Anwalt ohne Vollmacht?

4. Januar 2024 Thema abonnieren
 Von 
JugsMugs
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 1x hilfreich)
Anwalt ohne Vollmacht?

Hallo zusammen,

vor Kurzem hatte ich ein Anliegen und habe einen Anwalt in meiner Nähe kontaktiert. Ich habe ihm alle Details geschildert, jedoch auch klargestellt, dass er seine Tätigkeit nur aufnehmen sollte, wenn meine ADAC Rechtsschutz die Kosten abdecken würde.

Infolgedessen erhielt ich eine E-Mail von ihm mit Vollmachtspapieren. Ich antwortete auf diese Mail mit meiner ADAC Mitgliedsnummer und bat ihn, zu prüfen, ob die Rechtsschutz die anfallenden Kosten übernehmen würde. Sobald ich diese Information hatte, würde ich die Vollmacht unterschreiben und zusenden.

Jedoch hat er das nicht getan. Ich dachte, die Angelegenheit hätte sich erledigt, da ich nichts mehr von ihm gehört hatte. Nun, nach einem Monat, erhielt ich eine E-Mail von der Kanzlei mit meiner Bußgeldakte und der Aufforderung, diese zur Kenntnis zu nehmen.

Frage mich nun, ob er ohne meine Vollmacht überhaupt für mich tätig werden konnte. Immerhin habe ich nur telefonisch mit ihm gesprochen und noch nichts unterschrieben oder ähnliches.

Danke für eure Hilfe und Rückmeldung dazu!

-- Editiert von Moderator topic am 4. Januar 2024 18:09

-- Thema wurde verschoben am 4. Januar 2024 18:09

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13 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(33021 Beiträge, 17315x hilfreich)

Frage mich nun, ob er ohne meine Vollmacht überhaupt für mich tätig werden konnte. Das konnte er ganz offensichtlich. In aller Regel genügt es nämlich, wenn ein Anwalt sagt bzw. schreibt, er habe eine Vollmacht.

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

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#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121232 Beiträge, 40000x hilfreich)

Zitat (von JugsMugs):
Frage mich nun, ob er ohne meine Vollmacht überhaupt für mich tätig werden konnte.

Komische Frage – den Beweis dafür hat man doch schwarz auf weiß auf dem Tisch liegen?



Zitat (von JugsMugs):
jedoch auch klargestellt, dass er seine Tätigkeit nur aufnehmen sollte, wenn meine ADAC Rechtsschutz die Kosten abdecken würde.

Bereits das könnte als entsprechende Vollmacht ausgelegt werden.
Die schriftliche Vollmachten sind dann nur für so Leute wie mich, die sich mit der "anwaltlichen Versicherung" nicht zufrieden geben ...



Zitat (von muemmel):
In aller Regel genügt es nämlich, wenn ein Anwalt sagt bzw. schreibt, er habe eine Vollmacht.

Richtig.
Das berühmte "Das vorliegen einer Vollmacht wird anwaltlich versichert".


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

1x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
JugsMugs
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 1x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Das berühmte "Das vorliegen einer Vollmacht wird anwaltlich versichert".


Ja okay, aber ist das rechtens?

Ich habe ihm eine Mail geschrieben, dass ich mein Mandat kündigen würde, daraufhin hat er nach 5 Minuten fix eine freche Antwort gegeben, mich angerufen und dann einfach mitten im Gespräch aufgelegt :D Auf einmal gings dann doch zu Antworten, warte ja seit einem Monat auf eine Antwort auf meine Frage. Er meinte solle mich bei meiner Rechtschutzversicherung selbst um die Kosten kümmern und das diese 300-400 Euro betragen würden. Ist das nicht etwas hoch, er hat ja nur Akteneinsicht gefordert.

Wie läuft das bei der Rechtschutz ab? Ruf ich da einfach an und gebe denen die Rechnung oder wie? Musste das noch nie selbst machen, da die Anwälte das immer selbst getan haben.

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#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121232 Beiträge, 40000x hilfreich)

Zitat (von JugsMugs):
Ja okay, aber ist das rechtens?

Wenn tatsächlich eine vorliegt, ja.



Zitat (von JugsMugs):
Wie läuft das bei der Rechtschutz ab?

Das sollte sich einem erschließen, wenn man die uns unbekannten vertraglichen Vereinbarungen / betreffenden Klauseln / Absprachen / Satzungen etc. liest, denn da pflegen solche Details regelmäßig drin zu stehen.

Bei Unklarheiten gerne wieder hier melden, den vollständigen Wortlaut der relevanten Stellen posten, denn erst mit Kenntnis dieser Fakten können wir zielführend zu Bedeutung und Auslegung diskutieren.


Ich kenne es bisher nur so, das man vorher bei der Versicherungen eine Deckungszusage einholen muss.
Und bei einigen Versicherungen bekommt man dann auch den Anwalt zugewiesen und kann nicht frei wählen.



Zitat (von JugsMugs):
Ist das nicht etwas hoch, er hat ja nur Akteneinsicht gefordert.

Kommt ganz darauf an, was er denn abrechnet.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#5
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16706 Beiträge, 9359x hilfreich)

Zitat (von JugsMugs):
Ist das nicht etwas hoch, er hat ja nur Akteneinsicht gefordert.

Das ist schwierig.
Es fallen jedenfalls Grundgebühr, Postpauschale und Aktenversendungspauschale der Bußgeldstelle an.

Postpauschale sind 20€ plus MwSt
Aktenversendungspauschale der Bußgeldstelle sind 12€, die MwSt-frei sind.
Bei der Grundgebühr hat der Anwalt einen Spielraum. Mittelwert sind 100€ plus MwSt.

Unklar ist, ob auch die Vorverfahrensgebühr angefallen ist. Da gibt es wieder einen Spielraum. Mittelwert wären weitere 160€ plus MwSt.

Dass das Mandat nach der Akteneinsicht gekündigt wurde, ändert nichts daran, dass Gebühren bereits angefallen sind. Für das Geld wäre es sinnvoller gewesen, den Anwalt weitermachen zu lassen. Jetzt müssen Sie praktisch voll bezahlen, ohne dass Leistung erbracht wird. Das ist so wie an der Pommesbude bestellen und bezahlen, aber das Essen nicht abzuholen.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

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#6
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16706 Beiträge, 9359x hilfreich)

Zitat (von JugsMugs):
Wie läuft das bei der Rechtschutz ab? Ruf ich da einfach an und gebe denen die Rechnung oder wie?

Ich wage mal die Vorhersage, dass Ihnen die Versicherung bildlich einen Vogel zeigen wird.
Die zahlen nämlich nur, wenn man vorher(!) eine Deckungszusage einholt.

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Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

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#7
 Von 
JugsMugs
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 1x hilfreich)

Zitat (von drkabo):
Die zahlen nämlich nur, wenn man vorher(!) eine Deckungszusage einholt.


Wie gesagt, ich habe ihm beim kostenfreien Erstgespräch gesagt er solle nur tätig werden, wenn die ADAC Rechtschutz das zahlt, da es für mich sonst keinen Sinn macht den Anwalt zu bezahlen. Darauf hin hat er mir eine Mail mit Merkblättern geschickt und einer Vollmacht die ich unterschreiben sollte. Habe ihm mit meiner Mitgliedsnummer geantwortet und gebeten, dass er die Deckungszusage einholen soll sonst unterschreibe ich ihm nicht die Vollmacht.

Zitat (von Harry van Sell):
Ich kenne es bisher nur so, das man vorher bei der Versicherungen eine Deckungszusage einholen muss.
Und bei einigen Versicherungen bekommt man dann auch den Anwalt zugewiesen und kann nicht frei wählen.


Außerdem bietet die ADAC Rechtschutz so viel ich weiß eine Freie Anwaltswahl an.


Hier der bearbeitete Auszug aus einem Merkblatt von ihm
Zitat:
Wir holen gerne schriftlich eine "Deckungszusage" ein.
Handelt es sich um den ADAC, ist die Mitgliedsnummer ausreichend.
Diese Tätigkeit gegenüber Ihrem Rechtsschutzversicherer ist kostenfrei.

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#8
 Von 
JugsMugs
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 1x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Wenn tatsächlich eine vorliegt, ja.


Diese liegt ihm bis heute nicht vor, da ich ihm nichts zugeschickt habe.

Ich habe ihn wirklich nur angerufen, ihm den Vorfall geschildert, ihm auch gesagt ohne Rechtschutz würde ich seine Tätigkeiten nicht in Anspruch nehmen, dann kam eine mail von ihm, dass ich so schnell wie möglich eine Vollmacht unterschreiben soll und Merkblätter. Habe ihn gebeten die Deckungszusage einzuholen, da ich sonst die Vollmacht nicht unterschreiben würde. Nach einem Monat Funkstille sendet mir seine Sekretärin die Bußgeldakte zu.

Ich hab weder etwas aktiv zugestimmt noch sonst was. Für mich war das eigentlich gegessen nachdem nichts mehr kam. Das der nicht sehr seriös ist habe ich erst jetzt anhand der ganzen 1 Stern Bewertungen auf etlichen Portalen gesehen..

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121232 Beiträge, 40000x hilfreich)

Zitat (von JugsMugs):
Diese liegt ihm bis heute nicht vor, da ich ihm nichts zugeschickt habe.

Wie schon gesagt, man muss nichts zusenden.



Zitat (von JugsMugs):
Wir holen gerne schriftlich eine "Deckungszusage" ein.
Handelt es sich um den ADAC, ist die Mitgliedsnummer ausreichend.
Diese Tätigkeit gegenüber Ihrem Rechtsschutzversicherer ist kostenfrei.

Dann könnte es tatsächlich eng werden für den Anwalt, mit der angestrebten Vergütung.


Signatur:

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Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

1x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
JugsMugs
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 1x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Dann könnte es tatsächlich eng werden für den Anwalt, mit der angestrebten Vergütung.


Okay das hört sich schon mal gut ein.
Gehen wir mal davon aus, dass er eine Deckungszusage eingeholt hat und diese wurde bewilligt. Zahlt die Rechtschutz dann so oder so?

Falls er das nicht getan hat, obwohl ich ihm ausdrücklich gesagt habe ohne Deckungszusage, soll er nicht tätig werden. (Habe da eine Zeugin die das gesamte Gespräch per Lautsprecher mitgehört hat für den Fall der Fälle) Auch per Mail habe ich ihn aufgefordert diese einzuholen und er wird trotzdem tätig kann ich dann die Zahlung verweigern? Kann ich ihn dann selbst drauf aufmerksam machen, muss ich mir dann noch einen Anwalt holen oder kann ich das einfach in der RAK melden?

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16706 Beiträge, 9359x hilfreich)

Zitat (von JugsMugs):
Okay das hört sich schon mal gut ein.
Gehen wir mal davon aus, dass er eine Deckungszusage eingeholt hat und diese wurde bewilligt. Zahlt die Rechtschutz dann so oder so?

Wenn eine Deckungszusage vorliegt, würde die Versicherung zahlen - allerdings müssten Sie dann bei der Versicherung möglicherweise die Mandatskündigung rechtfertigen.

Es könnte ein Problem werden, wenn der Anwalt sich auf den Standpunkt stellt, dass die Akteneinsicht notwendig war, um die Deckungszusage einholen zu können. Und für die Einholung der Deckungszusage lag ja ein Auftrag vor.

Zitat (von JugsMugs):
(Habe da eine Zeugin die das gesamte Gespräch per Lautsprecher mitgehört hat für den Fall der Fälle)

Ganz dünnes Eis. Hat der Anwalt zugestimmt, dass jemand mithört? Wenn nein, dann ist nicht nur die Zeugin "unverwertbar", Sie kommen auch sonst in Teufels Küche.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

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#12
 Von 
JugsMugs
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 1x hilfreich)

Zitat (von drkabo):
Wenn eine Deckungszusage vorliegt, würde die Versicherung zahlen - allerdings müssten Sie dann bei der Versicherung möglicherweise die Mandatskündigung rechtfertigen.


Diese lag nicht vor, er hat mir mitgeteilt, dass er es zwei Mal versucht hatte, aber die anscheinend nicht reagiert hatten. Anstatt mir Bescheid zu geben hat er einfach mal gemacht und mir jetzt eine Rechnung in Höhe von 378 Euro ausgestellt für seine Arbeit, die ich bis zum 12. bezahlen soll. Ich hab ihn darauf angesprochen wieso er einfach mal gemacht hat anstatt mich zu informieren, hat er nur geantwortet "Die Mail wird zu Beweiszwecken gespeichert. Antwort wird nicht erfolgen".

Wie spreche ich sowas bei meiner Rechtsschutz an? Ich fühle mich richtig über den Tisch gezogen. Hätte ich ihn weiter machen lassen wäre ja wahrscheinlich die Rechnung noch höher gewesen und mein Rechtsschutzversicherer antwortet ja nicht :D

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#13
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16706 Beiträge, 9359x hilfreich)

Zitat (von JugsMugs):
Hätte ich ihn weiter machen lassen wäre ja wahrscheinlich die Rechnung noch höher gewesen

Nein - so lange die Sache nicht vor Gericht gegangen wäre, wären die Anwaltsrechnung nicht höher als 300-400€ gewesen.

Zitat:
Wie spreche ich sowas bei meiner Rechtsschutz an?

Anrufen?
https://www.adac.de/produkte/versicherungen/rechtsschutzversicherung/rechtsservices/allgemeine-rechtsberatung/

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