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Übernahme Umzugskosten vom Jobcenter, welche Angaben sind notwendig?

10.8.2021 Thema abonnieren
 Von 
Julie123mitglied
Status:
Frischling
(45 Beiträge, 1x hilfreich)
Übernahme Umzugskosten vom Jobcenter, welche Angaben sind notwendig?

Ich wurde ein Mal aufgefordert die Kosten zu senken, leider findet sich keine günstigere Wohnung, bei der die Vermieter mit der Übernahme der Kosten durch das Jobcenter einverstanden sind (Begründung von Vermietern lautet häufig: wir wollen keine Hartz IV Empfänger). Ich muss derzeit 260 Euro drauf zahlen und will so rasch wie möglich umziehen.
Ich möchte mich auch von Hartz IV abmelden und mein Leben wieder selbst bestreiten.

Ich habe ein paar Jobangebote und Wohnungsangebote, würde den Umzug gerne , wenn möglich, etwas unterstützt bekommen vom jetzigen Jobcenter.
Welche Angaben muss ich dort tätigen? Muss ich begründen wo ich hinziehe und die neue Anschrift angeben ( es wird definitiv ein anderer Landkreis und das Jobcenter ist in keinem Falle mehr zuständig für mich)? Oder kann ich umziehen ohne Nennung der Anschrift? Ist es ausreichend den Umzug mit der Senkung der Kosten zu begründen (das habe ich ja bereits schriftlich von dem Jobcenter als Aufforderung umzuziehen)? Ich möchte nur nicht, dass das Jobcenter den neuen Vermieter kontaktiert, da ich am neuen Wohnort kein Hartz IV mehr beantragen möchte? Ich bin sehr zierlich, habe nur Freundinnen, die keine Möbel schleppen können - habe ich daher ein "Anrecht" auf Umzugshelfer? Was exakt wird erstattet? Wie ist jetzt das Vorgehen?

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4 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Anami
Status:
Unsterblich
(23312 Beiträge, 4588x hilfreich)

Zitat (von Julie123mitglied):
Wie ist jetzt das Vorgehen?
Bitte schau mal in die Threads, die hier von dir schon gestartet wurden.
Die Rechtslage hat sich nicht geändert, was die Übernahme von Umzugskosten betrifft.
Ein Anrecht/Anspruch hat man nicht.
https://www.123recht.de/user.asp?user=Julie123mitglied

Zu Beitrag Erstausstattung, die ja auch zum Umzug gehört:
Wenn du keine Leistungen am neuen Wohnort beantragen willst, wird das jetzige JC dir keine Leistungen für Erstausstattung gewähren. Dafür wäre ein neues JC zuständig.

Zum Beitrag Nachzahlung BK/NK:
Grundsätzlich kann man einen Antrag auf Kostenübernahme stellen.
Die Nachzahlungsforderung wird vermutlich erst nach dem Umzug vom Vermieter kommen. Will man am neuen Wohnort keinen Hartz-4Antrag stellen, wird kein JC mehr zuständig.

Zitat (von Julie123mitglied):
Ich möchte nur nicht, dass das Jobcenter den neuen Vermieter kontaktiert,
Das tun JC nicht. Wenn du keine Leistungen dort beantragen willst, gibt es sowieso keinerlei Anlass für irgendwelche Kommunikation..

Wenn man in einen anderen LK zieht, wird die Kundenakte geschlossen.
Wenn man am neuen Ort keinen Hartz-4-Antrag stellt, wird dort keine neue Kundenakte angelegt.



-- Editiert von Anami am 11.08.2021 11:45

Signatur:

ist nur meine Meinung.

1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Julie123mitglied
Status:
Frischling
(45 Beiträge, 1x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Grundsätzlich kann man einen Antrag auf Kostenübernahme stellen.
Die Nachzahlungsforderung wird vermutlich erst nach dem Umzug vom Vermieter kommen. Will man am neuen Wohnort keinen Hartz-4Antrag stellen, wird kein JC mehr zuständig.

Eine Übernahme wäre also auch mehrmalig möglich - auch wenn das Jobcenter bereits eine Nachzahlung aus dem letzten Jahr übernommen hat? Die Nebenkosten sprengen sowieso bereits den Rahmen und liegen über der Grenze, da alle möglichen Posten inkludiert sind an denen ich als Mieterin nichts einsparen kann (Aufzug, Hausmeisterservice, Gartenpflege, etc.). Ich habe also nicht verschwenderisch geheizt/ verbraucht.

Ist ein formloses Anschreiben ausreichend, in welchem ich einfach um Übernahme der Kosten bitte? Oder ist hier der Antrag / Formular "Veränderung" nötig? Wenn ich in eine andere Region ziehe, weil ich dort arbeiten möchte, aber noch keinen Job in Aussicht habe, möglich auch Hotelübernachtungen (Beschaffungskosten) zu erhalten? Ehrlich gesagt bin ich schon sehr überrascht, dass man überhaupt Umzugskosten erstattet bekommt.


Eine Erstausstattung greift doch nur wenn man zum ersten Mal in eine eigene Wohnung zieht? Bei mir z.B. ist es die 2. Wohnung und ich habe einfach wenig Möbel und die Küche gehört zur Wohnung - kann ich dann nach einer Art Ausstattung fragen? Ich habe noch nie eine Erstausstattung gehabt.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Anami
Status:
Unsterblich
(23312 Beiträge, 4588x hilfreich)

Zitat (von Julie123mitglied):
Eine Übernahme wäre also auch mehrmalig möglich
Grundsätzlich ja.
Du hast 1x das Hinweisschreiben zur Kostensenkung erhalten. Dort findet sich iaR auch der Hinweis, dass Nachzahlungen von BK/NK nach diesen 6 Monaten... nicht übernommen werden.
Es sei denn, man weist nach, dass die Wohnungssuche erfolglos ist. Hast du denn seit 02/21 nachgewiesen, wo und wie du gesucht hast und das dem JC geschrieben?

Zitat (von Julie123mitglied):
Ich habe also nicht verschwenderisch geheizt/ verbraucht.
Das ist auch regelmäßig gar kein Kriterium. Du hast seit Leistungsbeginn eine unangemessen teure Wohnung angemietet.
Zitat (von Julie123mitglied):
Ist ein formloses Anschreiben ausreichend,
Ja, formlos genügt. Im Anhang die BK-Abrechnung des Vermieters.
Zitat (von Julie123mitglied):
Wenn ich in eine andere Region ziehe, weil ich dort arbeiten möchte, aber noch keinen Job in Aussicht habe, möglich auch Hotelübernachtungen (Beschaffungskosten) zu erhalten?
Nein. Dein Umzug wäre nicht notwendig/nicht erforderlich. Das hat nichts mit den BK/NK und der Nachzahlung zu tun.

Wenn du umziehst, wird deine Akte geschlossen.
Wenn du im neuen Ort beim JC keinen neuen Antrag stellst, kommt gar nichts mehr. Keine neue Akte wird angelegt.

Wer Umzugskosten beim JC beantragt, sollte eine angemessene Unterkunft (ist kein Hotel!) nachweisen. Und wer noch keinen Job hat, wird keinen erforderlichen/notwendigen Umzug machen, der vom JC irgendwie bezuschusst wird.
Zitat (von Julie123mitglied):
Ehrlich gesagt bin ich schon sehr überrascht, dass man überhaupt Umzugskosten erstattet bekommt.
Wenn ein Umzug notwendig/erforderlich ist und nicht und nie mit eigenen Mitteln geht, dann leistet das JC. Oft genug sind es dann die Kosten für einen Miettransporter und/oder 15,- pro Nase für die Helfer. An was denkst du?
Zitat (von Julie123mitglied):
Eine Erstausstattung greift doch nur wenn man zum ersten Mal in eine eigene Wohnung zieht?
Nein, das ist nicht so. Wenn der Bedarf an Erstausstattung vorliegt (zB Küche) und der Umzug notwendig/erforderlich ist---dann könnte das JC diesen Bedarf leisten.
Zitat (von Julie123mitglied):
kann ich dann nach einer Art Ausstattung fragen? Ich habe noch nie eine Erstausstattung gehabt.
Für das, was in der neuen Wohnung fehlt, würde das neue JC nur leisten, wenn der Umzug notwendig/erforderlich war und wenn überhaupt ein neuer Alg2-Antrag in diesem Ort gestellt würde. Küchenausstattung wäre uU evtl. vom neuen JC im neuen Ort zu zahlen.

Du schreibst, du hättest ein paar Job-und Wohnungsangebote und möchtest dich vom JC abmelden.
Das jetzt zuständige JC wird mit solchen *Tatsachen* überhaupt nichts leisten außer Regelbedarf und angemessene KdU (also so wie jetzt bis zum Tag des Umzuges).
Weil ja gar nichts da ist außer Angeboten. Nichts ist notwendig oder erforderlich. Und weiterhin Alg2 willst du auch nicht.

Signatur:

ist nur meine Meinung.

1x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
AxelK
Status:
Philosoph
(12719 Beiträge, 4320x hilfreich)

Zitat:
Ja, formlos genügt. Im Anhang die BK-Abrechnung des Vermieters.


Im hier beschriebenen Fall und nach erfolgtem Umzug wohl eher nicht; zumindest nicht ganz so einfach.

Am neuen Wohnort soll kein ALG II Antrag mehr gestellt werden. Gleichwohl wäre - nach erfolgtem Umzug - das Jobcenter am neuen Wohnort für die Übernahme der Nachzahlung aus der Betriebskostenabrechnung der alten Wohnung zuständig. Dort kennt man die TE aber gar nicht.

Grundsätzlich kann sogar allein die Nachzahlung aus der BK-Abrechnung zu einer einmaligen Bedürftigkeit und damit der Verpflichtung zur Übernahme durch das Jobcenter führen. Ich gehe aber davon aus, dass das neue Jobcenter zunächst einmal einen vollständigen Neu-/Erstantrag verlangen wird, den man allerdings darauf beschränken kann, dass allein die Übernahme der Nachzahlung begehrt wird.

Zitat:
Nein. Dein Umzug wäre nicht notwendig/nicht erforderlich.


Der Umzug ist vorliegend ohne jeden Zweifel notwendig. Allein schon wegen der erheblichen Unangemessenheit der jetzigen Wohnung und der bereits erfolgten Kostensenkungsaufforderung. Wenn Du mit Deiner - dann allerdings reichlich pauschalen - Auussage lediglich meinst, der konkrete Umzug in einen anderen Landkreis sei nicht erforderlich, dann stimme ich Dir (bedingt) zu. Vermutlich wird das bisherige Jobcenter dennoch eine Zusicherung erteilen. Schließlich werden die eine Leistungsempfängerin los, sparen also dauerhaft Geld und ein neues Jobcenter ist - mangels weiterer Antragstellung - nicht zu beteiligen.

Zitat:
Und wer noch keinen Job hat, wird keinen erforderlichen/notwendigen Umzug machen, der vom JC irgendwie bezuschusst wird.


Siehe oben.

Zitat:
Oft genug sind es dann die Kosten für einen Miettransporter und/oder 15,- pro Nase für die Helfer.


Die Höhe der Helferpauschale ist zwar nicht gesetzlich festgelegt und obliegt somit den jeweils örtlich zuständigen Trägern. Mehr als 15 Euro pro Helfer dürften es aber schon sein; in den meisten Fällen.

Zitat:
Für das, was in der neuen Wohnung fehlt, würde das neue JC nur leisten, wenn der Umzug notwendig/erforderlich war und wenn überhaupt ein neuer Alg2-Antrag in diesem Ort gestellt würde.


Der Bezug laufender Leistungen ist für die Gewährung einer Erstausstattung nicht erforderlich (siehe § 24 Abs. 3 S. 3 SGB II).

@Jule:

Ohne Dir zu nahe treten zu wollen, erscheint Dein Plan reichlich naiv. Du willst umziehen. In einen anderen Landkreis, weil Du denkst, dass dort Deinen Chancen, einen Arbeitsplatz zu finden, größer sind. Soweit so gut und nachvollziehbar.

Du hast aber bisher weder eine konkrete Wohnung in Aussicht, noch eine Arbeitsstelle. Willst aber schon jetzt umziehen und am neuen Wohnort keine Leistungen mehr beantragen. Wovon willst Du dort leben? Miete zahlen? Die Frage wird sich das jetzige Jobcenter auch stellen und überlegen, ob da möglicherweise verschwiegenes Einkommen/Vermögen vorhanden ist.

Du solltest die richtige Reihenfolge beachten. Das heißt, zuerst einen Job suchen. Bewerbungskosten sowie Fahrtkosten zu Vorstellungsgesprächen können vom Jobcenter übernommen werden. Wenn Du einen neuen Job hast, kümmerst Du Dich um die Wohnungssuche. Dann wird's auch deutlich leichter, Umzugskosten (ggf. sogar für ein Umzugsunternehmen, was aber weiterer Begründung bedarf) erstattet zu bekommen und möglicherweise sogar vorübergehend die Unterbringung in einem preiswerten Hotel/Pension bezahlt zu bekommen. Diese Dinge solltest Du mit Deinem derzeitigen Arbeitsvermittler besprechen. Die haben da durchaus nochmal ganz andere Möglichkeiten, als die Leistungsabteilung.

Und solange Du noch in der derzeitigen, zu teuren, Wohnung "gefangen" bist, solltest Du vielleicht mal anfangen, Dich gegen die vermutlich rechtswidrige Absenkung der KdU zur Wehr zu setzen. Das Jobcenter übernimmt doch bereits seit geraumer Zeit nur die angemessenen Kosten, oder?

Gruß,

Axel

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