Probleme mit 19 jährigem Sohn

15. März 2009 Thema abonnieren
 Von 
Grit1
Status:
Beginner
(86 Beiträge, 6x hilfreich)
Probleme mit 19 jährigem Sohn

Guten Tag im Forum, kurz zur Problematik. Mein 19 jähriger Sohn, welcher noch nie einfach zu händeln war scheint im Moment vollkommen den Bezug zur Realität zu verlieren. Er befindet sich im letzten Jahr einer überbetrieblichen Ausbildung und steht kurz vor den Prüfungen. Einen Eignungstest für ein weiteres Ausbildungsjahr mit erweitereter Ausbildung hat er nicht bestanden und badet jetzt im Selbstmitleid. Er feierte schon immer gern krank und macht es nun noch mehr. Er hält sich nicht an Regeln, lernt nicht und tut nichts. Er hatte Anfang des Jahres eine schwere Hirnblutung, welche aber ohne Folgen nach operativer Versorgung überstanden ist. Dadurch kommt das Wort Kopfschmerz nun natürlich jederzeit gut, um nach Hause geschickt zu werden und sich dann mit seinen Lieblingsdingen zu beschäftigen. Ich bitte den letzten Satz nicht falsch zu verstehen, ich bin froh, dass meine Sohn diese Sache so gut überstanden hat, aber die persönliche Einstellung zu Schule und Arbeit hat sich nicht geändert. Zu Hause eskaliert es täglich, ein normales Zusammenleben ist nicht mehr möglich. Wir wohnen zu viert in 59 Quadratmetern und sein 10 jähriger Bruder bekommt alles mit, so dass er sich mittlerweile bei Streit schon die Ohren zu hält und extrem unter der Situation leidet. Mein Sohn bekommt noch 345 Euro Lehrlingsgeld.Ausbildungsende ist August. Die Chancen auf einen Job stehen bei 0, da er überhaupt nicht will und nicht mitarbeitet Lt. Jugendamt bin ich ihm nicht mehr zu Unterhalt verpflichtet (Stand 2007), sein leiblicher Vater auch nicht. Welche Möglichkeiten haben wir, eine räumliche Trennung herbeizuführen. Ist das Jugendamt für mich auch noch Ansprechpartner unabhängig vom Unterhalt, mir eventuell Hilfen aufzuzeigen. Er ist ja schon 19 und Volljährig. Für Tipps wäre ich dankbar

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13 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
altona01
Status:
Weiser
(17785 Beiträge, 8024x hilfreich)

Sie können Ihren Sohn jederzeit vor die Tür setzen. Es gibt kein Gesetz, das Ihnen das verbietet.
Dann kann Ihr Sohn, solange er noch in der Ausbildung ist, BAB beantragen und das Kindergeld steht ihm auch zu.

Grundsätzlich ist das Jugendamt bis zum 21. Geburtstag für junge Menschen zuständig, mir ist nur nicht klar, welche Hilfe Sie sich von dort erhoffen?

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#2
 Von 
Grit1
Status:
Beginner
(86 Beiträge, 6x hilfreich)

Danke für die Antwort, ich war mir nicht sicher, ob ich so einfach sagen kann, Du gehst jetzt. Die Frage ist nur, wenn er BAB beantragt und es wird von dort gesagt, Sie können doch auch zu Hause wohnen, würde sein Geld für seinen Unterhalt nicht reichen. Das Kindergeld würde er natürlich bekommen. Gesetz dem Fall und davon gehe ich aus,er ist ab August Arbeitslos- Welches Amt zahlt für ihn. Wird dann nicht gesagt, dass er 4 Monate vor Ausbildungsende nicht hätte ausziehen dürfen. Das hier ist für mich der Punkt evtl., das Jugendamt um Hilfe zu bitten. Die kennen ihn von klein an. Er sollte mit 11 Jahren auf Grund eines ausgeprägtem ADHS schon außwärts untergebracht werden, ich konnte es damals aber nicht zulassen. Seit 2008 hat er aber dann alle Hilfen des JA abgelehnt und Anfangs dachte ich es wird besser, aber wie man sieht leider nicht,

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#3
 Von 
Sunbee 1
Status:
Gelehrter
(10619 Beiträge, 2429x hilfreich)

@grit

natürlich kannst du einen volljährigen vor die tür setzen und mit verlaub, dieser junge mann wird dann auch mal die realität schmecken.
es ist aufgabe der eltern, ihren kindern die realität nahe zu bringen und wenn dein sohn es anders nicht kapieren will, wird er sich eben selbst auf die füße stellen müssen.
dein schlechtes gewissen solltest du abstellen.

ein wort zu den qm. das ist definitiv zu wenig für eine vierköpfige familie.

sunbee

-----------------
"Meine Beiträge stellen lediglich eine persönliche Meinung dar und sind keine Rechtsberatung."

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#5
 Von 
Agenor
Status:
Praktikant
(690 Beiträge, 160x hilfreich)

Hallo StTom,

unterschaetze mal das Ganze nicht. Er wird nicht alles 'bekommen', sondern muss sich darum kuemmern! Und das ist der erste Realitaetsschock.
Zusaetzlich: ein paar Tage kann das Dauern. Die Notunterkuenfte aber haben keine 5 Sterne ... auch das hilft zu begreifen!
Dann: kann auch gut sein, dass er in eine Wohngruppe kommt. Auch da gibt es Regeln - und in seinem Fall kein Netz dahinter. Wird zwar waermer, aber dennoch halte ich die Obdachlosigkeit fuer unschoen.

@Grit1
Ich wuerde wenn die Situation tatsaechlich unertraeglich ist/wird, die Notbremse ziehen und das eigene, verstaendliche schlechte Gewissen abschalten und ihn raus schmeissen! Der soll sich dann alleine die Hilfen suchen.
Evtl. sagst Du ihm noch, wo sich das Jugendamt befindet (und um ihm noch ein wenig zu Helfen: werfe ihn Morgens+Werktags raus, so dass er gleich die Moeglichkeit hat, Hilfe zu suchen!). Alles andere kann dazu fuehren, dass er sich bessert - aber es sieht halt nicht danach aus.
Kindergeld steht ihm uebrigens nach der Ausbildung nicht mehr zu. Aber das kann er selbst in Erfahrung bringen, wenn er den entsprechenden Antrag stellt.
Wuensche jedenfalls viel Erfolg.

Agenor

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#8
 Von 
Sunbee 1
Status:
Gelehrter
(10619 Beiträge, 2429x hilfreich)

@sTom

der *junge* ist u25 und er würde vom ersten tag des alg bezges, häufig noch bevor alg2 überhaupt gezahlt wird, sofort eine maßnahme, arbeit o.ä. zugewiesen bekommen. tritt er die nicht an, hat er ein problem. verweigert er ein zweites mal, wird die leistung bis um 100% gekürzt. die zuweisung in eine odachlosenunterkunft kann durchaus erfolgen, denn auch die kdu dürfen gekürzt werden.



sunbee

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"Meine Beiträge stellen lediglich eine persönliche Meinung dar und sind keine Rechtsberatung."

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#9
 Von 
altona01
Status:
Weiser
(17785 Beiträge, 8024x hilfreich)

Der junge Mann muß sich auch erst eine Wohnung vom Amt bewilligen lassen, da lernt er schon ganz gut die Wirklichkeit kennen.
Und bequem wird die Zeit nach dem Auszug garantiert nicht, sunbee hat die Wirklichkeit gut dargestellt.

Hallo Grit,
wenn Sie zum Jugendamt gehen, kann es sein, dass alles für Sie noch schwieriger wird. Deren Job ist es, Familien zusammenzuhalten.

Wenn Ihr Sohn zum Amt geht, kann ihm dort bescheinigt werden, dass er aufgrund massiver Schwierigkeiten nicht mehr mit Ihnen zusammenwohnen kann, und das Schreiben hilft bei der ArGe.

Sie sollten gegenüber Behörden bei Angaben darauf achten, dass Ihr Sohn nicht ausgezogen ist, sondern rausgeworfen wurde. Das ist ein gewaltiger Unterschied.

Auch kann das BAB gezahlt werden, wenn ein Azubi nicht mehr zuhause wohnen kann.

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#11
 Von 
Agenor
Status:
Praktikant
(690 Beiträge, 160x hilfreich)

Nochmal Hallo StTom,

die Frage ist ja, ob der junge Mann so einfach eine Wohnung anmieten kann. Er braucht ja einen Vermieter, der sich darauf einlaesst. Da kommt es schon darauf an, wo er wohnt ...
Und in jeder groesseren Stadt gibt es wohl in solchen Faellen eher Hilfen vom Jugendamt fuer Jugendliche und junge Erwachsene. Das bedeutet auch Regeln einhalten! Wenn nicht, fliegt er erst mal raus. Und das bedeutet sehr wohl Notunterkunft oder Obdachlosigkeit! Und das ist eben ein Realitaetsschock.
Es ist nicht so, dass einer vom Sozialamt den bei der Hand nimmt und dafuer sorgt, dass bis zum Abend die erste Wohnung inkl. Kueche eingerichtet ist. Ich finde, ein solcher Prozess ist schon nuetzlich, um in der Welt anzukommen.

Gruss
Agenor

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#12
 Von 
Grit1
Status:
Beginner
(86 Beiträge, 6x hilfreich)

Danke für die vielen Antworten. Im Moment sieht es so aus, dass ich elefonisch Kontakt mit dem JA aufgenommen habe,die Antworten aber nicht so berauschend waren. Keine konkrete Hilfe. Es kam auch die Antwort, dass ich meinen Sohn nicht vor die Türe setzen dürfte. Ich habe dann noch seinen ehemaligen Familienhelfer kontaktiert, der auch der Meinung war, dass eine räumliche Trennung für alle Beteliigten das Beste wäre. ER würde meinem Sohn beratend zur Seite stehen, aber nur wenn er in die Gänge kommt. Mein Sohn war scheinbar heute allein auf dem JA. Im Moment ist er kaum zu Hause, so dass es die letzten 3 Tage keine Konflikte gab. Wenn er kommt schlafe ich und wenn er aufsteht bin ich arbeiten. Mal schauen, ob er Informationen raus gibt. Was seine Wohnungswünsche angeht ist er noch nicht zu sehr abgedreht. Scheinbar 1 Zimmer für knapp 200 Euro warm.
Im Moment kann ich nur abwarten, aber das Wochenende steht vor der Tür. Da sind alle zu Hause und dann noch mein Geburtstag und die lieben Großeltern werden nach dem lieben Enkel fragen und das alles nicht verstehen.
Einen schönen Abend

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
altona01
Status:
Weiser
(17785 Beiträge, 8024x hilfreich)

Hallo Grit,
ich habe Ihnen zum Thema Hilfe vom Jugendamt geschrieben:

"wenn Sie zum Jugendamt gehen, kann es sein, dass alles für Sie noch schwieriger wird. Deren Job ist es, Familien zusammenzuhalten."

Erwartungsgemäß ist genau diese Situation eingetreten.

Ein Mitarbeiter eines Jugendamtes hat mal einer Mutter in meinem Beisein geraten, ihre minderjährige Tochter vor die Tür zu setzen.

Übrigens rechtlich völlig korrekt. Wenn Ihnen jemand sagt, Sie dürften Ihr Kind nicht rauswerfen, fragen Sie mal, wo das steht. Es gibt kein Gesetz, dass das verbietet.


Denke mal, wenn Sie hier die Antworten nochmal nachlesen werden Sie auf eine Idee kommen, was SIE tun könnten für sich.


-- Editiert am 19.03.2009 21:57

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