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Anwalt leitet Mahnverfahren nach 3,5 Jahren ein

9.1.2021 Thema abonnieren
 Von 
luxx123
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)
Anwalt leitet Mahnverfahren nach 3,5 Jahren ein

ich hoffe ich erhalte Hilfe in einem sehr komischen Fall.

Am 31.12.2020 (!) erhielt ich per Mail eine sehr seltsame Mail von einem Azubi einer Rechtsanwaltskanzlei mit folgendem Text:

Guten Tag (keine Anrede!)

sicherheitshalber noch einmal zu Ihrer Frage: die Akte war selbstverständlich vollständig. (letzter Mail Verkehr war irgendwann Juni 2017!!!) Die Polizei hat sie der StA am 7.6. zugesandt, am 21.6. ging sie zu uns. Läuft der Fall noch? Wir haben nichts mehr gehört.

Leider haben Sie die Rechnung vom 6.5.2017 nicht vollständig bezahlt. Wie soll dies geschehen? Oder Ohne Verzicht auf die Verjährungseinrede muss ich den offenen Betrag heute ins Mahnverfahren geben. Lieber wäre uns natürlich eine einvernehmliche Regelung oder weitere Beauftragung.

Freundlich grüßt

i. A. XX

(Auszubildender)

Ich habe auf diese Mail nicht reagiert. (keine Anrede, Rechtschreibfehler, lächerlich nach über 3,5 Jahren damit anzukommen, ich hatte die Leistungen damals nicht vollständig erhalten, die Kommunikation war miserabel und ich habe das Mandat mehrfach widerrufen).

Nun erhalte ich Post vom Anwalt (die er auch selbst unterschrieben hat) und gleichzeitig auch Post von der Mahnabteilung des Amtsgerichts.

Im Brief vom 06.01.2021 bittet der RA um Begleichung von 205,93€ die noch offen sind bis 15.01.2021. Er zählt die Posten auf, ich hätte damals nur 2x50€ gezahlt, dabei wären inbsgesamt 305,83€ fällig. Also ein ausstehender Betrag von 205,83€.


"Sehr geehrter Herr X,

leider musste ich im Rahmen des Abschlusses der Buchhaltung für 2017 feststellen, dass aus meiner vorsorglich nochmals beigefügten Rechnung 2017-131 noch ein Betrag von 205,93€ nebst Zinsen seit 06.06.2017 offen ist. Ich bitte um Begleichung bis 15.01.2021

Sollte ich eine weitere Zahlung von Ihnen übersehen haben, weisen Sie mir diese bitte nach. Andernfalls bitte ich um Verständnis für die Geltendmachung meiner berechtigten Honorforderung. Ohne Zahlung in der vorgenannten Frist fallen Ihnen weitere Kosten des gerichtlichen Mahnverfahrens zur Last." Er hat die Rechnuntg vom Mai 2017 angehängt und die Zinsen aber nicht angegeben.

Damals hatte ich diesen Anwalt über ein Portal gefunden habe, auf dem er ein Online-Produkt angeboten hat, eben genau für diese 50,- EUR. Mir war es wichtig, dass es eine kostengünstige Erstberatung gibt. Ich habe dann sogar nochmal 50,- EUR für das zweite Onlineprodukt gezahlt und dachte er hat dann genug. Er war extrem inkompetent und ich musste lange auf seine Rückmeldung warten, weshalb ich es eine Frechheit finde, dass er 3,5 Jahre später noch nach diesem Geld lechzt.

Gleichzeitig erhalte ich heute noch Post vom Amtsgericht: Ich dachte ich hätte Zeit bis 15.01.2021 diese 205,93€ zu begleichen?

Ich kann Widerspruch gegen diesen Mahnbescheid einlegen. Auf die 205,83€ kommen noch jeweils 86,- EUR Verfahrensklosten und Zinsen von 30,41€, d.h. insgesamt 322,24 EUR. Zusätzlich noch weitere Zinsen ab 07.01.2021.

Kann das hier jemand bewerten? Soweit ich weiß, ist nach 3 vollen Jahren angefangen ab dem 1.1. des Folgejahres, in dem die Kosten entstanden sind also in dem Fall ab dem 01.01.2018 - 31.12.2020), diese Kosten verjährt. D.h. er ist hier zu spät dran und diese dubiose Mail vom 31.12.2020 dürfte hier nicht mehr zählen und erst sein Brief vom 06.01.2021? Wie kann er mir Zeit bis 15.01.2021 geben und gleichzeitig noch ein Mahnverfahren beim Amtsgericht einleiten? Ich bitte um eine Einschätzung, ich will dem widersprechen und diesem geldgeilen Anwalt keinen einzigen Cent mehr in seinen gierigen Rachen werfen.

Es ist eine Frechheit. Ich habe noch Mails vom Mai 2017, in dem ich alles widerrufe, da ich sehr schnell das Gefühl bekam, dass er Geld machen will:

Sehr geehrter Herr (ANWALT),

leider muss ich sämtliche Aufträge und Leistungen aus Kostengründen widerrufen. Ich bitte Sie um Bestätigung!

Mit freundlichen Grüßen

---

darauf keine Antwort und weitere Mails von mir, da per Tel. keiner ranging:

Sehr geehrter Herr ANWALT,

können Sie mir bitte den Widerruf sämtlicher Verträge mit Ihnen bestätigen?

Mit freundlichen Grüßen

---

Lieber Herr ANWALT,

da ich trotz mehrmaliger Bitte um Bestätigung des Widerrufs bedauerlicherweise von Ihnen immer noch keine Antwort erhalten habe, finden Sie im Anhang ganz förmlich das ausgefüllte Widerrufs-Formular. Eine Akteneinsicht ist lt. Internetrecherche zudem nicht einmal möglich, da ich nur als Zeuge von der Polizei geladen wurde. Für eine Bestätigung der Niederlegung würde ich mich freuen!

Mit freundlichen Grüßen

Am 15.05.2017 habe ich dann eine SEHR lange und ausführliche Mail an den Anwalt geschrieben

bitte haben Sie Verständnis dafür, dass die Überprüfung der Rechnung gewisse Zeit in Anspruch nimmt. Da ich mit der Höhe der angesetzten Kosten nicht einverstanden bin, möchte Sie um Korrektur bitten und äußere mich hierzu wie folgt.

Um ehrlich zu sein, finde ich es in moralischer Hinsicht zweifelhaft, einem Hilfesuchenden, welcher seine finanziellen Beschränkung betont und Sie aus Kostengründen aufgesucht hat, eine Rechnung zu stellen, die mehr als das dreifache der vereinbarten zwei Rechtsprodukte darstellt; Denn nebst Online-Rechtsprodukt Nr. 1, der gleich überwiesen wurde bin ich bin ich nach wie vor bereit die weiteren 50€ für das Online-Rechtsprodukt Nr. 2 zu zahlen! Sie schreiben ja auch auf Ihrer Seite:



"Eine entsprechende Beratung biete ich Ihnen – nach Einsichtnahme in die Akte (siehe mein Produkt „1. Schritt: Akteneinsicht") – hier an. Wir können wahlweise einen Termin von maximal 30 Minuten bei mir, am Telefon, per Skype oder Chat ausmachen. Die Zeit kann auch aufgeteilt werden. Zuvor lese ich die bereitgestellte Akte (maximal 150 Seiten, sonst müssen wir einen besonderen Preis ausmachen) und bereite mich auf das Gespräch vor; dies dauert oft bereits eine Stunde oder mehr. Es erfolgt keine schriftliche Stellungnahme.

Ich informiere Sie, wie weit die Ermittlungen sind, was nach meiner Erfahrung noch kommt, ob Sie schlimmstenfalls mit einer Hausdurchsuchung oder Festnahme zu rechnen haben und wie es verfahrenstechnisch weiter geht."

Hat dieses maximal 30-minütige Gespräch stattgefunden? Haben Sie die Akten vorher eingesehen? Sie haben weder zum Schreiben, dass ich Ihnen für die Akteneinsicht im PDF-Format zuschickte, eine Aussage getätigt - geschweige denn dazu, dass hier keine Akteneinsicht möglich ist - noch haben wir ein wirkliches Beratungsgespräch gehabt (wir hatten ein 4 oder 5 Minuten Telefonat, in dem ich Ihnen eine unverbindliche Anfrage gestellt habe und den Inhalt des Schreibens ganz kurz angeschnitten habe ohne genaueres zur Sachlage zu erörtern). Eine Beratung hat zur Folge, dass der Beratende auch mit einem guten Gefühl "rausgeht" und da dies nicht der Fall war und ich leider verunsichert war, rief ich noch einmal an (zweites Telefonat ausschließlich mit Herrn X - nicht fachlicher, sondern organisatorischer Natur - dem ich bestätigte, dass ich die 50,- für die Akteneinsicht überwiesen habe und die weiteren 50,- gerne zahlen werde. was ich auch per Mail angeboten habe, sobald die Akteneinsicht erfolgt ist und wir weitere Schritte besprechen können).

Gerne möchte ich auch noch anmerken, dass Sie als Zeitraum Ihrer Inanspruchnahme den 02.-04.5. nennen, obwohl ich sämtliche Aufträge und Leistungen am 03.05.widerrufen habe. Weiter frage ich mich wieso Sie für die Akteneinsicht bzw. einzelner Elemente dieser, 19% MwSt ansetzen, obwohl dies durch meine Zahlung von 50,- (inkl. MwSt.) abgegolten wurde.

Ich hoffe auf eine positive Rückmeldung Ihrerseits innerhalb von 7 Tagen.

Sollten wir zu keiner Einigung kommen, sehe ich mich leider dazu gezwungen mich mit der örtlich zuständigen Anwaltskammer in Verbindung zu setzen.

Ich habe Sie mit meinem Anliegen kontaktiert und stehe nun mit mehr (Geld-)Sorgen da, als zuvor und es hat sich für mich dadurch nichts zum Positiven entwickelt, geschweige denn aufgeklärt.

---


Ich möchte dem Mahnverfahren in jedem Fall widersprechen, reicht hier anzukreuzen, dass ich dem Anspruch INSGESAMT widerspreche und dies nur noch unterschreiben muss mit Datum? Geschäftszeichen des Antragsgegners ist nicht auszufüllen oder?

So und dann nochmal dem Anwalt genau schreiben was damals gewesen ist. Er hat sich nicht gemeldet, er hat MAXIMAL die Leistungen erbracht, die er online anbietet (Produkt 1 und 2 für je 50,-) und diese habe ich auch bezahlt.

Ist es rechtmäßig, dass er am 31.12. zum Amtsgericht "läuft" und mir 6 Tage später einen Brief schickt, in dem er um Begleichung bittet und "Ohne Zahlung in der vorgenannten Frist fallen Ihnen weitere Kosten des gerichtlkichen Mahnverfahrens zur Last".

Ich finde dieses Verhalten seitens RA sehr zweifelhaft.

Was kann auf mich zukommen, wenn ich dem Mahnbescheid nur widerspreche? Was für weitere Kosten können entstehen (Gerichtskosten?)? Wie kann es sein, dass der Anwalt diese Kosten geltend machen möchte, obwohl ich von Anfang an NUR diese Online-Rechtsprodukte in Anspruch genommen habe. Das ist wie wenn ich eine Dienstleistung bewerbe und danach sage okay das macht dann aber mehr als das dreifache, weil die Dienstleistung meiner Meinung nach überdies hinausgeht, was in diesem Online-Produkt aufgezählt wird.




-- Editiert von luxx123 am 09.01.2021 22:23

-- Editiert von Moderator am 12.01.2021 18:21

-- Thema wurde verschoben am 12.01.2021 18:21

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16 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Zuckerberg
Status:
Schüler
(486 Beiträge, 623x hilfreich)

Der Anwalt scheint tatsächlich nicht wahnsinnig gut organisiert zu sein. Aber das scheint nicht weiter relevant zu sein. Irrelevant (aber nicht aus den von Ihnen genannten Gründen) ist wohl auch die Mail vom 31. Dezember.

In rechtlicher Hinsicht ist allein entscheidend: Bestand der Honoraranspruch? Ist dieser verjährt?

Der Mahnbescheid soll wohl sicherstellen, dass die Forderung eben nicht verjährt. Parallel dazu hat der Anwalt Ihnen nochmals eine Frist gesetzt, weil die Möglichkeit bestand, dass Sie die Forderung bezahlen, aber einwenden, dass der Mahnbescheid nicht notwendig gewesen wäre.

Der Mahnbescheid hat meines Erachtens nachrangige Bedeutung. Sie müssen sich jetzt dringend fragen, ob SIe die Honorarforderung von damals anerkennen. Sie verneinen das bereits ziemlich deutlich. Ich möchte aber empfehlen, diese Einstellung allein davon abhängig zu machen, ob der Anwalt einen rechtlichen (nicht moralischen) Anspruch darauf hat.

Wir werden das hier nicht genauer prüfen können. Sie teilen ja nichtmals mit, was genau Ihnen in Rechnung gestellt wurde. Oder was genau das "Onlineprodukt" damals alles umfassen sollte.

Nur eine Anmerkung: Davon, dass der Anwalt sich bereits in die Akte eingelesen hat, dürfte auszugehen sein. Dass Sie dass anscheinend (ichblicke durch Ihren Schriftverkehr nicht so ganz durch) zunächst vereinbarte Beratungsgespräch bis heute nicht in Anspruch genommen haben, ist allein Ihre Sache.

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#2
 Von 
luxx123
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Zuckerberg):
Der Anwalt scheint tatsächlich nicht wahnsinnig gut organisiert zu sein. Aber das scheint nicht weiter relevant zu sein. Irrelevant (aber nicht aus den von Ihnen genannten Gründen) ist wohl auch die Mail vom 31. Dezember.

In rechtlicher Hinsicht ist allein entscheidend: Bestand der Honoraranspruch? Ist dieser verjährt?

Der Mahnbescheid soll wohl sicherstellen, dass die Forderung eben nicht verjährt. Parallel dazu hat der Anwalt Ihnen nochmals eine Frist gesetzt, weil die Möglichkeit bestand, dass Sie die Forderung bezahlen, aber einwenden, dass der Mahnbescheid nicht notwendig gewesen wäre.

Der Mahnbescheid hat meines Erachtens nachrangige Bedeutung. Sie müssen sich jetzt dringend fragen, ob SIe die Honorarforderung von damals anerkennen. Sie verneinen das bereits ziemlich deutlich. Ich möchte aber empfehlen, diese Einstellung allein davon abhängig zu machen, ob der Anwalt einen rechtlichen (nicht moralischen) Anspruch darauf hat.

Wir werden das hier nicht genauer prüfen können. Sie teilen ja nichtmals mit, was genau Ihnen in Rechnung gestellt wurde. Oder was genau das "Onlineprodukt" damals alles umfassen sollte.

Nur eine Anmerkung: Davon, dass der Anwalt sich bereits in die Akte eingelesen hat, dürfte auszugehen sein. Dass Sie dass anscheinend (ichblicke durch Ihren Schriftverkehr nicht so ganz durch) zunächst vereinbarte Beratungsgespräch bis heute nicht in Anspruch genommen haben, ist allein Ihre Sache.

Danke für die Mitteilung.

Das mit dem Mahnbescheid verstehe ich nicht ganz:

"Parallel dazu hat der Anwalt Ihnen nochmals eine Frist gesetzt, weil die Möglichkeit bestand, dass Sie die Forderung bezahlen, aber einwenden, dass der Mahnbescheid nicht notwendig gewesen wäre."

Er leitet ein Mahnverfahren am 31.12.2020 ein (Rechnung + Zinsen + weitere kosten von 86,- EUR für das Mahnverfahren) und schreibt mir am 06.01.2021 einen Brief, in dem er nur die offenen Kosten nennt (205,83€ ;) , jedoch keine Zinsen mit Frist zum 15.01.2021. Wenn ich diese bezahlen würde, also ca 237,- €, dann wären die Kosten aus dem Mahnverfahren obsolet? Müsste ich dann trotzdem dagegen widersprechen (denke mal so oder so?)

"Wir werden das hier nicht genauer prüfen können. Sie teilen ja nichtmals mit, was genau Ihnen in Rechnung gestellt wurde. Oder was genau das "Onlineprodukt" damals alles umfassen sollte."

In Rechnung wurde mir gestellt:

Grundgebühr 200,-
Dokumentenpauschale (ca. 50 Kopien) 25,-
Auslagenpauschale 20,-
Aktenversendungspauschale 12,-
=257,-
+19 MwSt.
=305,83€
- Anzahlung 50,- (erstes online-Rechtsprodukt)
- 50,- (zweites online-Rechtsprodukt, um guten Willen zu zeigen)

Ich habe lediglich dieses Produkt bestellt:

"1. Schritt: Akteneinsicht – bei Anhörung, Vorladung zur Polizei, StA, Strafbefehl oder Anklage"

Und dann später noch weitere 50,- für das 2. Produkt bezahlt:

2. Schritt: Beratung

"Eine entsprechende Beratung biete ich Ihnen – nach Einsichtnahme in die Akte (siehe mein Produkt „1. Schritt: Akteneinsicht") – hier an. Wir können wahlweise einen Termin von maximal 30 Minuten bei mir, am Telefon, per Skype oder Chat ausmachen. Die Zeit kann auch aufgeteilt werden. Zuvor lese ich die bereitgestellte Akte (maximal 150 Seiten, sonst müssen wir einen besonderen Preis ausmachen) und bereite mich auf das Gespräch vor; dies dauert oft bereits eine Stunde oder mehr. Es erfolgt keine schriftliche Stellungnahme.

nicht einmal das hat er gemacht - und das habe ich sogar noch gezahlt! Er musste die Akte nicht lesen, er musste sich nicht vorbereiten, eine Stunde oder mehr.


Trotzdem wollte er mehr haben;

Sehr geehrter Herr x,

selbstverständlich wurde das Schreiben an die Polizei sofort nach Eingang Ihrer Unterlagen und der 50 € vorgenommen. Gemäß den Bedingungen für online-Produkte erfolgt für derartige Aufträge keine Information über jeden Verfahrensschritt. Nun bleibt, wie erörtert, abzuwarten, wie die Staatsanwaltschaft hier reagiert. In einem anderen Fall habe ich aber auch für einen Halter die Akteneinsicht erhalten. Sie wurde jedenfalls auftragsgemäß beantragt.

Da Sie mich durch Ihre beiden Anrufe und die telefonische Erörterung der Angelegenheit sowie nunmehr Ihre weitere E-Mail Über den eng gesteckten Rahmen des online-Produktes hinaus in Anspruch nehmen, bitte ich um Verständnis, dass ich, wie angekündigt, die Rechnungsstellung über die Beratung vornehmen werde. Bei einer Interessenvertretung oder Verteidigung in weiteren Verfahrensschritten werden die Beratungsgebühren auf die Verfahrensgebühren und weiteren Gebühren angerechnet.

Freundlich grüßt

RA
---

Wie komme ich da "raus"? Verjährt ist das ganze ja leider nicht (Antrag auf Mahnbescheid am 31.12.2020 eingangen, also am letzten Tag vor Verjährung), aber muss er sich nicht dem stellen, dass er explizit für je 50,- Produkte anbietet (die auch bezahlt wurden) und die Leistungen dann doch höher ausfallen, sodass er statt maximal 100,- EUR das ganze noch hochskaliert? Ich finde das nicht korrekt, bin aber natürlich kein Jurist, deswegen bin ich ja hier. Ich würde diesen Anwalt sehr gerne melden, finde dieses Verhalten eine Schweinerei. Leistungen anpreisen, um finanziell schlecht aufgestellte Hilfsuchende zu locken und dann, wenn sie sogar Produkte zahlen, die sie nicht mal in Anspruch nehmen, mehr als das 3-fache verlangen.



-- Editiert von luxx123 am 09.01.2021 23:43

-- Editiert von luxx123 am 09.01.2021 23:46

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#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(84667 Beiträge, 34546x hilfreich)

Man hat also weitere Leitungen in Anspruch genommen die über das vereinbarte Online-Produkt hinaus gehen. Dafür darf der Anwalt dann auch die entsprechenden Gebühren berechnen.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#4
 Von 
luxx123
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

Was heißt weitere Leistungen in Anspruch genommen??? Meiner Meinung nach hätte der Anwalt das wissen müssen, da ich von Anfang an betont habe, dass es möglichst kostengünstig ablaufen soll. Da erwartet man eine gewisse Transparenz.

Wie wäre dieses Vorgehen:

Mahnbescheid widersprechen (insgesamt ankreuzen und Unterschrift mit Datum ausreichend?) per Einschreiben
Dem Anwalt die Situation nochmal ins Gedächtnis rufen (E-Mail-Verlauf) und erklären, dass aus meiner Sicht durch das Zahlen für Produkt 1 vorab und dann nochmal - um guten Willen zu zeigen - die Zahlung für Produkt 2, die Angelegenheit erledigt ist.

Was könnte er hier machen? Könnte das vor Gericht gehen? Könnten deutlich höhere Kosten auf mich zukommen? Ich sehe es grundsätzlich nicht ein diese 86€ Amtsgerichtskosten zu tragen. Das höchste der Gefühle meinerseits wäre es diese 205,83€ (ohne Zinsen) zu zahlen.

Wie würdet ihr vorgehen?

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#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(84667 Beiträge, 34546x hilfreich)

Zitat (von luxx123):
Da erwartet man eine gewisse Transparenz.

Die dürfte gegeben sein, was man bekommt findet sich in der Beschreibung zum erworbenen Produkt.
Alles was darüber geht, ist "zusätzlich".
Im gerichtlichen Verfahren wird dann jeder seine Beweise vorlegen für die erbrachte Leistung und das Gericht entscheiden.



Zitat (von luxx123):
Ich möchte dem Mahnverfahren in jedem Fall widersprechen, reicht hier anzukreuzen, dass ich dem Anspruch INSGESAMT widerspreche und dies nur noch unterschreiben muss mit Datum?

Nein, man sollte auch sicherstellen das das beim Gericht ankommt - also mit Zustellnachweis senden.



Zitat (von luxx123):
Was könnte er hier machen?

Alles zwischen "nichts" und "alle Register ziehen".



Zitat (von luxx123):
Könnte das vor Gericht gehen?

Es ist bereits vor Gericht ...



Zitat (von luxx123):
Könnten deutlich höhere Kosten auf mich zukommen?

So um die 500 EUR liegt das Kostenrisiko.



Zitat (von luxx123):
Ich sehe es grundsätzlich nicht ein diese 86€ Amtsgerichtskosten zu tragen.

Da man Anlass zur Klage gab, wird man da wohl nicht drum herum kommen.



Zitat (von luxx123):
Das höchste der Gefühle meinerseits wäre es diese 205,83€ (ohne Zinsen) zu zahlen.

Enthielt die Rechnung vom 6.5.2017 irgend ein Zahlungsziel?


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#6
 Von 
luxx123
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Zitat (von luxx123):


Zitat (von luxx123):
Könnte das vor Gericht gehen?

Es ist bereits vor Gericht ...

ich meine natürlich, dass es zu einem Prozess kommt, noch hat das Amtsgericht ja nichts geprüft und einen Mahnbescheid kann jeder einlegen oder nicht?

Zitat (von luxx123):
Könnten deutlich höhere Kosten auf mich zukommen?

So um die 500 EUR liegt das Kostenrisiko.

also zusätzlich?


Zitat (von luxx123):
Das höchste der Gefühle meinerseits wäre es diese 205,83€ (ohne Zinsen) zu zahlen.

Enthielt die Rechnung vom 6.5.2017 irgend ein Zahlungsziel?


in der Rechnung steht, dass der Betrag sofort zahlbar ist und eine Bemerkung dazu, dass sofern der Beitrag nicht innerhalb von 30 Tagen gezahlt wird, dass 5% ZInsen anfallen

Also wenn ich Ruhe haben will zahle ich den vollen Betrag und verzeichne das als Lehrgeld? Sowas wird mir nämlich nicht nochmals passieren. Somit habe ich zu den 100,- von damals nochmal 323,- EUR gezahlt, obwohl keine Leistung erbracht wurde (Beratung).

Oder aber ich mache es so, dass ich dem Mahnbescheid widerspreche und versuche es mit dem RA zu klären. Aus Erfahrung: Wie wahrscheinlich wäre es, dass der RA, auf Begleichung der Mahnverfahren-Gebühren verzichtet?

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#7
 Von 
Sir Berry
Status:
Unparteiischer
(9302 Beiträge, 2920x hilfreich)

Zitat (von luxx123):
Aus Erfahrung: Wie wahrscheinlich wäre es, dass der RA, auf Begleichung der Mahnverfahren-Gebühren verzichtet?

eigene Erfahrungen liegen insoweit nicht vor (man lässt es halt nicht soweit kommen) würden aber auch nichts nützen, denn selbst wenn 999 Gläubiger auf die Begleichung der Verfahrenskosten verzichten, ist der 1000.ste daran nicht gebunden.

Allerdings steht im Schreiben vom 06.01 was der Gläubiger von Dir aktuell will. Sich daran zu orientieren scheint nicht die falscheste Entscheidung zu sein. Aber das Angebot ist befristet. Das Geld soll am 15. auf dessen Konto sein.

Berry

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#8
 Von 
luxx123
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Sir Berry):
Zitat (von luxx123):
Aus Erfahrung: Wie wahrscheinlich wäre es, dass der RA, auf Begleichung der Mahnverfahren-Gebühren verzichtet?

eigene Erfahrungen liegen insoweit nicht vor (man lässt es halt nicht soweit kommen) würden aber auch nichts nützen, denn selbst wenn 999 Gläubiger auf die Begleichung der Verfahrenskosten verzichten, ist der 1000.ste daran nicht gebunden.

Allerdings steht im Schreiben vom 06.01 was der Gläubiger von Dir aktuell will. Sich daran zu orientieren scheint nicht die falscheste Entscheidung zu sein. Aber das Angebot ist befristet. Das Geld soll am 15. auf dessen Konto sein.

Berry

D.h. ich könnte "nur" die 205,xx plus der Zinsen zahlen und auf den Mahnbescheid pfeifen? Ist das so richtig? Dann würde ich das sofort begleichen und würde mit einem blauen Auge davon kommen?! (~237€ statt 323€ ;)

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#9
 Von 
luxx123
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

Nochmal: Betrag aus Schreiben vom 06.01. (Frist 15.01.) zahlen (Zinsen aus dem Mahnbescheid entnehmen und zurechnen). Und der Mahnbescheid ist obsolet oder muss ich dagegen auch widersprechen? Kann der RA nicht dann hingehen und sagen: Er hat die Rechnung inkl. Zinsen gezahlt, also kann er auch die Mahngebühren/Gerichtskosten zahlen.

Oder: Mahnbescheid widersprechen und nochmal dem RA schildern (Kopie meiner Mails), dass ich versucht habe es zu klären, jedoch keine Antwort erhalten habe.

Problem dabei wäre, wenn er sich nicht darauf einlässt, sind mindestens die 323,xx€ aus dem Mahnbescheid zu zahlen. Wenn ich Pech habe, dann kommen darauf noch weitere Kosten. Ist das richtig so?

Dann wähle ich Alternative 1 - bitte nochmal sagen, ob das so richtig ist und die Begleichung des Betrags aus dem Brief vom RA den Mahnbescheid obsolet macht.

Danke vielmals für eure Unterstützung!

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#10
 Von 
luxx123
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

Muss/Sollte es morgen in die Hand nehmen. Bitte daher nochmals um Meinung(en)! Danke!!!

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#11
 Von 
Sir Berry
Status:
Unparteiischer
(9302 Beiträge, 2920x hilfreich)

Zitat (von luxx123):
Bitte daher nochmals um Meinung(en)!

Lies das Schreiben des Anwalts, eindeutiger gehts kaum.

Berry

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#12
 Von 
luxx123
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Sir Berry):
Zitat (von luxx123):
Bitte daher nochmals um Meinung(en)!

Lies das Schreiben des Anwalts, eindeutiger gehts kaum.

Berry

OK, ich bin eben nur unsicher :sad: Wenn ich das zahle was im Schreiben steht, den Mahnbescheid ganz ignoriere, bin ich dann da raus und der Anwalt bleibt auf den Gebühren für das Gericht sitzen? Dann zahle ich das jetzt und muss mich weder mit dem Anwalt rumärgern noch auf den Mahnbescheid reagieren?

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#13
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(84667 Beiträge, 34546x hilfreich)

Man sollte zahlen und dem Anwalt mitteilen, das man dem Mahnbescheid widersprechen wird. Und das dann auch machen.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#14
 Von 
luxx123
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

Und er könnte den Mahnbescheid zurückziehen bzw. muss melden, dass das Geld eingegangen ist? Kann er nicht auch sagen er will auch die 86€ haben? Denn ich habe ja schon den Betrag und Zinsen gezahlt.

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#15
 Von 
Rechtsanwalt Thomas Bohle
Status:
Schüler
(426 Beiträge, 383x hilfreich)

@Luxx
Wenn Sie den Kollegen auch ständig mit "Ja, aber ...." bombardiert haben, sollten Sie sich nicht wundern, dass er das in Rechnung stellt. Wenn er dann sogar noch Gelegenheit zur Zahlung gibt, sollten Sie das ganz, ganz schnell machen.
Das wurde Ihnen doch nun mehrfach mitgeteilt.
Sie brauchen die Meinungen der Antwortenden zwar nicht teilen, qaber nützt dieses ständige Infragestellen und Ausweiten Ihrer denn nun wirklich?


MfG

RA Thomas Bohle

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#16
 Von 
luxx123
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Rechtsanwalt Thomas Bohle):
@Luxx
Wenn Sie den Kollegen auch ständig mit "Ja, aber ...." bombardiert haben, sollten Sie sich nicht wundern, dass er das in Rechnung stellt. Wenn er dann sogar noch Gelegenheit zur Zahlung gibt, sollten Sie das ganz, ganz schnell machen.
Das wurde Ihnen doch nun mehrfach mitgeteilt.
Sie brauchen die Meinungen der Antwortenden zwar nicht teilen, qaber nützt dieses ständige Infragestellen und Ausweiten Ihrer denn nun wirklich?


MfG

RA Thomas Bohle



Danke für die Rückmeldung! Ich habe den Betrag, samt Zinsen heute beglichen, sollte also in jedem Fall inerhalb der Frist bis 15.01. auf dem Konto ankommen. Den Mahnbescheid werde ich wie hier beschrieben per Einschreiben ans Amtsgericht schicken. Ich hoffe, dass dieses Thema dann durch ist...

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