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Werden einmalige Boni bei BAB angerechnet?

Geschlossen Neuer Beitrag
 Von 
SockZ
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)
Werden einmalige Boni bei BAB angerechnet?

Mein Ausbildungsbetrieb zahlt Boni entsprechend der Schulleistungen zwischen 600-1000€.
Wenn ich nun einen solchen Bonus erhalte, wird das BAB Amt mir diesen als Einkommen anrechnen und somit die Zahlungen reduzieren?

mfg

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Einkommen BAB anrechnen


11 Antworten
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#1
 Von 
smogman
Status:
Lehrling
(1238 Beiträge, 351x hilfreich)

Ja. Du bist verpflichtet Einkommensveränderungen mitzuteilen.

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#2
 Von 
SockZ
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von smogman):
Ja. Du bist verpflichtet Einkommensveränderungen mitzuteilen.

Weisst du, in welcher Höhe ein solcher Bonus auf meine Leistungen angerechnet werden würde?

Ich finde es ganz ehrlich lächerlich, dass solche Boni angerechnet werden. Immerhin sind diese kein regelmäßiges Einkommen und sollen fleiß und gute Leistungen belohnen. Der Motivationseffekt geht komplett flöten, wenn du nur einen Teil dieses Bonuses behalten darfst.

Aber gut, meine Meinung ist auch eigentlich gerade nicht Objekt der Diskussion.

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#3
 Von 
smogman
Status:
Lehrling
(1238 Beiträge, 351x hilfreich)

Nein, das weiß ich nicht. Einfach der Agentur mitteilen und abwarten. Vielleicht fällt es gar nicht so drastisch aus.

Deine grundsätzliche Meinung zu dem Thema verkennt das Solidaritätsprinzip. Auch du als Azubi bist Teil einer großen Solidargemeinschaft, in der die Starken für die Schwachen zahlen. Schau dir deinen Lohnschein an und sieh dir an, wie viel du in die Arbeitslosenversicherung einzahlst. Das ist der Teil, den du dazu beiträgst, dass andere Menschen Leistungen aus dem SGB III (z.B. Arbeitslosengeld oder BAB) bekommen können. Du finanzierst dich quasi ein bisschen auch selbst.

Nur mal als kleines Rechenbeispiel für deine Zukunft: Wenn du nach deiner Ausbildung im Durchschnitt 3000 € brutto im Monat verdienst und 1,2% in die Arbeitslosenversicherung einzahlst, sind das hochgerechnet auf 40 Arbeitsjahre 18.000 € (ohne Inflation und co.). Als Gegenleistung dafür bekommst du nichts.

Unter dieser Prämisse ist es absolut verständlich, dass Sozialleistungen nicht verschenkt werden um dich zu motivieren. Sie sollen dich unterstützen, wenn du bedürftig bist.

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#4
 Von 
SockZ
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von smogman):

Deine grundsätzliche Meinung zu dem Thema verkennt das Solidaritätsprinzip. Auch du als Azubi bist Teil einer großen Solidargemeinschaft, in der die Starken für die Schwachen zahlen.

Versteh mich im nachfolgenden bitte nicht falsch, ich bin durchaus der Meinung, dass "starke" die "schwächeren" unterstützen sollten bzw. müssen. Meiner Meinung nach, hat es aber absolut nichts mit Solidarität zu tun, wenn die Belohnung für meine Mehrleistung und Anstrengungen mir fast komplett weg genommen werden, wenn ich ohnehin schon kaum Geld zur Verfügung habe.

Mal abgesehen davon, dass das anrechnen der Boni doch kontraproduktiv ist. Man möchte doch, dass die Leistungen, welche Auszubildenden gewährt werden, helfen einen möglichst qualifizierten Arbeiter zu "schaffen".
Als Auszubildender arbeitest du bereits vollzeit für weit weit unter dem Mindestlohn. Du arbeitest 160 Stunden pro Woche für ein paar mickrige Hundert Euro. Die wenigsten verdienen über 1000€ Brutto. Einem Azubi da dann ernsthaft den Bonus anzurechnen ist meiner Meinung nach dreist und geizig.

Ich verstehe nicht, inwiefern es solidarisch ist, geringverdienern die auf jedes bisschen Geld angewiesen sind (und daher BAB beziehen) Bonuszahlungen stark anzurechnen (Ich gehe mal von ähnlichen Prozentsätzen wie beim ALG2 aus), während andere privilegierte mit-azubis das Glück haben noch in "hotel-mama" leben zu können und sich den Bonus komplett in die eigene Tasche stecken können.

Wirklich, ich steh voll hinter dir, wenn du sagst, dass es wichtig ist in einer Solidarischen Gemeinschaft zu leben in der jeder jedem hilft. Aber dann soll man auch bitte die schwächeren fördern, anstatt sie für ihre Mehrleistung zu sanktionieren.

Ich für meinen Teil bin aus der Not heraus eine extrem sparsame Person, die 600€ Bonus würde ich auch 'nur' für meine Altersvorsorge in einen ETF stecken. Wenn ich die nicht kriege, ist das kein Beinbruch für mich. Ungerecht fände ich das trotzdem.

Ich hoffe ich konnte dir meinen Standpunkt etwas näher bringen, auch wenn das nicht das eigentliche Thema der Frage ist.


-- Editiert von SockZ am 26.03.2020 16:23

-- Editiert von SockZ am 26.03.2020 16:23

-- Editiert von SockZ am 26.03.2020 16:25

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#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(81427 Beiträge, 33994x hilfreich)

Zitat (von SockZ):
Der Motivationseffekt geht komplett flöten, wenn du nur einen Teil dieses Bonuses behalten darfst.

Wenn der Motivationseffekt tatsächlich nur aus "Kohle machen" besteht, hast Du recht. Wenn man etwas weiter denkt, sollte man aber darauf kommen das es in der Situation in der Regel noch andere, wichtigere Punkt gibt.



Zitat (von SockZ):
Als Auszubildender arbeitest du bereits vollzeit für weit weit unter dem Mindestlohn.

Dann haben sowohl Dein Ausbildungsbetrieb als auch Du die "Ausbildung" mit Sinn und Zweck nicht wirklich verstanden.



Zitat (von SockZ):
Ungerecht fände ich das trotzdem.

Man erhält das Geld, weil man bedürftig ist.
Kommt Geld woanders her, senkt das die Bedürftigkeit.



Zitat (von SockZ):
die 600€ Bonus würde ich auch 'nur' für meine Altersvorsorge in einen ETF stecken.

Und Andere wissen nicht, wie sie die 40 EUR für die Wochenkarte finanzieren sollen ...
Wer ist nun bedürftiger?


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#6
 Von 
Anami
Status:
Wissender
(14277 Beiträge, 2169x hilfreich)

Bitte hier lesen und evtl. Ausnahmen finden:
https://www.arbeitsagentur.de/datei/FW-SGB-III-67_ba015091.pdf

Hinweis:
Evtl. könnte der Ausbildungsbetrieb etwas langfristig Sinnvolles mit dem Bonus machen statt auszahlen?
Weiß der Betrieb, dass der Bonus dir wegen BAB angerechnet wird?

Zitat (von SockZ):
wenn ich ohnehin schon kaum Geld zur Verfügung habe.
Da passt was nicht zusammen. Der Betrieb gibt Boni, bezahlt seine Azubis aber mit weniger als Mindestlohn?

Ich habe die o.a. FW nur überflogen. Da finde ich nichts zur prozentualen Anrechnung, d.h. dann wohl voll. :sad:
Wie oft zahlt der Betrieb? 1x oder 2x jährlich?

Zitat (von SockZ):
Einem Azubi da dann ernsthaft den Bonus anzurechnen ist meiner Meinung nach dreist und geizig.
Von wem ist das dreist und geizig?
Wie viel BAB erhältst du?

Hmm, beutet die Azubis aus--- zahlt unter MiLohn (??) und schüttet Boni für gute Schulleistungen aus?
Ganz clever, dieser Betrieb--- :zoff:
Aber der Betrieb kann nichts für die Anrechnung, und nicht alle Azubis erhalten BAB oder BAFöG.

Ich halte diese Regelung auch für ungerecht, aber so ist die gesetzliche Regelung. Da beißt sich freie Wirtschaft mit Arbeitsförderung durchs *Amt*. Das kommt leider öfter vor.

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#7
 Von 
smogman
Status:
Lehrling
(1238 Beiträge, 351x hilfreich)

Was genau soll daran ungerecht sein, dass jemand, der vor dem Gesetz nicht bedürftig ist, keine aufstockenden Sozialleistungen erhält?

Unter Mindestlohn wird vom TE hier irrtümlicherweise und aller Wahrscheinlichkeit nach der Mindestlohn für eine Vollzeitarbeitskraft verstanden. Für Azubis gibt es aber eigene Mindestlöhne.

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#8
 Von 
SockZ
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Ich trenne hier mal kurz:
Ich werde in den kommenden Tagen das zuständige Amt anrufen und erfragen wie genau eine solche Bonuszahlung angerechnet wird. Ich werde hier dann einen Kommentar verfassen in der ich die Antwort des Amtes niederschreibe.

Zitat (von Anami):
Weiß der Betrieb, dass der Bonus dir wegen BAB angerechnet wird?

Wir arbeiten gemeinsam an einer Lösung des problems. Wir haben bisher keine wirklich zufrieden stellende Lösung gefunden.

Zitat (von Anami):
Wie oft zahlt der Betrieb? 1x oder 2x jährlich?

In der Regel 1x jährlich, wenn man denn die Anforderungen erfüllt.

Zitat (von Anami):
Wie viel BAB erhältst du?

Kann ich dir nicht sagen. Der Antrag ist gerade im Weiterbewilligungsprozess (Mal wieder seit mehreren Monaten). Der Satz wurde Anfang des Jahres ja erhöt.
-----------------------------------------------------------------------------------

Zitat (von Harry van Sell):

Wenn der Motivationseffekt tatsächlich nur aus "Kohle machen" besteht, hast Du recht. Wenn man etwas weiter denkt, sollte man aber darauf kommen das es in der Situation in der Regel noch andere, wichtigere Punkt gibt.

Also ich arbeite ganz sicher nicht, weil ich dem Unternehmen einen Gefallen tun will. Zu behaupten, dass Geld der Hauptmotivator weshalb *jeder* Arbeiten geht wird wohl kaum unrealistisch sein.

Zitat (von Harry van Sell):

Dann haben sowohl Dein Ausbildungsbetrieb als auch Du die "Ausbildung" mit Sinn und Zweck nicht wirklich verstanden.

Und der da wäre?

Zitat (von Harry van Sell):

Man erhält das Geld, weil man bedürftig ist.
Kommt Geld woanders her, senkt das die Bedürftigkeit.

Natürlich senkt es die Bedürftigkeit, wenn man eine Bonuszahlung erhält. Ich berufe mich wieder auf den Text den ich in Kommentar #4 verfasst habe. Was bringt es dem bedürftigen, Bonuszahlungen zu erhalten, wenn diese ihm angerechnet werden? Dem bedürftigen ist es egal, von wo er das Geld bezieht, aus welcher Quelle es stammt. Dem bedürftigen ist auch das Solidaritätsprinzip egal, er hat ganz andere Probleme. Der Bedürftige muss schauen, dass er erstmal selber über die Runden kommt. Bonuszahlungen können helfen den bedürftigen zu entlasten.

Ich kann mich nur wiederholen. Ich verstehe nicht, inwiefern es gerecht ist, einem bedürftigen Bonuszahlungen, auf die er angewiesen ist, anzurechnen, während nicht-bedürftige diese lediglich versteuern müssen.
Auf dieses Geld, in diesem Fall 600€, ist der Bedürftige doch viel mehr angewiesen als ein, bspw. gut verdiener. Natürlich will ich hiermit auch nicht sagen, dass nicht bedürftigen Boni komplett angerechnet werden sollen.

Mit meinem Verständnis von Gerechtigkeit und Solidarität hat das nichts zu tun. So penibel wie hier auf Bonuszahlungen geachtet wird, sollte man auf die ganzen Vorstandschefs achten, welche Steuerbetrug betreiben und die Gesellschaft um weitaus mehr Geld betrügen.

Zitat (von Harry van Sell):

Und Andere wissen nicht, wie sie die 40 EUR für die Wochenkarte finanzieren sollen ...
Wer ist nun bedürftiger?

Bin ich weniger bedürftig, weil ich aus der Situation heraus erzwungen frugal lebe?
Ich bin kein Wissenschaftler auf dem Gebiet, daher kann ich nur aus meiner eigenen Erfahrung heraus sprechen.
Ich habe in der Vergangenheit, als Schüler, auch mit Schüler BAföG und ALG gelebt. Ich weiss also wie wenig Geld Empfänger von Sozialleistungen zur Verfügung haben.
Nun ist das leider so und man muss lernen damit klarzukommen, und genau das mache ich. Ich lebe nicht über meine Verhältnisse hinaus. Ich besitze kein teures Smartphone, keinen teuren Handyvertrag, kein Auto, gehe nicht 3 mal pro Woche bei Starbucks einen Caffee trinken und gehe auch nicht für 30€ p.p. essen und gehe nicht jedes Wochenende in einen Club.

Natürlich habe ich hier ein bisschen überspitzt, aber ich glaube du weisst worauf ich hinaus möchte.
Nur, weil ich extrem sparsam bin, heisst das noch lange nicht, dass ich nicht bedürftig bin. Es ist leicht zu sagen "Du sparst 100€ im Monat, das heisst du hast doch 100€ über!", die Sparrate sagt aber nichts über die aktuelle Lebenssituation einer Person aus. Als bedürftiger MUSST du sparen, es klingt für den einen vielleicht Paradox aber gerade bedürftige sind auf Spareinlagen angewiesen. Es ist ja allseits bekannt wie lange sich Weiterbewilligungsanträge etc. strecken können. Es ist mir und meinen Freunden bereits mehrfach passiert, dass wir teils Monatelang ohne Geld dagestanden haben.

Bin ich weniger bedürftig, als eine Person die (überspitzt gesagt) ihr ganzes Geld "verballert"? Nein, ich denke nicht.

Zitat (von Anami):
Da passt was nicht zusammen. Der Betrieb gibt Boni, bezahlt seine Azubis aber mit weniger als Mindestlohn?

Siehe Antwort von Smogman. Mit "Mindestlohn" meine ich den Mindestlohn, welchen eine 'Vollzeitarbeitskraft' erhält. Weil ich als Azubi ja anscheinend keine Vollzeitarbeitskraft bin und es somit anscheinend angemessen ist einen Mindestlohn von 500€ anzusetzen. Super, davon kann man die Miete und den Strom bezahlen (: Dafür lohnt es sich 160 Stunden im Monat arbeiten zu gehen.

Zitat (von Anami):
Von wem ist das dreist und geizig?

Dreist und geizig von dem, der denkt es sei gerechtfertigt. Wieso? Siehe Kommentar #4, dieser fasst meine Meinung zu dem Thema ziemlich gut zusammen.


Zitat (von Anami):
Ich halte diese Regelung auch für ungerecht, aber so ist die gesetzliche Regelung. Da beißt sich freie Wirtschaft mit Arbeitsförderung durchs *Amt*. Das kommt leider öfter vor.

Wenn die Gesetzeslage so ist, dann ist sie nun mal so. Da kann ich als einzelne Person leider nicht viel gegen tun.

Zitat (von smogman):
Was genau soll daran ungerecht sein, dass jemand, der vor dem Gesetz nicht bedürftig ist, keine aufstockenden Sozialleistungen erhält?

Auch hier wieder, Kommentar #4 sollte dir die Frage beantworten.
Sollte dem nicht so sein, dann bin ich bereit das ganze weiter zu erörtern.

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#9
 Von 
smogman
Status:
Lehrling
(1238 Beiträge, 351x hilfreich)

Zitat (von SockZ):
Was bringt es dem bedürftigen, Bonuszahlungen zu erhalten, wenn diese ihm angerechnet werden?
Es hilft dem Bedürftigen nicht mehr bedürftig zu sein. Wenn die Bedürftigkeit auf 0 € sinkt, dann ist man nicht mehr bedürftig. Ende. Das ist kein subjektiver Begriff, der einer Auslegung bedarf, sondern ein objektiv berechenbarer Wert.

Zitat (von SockZ):
Dem bedürftigen ist auch das Solidaritätsprinzip egal, er hat ganz andere Probleme.
Dann hast du Antwort #3 nicht verstanden.

Zitat (von SockZ):
Mit meinem Verständnis von Gerechtigkeit und Solidarität hat das nichts zu tun.
Mit dem diesen Zitat vorangegangenen Worten hast du bereits verdeutlicht, dass du gar nicht daran interessiert bist, Zusammenhänge verstehen zu wollen, die sich außerhalb deines ganz persönlichen Dunstkreises bewegen.

Zitat (von SockZ):
So penibel wie hier auf Bonuszahlungen geachtet wird, sollte man auf die ganzen Vorstandschefs achten, welche Steuerbetrug betreiben und die Gesellschaft um weitaus mehr Geld betrügen.
Wenn du Hinweise auf Steuerhinterziehung hast, wende dich an das Finanzamt. Ein Freund von mir ist Steuerfahnder. Hinweise sind gern gesehen.

Zitat (von SockZ):
Bin ich weniger bedürftig, weil ich aus der Situation heraus erzwungen frugal lebe?
Frugalität ist subjektiv und niemals erzwungen. Ich finde es gut, dass du so lebst. Wenn du jetzt noch aufhörst das anderen unter die Nase zu binden, bist du ein kluger Kopf.

Zitat (von SockZ):
Bin ich weniger bedürftig, als eine Person die (überspitzt gesagt) ihr ganzes Geld "verballert"? Nein, ich denke nicht.
Doch, genau das bist du. Dafür aber wahrscheinlich auch schlauer als diese Person. Langfristig wird es dir helfen ein gutes Leben zu führen.

Zitat (von SockZ):
Weil ich als Azubi ja anscheinend keine Vollzeitarbeitskraft bin
Korrekt.

Deine ganzen Gedanken sind durchsetzt von der subjektiven Ungerechtigkeit, die dir persönlich widerfährt. Wenn du daran festhältst, landest du irgendwann in psychologischer Behandlung und wirst ein ewig nörgelnder Jammerlappen. Der 0815-Deutsche. Tatsächlich ist es so, dass sich die Situation von Auszubildenden in den letzten 200 Jahren stetig verbessert hat. Nicht ein einziges mal hat sie einen Sprung nach hinten gemacht. Vor ein paar Jahren haben sich Azubis im Handwerk noch "gefreut", wenn sie die Geringverdienergrenze von 325 € überschritten haben. Mindestlohn für Azubis. Da lachen dich selbst die 90er-Kinder aus, wenn du von deinem Leid erzählst. Von den älteren Herrschaften im Betrieb mal abgesehen.

-- Editiert von smogman am 27.03.2020 11:06

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#10
 Von 
SockZ
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von smogman):
Es hilft dem Bedürftigen nicht mehr bedürftig zu sein.

Inwiefern hilft das einem bedürftigem? Es ändert sich an seinem Leben absolut gar nichts ob er nun bspw. 800€ im Monat durch Sozialleistungen oder eigenverdienst erhält.

Zitat (von smogman):
Wenn die Bedürftigkeit auf 0 € sinkt, dann ist man nicht mehr bedürftig. Ende.

Gut, das mag so sein. Du vergisst aber eine wichtige Sache: Motivation.
Das ist das alte HartzIV problem. Man will, dass die Leute sich anstrengen und arbeiten, auch wenn es nur ein 450€ Job ist(haben übrigens einen 3 mal so hohen Mindestlohn wie Auszubildende), sanktioniert sie dann aber, wenn sie arbeiten.
Wieso sollte jemand, der Leistungen bezieht, 40 Stunden im Monat arbeiten gehen wollen, um von der ursprünglichen Vergütung nur 170€ behalten zu dürfen?
Das motiviert die Leute einfach nicht. Das gleiche hier, wieso soll ich Aufwand ins lernen stecken, wenn ich von der Vergütung kaum was behalten darf? Effektiv wirst du für Mehraufwand sanktioniert. Der Mehraufwand bringt dir nichts. Da ist es leichter und stressfreier das bare Minium zu fahren.

Ob das jetzt empfehlenswert ist, ist eine ganz andere Sache. Das ist ein einfacher psychologischer Effekt der da hinter steckt. Man braucht einfach Anreize, der Motivationseffekt geht komplett verloren.

Zitat (von smogman):
Dann hast du Antwort #3 nicht verstanden.

Ich verstehe nicht, inwieweit Antwort #3 etwas mit meiner Aussage zu tun hat.

Zitat (von smogman):
Mit dem diesen Zitat vorangegangenen Worten hast du bereits verdeutlicht, dass du gar nicht daran interessiert bist, Zusammenhänge verstehen zu wollen, die sich außerhalb deines ganz persönlichen Dunstkreises bewegen.

In dem Fall würde ich diese Diskussion hier nicht führen.

Zitat (von smogman):
Frugalität ist subjektiv und niemals erzwungen. Ich finde es gut, dass du so lebst. Wenn du jetzt noch aufhörst das anderen unter die Nase zu binden, bist du ein kluger Kopf.

Es gibt dennoch ein gewisses Grundverständnis dafür, was Frugalität in etwa ist.
Unter die Nase binden tu ich niemandem etwas. Du hast impliziert, dass ich weniger bedürftig bin als eine andere Person, weil ich es schaffe Geld zu sparen. Ich habe versucht dich vom Gegenteil zu überzeugen.

Frugalität kann tatsächlich erzwungen sein. Versuch einmal mit pi mal daumen 800€ im Monat NICHT mehr oder weniger Frugal zu leben. Mit geringem einkommen kommt auch verzicht, ausser du willst Schulden machen.

Zitat (von smogman):
Doch, genau das bist du.

Zitat (von smogman):
Das ist kein subjektiver Begriff, der einer Auslegung bedarf, sondern ein objektiv berechenbarer Wert.

Was denn nun? Entweder ich verstehe dich falsch oder du widersprichst dir selbst.
Du sagst selbst, dass Bedürftigkeit ein objektiv berechenbarer Wert ist. Ich gehe davon aus, du beziehst dich dabei auf die Bedarfsprüfung die von den zuständigen Ämtern durchgeführt wird.
Angenommen Zwei Personen zahlen die exakt gleich viel Miete, Strom, Nebenkosten etc. und haben exakt das gleiche Einkommen, dann stünde beiden Personen ja die gleichen Leistungen zu. Sie wären beide gleich bedürftig.
Gleichzeitig aber sagst du, dass man als sparsame Person weniger bedürftig ist. Wenn nun eine der beiden Personen also ihr Geld spart anstatt sich davon etwas anderes zu kaufen, macht das die Person laut deiner Argumentation weniger bedürftig.

Wieso steht der einen Person mehr zu als der anderen? Wieso machen sparsamkeit und verzicht weniger bedürftig?

Zitat (von smogman):
Wenn du daran festhältst, landest du irgendwann in psychologischer Behandlung

Okay, die Aussage finde ich jetzt ein wenig übertrieben.

Zitat (von smogman):
Tatsächlich ist es so, dass sich die Situation von Auszubildenden in den letzten 200 Jahren stetig verbessert hat.

Das mag sein, das ist auch gut so. Was willst du mir aber damit sagen? Dass ich doch froh sein soll überhaupt Geld zu verdienen, weil das früher nicht der Fall war?
Kommt jetzt dieses Gatekeeping Argument vonwegen "Du darfst dich nicht beschweren, andere haben es schwerer" ?
"Beschwer dich doch nicht über deinen geringen Lohn, früher gab es Sklaven die, wenn überhaupt, mit Alkohol bezahlt wurden!"

Nach der Argumentation dürfte man sich heutzutage über nichts mehr beschweren, weil früher alles schlechter war. So ist das eben, das ist fortschritt und den werden wir auch nur weiterhin haben solange wir misstände ansprechen. Wie viel Lohn einem Auszubildenden zusteht ist jedoch eine ganz andere Diskussion (und ich denke, wir werden da auch wieder ganz gegensätzlicher Meinung sein).

Es mag sein, dass du das von mir als nörgeln ansiehst, aber so ist es definitiv nicht. Ich führe dieses Gespräch hier aus reiner Neugier und spaß an Diskussionen.
Ich finde die Diskussion nähmlich an sich ziemlich interessant, gerade weil ich hier anscheinend sehr andere Vorstellungen davon, was fair und gerecht ist, als ihr anderen habe.

Zitat (von SockZ):
Wenn die Gesetzeslage so ist, dann ist sie nun mal so. Da kann ich als einzelne Person leider nicht viel gegen tun.


-- Editiert von SockZ am 27.03.2020 14:50

-- Editiert von SockZ am 27.03.2020 15:02

-- Editiert von SockZ am 27.03.2020 15:03

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#11
 Von 
Anami
Status:
Wissender
(14277 Beiträge, 2169x hilfreich)

Zitat (von SockZ):
Ich verstehe nicht,
Doch. Du hast es längst verstanden. Du möchtest es aber nicht akzeptieren, weil es jetzt dich mal trifft. Oder weil du aufmerksam wurdest.
Bitte gib deine Energie besser in die Versuche, mit dem Betrieb eine andere Lösung zu finden/auszuhandeln, als hier großartig zu agitieren. Es bringt hiernichts.
Zitat (von SockZ):
das zuständige Amt anrufen
Das ist die Arbeitsagentur. Die freuen sich gerade jetzt auf solche Fragen.... bitte bedenke, dass die Arbeitsagenturen förmlich überrannt werden wegen Kurzarbeitergeld.
Da dürfte jetzt wohl keiner für Grundsatzfragen-Diskussionen zur Verfügung stehen.
Hast du keine Ausnahme in den Fachlichen Weisungen finden können?
Zitat (von SockZ):
Bonuszahlungen können helfen den bedürftigen zu entlasten.
Es gilt: ImFalle von BAB entlasten Bonuszahlungen den Staat, Sozialleistungen zu zahlen.
Beispiel ohne BAB:
Reiche Einkommensbürger erhalten das staatliche Kindergeld obendrauf.
Arme, auf Sozialleistungen angewiesene Bürger erhalten Kindergeld und es wird voll auf Leistungen angerechnet. Kein Cent obendrauf.
So auch bei BAB und Einkommen außerhalb der Freibeträge.
Offenbar gilt: Arme sollen arm bleiben und Reiche reicher werden----was willst du da rumdiskutieren?
Geh in die Politik statt in ein Forum. Der Staat soll entlastet werden, wenn es auch für den einzelnen paradox klingt.
Zitat (von SockZ):
Ich führe dieses Gespräch hier aus reiner Neugier und spaß an Diskussionen.
Für Gespräche und Für/Wider gibt es hier ein Extraforum. (Weiter unten)
Deine Frage nach der Anrechnung wurde beantwortet.
------------------------------------------------------
Zitat (von smogman):
Was genau soll daran ungerecht sein,
Ungerecht ist, dass Bedürftige möglichst bedürftig bleiben sollen. Weil andere Einkommen voll angerechnet werden. Keinen Cent mehr--- oder im Fall von Alg2 nur durch Erwerbsarbeit.

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