Wohngeld - komplizierte Einnahmen

6. Mai 2022 Thema abonnieren
 Von 
go607194-76
Status:
Frischling
(13 Beiträge, 1x hilfreich)
Wohngeld - komplizierte Einnahmen

Hallo,

angenommen A bezieht Wohngeld, da er momentan Student ist und noch nicht voll berufstätig ist. Eigentlich erhalten Studenten Bafög und kein Wohngeld. A ist aber Student im Zweitstudium und daher wohngeldberechtigt.

Nun Erbt A eine Eigentumswohnung. Das steht dem Bezug von Wohngeld prinzipiell stark entgegen. Weil einerseits ist somit überaus nennenswertes Eigentum vorhanden, andererseits entstehen durch die Vermietung Einnahmen, die in ihrer Höhe vermutlich die Freigrenzen bei Wohngeldbezug sprengen.

Nun aber zum Sonderfall, der so vermutlich recht selten vorkommt. A erbt zwar eine Wohnung, gleichzeitig bekommt aber eine dritte Person ein Wohnrecht für diese Wohnung vermacht. Das Wohnrecht ist auch im Grundbuch eingetragen. Da die Nutznießerin des Wohnrechts noch recht jung ist, ist der "Restwert" der Wohnung, sprich Verkehrswert abzüglich des Wohnrechts bei Null. Bliebe A hier weiterhin wohngeldberechtigt?

Zusätzlich hat A Schulden zu dieser Wohnung geerbt. Diese Schulden müssen zurückgezahlt werden. Es ist vereinbart, dass die Wohnung solange vermietet wird, bis die Schulden vollständig zurückgezahlt sind und anschließend nutzt die wohnrechtbegünstigte Person das Wohnrecht.

Sprich es fallen zwar Einnahmen in Form von Mieteinnahmen an, diese Einnahmen stehen aber nicht zum Bestreiten des Lebensunterhalts zur Verfügung, da die Schulden bezahlt werden müssen.

Ergo hat A eine Wohnung vererbt bekommen, die momentan nichts wert ist und deren generierte Einnahmen von A nicht genutzt werden können. A hat von der Wohnung voraussichtlich erst in mehreren Jahrzehnten etwas.

Erlischt der Wohngeldanspruch von A trotzdem oder bleibt er erhalten?

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3 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118811 Beiträge, 39632x hilfreich)

Zitat (von go607194-76):
sprich Verkehrswert abzüglich des Wohnrechts bei Null.

Ich habe gewisse Zweifel, das sich diese überaus optimistische Rechenweise halten wird ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Loni12
Status:
Bachelor
(3464 Beiträge, 551x hilfreich)

Evtl.. Wohngeld als Darlehen und mit Beginn der Berufstätigkeit kann es zurückbezahlt werden.
Oder Wohnung mit einem Kredit belasten.
Es ist Vermögen vorhanden, warum sollte deshalb die Allgemeinheit damit belastet werden.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31674 Beiträge, 5593x hilfreich)

Zitat (von go607194-76):
Das steht dem Bezug von Wohngeld prinzipiell stark entgegen.
Ist die geerbte ETW vermietet oder durch Wohnrecht belegt, wird also nicht selbst genutzt, entfällt die WoG-Berechtigung.
§ 3 (2) WoGG
Die Freigrenzen (?), evtl. ist Vermögens-Freibetrag gemeint, liegen bei max. 60.000.
Trifft hier nicht zu. Das Erbe/ETW wird nicht selbst genutzt.

Sonderfall Wohnrecht kommt häufig vor. Der Student kann seine ETW nicht selbst nutzen, kann also keine WoG-Berechtigung ableiten. Ende Gelände.

Zitat (von go607194-76):
und anschließend nutzt die wohnrechtbegünstigte Person das Wohnrecht.
Das ist diese junge Person, die jetzt das Wohnrecht hat? Wo soll sie wohnen, während die Wohnung vermietet wird?
Und wer zahlt dieser Person die Mietkosten für diese lange Zeit?

Spätere Mieteinnahmen nach Schuldentilgung sind für den Studenten Einnahmen, falls er dann noch Student auf dem 2. oder 3. Bildungsweg sein würde. Wohngeld gäbe es noch immer nicht.
Zitat (von go607194-76):
Erlischt der Wohngeldanspruch von A trotzdem oder bleibt er erhalten?
Ich meine, er erlischt durch das Erbe.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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