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Zuschuss zum Auto vom Jobcenter, danach Arbeitgeberwechsel

23.10.2019 Thema abonnieren
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 Von 
fb529032-67
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 1x hilfreich)
Zuschuss zum Auto vom Jobcenter, danach Arbeitgeberwechsel

Mein Cousin dritten Grades (oder ist er nur mit mir verschwägert?) ist H4-Aufstocker und hat vor zwei Jahren einen Zuschuss zum Autokauf vom Jobcenter bekommen, weil ein neuer Arbeitsplatz nur mit Auto in zumutbarer Weise erreichbar war, die Alternative Arbeitslosigkeit gewesen wäre. Nun hat er die Stelle gewechselt, ist nach wie vor Aufstocker, und sein neuer Arbeitsplatz ist sehr gut mit öffentlichem Nahverkehr erreichbar (ca. 14 km Entfernung mit dem Auto), den er aus verschiedenen Gründen auch gern nutzen würde. Kann er nun einfach auf den öffentlichen Nahverkehr ausweichen und sich das Monatsticket bezahlen lassen? Aus Sicht des Jobcenters hat sich der Zuschuss zum Auto übrigens längst mehr als amortisiert.

-- Editiert von fb529032-67 am 23.10.2019 20:28

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13 Antworten
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#1
 Von 
altona01
Status:
Weiser
(17453 Beiträge, 7727x hilfreich)

Bei so einer Frage kriege ich doch mal den pelzigen Geschmack auf der Zunge : HIer soll das vom Steuerzahler bezuschusste Auto besser vor der Tür stehen bleiben, und der Steuerzahler darf die Fahrkarte zum Arbeitsplatz bezahlen?
Aus Sicht des Steuerzahlers hat sich das Auto sicher noch nicht amortisiert, der Cousin lebt ja überwiegend weiterhin vom Staat. Sinn der Unterstützung war u.a. und vorrangig, dass er irgendwann keine Sozialleistungen mehr bezieht und sich selber unterhält.


-- Editiert von altona01 am 23.10.2019 20:42

Signatur:Nur wer sich bewegt, hört seine Ketten rasseln.
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#2
 Von 
fb529032-67
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 1x hilfreich)

Zitat (von altona01):
Bei so einer Frage kriege ich doch mal den pelzigen Geschmack auf der Zunge : HIer soll das vom Steuerzahler bezuschusste Auto besser vor der Tür stehen bleiben, und der Steuerzahler darf die Fahrkarte zum Arbeitsplatz bezahlen?
Aus Sicht des Steuerzahlers hat sich das Auto sicher noch nicht amortisiert, der Cousin lebt ja überwiegend weiterhin vom Staat. Sinn der Unterstützung war u.a. und vorrangig, dass er irgendwann keine Sozialleistungen mehr bezieht und sich selber unterhält.


-- Editiert von altona01 am 23.10.2019 20:42



Pelziger Geschmack auf der Zunge? Leben vom Staat? Um eines erst einmal klarzustellen: Der Staat lebt auf Kosten der Bürgerinnen und Bürger, und wenn Parteien, die sich "sozial" nennen, Massenarmut schaffen, um den Großkapitalisten das Scheffeln von Reichtümern so leicht wie möglich zu machen, dann sollten Sie einen pelzigen Geschmack auf der Zunge bekommen! Mein Cousin war im Schnitt 5 Stunden außer Haus, um im Schnitt 2,5 Stunden mit 12 Euro brutto bezahlt zu bekommen, und er hat einen gesellschaftlich wertvollen Job gemacht, anders als Andreas Nahles oder Jugendamtsmitarbeiter, die intakte Familien zerstören, aber wegsehen, wenn es Kindern irgendwo wirklich dreckig geht.

Welchen Vorwurf wollen Sie meinem Cousin machen? Dass er prekäre Beschäftigung auf sich nimmt, um überhaupt eine Arbeit zu bekommen? Oder dass er eine Großstadt nicht unnötig mit CO2 & Co. belasten will? Oder welchen sonst, Sie Sekundär-Tugendritter? Was arbeiten Sie überhaupt, oder gehören Sie zur Schmarotzerklasse?

-- Editiert von fb529032-67 am 23.10.2019 21:01

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#3
 Von 
altona01
Status:
Weiser
(17453 Beiträge, 7727x hilfreich)

Der Staat lebt auf Kosten der Steuerzahler, und Ihre Kritik an dem ungerechten System (Soziale Schere und aus meiner Sicht erbärmliche Leistungen im Ergebnis aus meiner Sicht) kann ich nur bestätigen. Viele User hier grinsen eher grade, weil ich eben einer der Kämpfer gegen dieses ungerechte System bin. Dennoch darf ich auch eine Sicht als Steuerzahler und Arbeitnehmer im sozialen Bereich haben.

Die Kritik an der Tätigkeit von Jugendamtmitarbeitern ist bekannt, die Kollegen sind überwiegend völlig überfordert, chronischer Personalmangel aufgrund miserabler Arbeitsbedingungen und ständig mit einem Fuß im Knast. Andauernd wird denen vorgeworfen, sie würden Familien zerstören, wenn dann Kinder sterben, haben sie aber wohl Familien eher zu spät zerstört.... Das Fass hat keinen Boden.

Der pelzige Geschmack kommt von der finanziellen Unterstützung für die Mobilität, und Ihr Cousin hatte sich ja nun für das Auto entschieden. Dass er dann aus ökologischen Gründen auf ÖPV wechseln will, erscheint schon merkwürdig.

Signatur:Nur wer sich bewegt, hört seine Ketten rasseln.
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#4
 Von 
altona01
Status:
Weiser
(17453 Beiträge, 7727x hilfreich)

Der Staat lebt auf Kosten der Steuerzahler, und Ihre Kritik an dem ungerechten System (Soziale Schere und aus meiner Sicht erbärmliche Leistungen im Ergebnis aus meiner Sicht) kann ich nur bestätigen. Viele User hier grinsen eher grade, weil ich eben einer der Kämpfer gegen dieses ungerechte System bin. Dennoch darf ich auch eine Sicht als Steuerzahler und Arbeitnehmer im sozialen Bereich haben.

Die Kritik an der Tätigkeit von Jugendamtmitarbeitern ist bekannt, die Kollegen sind überwiegend völlig überfordert, chronischer Personalmangel aufgrund miserabler Arbeitsbedingungen und ständig mit einem Fuß im Knast. Andauernd wird denen vorgeworfen, sie würden Familien zerstören, wenn dann Kinder sterben, haben sie aber wohl Familien eher zu spät zerstört.... Das Fass hat keinen Boden.

Der pelzige Geschmack kommt von der finanziellen Unterstützung für die Mobilität, und Ihr Cousin hatte sich ja nun für das Auto entschieden. Dass er dann aus ökologischen Gründen auf ÖPV wechseln will, erscheint schon merkwürdig.

Signatur:Nur wer sich bewegt, hört seine Ketten rasseln.
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#5
 Von 
ratlose mama
Status:
Praktikant
(743 Beiträge, 341x hilfreich)

anderer Vorschlag.
Er bekam einen Zuschuß für ein Auto, damit er seine Arbeitsstelle erreichen kann. Nun hat er eine andere Stelle, die er besser mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichen kann und möchte nun, dass diese Kosten auch wieder übernommen werden.

Warum verkauft er dieses Auto, dass er ja nun für die Arbeit nicht mehr benötigt und finanziert sich damit die Monats- oder Jahreskarte selbst? Spart ja auch an anderer Stelle noch Kosten, wie Versicherung, Steuer, Benzin

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#6
 Von 
fb529032-67
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 1x hilfreich)

Erstens haben Sie offenbar nicht zur Kenntnis genommen, dass mein Cousin einen Arbeitgeberwechsel hinter sich hat. Anstatt im Schnitt 5 Stunden für 2,5 mit je 12 Euro brutto bezahlte Stunden abwesend zu sein, ist er nun im Schnitt 5 Stunden für vier mit jeweils 9,50 Euro brutto bezahlte Stunden abwesend. Anders als zuvor hat er jetzt die Möglichkeit, in zumutbarer, sogar in guter Weise mit dem ÖPNV zur Arbeit hin- und zurück zu fahren. Es wäre also jedenfalls eine Umweltsünde, würde er weiterhin mit dem Auto fahren. Nun verstanden?

Im Übrigen sind Ihre "Kollegen" in den Jugendämtern nicht überlastet, denn ihre Arbeitslast bestimmen sie selbst - wenn sie Kindeswohlgefährdungen nicht sehen wollen, dann tun sie eben auch nichts. Tatsächlich ergeben aktuell laufende Untersuchungen, dass in Jugendämtern Mitarbeiter mit empfindsamen Seelen nicht zu finden sind - stattdessen Menschen, die man als kalt und herzlos gegenüber Kindes- und Elternleid einstufen muss, die man aber gerade deshalb für den Job braucht, weil man die Kosten des "Jugendhilfesystems" so stark wie möglich deckeln will. Abgesehen natürlich vom profitablen Kinderhandel, der bestimmten gesellschaftlichen Kreisen Pflege- oder Heimkinder als Quellen ergiebig sprudelnder Gewinne zuführt, vgl. https://www.waz.de/staedte/gelsenkirchen/heimkinder-skandal-jugendamtsleiter-weist-vorwuerfe-zurueck-id10624824.html


-- Editiert von fb529032-67 am 23.10.2019 21:59

-- Editiert von fb529032-67 am 23.10.2019 22:00

-- Editiert von fb529032-67 am 23.10.2019 22:09

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#7
 Von 
fb529032-67
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 1x hilfreich)

Zitat (von ratlose mama):
anderer Vorschlag.
Er bekam einen Zuschuß für ein Auto, damit er seine Arbeitsstelle erreichen kann. Nun hat er eine andere Stelle, die er besser mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichen kann und möchte nun, dass diese Kosten auch wieder übernommen werden.

Warum verkauft er dieses Auto, dass er ja nun für die Arbeit nicht mehr benötigt und finanziert sich damit die Monats- oder Jahreskarte selbst? Spart ja auch an anderer Stelle noch Kosten, wie Versicherung, Steuer, Benzin

Das Auto gehört ihm, nicht wahr? Wenn er es verkaufen würde, wäre es ein Vermögenstausch, nicht wahr? Warum soll er sein Vermögen einsetzen, um dem Jobcenter Zahlungen zu ersparen? Kennen Sie Millionäre oder gutsituierte Beamte, die Teile ihres Privatvermögens einsetzen, um den Staatsapparat zu subventionieren? Mit Sicherheit nicht! Warum verlangen Sie so etwas dann gerade von den Ärmsten der Armen? Weil Sie so ungeheuer sozial sind???? Ihre Denke ist unerträglich, sie erzeugt Ekel in mir.

-- Editiert von fb529032-67 am 23.10.2019 22:05

-- Editiert von fb529032-67 am 23.10.2019 22:06

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#8
 Von 
AxelK
Status:
Philosoph
(12047 Beiträge, 4044x hilfreich)

@ fb529032-67:

Zuerstmal solltest Du ganz schnell Deinen Tonfall gegenüber anderen Usern mäßigen. Wenn Dir die Antworten nicht gefallen, ist dass Dein Problem und kein Grund andere zu beschimpfen. Und der Vergleich mit Jugendamtsmitarbeitern - den ich im Wesentlichen durchaus teile - ist hier völlig fehl am Platze, hat er doch mit der eigentlichen Fragestellung nicht das geringste zu tun.

Also deutlich mehr Sachlichkeit bitte, ansonsten bist Du hier schneller wieder verschwunden, als Du Dich angemeldet hast.

Zu Deiner Frage:

Das Auto gehört Deinem Cousin, keine Frage. Es steht ihm völlig frei, das Auto zu nutzen, zu verkaufen oder einfach nur rumstehen zu lassen. Auch der Umstieg auf den ÖPNV für den Weg zur (neuen) Arbeitsstätte steht ihm völlig frei. Warum aber sollte das Jobcenter die Kosten für das Monatsticket übernehmen? Dafür gibt es ganz einfach keine Rechtsgrundlage. Die Kosten für die Fahrten zur Arbeit sind von Deinem Cousin - ebenso wie von jedem anderen Arbeitnehmer - selbst aufzubringen. Das einzige was möglich ist, ist - sofern der Lohn mehr als 400,- € monatlich beträgt - die Aufstockung des Grundfreitrages, sofern die "Werbungskosten" mehr als 100,- € betragen und dabei würden auch die Kosten der Monatskarte eingerechnet.

Gruß,

Axel

Signatur:Ausführliche Infos zu ALG II finden Sie auf meiner Website: http://www.axelkrueger.info
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#9
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(75561 Beiträge, 33081x hilfreich)

Zitat (von fb529032-67):
Kann er nun einfach auf den öffentlichen Nahverkehr ausweichen und sich das Monatsticket bezahlen lassen?

Klar.
Er muss jetzt nur jemanden finden, der das bezahlt.

Für die Übernahme durch das Amt fehlt derzeit die Rechtsgrundlage.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#10
 Von 
fb367463-2
Status:
Schlichter
(7233 Beiträge, 2897x hilfreich)

Zitat (von fb529032-67):
Warum soll er sein Vermögen einsetzen, um dem Jobcenter Zahlungen zu ersparen?

Warum soll der Staat zahlen, weil er jetzt lieber Bus fahren will?
Und: Die Ärmsten der Armen haben gar keine solche Wahlmöglichkeit.

Zitat (von fb529032-67):
Ihre Denke ist unerträglich, sie erzeugt Ekel in mir.
In der Tat. Schöner hätte ich es nicht sagen können. So ein Anspruchsdenken erzeugt echt Übelkeit.

Signatur:"Juristen haben keinen Sex, sondern stellen eine Geschlechtsgemeinschaft her" :D
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#11
 Von 
fb529032-67
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 1x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Zitat (von fb529032-67):
Kann er nun einfach auf den öffentlichen Nahverkehr ausweichen und sich das Monatsticket bezahlen lassen?

Klar.
Er muss jetzt nur jemanden finden, der das bezahlt.

Für die Übernahme durch das Amt fehlt derzeit die Rechtsgrundlage.

Nicht unbedingt - ich habe mir den § 11b SGB II (2) nun mal selbst angeschaut. Da ist noch einiges zu machen.

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#12
 Von 
fb529032-67
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 1x hilfreich)

Zitat (von fb367463-2):
Zitat (von fb529032-67):
Warum soll er sein Vermögen einsetzen, um dem Jobcenter Zahlungen zu ersparen?

Warum soll der Staat zahlen, weil er jetzt lieber Bus fahren will?
Und: Die Ärmsten der Armen haben gar keine solche Wahlmöglichkeit.

Zitat (von fb529032-67):
Ihre Denke ist unerträglich, sie erzeugt Ekel in mir.
In der Tat. Schöner hätte ich es nicht sagen können. So ein Anspruchsdenken erzeugt echt Übelkeit.

Ja, die anspruchsvollen Aufstocker, die für 9,50 Euro die Stunde malochen, machen mit ihrem Anspruchsdenken alles kaputt. Da nützt es auch nichts, dass alle anderen so bescheiden sind, angefangen bei rundum-bestversorgten Beamten und Öff-Dienstlern, die häufig nur Murks machen, über Politiker, die zum Erhalt ihrer bestens ausgestatten 2.-Stimmen-Pfründe alles tun, was die Parteiführung will, nur noch Abstimm-Vieh sind, bis hin zu Vorstandsvorsitzenden, die sich Millionen-Boni gönnen, auch wenn sie Unternehmen in die Pleite führen, und Großkapitalisten, die für ihre arbeitsbefreiten Kapitaleinkünfte nur 27% Steuern zahlen und Milliardenvermögen nahezu steuerfrei vererben können. Da hilft nur eins: Hartz-IV ganz streichen! Ich würde ja noch etwas ergänzen, aber eigentlich ist schon alles gesagt.

-- Editiert von fb529032-67 am 24.10.2019 09:49

-- Editiert von fb529032-67 am 24.10.2019 09:50

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#13
 Von 
alya_teufelchen
Status:
Beginner
(102 Beiträge, 68x hilfreich)

Zitat (von fb529032-67):
(...)
Ja, die anspruchsvollen Aufstocker, die für 9,50 Euro die Stunde malochen(...)

Ich war jetzt drei Wochen im Urlaub ... ist Vertragsfreiheit in Deutschland in diesem Zeitraum abgeschafft worden...?!

-- Editiert von alya_teufelchen am 24.10.2019 10:07

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