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Lebenslanges Wohnrecht- trotzdem Anspruch auf Wohngeld für andere Wohnung?

 Von 
8472r
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
Lebenslanges Wohnrecht- trotzdem Anspruch auf Wohngeld für andere Wohnung?

Hallo, ich habe heute eine Frage in einer eigentlich traurigen Angelegenheit.
Meine Oma hat ein lebenslanges Wohnrecht im Haus meines Onkels. Sie hat dort eine eigene kleine 2-Zimmer-Wohnung und zahlt hierfür "offiziell"(!) keine Miete an ihn (tatsächlich überweist sie ihm monatlich einen Betrag). Mein Onkel mit Familie lebt ebenfalls im Haus, in einer separaten Wohnung. Die Lage ist verzwickt, das Verhältnis angespannt. Meine Oma wird nun ständig durch meinen Onkel tyrannisiert und gedemütigt.
Für das Umziehen in eine andere Wohnung reicht ihre Rente jedoch nicht aus. Mein Onkel ist nicht bereit und auch nicht in der Lage, eine andere Wohnung für sie zu finanzieren oder das Anwesen zu verkaufen und ihr mit dem Erlös eine andere Wohnmöglichkeit bereitzustellen. Er macht ihr jedoch täglich klar, dass sie eine Last sei und er sie los haben will.
Hat meine Oma trotz Wohnrecht Anspruch auf Wohngeld/ Grundsicherung, um in eine eigene Wohnung zu ziehen? Ihre monatl. Rente beträgt und 800 € netto.

Vielen Dank für hilfreiche Antworten.

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Wohngeld Anspruch Wohnung Grundsicherung


8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(26996 Beiträge, 14784x hilfreich)

Ja, Anspruch auf Wohngeld dürfte bestehen. Allerdings wird es nicht ganz einfach werden, mit 800 Euro monatlich einen Vermieter zu finden...

-- Editiert von muemmel am 22.01.2019 14:04

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#2
 Von 
8472r
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank für die schnelle Antwort.
Besteht also nicht vorrangig eine Zahlungspflicht des Eigentümers?

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#3
 Von 
Loni12
Status:
Praktikant
(515 Beiträge, 116x hilfreich)

Die Wohnung welche die Oma bewohnt, kann doch vermietet werden und dieses Geld bekommt die Oma.

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#4
 Von 
cruncc1
Status:
Junior-Partner
(5701 Beiträge, 3653x hilfreich)

Zitat:
Besteht also nicht vorrangig eine Zahlungspflicht des Eigentümers?

Wehalb sollte der Eigentümer verpflichtet sein, der Oma eine Wohnung zu zahlen? Die Oma hat das Recht, lebenslang in der Wohnung zu wohnen.
Zitat:
Die Wohnung welche die Oma bewohnt, kann doch vermietet werden und dieses Geld bekommt die Oma.

Wenn das nicht explizit vereinbart wurde, steht der Oma die Miete nicht zu. Was genau vereinbart wurde, ergibt sich aus dem Vertrag (Bewilligung), der der Grundbucheintragung zugrunde liegt.
Zitat:
und zahlt hierfür "offiziell"(!) keine Miete an ihn (tatsächlich überweist sie ihm monatlich einen Betrag).

Ob die Oma dafür zahlen muss oder nicht - auch das ergibt sich aus der "Bewilligung."

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#5
 Von 
8472r
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Vereinbart ist, dass Oma dort mietfrei wohnen darf.
Demnach steht ihr der potentielle Mietertrag auch nicht zu, wenn ich das richtig verstehe? Und deswegen stünde ihr also staatliche Hilfe in Form von Wohngeld zu?

Dies wäre der wichtige Punkt für uns, denn der Eigentümer möchte ja nicht, dass sie ihn Geld kostet. Er fordert sie nicht konkret zum Ausziehen auf, er schickaniert sie "lediglich". Eine Zahlungsbereitschaft ist seinerseits nicht gegeben, er will sie los haben-und das ohne dafür aufkommen zu müssen.
Die Frage ist eben, ob wir ihr eine eigene Wohnung ermöglichen können, durch Zuschuss in Form von Wohngeld, ohne dass der Eigentümer zur Kasse gebeten wird. Zahlen wird er nämlich definitiv nicht- dann muss sie bleiben oder den Umzug durch anderweitige Hilfen finanziert bekommen.
Auf dem Amt konnte man auch keine spontane definitive Antwort geben. Wir hätten das jedoch gerne geklärt, bevor wir Schritte einleiten (Wohnung mieten etc.).

Lieben Dank schon mal für alle Meinungen bisher!

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#6
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(26996 Beiträge, 14784x hilfreich)

Die Frage ist eben, ob wir ihr eine eigene Wohnung ermöglichen können, durch Zuschuss in Form von Wohngeld, ohne dass der Eigentümer zur Kasse gebeten wird. Warum sollte er zahlen müssen? Sie hat ein Wohnrecht, kein Recht auf irgendwelche Zahlungen.

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#7
 Von 
Loni12
Status:
Praktikant
(515 Beiträge, 116x hilfreich)

Zitat (von 8472r):
Vereinbart ist, dass Oma dort mietfrei wohnen darf.
!

Das war ein Fehler, mein Wohnrecht habe ich so gestaltet, dass ich jederzeit ausziehen kann, und falls die bisherige Wohnung nicht mehr vermieten würde, müsste mir als Ausgleich ein monatlicher Betrag einer Wohnung mit vergleichbarer Wohnqualität bezahlt werden. So steht es auch im Grundbuch.

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#8
 Von 
FrauStressfrei
Status:
Praktikant
(572 Beiträge, 143x hilfreich)

Hat sie ein Wohnrecht oder ein Nießbrauch recht? Bei Nießbrauch kann sie auf jeden Fall die Wohnung vermieten.
Bei Wohnrecht kommt es darauf an, wie es im Grundbuch formuliert ist.
Sie könnte aber auf jeden Fall sich das Wohntecht auszahlen lassen, Summe x ( zb 10 Jahresmieten) gegen Verzicht auf das Wohnrecht, das ist meist die beste Lösung bei angespannten Verhältnissen

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