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Anwalt will Geld trotz Beratungshilfe?

12.6.2019 Thema abonnieren
 Von 
Zwegaq
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
Anwalt will Geld trotz Beratungshilfe?

Huhu leute,

Vor c.a 6 Monaten hat es bei uns gebrannt (Küchenbrand sachschaden c.a 1000€ ) wie es üblich ist bekam meine Mutter eine Anzeige wegen Brandstiftung (Öl auf Herd vergessen), mir war klar das es auf nichts hinauslaufen wird jedoch war sie hysterisch, daher bin ich mit ihr mit einem Beratungshilfeschein (da wir Alg 2 beziehen) zum Anwalt, im vorraum mussten wir unsere Personalien in einem Bogen eintragen und unterschreiben, dann kam das Beratungsgespräch in dem er die 15€ verlangte für den Beratungsschein, wir sagten mehrmals im Gespräch das wir nur wegen der Beratung gekommen sind, alles gut nun kommt jetzt 6 Monate später ein schreiben von ihm das er Akteneinsicht beantragt hat und 1 woche später ein schreiben in dem er 150€ verlangt mit vermerk das wenn wir uns nicht bis 18.06.2019 melden er das gesamte verfahren uns gegenüber abrechnet. Jemand eine Ahnung was ich tun kann da wir nicht wirklich in der Lage sind 150€ zu zahlen und wir noch nicht mal irgendwelche Hilfe von ihm wollten jenseits dem Beratungsgespräch.

Danke im vorraus für antworten.

Zwegaq

-- Editiert von Zwegaq am 12.06.2019 10:54

-- Editiert von Zwegaq am 12.06.2019 10:54

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9 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Sir Berry
Status:
Senior-Partner
(6546 Beiträge, 2396x hilfreich)

Zitat (von Zwegaq):
im vorraum mussten wir unsere Personalien in einem Bogen eintragen und unterschreiben,

Vermutlich handelt es sich bei dem Bogen um das schriftliche Mandat (den Auftrag). Diesen mal ansehen, ob schriftlich nicht mehr vereinbart wurde als hier so blumenreich formuliert wurde

Falls nicht, sollte man den Anwalt befragen, wie er zu der Berechnung kommt.

Berry

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#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(67344 Beiträge, 31644x hilfreich)

Zitat (von Sir Berry):
Falls nicht, sollte man den Anwalt befragen, wie er zu der Berechnung kommt.

Und man sollte Ihn auch darauf aufmerksam machen, das das Standesrecht bei bekannt mittellosen Mandanten vor dem einleiten von kostenverursachenden Maßnahmen über Verfahrenskostenhilfe zu beraten wäre und diese dann auch notfalls zu beantragen wäre.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#3
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(27716 Beiträge, 11580x hilfreich)

Nun ja, das sehe ich etwas anders. Einmal sind die 15 € ja auch von ALG II Empfängern zu zahlen. Und, die Beratungshilfe in Strafrecht umfaßt nun einmal nur ein kurzes Gespräch, keine Aktenanforderung und was immer noch passiert ist. Allerdings gibt es die Aktenanforderderung auch preiswerter. Ich würde 50 € überweisen unter Hinweis auf die Bedürftigkeit und das wars.

wirdwerden

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#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(67344 Beiträge, 31644x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
Einmal sind die 15 € ja auch von ALG II Empfängern zu zahlen.

Ich glaube die standen gar nicht zur Diskussion.



Zitat (von wirdwerden):
Ich würde 50 € überweisen

Ohne entsprechende Beauftragung würde ich da gar nichts überweisen ...


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#5
 Von 
drkabo
Status:
Gelehrter
(10174 Beiträge, 7340x hilfreich)

Eigentlich ist es doch klar:
Beratungshilfe deckt im Starfrecht wirklich nur eine Beratung ab, keine Akteneinsicht und keine Kontaktaufnahme mit Polizei/Staatsanwaltschaft.
Wenn der Anwalt also mit Akteneinsicht oder weiteren Tätigkeiten beauftragt wurde, die über eine Beratung hinaus gehen, dann dürfen die gegenüber dem Mandant abgerechnet werden.
Jetzt wäre halt zu klären, was genau beauftragt wurde ...

Signatur:Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.
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#6
 Von 
Zwegaq
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Hab bei ihm angerufen und er meinte seine beratung koste eigentlich 190 aber er hat sie auf 150 runtergesetzt, hab gesagt wir haben ihm den Beratungshilfeschein abgegeben, er meinte hätten wir nicht und wir sollen nächste woche vorbeikommen. Also mir kommt der Anwalt nicht so ganz kosher vor. Mal gucken was beim Gespräch rauskommt


Edit: kann man bei der Stadt einen nachweis drüber holen das man einen Beratungshilfeschein bekommen hat? Finde die Quittung vom Anwalt nämlich nicht im Moment.

-- Editiert von Zwegaq am 17.06.2019 11:20

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#7
 Von 
Zwegaq
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Noch eine frage am rande, kann er den vereinbarten Termin auch abrechnen? (Ich weiß niemand arbeitet ohne Bezahlung) aber wenn das so ist würde ich ihm lieber einen Brief zukommen lassen und das so klären, ich will mir nicht noch 100€ mehr auf die Rechnung packen lassen für ein 5 Minuten Gespräch

Vielen dank nochmal für eure antworten

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#8
 Von 
malebenkurz
Status:
Frischling
(41 Beiträge, 9x hilfreich)

Zitat (von Zwegaq):

Edit: kann man bei der Stadt einen nachweis drüber holen das man einen Beratungshilfeschein bekommen hat? Finde die Quittung vom Anwalt nämlich nicht im Moment.

-- Editiert von Zwegaq am 17.06.2019 11:20

Da man einen Beratungshilfeschein nicht von einer Stadt bekommt, sondern von einem Amtsgericht eher nein.

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#9
 Von 
Rechtsanwalt Thomas Bohle
Status:
Schüler
(349 Beiträge, 334x hilfreich)

Selbst wenn Sie vom Amtsgericht eine - durchaus mögliche - Bescheinigung erhalten, müsste nachgewiesen werden, dass der Berechtigungschein beim Anwalt abgegeben worden ist.
Auch müsste der Umfang des Auftrages geklärt werden.
Da Auftraggeberin aber wohl Ihre Mutter sein dürfte, Sie diese "nur" begleitet haben, wären Sie Zeuge für den Gesprächsablauf. ;) Auch sollte die Quittung über die gezahlten 15 Euro gut aufbewahrt werden.

Das weitere Gespräch sollten Sie also führen; dafür dürfen auch keine neuen Gebühren erhoben werden.

MfG RA Thomas Bohle

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