Anwalt geht nicht auf Mandanten ein

26. Juli 2021 Thema abonnieren
 Von 
NinaMarie123
Status:
Frischling
(27 Beiträge, 0x hilfreich)
Anwalt geht nicht auf Mandanten ein

Anwalt möchte - in aktuellem Fall einem Aufhebungsvertrag widersprechen, ohne Rücksprache mit Mandant.
Mandant möchte hingegen Aufhebungsvertrag zustimmen. Darf ein Anwalt in dem Falle quasi "seine Interessen" durchsetzen oder ist er nicht verpflichtet die Interessen des Mandanten zu vertreten.

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10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118707 Beiträge, 39622x hilfreich)

Zitat (von NinaMarie123):
Darf ein Anwalt in dem Falle quasi "seine Interessen" durchsetzen

Was der Anwalt alles darf, erfährt man, wenn man sich die vertraglichen Vereinbarungen durchliest, die man mit ihm getroffen hat.



Zitat (von NinaMarie123):
ist er nicht verpflichtet die Interessen des Mandanten zu vertreten.

Doch. Nur sind die "Interessen des Mandanten" logischerweise nicht immer das was der Mandant möchte / sich vorstellt.



Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#2
 Von 
ratlose mama
Status:
Lehrling
(1344 Beiträge, 508x hilfreich)

Was war denn der genaue Auftrag an den Anwalt?

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#3
 Von 
Rechtsanwalt Thomas Bohle
Status:
Schüler
(470 Beiträge, 418x hilfreich)

@NinaMarie

Der Anwalt ist immer gehalten, auch Weisungen des Mandanten zu beachten, sofern sie nicht gesetzlichen Vorschriften zuwiderlaufen. Da spielen "vertragliche Vereinbarungen" eher eine untergeordnete Rolle, denn falls diese eben von zwingenden gesetzlichen Vorgaben abweichen sollten, wären sie nicht bindend.

Teilen Sie dem Anwalt also schriftlich mit, dass Sie den Aufhebungsvertrag wünschen und er ihn auch annehmen soll. Möglicherweise (da man den Fall und Inhalt des Aufhebungsvertrag nicht kennt), wird der Anwalt dann aber eine Haftungsfreistellung verlangen oder gar das Mandant komplett beenden. Beides wäre durchaus möglich.

Wichtig ist aber, dass Sie ihm schon Anweisungen geben dürfen und er entgegen dieser Anweisung dann nicht gegen Ihren ausdrücklichen Willen vorgehen kann, sofern es kein zwingendes gesetzliches Verbot betrifft.

MfG
RA Thomas Bohle

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#4
 Von 
eh1960
Status:
Senior-Partner
(6221 Beiträge, 1491x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Zitat (von NinaMarie123):
Darf ein Anwalt in dem Falle quasi "seine Interessen" durchsetzen


Was der Anwalt alles darf, erfährt man, wenn man sich die vertraglichen Vereinbarungen durchliest, die man mit ihm getroffen hat.

Nö. Das erfährt man, wenn man die Berufsordnung für Rechtsanwälte liest. Und die sagt u.a., daß der Anwalt nicht gegen die Interessen des Mandanten handeln darf und selbstverständlich eine Entscheidung des Mandanten respektieren und ggf. vor Gericht vertreten muss, auch wenn er diese aus seiner fachkundigen juristischen Sicht für falsch hält. Er darf nur nicht, s.o., gegen geltende Gesetze dabei verstoßen.

Die "vertraglichen Vereinbarungen" des Mandanten mit seinem Anwalt beschränken sich im übrigen in den aller-, allermeisten Fällen auf die Erteilung des Mandats. Insofern wird man in den "vertraglichen Vereinbarungen" nichts dazu finden...

-- Editiert von eh1960 am 27.07.2021 13:12

Signatur:

Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".

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#5
 Von 
Spezi-2
Status:
Senior-Partner
(6385 Beiträge, 2310x hilfreich)

Schon die Frage "Anwalt möchte - in aktuellem Fall einem Aufhebungsvertrag widersprechen" ist stümperhaft.
Einem Aufhebungsvertrag widersprechen heißt, es gibt schon einen abgeschlossenen Aufhebnungsvertrag.
Der Anwaltkann also höchstens das Angebot einen Aufhebungsvertrag abzuschließen ablehnen.

Der Mandant "Mandant möchte hingegen Aufhebungsvertrag zustimmen", also soll erst ein Aufhebungsvertrag geschlossen werden. Der Anwalt scheint Nachteile zu kennen. Die würde ich mindestens erfragen und erst dann entscheiden.

Signatur:

Meine Beiträge sind keine juristischen Ratschläge, sondern sollen dem Erfahrungsaustausch dienen.

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118707 Beiträge, 39622x hilfreich)

Zitat (von eh1960):
Das erfährt man, wenn man die Berufsordnung für Rechtsanwälte liest.

Ja, Gute Idee.
Und auch verstehen. Gleiches gilt für die anderen Gesetze udn die dazugehörige Rechtsprechung.



Grundsätzlich hat der Anwalt die Wünsche / Weisungen des Mandanten zu beachten, muss ihnen aber nicht in allen Fällen Folge leisten.

Einfach mal die Vollmacht lesen die man am Anfang unterschrieben hat. Dann wird oftmals schon klar, wie unabhängig der Anwalt sein darf / kann und wer der "Herr des Verfahrens" ist.

Dann gibt es noch die BRAO. Der Anwalt dient als unabhängiges Organ der Rechtspflege (siehe § 1 BRAO ) und als unabhängiger Berater und Vertreter in allen Rechtsangelegenheiten (siehe § 3 BRAO ).

Der BGH hat sich auch mal dazu geäußert (V ZR 136/13).

Insbesondere wenn eine Weisung des Mandanten dem Mandant wirklich schadet, hat das der Anwalt zu prüfen und entsprechend zu Wohle des Mandanten zu handeln.

Aber auch sonst muss der Anwalt nicht den Weisungen des Mandanten folgen, z.B. wenn er sich an zweifelhaften Aktionen beteiligen soll (sieh OLG Rostock NJW-RR 2012, 400)

Wird aber auch gerne unter Anwälten mitunter recht kontrovers diskutiert.



Zitat (von eh1960):
Die "vertraglichen Vereinbarungen" des Mandanten mit seinem Anwalt beschränken sich im übrigen in den aller-, allermeisten Fällen auf die Erteilung des Mandats. Insofern wird man in den "vertraglichen Vereinbarungen" nichts dazu finden...

Das zeigt ziemlich deutlich, das man keine Ahnung von der Sache hat.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
NinaMarie123
Status:
Frischling
(27 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Rechtsanwalt Thomas Bohle):
Wichtig ist aber, dass Sie ihm schon Anweisungen geben dürfen und er entgegen dieser Anweisung dann nicht gegen Ihren ausdrücklichen Willen vorgehen kann, sofern es kein zwingendes gesetzliches Verbot betrifft.


Darf man nach Grund Fragen, warum der Anwalt Anweisungen ablehnt? Muss Anwalt diesbezüglich Auskunft geben?

Wenn Anwalt sich weigert Anweisungen zu befolgen und stattdessen einfach Mandat ablehnt, welche Pflichten hat der Anwalt folglich wenn er Mandat ablehnt aber keinen Grund angibt?
Kann man Beschwerde einlegen?

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118707 Beiträge, 39622x hilfreich)

Zitat (von NinaMarie123):
Darf man nach Grund Fragen, warum der Anwalt Anweisungen ablehnt?

Aber sicher doch.



Zitat (von NinaMarie123):
Muss Anwalt diesbezüglich Auskunft geben?

Durchaus. Ob diese denn dem Mandanten gefällt oder er sich versteht ist aber nicht relevant.



Zitat (von NinaMarie123):
Wenn Anwalt sich weigert Anweisungen zu befolgen und stattdessen einfach Mandat ablehnt, welche Pflichten hat der Anwalt folglich wenn er Mandat ablehnt aber keinen Grund angibt?

Die Rückgabe sämtlicher Unterlagen, sofern er kein Zurückbehaltungsrecht hat (z.B. weil noch eine Rechnung offen ist)



Zitat (von NinaMarie123):
Kann man Beschwerde einlegen?

Wogegen denn konkret?


Signatur:

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0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
Rechtsanwalt Thomas Bohle
Status:
Schüler
(470 Beiträge, 418x hilfreich)

@NinaMarie

Sicherlich dürfen Sie nach dem Grund fragen und er muss es Ihnen auch erklären.

Bezüglich der Mandatsbeendigung müssen Sie aber mehr unterscheiden, da Sie hier offenbar Einiges vermengen, wenn Sie von der Ablehnung eines Mandates schreiben. Eine Ablehnung eines neuen Mandates (die Ablehung muss-Ausnahme Beratungshilfe- nicht begründet werden) ist etwas anderes, als die (vermutlich gemeinte) Kündigung eines schon bestehenden Mandates.
Die Kündigung muss der Anwalt auf Verlangen schon begründen und sie darf in der Regel auch nicht zu Unzeiten (z.b. einen Tag vor einer Gerichtsverhandlung) erfolgen, es sei denn, es besteht ein wichtiger Grund.

Aber was Sie so schildern und aus den Texten zu erahnen ist, fragt man sich, warum das Mandantsverhltnis nicht beiderseitig beendet wird. Offenbar ist ein Misstrauen vorhanden, die Kommunikation funktioniert nicht (wobei ich dabei keine Schuldzuweisung vornehmen möchte) und beide Seiten sind höchst unzufrieden.
Warum also das Mandat dann aufrecht erhalten? Sicher ist eine Neumandatierung mit Zusatzkosten verbunden; aber das kann unterm Strich dann die bessere Alternative sein und zwar für beide Seiten.

MfG

RA Thomas Bohle

1x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
guest-12321.03.2022 17:40:03
Status:
Lehrling
(1312 Beiträge, 182x hilfreich)

Ich verstehe das Problem nicht!

Wer hindert dich daran den AHV zu unterschreiben? Wenn du meinst der Vertrag wäre für dich OK und bedarf keiner Nachbesserungen mehr, dann unterschreibe ihn. Ich denke mal der Anwalt hat empfohlen den Vertrag in der gegenwärtigen Form nicht zu unterschreiben weil er realistische Möglichkeiten für bessere Konditionen sieht.

Aber, des Menschen Willen ist sein Himmelreich, wenn Du der diesbezüglichen Empfehlung des Anwaltes nicht folgen willst und mit dem vorliegenden Vertragsinhalt einverstanden bist, dann unterschreibe.

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