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Krankengeld / Reha: 10 Wochen Frist auch in meinem Falle?!

18.9.2020 Thema abonnieren Zum Thema: Antrag DRV AOK MDK
 Von 
Micha.A.
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Krankengeld / Reha: 10 Wochen Frist auch in meinem Falle?!

Hallo,
ich bin seit gut 6 Wochen krank, und heute den 2ten Tag im Krankengeldbezug.
Von meiner AOK habe ich direkt einen Reha-Antrag zugesandt bekommen.

"Sehr geehrter Herr xxx,
der Medizinische Dienst der KV hat für Sie eine xxx Rehamaßnahme empfohlen.
Bitte geben Sie den ausgefüllten und unterschriebenen Antrag zusammen mit dem ärztlichen Befundbericht bis spätestens 6.10.2020 zurück."

Dazu meine Fragen:
1.Hat die Aok tatsächlich so schnell mit dem MDK gesprochen? Oder ist das eine Formulierung die Druck auf "mich" erzeugen soll?

2. Ich habe von einer allgemein gültigen 10-Wochen-Frist gelesen, bis zu der man die Abgabe des Antrags ggf. heraus zögern kann.
Ist das bei mir durch den gesetzten "6.10." nicht der Fall? Oder kann ich das getrost ignorieren und habe ab heute 10 Wochen Zeit zur Antragsstellung?

3. Kann ich den Antrag auch selbst bei der DRV abgeben statt bei der AOK?

Danke

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Antrag DRV AOK MDK


7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Anami
Status:
Wissender
(14786 Beiträge, 2220x hilfreich)

zu 1. Du bist seit 6 Wochen arbeitsunfähig. Das ist der KV schon bekannt. Vermutlich ist eine Reha-Massnahme aus ärztlicher Sicht angezeigt. Es gilt immer Reha vor Rente.

zu 2. Ja, du hast ab Erhalt dieses KV-Schreibens (Aufforderung zur Antragstellung) max. 10 Wochen Zeit, den Antrag bei der KV zu stellen. Absatz 1:
https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__51.html

zu 3. Das weiß ich nicht. Ich würde den Antrag der AOK nachweisbar zustellen.

Was meinst du mit Druck? Ist deine Erwerbsfähigkeit schon in der Diskussion?

Hier Informatives, auch zu Fallstricken:
https://www.finkenbusch.de/?p=2974

Signatur:auch ich verweise auf § 675 (2) BGB.
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#2
 Von 
Loni12
Status:
Praktikant
(922 Beiträge, 166x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Es gilt immer Reha vor Rente.

Wird eigentlich nur noch selten angewandt. War bei mir auch nicht der Fall.

Die KK meint, dass eine Reha etwas bringt und die Erwerbsfähigkeit erhalten bleibt. Bis zum Rehaanstritt werden auch noch einige Wochen/Monate vergehen.
Die Entscheidung traf der MDK nach Aktenlage, dass geht recht schnell, ihr Spielraum ist klein, mit der Aufforderung können sie auch keine Wunschklinik angeben.

-- Editiert von Loni12 am 18.09.2020 16:20

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#3
 Von 
Micha.A.
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Ich muss das nochmal konkret fragen:
Der von der AOK gesetzte Termin (6.10.) ist also letztlich nur ein "Wunsch"-Termin vom Krankgeld-Manager, ersetzt aber nicht die allgemeine 10-Wochen-Frist, die auch für mich in meinem Falle gilt?

Laut dem Link von Amani jedenfalls schon:
"Hinweis: Kürzere Fristen sind rechtswidrig. Die Frist von zehn Wochen ist gesetzlich geregelt und kann von der Krankenkasse nicht verkürzt oder verlängert werden."

Und: Kann ich meinen Antrag auch bei der DRV in einem Briefumschlag abgeben zum Bearbeiten, statt bei der AOK? Ich würde dann die AOK darüber schriftlich in Kenntniss setzen.

Nein, meine Erwerbsfähigkeit ist (noch?) nicht in der Diskussion.

-- Editiert von Micha.A. am 18.09.2020 16:59

-- Editiert von Micha.A. am 18.09.2020 16:59

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#4
 Von 
Micha.A.
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Sollte ich den ärztlichen Befundbericht unabhängig vom Reha-Antrag zügig bei der AOK abgeben um meiner Mitwirkungspflich nach zu kommen? Oder gilt auch für diesen die 10-Wochen-Frist?

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#5
 Von 
Anami
Status:
Wissender
(14786 Beiträge, 2220x hilfreich)

Es findet sich die Frist auch im Gesetz: § 51 SGB V

(1) Versicherten, deren Erwerbsfähigkeit nach ärztlichem Gutachten erheblich gefährdet oder gemindert ist, kann die Krankenkasse eine Frist von zehn Wochen setzen, innerhalb der sie einen Antrag auf Leistungen zur medizinischen Rehabilitation und zur Teilhabe am Arbeitsleben zu stellen haben.
Der 6.10. ist für dich nicht relevant. Die KK wills schnell vom Tisch haben.

zu 3---weiß ich immer noch nicht genauer. ICH würde das nicht tun.

In dem Link findet sich:
Allerdings ist der Versicherte nicht verpflichtet, das unter Umständen vorausgefüllte und womöglich mit dem Aufdruck „Eilantrag" versehene Formular der Krankenkasse zu benutzen. Der Antrag kann direkt beim Rentenversicherungsträger auf den dafür vorgesehenen Formularen gestellt werden.

Zitat (von Micha.A.):
Sollte ich den ärztlichen Befundbericht unabhängig vom Reha-Antrag
Wir wissen doch gar nicht, was der flinke Fallmanager der KK dir alles geschrieben hat.
Aber auch dazu findet sich doch was in dem Link:
In jedem Fall hat der Versicherte daran mitzuwirken, wenn er seinen Krankengeldanspruch nicht gefährden will. Zur Mitwirkung des Versicherten gehört es, den behandelnden Arzt zu ermächtigen, medizinische Unterlagen beim MDK vorzulegen oder sich dort persönlich einer Untersuchung zu unterziehen.

Oder eben die ärztlichen Befunde selbst bei der KK vorlegen, falls du sie hast. Ansonsten tut dein Arzt das, wenn du ihn ermächtigst/ihn bittest, die Unterlagen zur KK weiterzuleiten.

Zitat (von Micha.A.):
Nein, meine Erwerbsfähigkeit ist (noch?) nicht in der Diskussion.
Echt nicht?

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#6
 Von 
Micha.A.
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Woher weiss ich denn ob diese zur Diskussion steht? Mein Arzt hat diesbezüglich noch nichts gesagt. Und ich hoffe das ich wieder auf die Beine komme.

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#7
 Von 
Anami
Status:
Wissender
(14786 Beiträge, 2220x hilfreich)

Zitat (von Micha.A.):
Mein Arzt hat diesbezüglich noch nichts gesagt.
Der kann das doch gar nicht feststellen.

Ich fragte, warum du meinst, die KK würde evtl. Druck aufbauen?
Wie kommst du darauf?

Signatur:auch ich verweise auf § 675 (2) BGB.
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