Was kommt nach Aussteuerung wenn man weiter arbeiten möchte

8. Juli 2024 Thema abonnieren
 Von 
Fachwirt84
Status:
Schüler
(224 Beiträge, 54x hilfreich)
Was kommt nach Aussteuerung wenn man weiter arbeiten möchte

Hallo zusammen,
meine Frau befindet sich aktuell im Krankenhaus und wird Mitte Oktober ausgesteuert. Allerdings ist es so, dass sie die "Probleme" sie hat aber zu 95% bewältigt hat und auch wieder gerne arbeiten möchte. Sie wird am 23.7. aus der Klinik entlassen und hat sich dann in einer Tagesklinik angemeldet, weil sie die Wiedereingliederung parallel zur Tagesklinik machen möchte. Die Wartezeit beträgt allerdings 3-5 Monate. Ich stelle mir jetzt die Frage, wie das dann nach der Aussteuerung weiter geht. Ich lese immer nur, man kann ALG 1 beziehen, wenn man entweder einen Rentenantrag gestellt hat oder die Agentur für Arbeit einen zur Reha schickt? Wie ist es denn aber, wenn man wieder arbeiten möchte und dies mit einer medizinisch vertretbaren Unterstützung (Tagesklinik) machen möchte? Gibt es da auch die Möglichkeit der ALG 1 Zahlung? Telefonisch ist bei der Agentur für Arbeit leider keine Info zu bekommen.
Danke für eure Einschätzungen!

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5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(33255 Beiträge, 5789x hilfreich)

Zitat (von Fachwirt84):
wird Mitte Oktober ausgesteuert.
Dann endet die Krankengeldzahlung.
Wenn man zu 95% fit ist, lässt man sich vom Arzt arbeitsfähig schreiben... und kann wieder arbeiten.

Soll die Tagesklinik eine Rehamaßnahme sein? Wer hat die *verordnet oder empfohlen*?

Wenn Wiedereingliederung im Betrieb gemeint ist, sollte man das zeitnah mit dem Betrieb besprechen--- BEM ist das Stichwort.
ALG dürfte nicht in Frage kommen, wenn man arbeitsfähig ist und noch einen Arbeitgeber/Betrieb hat, der auch zur Wiedereingliederung bereit und fähig ist.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#2
 Von 
Fachwirt84
Status:
Schüler
(224 Beiträge, 54x hilfreich)

Das Vorgehen mit der Tagesklinik wurde ihr von den Ärzten und Therapeuten in der Klinik empfohlen wo sie aktuell ist. Aufgrund der Erkrankung (Psyche) soll hier eine Unterstützung erfolgen, damit sie nicht wieder "rückfällig" wird, wenn der Beruf und der Alltag mit zwei kleinen Kindern wieder da ist.
Also würde sie dann ggf in der "Wartezeit" zwischen Ende Krankengeld und Wiedereingliederung in den Betrieb inkl Tagesklinik keine Leistungen erhalten?
Und wer würde für die Zeit der Wiedereingliederung Leistungen erbringen, wenn kein Krankengeldanspruch mehr besteht?

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#3
 Von 
EuleKK
Status:
Frischling
(19 Beiträge, 7x hilfreich)

Hallo,

nach § 145 SGB 3 dürfte ALG 1 in Frage kommen ( Näheres siehe hier: https://www.arbeitsagentur.de/datei/fw-sgb-iii-145_ba036050.pdf), auch wenn das Beschäftigungsverhältnis noch besteht.

MfG

ratte1

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#4
 Von 
Frieder01
Status:
Schüler
(222 Beiträge, 42x hilfreich)

Zunächst erfolgt nach Aussteuerung eine Arbeitslosmeldung. Zumal noch nicht in der Firma wieder begonnen werden kann.
Die Agentur veranlasst bei ihrem eigenen Arzt eine Begutachtung. Aufgrund des Gutachten gibt es dann drei Möglichkeiten:

1) Es liegt über 6 Monate keine Leistungsfähigkeit vor
Alg wird als Nahtlosigkeit gezahlt. Man wird zur Beantragung mediz. REHA-Maßnahmen aufgefordert.

2) Leistungsfähigkeit (Arbeitsfähigkeit) mit gesundheitlichen Einschränkungen liegt vor
Alg erhält man dann trotz bestehendem Arbeitsvertrag, wenn man sich der Vermittlung zur Verfügung stellt. Denn für Alg-Zahlung ist nur "Beschäftigungslosigkeit" (also nicht Ausübung der Tätigkeit) Voraussetzung.
Parallel wird man dazu aufgefordert, beim Betrieb anhand eines Formblatts nachzufragen, ob der Betrieb eine Beschäftigungsmöglichkeit hat.
Bei nein, besteht die Arbeitslosigkeit weiter (auch wenn nicht gekündigt ist). Alg wird gezahlt.
Bei ja, ist fraglich, ob man die angebotene Arbeit annehmen muss. Sollte es sich um eine andere Arbeit handeln, bin ich der Auffassung, dass man das nicht muss und trotzdem weiter Alg erhält. Denn, der Betrieb müsste meines Erachtens eine Änderungskündigung vornehmen, also eine neue Arbeit anbieten. Werden Änderungskündigungen abgelehnt, gibt es keine Sperrfrist, da das Arbeitsangebot nicht von der Agentur für Arbeit kommt.
Ob der Betrieb aber auf dem Formblatt überhaupt antworten muss ist meines Erachtens fraglich. Die Agentur kann ihn meines Wissens nicht zwingen.

3)
Es liegt bis zu 6 Monate keine Leistungsfähigkeit vor. Schlechtester Fall.
Dann würde kein Alg gezahlt. Ggf. Bürgergeld. Innerhalb der 6 Monate, nach Änderung/Besserung der Gesundheit, müsste eine neue Begutachtung erfolgen. Danach ggf. Alg oder Nahtlosigkeits-Alg.

Wiedereingliederung kann in allen Fällen der Arbeitslosigkeit stattfinden. Beschäftigungslosigkeit (Grundlage fürs Alg) liegt solange vor, solange der vorherige Arbeitszeitumfang noch nicht erreicht ist. Alg kann also weiter ohne Kürzung gezahlt werden (ausgenommen bei Pkt. 3).
Sofern der Arbeitgeber für die Wiedereingliederung Lohn zahlt, muss ich aber passen. Aber ich denke das ist nicht üblich.

-- Editiert von User am 9. Juli 2024 09:27

Signatur:

Ich äußere hier meine laienhafte Erfahrung. Genaues geht nur über Anwalt oder Behörde.

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#5
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(33255 Beiträge, 5789x hilfreich)

Zitat (von Fachwirt84):
Aufgrund der Erkrankung (Psyche) soll hier eine Unterstützung erfolgen,
Aufgrund deiner Erklärung ---schließe ich mich den #3 und #4 an.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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