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Verankerung Schule vor Erwerbstätigkeit im Rechtssystem ? (§ 7 und 8 SGB II)

 Von 
santaklaus
Status:
Beginner
(56 Beiträge, 27x hilfreich)
Verankerung Schule vor Erwerbstätigkeit im Rechtssystem ? (§ 7 und 8 SGB II)

Hallo,

nachdem meine Tochter nun 15 geworden ist, fällt Sie gemäß § 7 in den Rechtskreis des SGB II.

Obwohl meine Tochter zur Schule geht und in zwei Jahren das Abitur machen will, erhält sie eine Vorladung zur Vorsprache beim Jobcenter. Ich halte diese Vorladung für nicht sinnvoll, finde jedoch beim Suchen im Internet keinerlei Hinweis, weshalb bei meiner Tochter ein Rechtsanspruch auf Bildung bis zum Abitur vorrangig gegenüber etwaigen Versuchen, sie zu beruflichen Tätigkeiten einzugliedern vorliegen würde.

Das Jobcenter verlangt zwar eine Schulbescheinigung und weiß bereits, dass Sie zur Schule geht, wie ist jedoch das Recht meines Kindes seine Bildungswünsche zu verwirklichen, gegenüber einer möglichen Willkür des Jobcenter gegenüber abgesichert? Wenn meine Tochter nach dem Abitur auch noch studieren möchte, wie kann sie diesen Wunsch dem Jobcenter gegenüber rechtfertigen?

Bitte benennt mir eindeutige Gesetzestexte zu dieser Sachlage. Danke.

-- Editiert von santaklaus am 09.04.2019 13:00

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Jobcenter Tochter recht verlangt


6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
quiddje
Status:
Bachelor
(3739 Beiträge, 2150x hilfreich)

Zitat (von santaklaus):
wie ist jedoch das Recht meines Kindes seine Bildungswünsche zu verwirklichen, gegenüber einer möglichen Willkür des Jobcenter gegenüber abgesichert?
Wie meinst du das?
Was verstehst du unter "Willkür"?

Wenn deine Tochter gemäß §7 SGB II Anspruch auf Leistungen stellt, dann wird natürlich auch gemäß SGB II ihre Mitarbeit verlangt.
Im konkreten Fall wird deine Tochter Leistungen beanspruchen können nach §7 SGB II , Absatz 6, Punkt 1, sofern sie bei den Eltern wohnt und dementsprechend kein BAFÖG bekommt. Das natürlich nur, wenn sie, wie in Absatz 1 verlangt, auch hilfebedürftig ist. Dies zum Beispiel kann bei so einem Termin mal diskutiert und geprüft werden.

Bei weiterer Ausbildung / Studium werden dann BAFÖG und BAB interessant und das Kind fällt sowieso aus den SGB ii raus, sprich: kann dort keine Leistungen mehr beanspruchen. Dementsprechend gibt es für sie gar keinen Grund, ihren "Wunsch dem Jobcenter gegenüber rechtfertigen" zu müssen.

-- Editiert von quiddje am 09.04.2019 14:25

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#2
 Von 
santaklaus
Status:
Beginner
(56 Beiträge, 27x hilfreich)

Sorry, aber das beantwortet doch meine Frage nicht.

Ich will nur wissen, auf Grund welcher Rechtsgrundlage meine Tochter auf der Schule bleiben darf und sich nicht nach einem Job oder einer Ausbildung umsehen muss, falls das von ihr verlangt würde, was nach meinen Recherchen im Netz von Mitarbeitern des Jobcenters auch schon verlangt worden sei. Deshalb der Ausdruck Willkür.

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#3
 Von 
Anami
Status:
Senior-Partner
(6586 Beiträge, 1226x hilfreich)

Zitat (von santaklaus):
erhält sie eine Vorladung zur Vorsprache beim Jobcenter.
Sie erhält Einladungen.
Sie kann sich von der Schule halbjährlich eine Schulbescheinigung holen, diese halbjährlich dem JC vorlegen.
Dann erledigt sich das mit den Einladungen.
Die Schulpflicht endet mit 15, trotzdem kann man weiterhin zur Schule, zur Ausbildung, zum Studium...

Machs doch nicht so steif. :fight:
Das JC wird keine Willkür üben, die handeln nach Gesetz. Dort steht nicht, dass man Schüler aus der Schule entfernen will, damit sie ungelernte Arbeiten machen.

http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_2/__7.html
Absatz 1 genügt.

Du denkst verkehrt herum. Es gibt im SGB II kein Gesetz, das regelt, wer bis wann zur Schule gehen darf.
Bis vollendetem 14. Lebensjahr hat deine Tochter Sozialgeld nach SGB II erhalten, mit 15 erhält sie als nun Erwerbsfähige Alg2.
Auch die Krankenversicherung wird sich melden und eine Versicherung für deine Tochter einrichten.
Trotzdem darf sie gerne Frau Einstein werden--- niemand hat dafür auch nur das geringste Verhinderungs-Gesetz gemacht.

Man sollte nicht auf solche Internet-Gerüchte reinfallen. Wer sich dort über die Willkür der Mitarbeiter beschwert, verschweigt in aller Regel, dass Schüler manchmal eben nicht bis zur 10. oder gar zum Abi kommen.
Für die wird dann etwas Adäquates in der Arbeitswelt gesucht...

Bitteschön, schau mal, wie sicher ihr euch sein könnt:
http://de.wikipedia.org/wiki/Recht_auf_Bildung

Signatur:Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen. Karl V.
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#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(69752 Beiträge, 32113x hilfreich)

Zitat (von santaklaus):
was nach meinen Recherchen im Netz von Mitarbeitern des Jobcenters auch schon verlangt worden sei.

Na und?
Du verlangst das Deine Tochter Abitur machen darf.
Mit welchem Recht spricht Du anderen ab, dass auch diese ein Verlangen äußern dürfen? Natürlich dürfen diese das.

Dann hat jeder sein Verlangen geäußert - prima. Und dann passiert ... nichts.


Erst wenn das Verlangen in was rechtlich belastbares wie etwa ein Bescheid käme, müsste man dessen Rechtsgrundlagen prüfen.
Wer mag kann sich zuvor intensiv mit "was-wäre-wenn" beschäftigen, da muss einem aber schon arg langweilig sein.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#5
 Von 
hiphappy
Status:
Bachelor
(3971 Beiträge, 2070x hilfreich)

Zitat (von santaklaus):
Ich will nur wissen, auf Grund welcher Rechtsgrundlage meine Tochter auf der Schule bleiben darf und sich nicht nach einem Job oder einer Ausbildung umsehen muss, falls das von ihr verlangt würde

Wie wäre es denn mal, die Zeit und Energie in die Jobsuche zu stecken, anstatt sich über Sachen zu informieren, die noch überhaupt nicht eingetreten sind.

Zitat (von santaklaus):
Ich halte diese Vorladung für nicht sinnvoll

Deine Meinung. Die werden halt nicht viele Leute teilen.

Zitat (von santaklaus):
was nach meinen Recherchen im Netz von Mitarbeitern des Jobcenters auch schon verlangt worden sei.

Gerüchten zufolge laden die Mitarbeiter auch 15jährige gerne mal ein, um sich ein Bild zu machen, ob bei der nächsten Generation noch Hoffnung besteht. Hab ich im Internet gelesen.

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#6
 Von 
H. Odensack
Status:
Schüler
(498 Beiträge, 103x hilfreich)

Die wollen doch nur verhindern, dass sie die Schule abbricht und auf Kosten des Staates zu Hause rumgammelt, also sicherstellen, dass sie IRGENDWAS macht. Wo bitte ist das Problem, wenn sie da hingeht, die Schulbescheinigung mitbringt und denen sagt, dass sie noch bis voraussichtlich in zwei Jahren zur Schule geht? Dass das Amt, das für sie zahlt, einen Nachweis möchte, dass sie eben nicht faulenzt, ist sein gutes Recht. Es wird sie aber keiner zwingen, die Schule aufzugeben.

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