Urlaubsabgeltung bei Arbeitskosengeldbezug

6. August 2023 Thema abonnieren
 Von 
Maria_89
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Urlaubsabgeltung bei Arbeitskosengeldbezug

Hallo,

ich habe eine Frage zu folgender Konstellation:

- Eine Person hat direkt nach ihrem Hochschulabschluss für über ein Jahr als Aushilfe mit sehr geringem Verdienst gearbeitet.
- Ohne die Anstellung zu beenden, ging sie dann aufgrund Geburt zweier Kinder für fast 6 Jahre in Elternzeit.
- Aufgrund Umzugs zum Gatten und damit einhergehender hoher Distanz zum alten Arbeitsort musste sie die Aushilfstätigkeit zum Ende der Elternzeit kündigen.
- Arbeitsamt bewilligt ein sehr hohes Arbeitslosengeld, da es aufgrund mangelnden Verdinestes in den letzten 180 Tagen ein fiktives Gehalt nach Qualifikation annehmen muss – bei Antragstellung hat die Person mitgeteilt, dass der Anspruch auf Urlaubsabgeltung geprüft wird
- Die Prüfung hat nunmehr ergeben, dass ein abzugeltender Urlaub von ca. 200 Tagen bei einem sehr geringen Monatsverdienst einer Aushilfe besteht (der Arbeitgeber hat es versäumt, den Urlaubsanspruch während der Elternzeit zu reduzieren)

Das Arbeitslosengeld über die ca. 200 Tage ist wesentlich höher, als die Urlaubsabgeltung. Zwar verschiebt sich der Bezug des ALG-1 nach hinten; ich würde also nichts verlieren - das gilt aber nur dann, wenn ich über sehr lange Zeit arbeitslos bleibe.

Wirtschaftlich sinnvoller wäre es für mich (nicht für die Sozialversicherung, das ist mir klar) auf die Urlaubsabgeltung zu verzichten und stattdessen das Arbeitslosengeld zu beziehen (zumal ich während des Ruhens noch selbst meine Kranken-/Pflegeversicherung zahlen muss, bzw. für mehrere Monate bereits zu erstatten habe, § 335 SGB III).

Frage: Im § 157 Abs. 2 SGB III steht „[…] wegen der Beendigung des Arbeitsverhältnisses Urlaubsabgeltung erhält oder zu beanspruchen hat."
Wenn ich nicht auf Urlaubsabgeltung klage (der Arbeitgeber zahlt nicht freiwillig, tatsächlich ist Klage bereits anhängig), werde ich auch keine Urlaubsabgeltung erhalten. Wie ist jedoch der Teilsatz „oder zu beanspruchen hat" zu verstehen? Bin ich verpflichtet gegen meinen alten Arbeitgeber zu klagen, oder kann ich eine sehr wahrscheinlich begründete Forderung (juristisch) einfach nicht weiter verfolgen, ohne dass es Konsequenzen für den ALG-1 Bezug hätte?

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3 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Frieder01
Status:
Beginner
(130 Beiträge, 24x hilfreich)

Es hat bis jetzt niemand geantwortet und ich kenne die Antwort auch nicht. Allerdings kann ich dir den Link zu den Fachlichen Weisungen der Agentur nennen: https://www.arbeitsagentur.de/datei/fw-sgb-iii-157_ba015164.pdf.
Vielleicht kannst du eine Lösung / Tendenz herauslesen.

Signatur:

Ich äußere hier meine laienhafte Erfahrung. Genaues geht nur über Anwalt oder Behörde.

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#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118366 Beiträge, 39561x hilfreich)

Zitat (von Maria_89):
Bin ich verpflichtet gegen meinen alten Arbeitgeber zu klagen

Nein.

Aber man würde den Anspruch auf ALG 1 erfahrungsgemäß dennoch ruhen lassen, weil das Amt regelmäßig nicht zahlt, wenn andere zahlen müssten - wie eigentlich jede Versicherung ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31460 Beiträge, 5565x hilfreich)

Zitat (von Maria_89):
tatsächlich ist Klage bereits anhängig)
Das ist auch richtig so. Du hast Anspruch auf Abgeltung---> hast zu beanspruchen.
Die Agentur würde vermutlich darauf hinweisen, dass du klagen/beanspruchen müsstest... ob eine Gleichwohlgewährung später in Frage käme, weiß jetzt keiner.

So ist es ziemlich regelmäßig auch bei Sperrzeiten nach §159 SGB III.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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