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Anwalt meldet sich nicht mehr - Kann ich das "alte Urteil" doch noch annehmen?

 Von 
quasimodo10
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 22x hilfreich)
Anwalt meldet sich nicht mehr - Kann ich das "alte Urteil" doch noch annehmen?

Hallo zusammen,

ich habe vor ca. 2 Monaten einen Brief vom Amtsgericht mit einem Urteil wegen eines kleinen Deliktes erhalten. Zuvor hatte ich deshalb schon einen Anwalt aufgesucht. Dieser hat Antrag auf Akteneinsicht gestellt und gemeint, sobald ihm die Akten vorliegen, meldet er sich bei mir. Dies ist allerdings nicht geschehen. Die Strafe sind 50 Tagssätze zu 30 Euro. Mein Einkommen hatte sich mittlerweile aber drastisch minimiert, weshalb ich nicht in der Lage war diese Summe aufzubringen. Meine Bitte an meinen Anwalt war, wenn möglich meine Angaben über mein Einkommen zu berichtigen und damit die Höhe der Tagessätze zu reduzieren. Dann hätte ich dieses Urteil angenommen. Ich habe ihm eine Kopie des Urteils geschickt mit einem Begleitschreiben indem Stand, dass ich ausdrücklich nicht Wünsche, dass es zu einem Gerichtsverfahren kommt, da die Kosten (Anwalt, Auslagen des Gegners, Gerichtskosten) dann ja vermutlich noch höher sind wie die bisherige Strafe. Zudem bin ich mir nicht sicher, ob ich das psychisch durchstehen würde. Nun kam vor 10 Tagen ein weiterer Brief: Vorladung zum Gerichtstermin bei dem ich erscheinen muss, da ich sonst verhaftet werde. Mein Anwalt hatte Einspruch gegen das Urteil eingelegt. Seitdem versuche ich meinen Anwalt zu erreichen. Jedoch Ergebnislos. Er reagiert nicht auf Emails und Anrufe, seine Sekretärin versichert mir jedes mal wenn ich anrufe, dass er mich zurückruft, sobald der wieder im Haus ist.

Was soll ich denn jetzt eurer Meinung nach tun? Hab ich denn noch irgendeine Chance, den Gerichtstermin zu vermeiden? Kann ich das "alte Urteil" doch noch annehmen?

Mein Anwalt hat mir noch nicht mal eine Kopie der Akten oder Ähnliches gegeben, ich weiß also nicht mal genau, welche Beweismittel vorliegen und kenne die Aussagen des Gegners nicht. Jetzt habe ich gerade gelesen, dass es möglich ist über "Akteneinsicht Online" Akteneinsicht zu beantragen ohne nochmal die Kosten für ein Erstgespräch mit einem Anwalt zu haben. Ist das jetzt noch sinnvoll? Geht das überhaupt, wenn mein Anwalt schon Akteneinsicht beantragt hat?

Bitte dringen um Hilfe. Ich bin echt verzweifelt.

Vielen Dank und Grüße
quasimodo

-- Editiert am 28.07.2010 08:16

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Gericht Anwalt Gerichtstermin Höhe


3 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Slavonia
Status:
Praktikant
(805 Beiträge, 188x hilfreich)

Guten Tag
Zum Termin müssen Sie erscheinen, wenn das Gericht Sie vorgeladen hat.
Auf der Ladung müssten Sie sehen, ob Sie Anwaltlich vertreten sind.
Sollte dies sein, muss Ihr Anwalt beim Gericht erscheinen, sollte dieser nicht zur Verhandlung erscheinen, dürfte die Verhandlung platzen.
Sie können wohl das vorgerige Urteil noch annehmen, das damit Rechtskräftig werden würde und Sie die 1500.-€ zu zahlen hätten.Hier können Sie eine Ratenzahlung vereinbaren.

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#2
 Von 
quasimodo10
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 22x hilfreich)

Vielen Dank für die schnelle Antwort.

Auf der Vorladung stand nur, dass ich mich durch einen Anwalt vertreten lassen kann, aber dennoch persönlich anwesend sein muss. Sein Name oder etwas in der Richtung stand da nicht drauf.

Wenn ich das alte Urteil noch annehme? Fällt die Verhandlung dann aus? Wie groß sind denn meine Chancen, dass der Tagessatz vermindert wird? (Angegebenes Einkommen: 1000 Euro, jetziges Einkommen: 320 Euro) Wie hoch sind die Gerichtskosten bei so einem Verfahren? Es ist wohl ein Zeuge geladen. Muss ich dessen Auslagen auch erstatten?

Sollte ich das alte Urteil noch annehmen wollen, wie und wo muss ich das dann machen?

Vielen Dank schon mal.
Grüße
quasimodo

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#3
 Von 
micha60
Status:
Praktikant
(597 Beiträge, 144x hilfreich)

Bei einer Rücknahme des Rechtsmittels (damit wird das alte Urteil sofort rechtskräftig) fallen die Gebühren nicht vollständig weg. Ihr Anwalt war ja bereits tätig, hat also auch Gebühren zu verlangen. Die Gerichtsgebühr für eine Berufung über 50 Tagessätze beträgt 180,00 €. Bei Rücknahme direkt vor dem Termin ermäßigt sich dies auf 60,00 €.

Was Sie von Ihrem Anwalt verlangt haben, nämlich die Höhe des Tagessatzes herunterzubringen, konnte er für Sie nicht ohne eine erneute Verhandlung erreichen.

Wenn es jetzt nur noch um die Höhe des Tagessatzes gehen soll, können auch Sie selbst das dem Gericht schriftlich mitteilen, indem Sie erklären, dass Sie das eingelegte Rechtsmittel auf das Strafmaß und dabei auf die Höhe des Tagessatzes beschränken. Sobald Sie das tun, können Sie aber damit, dass der Tatvorwurf nicht oder nicht ganz zutreffe, nicht mehr gehört werden. Sie wären in diesem Moment bereits rechtskräftig wegen ... zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen verurteilt. Wenn Sie das rechtzeitig tun, wird das Gericht den Zeugen wohl abladen, so dass auch dessen Auslagen nicht entstehen.

Ob Sie im Termin noch von Ihrem Anwalt vertreten werden wollen, müssen Sie selbst entscheiden. Wenn nicht, müssten Sie ihm rechtzeitig vorher kündigen. Dann wird er sich wohl bald melden, nämlich mit seiner Schlussrechnung.

Die Verhandlung wird sich dann nur noch mit Ihrem Einkommen und mit eventuellen Abzugsposten auseinandersetzen, das wird eine Sache, der Sie relativ entspannt entgegensehen können.

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"Das Leben ist merkwürdig. (D.C.I. Barnaby)"

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