzt* worden sein.
Was du tun solltest:
- Heute die Abrechnung des Stromversorgers ohne Erklärungen dem JC vorlegen.
- Abwarten, was das JC dir schreibt.
- Dann hier (evtl.) nochmal nachfragen.

Zitat (von Terri):
Deswegen habe ich wohl diesen unbedachten Fehler gemacht
Ja. Deinen Fehler hast du eingesehen. Das JC wird alles gleich zurückfordern oder
- mtl. aufrechnen oder
- an Inkasso-Service weiterleiten.
Viele und lange Wege sind möglich.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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