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Anwalt verlangt mehr Geld als gesetzliche Gebühren

 Von 
Tesla117
Status:
Beginner
(59 Beiträge, 0x hilfreich)
Anwalt verlangt mehr Geld als gesetzliche Gebühren

Folgender fiktiver Fall:

Mandant M geht zum Anwalt A da er Beklagter in einer zivilrechtlichen Angelegenheit ist, und erteilt auch das Mandat. Der Anwalt sagt das die gesetzlichen Gebühren anfallen (Verfahrensgebühr, Termingebühr), also für Schriftsätze und vertreten vor Gericht.

Dann möchte der Anwalt das M auf einmal noch eine Vergütungsvereinbarung unterschreibt und fast doppelt so viel wie die gesetzlichen Gebühren bezahlt, da der Anwalt meint, dass das Mandant aufwendig ist, was M jedoch nicht so sieht. M fühlt sich abgezockt.


1. Muss M die Vergütungsvereinbarung unterschreiben oder gelten die gesetzlichen Gebühren?

2. Wenn M nicht unterschreibt, kann der Anwalt dann das Mandant niederlegen?

3. Wenn M das Mandat selber kündigt, muss er dem Anwalt dann etwas zahlen wenn bisher noch kein Gerichtstermin war, oder Schriftsätze verfasst wurden, also der Anwalt bisher noch nichts gemacht hat?

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Anwalt Mandat zahlen Gerichtstermin


7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Sir Berry
Status:
Unparteiischer
(9330 Beiträge, 2961x hilfreich)

Zitat (von Tesla117):
1. Muss M die Vergütungsvereinbarung unterschreiben oder gelten die gesetzlichen Gebühren?


Er muss nichts unterschreiben, wenn es nicht vorher anders besprochen wurde.

Zitat (von Tesla117):
2. Wenn M nicht unterschreibt, kann der Anwalt dann das Mandant niederlegen?
Aus dem Grund nicht, aber der Anwalt wird einen Grund finden wenn er sich vom Mandanten trennen will. Also wenn dann vorsichtig agieren und möglichst keinen Grund liefern.

Zitat (von Tesla117):
3. Wenn M das Mandat selber kündigt, muss er dem Anwalt dann etwas zahlen wenn bisher noch kein Gerichtstermin war, oder Schriftsätze verfasst wurden, also der Anwalt bisher noch nichts gemacht hat?
Ja.

Berry

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#2
 Von 
Tesla117
Status:
Beginner
(59 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Sir Berry):
Zitat (von Tesla117):


Zitat (von Tesla117):
3. Wenn M das Mandat selber kündigt, muss er dem Anwalt dann etwas zahlen wenn bisher noch kein Gerichtstermin war, oder Schriftsätze verfasst wurden, also der Anwalt bisher noch nichts gemacht hat?
Ja.

Berry


Danke für Ihre Antwort. Noch eine kleine Frage zu 3. Muss M den Anwalt auch etwas zahlen, wenn die Berufungsklageschrift noch gar nicht vorliegt? Also der Anwalt hat ja noch gar nichts gemacht, da die Berufungsklageschrift nicht vorliegt. Kein Aktenstudium. Das einzige was gemacht wurde, ist Verteidigungsbereitschaft bei Gericht angezeigt, und einen Brief vom Gericht an den Mandanten weitergeleitet, in dem die Klägerin die Berufungsbegründungsfrist verlängert.
Muss M die volle Verfahrensgebühr bezahlen ?

-- Editiert von Tesla117 am 12.11.2019 12:42

-- Editiert von Tesla117 am 12.11.2019 12:45

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#3
 Von 
spatenklopper
Status:
Unparteiischer
(9038 Beiträge, 3854x hilfreich)

Zitat (von Tesla117):
Das einzige was gemacht wurde.....


Gebühren fallen bereits an, wenn sich der Anwalt die Geschichte des Mandanten anhört.
Also ja, zu zahlen wäre an den Anwalt auf jeden Fall etwas.

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#4
 Von 
Rechtsanwalt Thomas Bohle
Status:
Schüler
(445 Beiträge, 404x hilfreich)

Gebühren fallen keineswegs an, wenn ein Rechtsanwalt sich "die Geschichte des Mandanten anhört". Denn erst dann kann der Anwalt ja entscheiden, ob er das Mandant annicht oder ablehnt (und dann muss man für das "Anhören" auch nichts zahlen).

Wenn der Anwalt aber die Verteidigungsanzeige gegenüber dem Gericht abgegeben hat, hat er den Gebührentatbestand erfüllt, bekommt auch Geld. Warum auch nicht, denn er ist dann auftragsgemäß ja wohl tätig geworden.

Mfg

RA Thomas Bohle

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#5
 Von 
Tesla117
Status:
Beginner
(59 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Rechtsanwalt Thomas Bohle):
Gebühren fallen keineswegs an, wenn ein Rechtsanwalt sich "die Geschichte des Mandanten anhört". Denn erst dann kann der Anwalt ja entscheiden, ob er das Mandant annicht oder ablehnt (und dann muss man für das "Anhören" auch nichts zahlen).

Wenn der Anwalt aber die Verteidigungsanzeige gegenüber dem Gericht abgegeben hat, hat er den Gebührentatbestand erfüllt, bekommt auch Geld. Warum auch nicht, denn er ist dann auftragsgemäß ja wohl tätig geworden.

Mfg

RA Thomas Bohle


Einige komische Antworten.

Natürlich fallen Gebühren an, wenn der Anwalt sich die "Geschichte des Mandanten anhört". Dies nennt man Erstberatungsgebühr und ich musste dies zahlen unabhängig davon ob das Mandat übernommen wird oder nicht.

Vorliegend geht es darum, dass nachdem die Kosten für die 1. Instanz bezahlt wurden, der Anwalt Verteidigungsbereitsschaft angezeigt hat für die 2. Instanz. Somit kann die Termingebühr noch nicht geltend gemacht werden, weil überhaupt kein Termin ansteht. Und bei der Verfahrensgebühr ist die Frage, weil die Berufungsklageschrift liegt noch gar nicht vor, also kann er Anwalt auch noch nicht wissen wogegen man sich verteidigen soll.

Ist jetzt die Frage was man dem Anwalt schuldet, im Internet stehen zum Teil wiedersprüchliche Antworten. Die volle Verfahrensgebühr ist aber nicht gegeben, da weder Schriftsätze verfasst wurden, noch Aktenstudium gemacht werden kann wenn die Berufungsklageschrift nicht vorliegt.


-- Editiert von Tesla117 am 15.11.2019 17:15

-- Editiert von Tesla117 am 15.11.2019 17:17

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#6
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(95841 Beiträge, 36345x hilfreich)

Zitat (von Tesla117):
Natürlich fallen Gebühren an, wenn der Anwalt sich die "Geschichte des Mandanten anhört". Dies nennt man Erstberatungsgebühr

Falsch.

Eine "Erstberatungsgebühr" ist nur fällig wenn der Rechtsanwalt einen mündlichen oder schriftlichen Rat oder eine Auskunft (Beratung) gegeben hat.
Und das ist halt nicht der Fall, wenn der Anwalt sich nur die "Geschichte des Mandanten anhört".


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB

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#7
 Von 
Rechtsanwalt Thomas Bohle
Status:
Schüler
(445 Beiträge, 404x hilfreich)

@Tesla

Wenn Sie es sowieso besser wissen ... warum fragen Sie dann? ;)

Und wenn er nach Ihrem Kommentar gegenüber dem Gericht die Verteidigungsabsicht (Im Berufungsverfahren?) angezeigt hat, hat er nach Ihrer Auffassung keinen Schriftsatz verfasst? Sorry, aber da müssten Sie doch vielleicht selbst erkennen, dass Sie, drückt man es freundlich aus, einem Denkfehler unterliegen.

Aber wie gesagt, da Sie es ja sowieso besser wissen, ohne Mandatsübernahme Gebühren für das Anhören von Geschichten anfallen, teilen Sie mir doch bitte Ihre Rechnungsadresse für das Anhören Ihrer Geschichte mit. :banana:

MfG

RA Thomas Bohle

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