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Sperrzeit ALG1

 Von 
ileofmykaese
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
Sperrzeit ALG1

Hallo

ich bin Stattlich geprüfter Elektrotechniker und war vom 01.01.2011 bis zum 01.05.2011 Arbeitslos gemeldet. Ich habe ALG1 bezogen und mich wirklich sehr bemüht wieder einen Job in der Elektronikentwicklung zu bekommen. Leider ware die ganzen Vorschläge vom Arbeitsamt eher im Bereich Servicetechniker bzw. totaler Schwachsinn (z.B. 40km arbeitsweg und über Zeitarbeitsfirma angstellt sein), wodurch ich mich eher auf die "private" Suche konzentriert habe.
Ich bekam dann von meiner Beraterin zwei Einladungen zu einem gemeinsamen Termin, bei dem ich mich zu einer abgelehnten Stelle und zu einer nicht beworbenen Stelle persönlich äußern sollte.
Dies Tat ich auch und bekam keine Rückmeldung von meiner Beraterin, dass ich damit nicht durchkommen würde.

Prommt flatterte mir eine Sperrzeit von drei Wochen wegen der "nicht beworbenene Stelle" ins Haus die ich zähneknirschend und ohne Widerspruch akzeptierte, weil ich meinen Verstöß einsah.

Mein Problem:
Jetzt am 15.05.2011 (als ich schon wieder arbeitete) kam eine Brief mit nachträglicher Änderung meiner Leistungen weil ich die andere Stelle abgelehnt hatte. Sechs Wochen nachträgliche Sperre (1920 Euro Rückforderung vom Amt). Bei einem telefonischen Gespräch mit der Sachbearbeiterin sage diese mir, dass ich mich bei der Probearbeit dumm anstellen hätte sollen. Damit wäre es fürs Arbeitsamt ja keine Ablehnung meiner Seits, sondern der Firma gewesen.


Meine Frage:
Ich möchte gegen die zweite Sperrzeit von sechs Wochen Widerspruch einlegen, weil ich ja garnicht die Möglichkeit hatte mein Verhalten zu ändern, da beide Anhörungen am gleichen Termin waren.

Komme ich mit dem Widerspruch durch?

Ich bin wirklich sehr verzweifelt, weil ich mir den "Arsch" aufgerissen habe eine Stelle zu finden und behandelt werde, als ob ich nicht arbeiten will.


Vielen Dank fürs lesen.
Ich bin gespannt auf die Antworten

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Widerspruch Sperrzeit


6 Antworten
Sortierung:

#2
 Von 
altona01
Status:
Weiser
(17559 Beiträge, 7763x hilfreich)

"Bei einem telefonischen Gespräch mit der Sachbearbeiterin sage diese mir, dass ich mich bei der Probearbeit dumm anstellen hätte sollen. Damit wäre es fürs Arbeitsamt ja keine Ablehnung meiner Seits, sondern der Firma gewesen."

Haben Sie sich denn dumm angestellt? Oder was ist da passiert?

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#3
 Von 
ileofmykaese
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo Jürgen1
Danke, es wäre über eine Zeitarbeitsfirma gewesen und wenn ich von der IGZ Tarifgruppe 6 ausgehe, trifft es zu!

Hallo Hamburgerin1
Ich hab mich natürlich nicht dumm angestellt, die Firma hätte mich mit Kusshand genommen. Aber wer rechnet schon damit, dass man be*******n muss um ALG1 weitergezahlt zu bekommen wenn man von einer Stelle nicht überzeugt ist. Ich war einfach zu ehrlich.

Die Sachbearbeiterin war übrigens nur für die Verhängung der Sperrzeit zuständig und war nicht meine Beraterin.


Ich werde heute mit der Zeitarbeitsfirma telefonieren, damit diese mir das damalige Gehaltsangebot bestätigt.



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#5
 Von 
ileofmykaese
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

natürlich schriftlich Bestätigung!


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#6
 Von 
Gerd aus Berlin
Status:
Lehrling
(1453 Beiträge, 781x hilfreich)

Wie schon erwähnt wurde, ist nicht jeder Job zumutbar (z. B. wegen zu geringem Gehalt) laut § 121 SGB III "Zumutbare Beschäftigungen".

Ist er dennoch zumutbar, hat man sich immer noch nicht "versicherungswidrig verhalten" laut § 144 SGB III "Ruhen bei Sperrzeit", wenn man "einen wichtigen Grund" für sein Verhalten hat und darlegen kann:

"Der Arbeitnehmer hat die für die Beurteilung eines wichtigen Grundes maßgebenden Tatsachen darzulegen und nachzuweisen, wenn diese in seiner Sphäre oder in seinem Verantwortungsbereich liegen." (ebd.)

Eine Abneigung gegen Sachen wie "Bereich Servicetechniker bzw. totaler Schwachsinn (z.B. 40km arbeitsweg und über Zeitarbeitsfirma angstellt sein)" wird wohl auch vom Sozialgericht nicht hinreichen. Höchsens vielleicht eine Allergie dagegen :) .

Ein mündlicher Hinweis, sich lieber von der Firma ablehnen zu lassen als die Firma abzulehnen, ist zwar nicht koscher, aber pragmatisch korrekt - soweit die Ablehnung nicht offensiv betrieben wird (und dies dann auch noch dem Amt gemeldet wird :) ).

Wenn man einen solchen Hinweis erhält, sollte man wohl die Chancen nutzen, die eine Anhörung oder eine Nachholung einer halb verpatzten Anhörung bieten kann - und auch das Widerspruchsverfahren.

Gruß aus Berlin, Gerd

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"I shot the sheriff,
but I did not shoot the deputy."

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