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Schule kategoriesiert Kinder in Giraffe, Fuchs und Affe

21.3.2017 Thema abonnieren Zum Thema: Frage Kind
 Von 
D2RR3
Status:
Schüler
(241 Beiträge, 127x hilfreich)
Schule kategoriesiert Kinder in Giraffe, Fuchs und Affe

Hallo,

ich versuch es mal kurz zu machen:
Lehrerin A hat eine Schulklasse B

Einige Schüler der Klasse sind z.B. in Mathe nicht so stark wie andere (1. Klasse).

Nun Unterteilt die Lehrerin die Klasse in Tiere.
Giraffe - Leistungsschwach
Affe - Normal
Fuchs - Gut / Klug

Ich selbst empfinde das zutiefst beleidigend den Kindern gegenüber. Nicht zuletzt, weil die Kinder sich naturgemäß untereinander hänseln : "Haha, du bist eine Giraffe" etc.

Nun frage ich mich, ob das so überhaupt Legitim ist?

Es kann ja nicht sein, dass ein Kind nach Hause kommt und sich dumm fühlt, schlecht und weniger gut wie andere, weil man ihm sagt das es eine Giraffe ist. Das bedeutet nichts anderes wie "Dumm" So empfinden das zumindest die Kinder und so behandeln Sie sich auch.

Hat jemand von euch Erfahrungen mit so einer oder ähnlichen Situation?

Danke.

Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB .

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Frage Kind


11 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
guest-12313.09.2017 08:51:03
Status:
Student
(2274 Beiträge, 650x hilfreich)

Differenzierter Unterricht.
Den Kindern Aufgaben entsprechend der Kategorisierung A,B,C - Baum, Blume, Distel oder Hund, Katze, Maus zuzuordnen, kommt aufs gleich raus. Wenn bald einige Kinder zusätzlichen Förderunterricht erhalten, geht's weiter. Kinder sind untereinander nunmal so.

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#2
 Von 
D2RR3
Status:
Schüler
(241 Beiträge, 127x hilfreich)

Ich finde diese Lernmethode irgendwie nicht gerade sehr angenehm. Das Kinder fies sind ist mir schon klar.
Auch das nicht jedes Kind gleich klug ist und gleich schnell lernt etc.

Mir ging es jetzt aber darum im speziellen, dass man diese Kategorisieren öffentlich den Kindern gegenüber ausspricht.
Finde das Kontraproduktiv dem Kind zu sagen: du bist langsam, deswegen musst du mit den anderen Langsamen zusammen arbeiten.

Hatte mich deswegen interessiert, ob es da sozial pädagogische Richtlinien etc. gibt.

Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB .
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#3
 Von 
reckoner
Status:
Unparteiischer
(9508 Beiträge, 3628x hilfreich)

Hallo,

ich sehe es ähnlich wie Retels, man wird Leistungsunterschiede nicht verheimlichen können, allein schon durch die Noten/Zeugnisse. Und da finde ich Gruppen schon besser als einfach Listen (wo es immer einen Letzten=Dümmsten gibt).

Der Spagat zwischen Motivation und Diskriminierung ist imho grundsätzlich eine der größten Aufgaben in der Pädagogik.

Was ich beim ersten Lesen aber auch etwas seltsam fand war die Affen-Gruppe. Der Begriff "Affe" ist schließlich immer noch ein Schimpfwort, ich denke man könnte aus diesem Grund dagegen vorgehen (ich wünsche nicht, dass mein Kind als Affe bezeichnet wird).
"Fuchs" steht hingegen für schlau, also OK.

Stefan

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#4
 Von 
Methadir
Status:
Praktikant
(772 Beiträge, 375x hilfreich)

Ich hab das ganze mal mit Farben gehört. Braun war da schlecht. Ganz tolle Assoziationen.

Hier halte ich für besonders kritisch, dass Giraffen sich nicht einfach in Füchse verwandeln. "Du bist eine Giraffe" heißt "Du bist jemand, der schlecht ist in Mathe" nicht "Du bist mit dem Stoff hinterher und gerade schlecht im Matheunterricht".
Und gerade weil Schulmathe regelmäßig völlig hirnrissig ist und Kinder deswegen nicht hinterherkommen, ist das ziemlich kritisch.

Soll es rechtlich jemand anders auseinanderdröseln. Pädagogisch ist es in der Linie mit dem Bull****, der sich schon seit Jahrzehnten immer weiter verstärkt.

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#5
 Von 
guest-12313.09.2017 08:51:03
Status:
Student
(2274 Beiträge, 650x hilfreich)

Naja, die mit "normalem" Lernstand werden der Affen-Gruppe zugeordnet; bei den Leistungsschwachen wäre es mMn aufgrund der Doppeldeutigkeit unangebracht. Aber Giraffe ist für mich nicht gleich dumm.

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#6
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(71271 Beiträge, 32410x hilfreich)

Zitat (von D2RR3):
"Haha, du bist eine Giraffe" etc.

"Haha, du bist eine Giraffe ein Dooofi"

Egal was da für ein Wort steht, Kinder werden immer hänseln und gehänselt werden.



Zitat (von D2RR3):
Hatte mich deswegen interessiert, ob es da sozial pädagogische Richtlinien etc. gibt.

Keien wirklich verbindlichen.
Ist wie bei den Anwälten, 3 Experten = 5 Meinungen :devil:



Zitat (von Methadir):
Hier halte ich für besonders kritisch, dass Giraffen sich nicht einfach in Füchse verwandeln.

Das nennt sich Evolution...
Klappt halt nur an katholischen Schulen nicht :)



Zitat (von reckoner):
Was ich beim ersten Lesen aber auch etwas seltsam fand war die Affen-Gruppe. Der Begriff "Affe" ist schließlich immer noch ein Schimpfwort, ich denke man könnte aus diesem Grund dagegen vorgehen (ich wünsche nicht, dass mein Kind als Affe bezeichnet wird).

Zustimmung.

Zumal Affen sehr lernfähig und - entgegen dem Gerücht - überhaupt nicht dumm sind.



Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#7
 Von 
HeHe
Status:
Schlichter
(7398 Beiträge, 3250x hilfreich)

Führt doch erst einmal ein Gespräch mit dem Lehrer, der vllt. den pädagog. "Mehrwert" erläutern kann und dann gibts noch die Elternabende: Wie sehen die anderen das?


-- Editiert von HeHe am 21.03.2017 17:42

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#8
 Von 
altona01
Status:
Weiser
(17318 Beiträge, 7625x hilfreich)

"Blue Eyed" von Jane Elliot.
Ein grandioses Experiment zu der Frage.

Da wird auch ausreichend erläutert, warum Abwertungen pädagogisch sinnfrei sind

Denke mal, wenn Sie das o.g. Experiment zitieren, wird hier kein Lehrer auf Fortsetzung plädieren. Das war schon krass, das wird ja keine Schule freiwillig weiterführen. Gruselig für dieses Jahrhundert!!

-- Editiert von altona01 am 21.03.2017 19:00

Signatur:Nur wer sich bewegt, hört seine Ketten rasseln.
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#9
 Von 
altona01
Status:
Weiser
(17318 Beiträge, 7625x hilfreich)

[/u]u].[/[u][/u]quote]

Zitat (von D2RR3):
Das Kinder fies sind ist mir schon klar.

Den Beitrag muss man einfach sacken lassen... :crazy:

Und ja, D2RR3, tatsächlich richten sich die meisten Sozialpädagogen nach der Richtlinie, alle Klienten, auch Kinder, als Menschen zu betrachten.


-- Editiert von altona01 am 21.03.2017 19:56

Signatur:Nur wer sich bewegt, hört seine Ketten rasseln.
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#10
 Von 
Methadir
Status:
Praktikant
(772 Beiträge, 375x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
"Haha, du bist eine Giraffe ein Dooofi"

Deswegn kriegen Lehrer ja auch Probleme, wenn sie Kinder in "Dooofi"-Gruppen stecken. Aber wie gesagt. Ich finde die implizierte Absolutheit viel schlimmer.

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#11
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(28600 Beiträge, 11840x hilfreich)

Wir haben die Eingruppierung doch auch durch die Notengebung. Ob man das nun etwas freundlicher macht, oder nicht, das ist doch wurscht. Nach meiner Erfahrung wollen auch Kinder wissen, wo sie in etwa stehen, leistungstechnisch. Meine waren erleichtert, als sie endlich Noten bekamen. Und, auch die anderen Kinder wissen doch, welche Note wer geschrieben hat.

wirdwerden

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