Muss ich wirklich mein ganzes verdientes Gehalt ans Jugendamt abgeben?

10. November 2023 Thema abonnieren
 Von 
Interessierter_Laie_1
Status:
Frischling
(25 Beiträge, 0x hilfreich)
Muss ich wirklich mein ganzes verdientes Gehalt ans Jugendamt abgeben?

Ich bin am überlegen einen Aushilfsjob neben der Schule zu machen. Das einzige Problem ist, ich muss dann eventuell mein ganzes verdientes Gehalt ans Jugendamt abgeben. Ich lebe nämlich in einer Einrichtung vom Jugendamt und werde zudem von einem Familienhelfer betreut. Mein Vater sagte, das ich deshalb wahrscheinlich mein ganzes verdientes Gehalt ans Jugendamt abgeben muss. Meine Mutter wiederum sagte, das ich wahrscheinlich nichts oder nur Anteile ans Jugendamt abgeben muss, wegen der Chancengleichheit. Also das ich eventuell nur zum Beispiel 30% ans Jugendamt abgeben muss.

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7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31491 Beiträge, 5569x hilfreich)

Zitat (von Interessierter_Laie_1):
Muss ich wirklich mein ganzes verdientes Gehalt ans Jugendamt abgeben?
Nein.
Zitat (von Interessierter_Laie_1):
Ich bin am überlegen einen Aushilfsjob neben der Schule zu machen.
Ich gehe davon aus, du bist Schüler und möchtest einer geringfügigen Beschäftigung (Minijob mit max. 520,- mtl) nachgehen? Dann würdest du vermutlich kein Gehalt bekommen, eher wohl Lohn, je nach Art und Umfang.
Zitat (von Interessierter_Laie_1):
Ich lebe nämlich in einer Einrichtung vom Jugendamt und werde zudem von einem Familienhelfer betreut.
Dein Familienhelfer kann dir garantiert sehr genau sagen, wie sich das in deinem Fall verhält, denn er kennt dich und die Umstände/Voraussetzungen sehr viel besser als das Forum.
Er bekommt diese Frage vermutlich mehrfach gestellt.
Es ist von Fall zu Fall anders.

Die Gesetzeslage der *Kostenheranziehung* hat sich seit 01/23 geändert.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#2
 Von 
AxelK
Status:
Philosoph
(13035 Beiträge, 4436x hilfreich)

Zitat:
Dein Familienhelfer kann dir garantiert sehr genau sagen, wie sich das in deinem Fall verhält,


Oder die Betreuer in der Einrichtung. Oder die zuständige Mitarbeiterin/der zuständige Mitarbeiter des Jugendamtes.

Zitat:
Es ist von Fall zu Fall anders.


Auch wenn ich die Regeln nicht wirklich kenne, dass das von Fall zu Fall anders ist, kann eigentlich nicht sein. Es muss doch verbindliche Regeln dazu geben, wie viel vom selbst verdienten Geld ein Jugendlicher, der in einer Jugendhilfeeinrichtung lebt, behalten darf oder eben auch nicht. Wäre das von Fall zu Fall anders, wäre dir Willkür ja Tür und Tor geöffnet. Das einzige was sicher zu berücksichtigen ist und wirklich jeden Fall etwas anders macht, ist, ob die Kosten für die Unterbringung ggf. bereits durch einen Kostenbeitrag der Eltern ganz oder teilweise gedeckt sind, was vermutlich eher selten der Fall sein dürfte.

Zitat:
Muss ich wirklich mein ganzes verdientes Gehalt ans Jugendamt abgeben?


Wie gesagt, ich weiß es nicht wirklich, kann mir aber schwer vorstellen, dass Du nicht nicht zumindest einen Teil des selbstverdienten Geldes behalten darfst. Sprech mit dem Familienhelfer, dem Bezugsbetreuer in der Einrichtung oder dem Jugendamt. Die werden Dir das genauer sagen können.

Gruß,

Axel

1x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
eh1960
Status:
Senior-Partner
(6196 Beiträge, 1483x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Ich gehe davon aus, du bist Schüler und möchtest einer geringfügigen Beschäftigung (Minijob mit max. 520,- mtl) nachgehen? Dann würdest du vermutlich kein Gehalt bekommen, eher wohl Lohn, je nach Art und Umfang.

Das eine hat nichts mit dem anderen zu tun.

Der Begriff Gehalt wird in der Regel verwendet, wenn jeden Monat eine feste Summe (Monatsgehalt) gezahlt wird. Der Begriff Lohn hingegen wird verwendet, wenn pro Stunde (Stundenlohn) bezahlt wird.

Rechtlich ist es letztlich dasselbe. Und beides ist sowohl als geringfügige Beschäftigung ("520-Euro-Job") als auch als Fulltime-Beschäftigung möglich.

Signatur:

Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".

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#4
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31491 Beiträge, 5569x hilfreich)

Selbstverständlich gibt es für jeden Fall Regeln. Hier regelt das SGB VIII und speziell die aktuelle Änderung bzgl. der Kostenheranziehung Jugendlicher.
Etliches vom Fragesteller ist unbekannt. Es kommt also drauf an.

Hier eine Erklärung zu den diversen Regeln:
https://www.ombudschaft-jugendhilfe.de/de/topic/6491.kostenheranziehung.html

Zitat (von eh1960):
Das eine hat nichts mit dem anderen zu tun.
Was hat womit nichts zu tun?
Der TE ist Schüler (minderjährig oder volljährig??) und möchte neben der Schule einen Aushilfsjob machen.
Da er zunächst nur einen Plan, aber noch gar keinen Job hat --- kommt es wohl darauf an, welcher AG ihm für welchen Job welche Vergütung anbietet.
Und welche Voraussetzungen beim TE sonst noch vorliegen.
Diese kennt der Familienhelfer.

Aushilfen werden bei Bedarf eingesetzt--- eben zur Aushilfe.
Ein Aushilfsjob ist iaR ein Minijob mit Stundenlohn. Die monatliche Vergütung liegt bei max. 520,-.
Der gesetzl. Mindestlohn liegt derzeit bei 12,- brutto/Stunde.
Eine Vollzeit-Beschäftigung mit Lohn oder Gehalt kommt für Schüler mE eher nicht in Betracht.
Ein Gehalt ist kein Lohn, der mit Stundenlohn von x€ vergütet wird, insofern wäre es rechtlich nicht dasselbe.

Das Argument der Mutter des TE mit der Chancengleichheit habe ich noch nicht ganz verstanden.
Vielleicht erklärt der TE noch, was diese damit meinte.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#5
 Von 
Interessierter_Laie_1
Status:
Frischling
(25 Beiträge, 0x hilfreich)

Mit Chancengleichheit war gemeint das es sonst unfair wäre wenn ich alles abgeben müsste

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31491 Beiträge, 5569x hilfreich)

Zitat (von Interessierter_Laie_1):
Mit Chancengleichheit war gemeint das es sonst unfair wäre wenn ich alles abgeben müsste
Da irrt sich deine Mutter. Chancengleichheit meint etwas anderes.

Bitte besprich deinen Plan mit deinem Familienhelfer.

Vorschlag:
...such doch trotzdem schon mal ein Angebot eines *Aushilfsjobs*.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#7
 Von 
smogman
Status:
Student
(2735 Beiträge, 898x hilfreich)

Zitat (von Interessierter_Laie_1):
Muss ich wirklich mein ganzes verdientes Gehalt ans Jugendamt abgeben?
Um mal zurück zur eigentlichen Frage zu kommen. Nein, du kannst alles behalten. Vollständig.

Der Gesetzgeber hat mit dem Gesetz zur Abschaffung der Kostenheranziehung von jungen Menschen in der Kinder- und Jugendhilfe die ursprüngliche Rechtsgrundlage nach § 94 Abs.6 SGB VIII mit Wirkung vom 01.01.2023 ersatzlos gestrichen.

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