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Erstberatungskosten in Rechnung gestellt.

 Von 
schwedenbucht
Status:
Beginner
(75 Beiträge, 10x hilfreich)
Erstberatungskosten in Rechnung gestellt.

Folgender Fall.
Über die Webseite eines RA habe ich meine Kontaktdaten eingegeben, bzgl. einer Frage.
Nach einigen Tagen wurde mir eine Nummer gegeben und um Rückruf geben. Anwalt nicht erreichbar, also Fall per Mail geschildert.

In meiner ersten Mail mit Details habe ich am Ende gefragt, ob ich mit Ihrer rechtlichen Hilfe meine Entschädigung einfordern kann und wie hoch die Kosten für den Rechtsstreit wären, die auf mich zukommen.

Daraufhin wollte der RA weitere Details ohne mir diese Frage zu beantworten.

In einer zweiten Mail habe weitere Details genannt und geschrieben:

Wie in der letzten Mail beschrieben, möchte ich gern wissen, welche Kosten auf mich zukommen, wenn ich Sie mit der Durchsetzung der Fluggastrechte aller drei Passagiere beauftrage. Davon ist meine Erteilung für ein Mandat abhängig.

Sie rief mich daraufhin an und erläuterte mir die Kosten dafür, woraufhin ich auf die Hilfe verzichtete.

Nun erhalte ich 4 Monate später eine Rechnung über 249,90 Euro für die Erstberatung, die aufgrund des Anrufes (Datum der Rechnung=Anruf) aufgestellt wurden.

Ist es rechtens, diese Kosten zu erheben wenn ich zuvor zwei mal gefragt habe welche Kosten entstehen und der Anwalt niemals von der Erstberatung und den 249,90 Euro erzählt hat? Ich fühle mich da hinters licht geführt und mangelhaft beraten.

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Rechnung Erstberatung Anwalt kosten


9 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(71285 Beiträge, 32410x hilfreich)

Zitat (von schwedenbucht):
Ist es rechtens, diese Kosten zu erheben wenn ich zuvor zwei mal gefragt habe welche Kosten entstehen und der Anwalt niemals von der Erstberatung und den 249,90 Euro erzählt hat?

Ja ist es.

Gefragt hatte man ausweislich der eigenen Schilderung nach den Kosten des Verfahrens
Zitat (von schwedenbucht):
welche Kosten auf mich zukommen, wenn ich Sie mit der Durchsetzung der Fluggastrechte aller drei Passagiere beauftrage
. Nicht aber nach den Kosten der Beratung.


Die Kosten der Anwälte sind gesetzlich geregelt, daher auch bereits vor Anfrage bekannt.

Allerdings liegt man mit 249.90 irritierend weit oben für eine Erstberatung. Die kostet üblicherweise 190 EUR + eventuell anfallende Mehrwertsteuer (§ 34 Abs. 1 RVG ).


Wie wurden die Kosten denn aufgeschlüsselt?



Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#2
 Von 
schwedenbucht
Status:
Beginner
(75 Beiträge, 10x hilfreich)

Laut Rechnung 190 € + 20 € Auslagen + MwST 39,90 € = 249,90 €

Stolzer Stundenlohn für ein Gespräch von neun Minuten!

Ich finde es einfach falsch das Anwälte nicht verpflichtet sind, bei Entstehung von Kosten darauf aufmerksam zu machen. Das ist bei jedem anderen Berufsstand so. Da fühlt man sich abgezockt.
Klar gibt es eine Gebührenordnung, aber wann genau eine Erstberatung beginnt wird nicht erläutert. Und warum für 9 Minuten gleich alle Höchstsätze anwenden? Das ist einfache pure Abzocke!

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#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(71285 Beiträge, 32410x hilfreich)

Naja die 20 EUR sind eine Auslagenpauschale. Die wäre wohl auch durchsetzbar, wenn gar keine Auslagen angefallen sind.

Kenne ich so nicht, ich bekam die entweder gar nicht oder nur wenn auch tatsächlich was angefallen ist. Aber naja.

Insgesamt wäre die Kostennote wohl korrekt.



Zitat (von schwedenbucht):
Klar gibt es eine Gebührenordnung, aber wann genau eine Erstberatung beginnt wird nicht erläutert.

Muss es auch nicht, die beginnt sobald der Anwalt sich mit dem Fall befasst.



Zitat (von schwedenbucht):
Und warum für 9 Minuten gleich alle Höchstsätze anwenden?

Weil der Gesetzgeber es erlaubt hat.

Der Anwalt muss auch entsprechende Pflichtversicherungen abschließen (denn er haftet für alle Beratungen), die Fortbildung ist auch nicht wirklich billig, Kanzlei und Mitarbeiter kosten, Hard und Software sind auch nicht billig (kaum Wettbewerb bei den Anbietern) ...



Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#4
 Von 
Rechtschreibung
Status:
Lehrling
(1108 Beiträge, 1160x hilfreich)

Zitat:
Laut Rechnung 190 € + 20 € Auslagen + MwST 39,90 € = 249,90 €

Stolzer Stundenlohn für ein Gespräch von neun Minuten!

Das ist nicht der Lohn, und ein Stundenlohn schon gar nicht. Es ist der Umsatz, eigentlich nich weniger als das. Dieser muss um diverse Kosten/Abgaben bereinigt werden. Dieser fällt auch nicht im 9-Minuten-Takt und womöglich auch nicht im 60-Minuten-Takt an. Dann muss damit der Betrieb einer Kanzlei finanziert werden, lange bevor der Anwalt sich davon etwas zu essen kaufen kann. Nur beispielhaft lief auch während dieser 9 Minuten die Webseite, auf der Sie die Daten eingegeben haben.

Der "Stundenlohn" ist auch nicht für 9 Minuten Arbeit angefallen. Schon vergessen, dass da 2 Mails gelesen werden mussten? Mal darüber nachgedacht, dass der Anwalt vor dem Telefonat vielleicht über den Fall nachgedacht hat?

Am Ende ist das der "Stundenlohn" für einen Beruf, den man nur ausüben kann, wenn man nach dem Ende der allgemeinen Schulpflicht noch weitere 10 Jahre verschiedene Bänke gedrückt und seine Nase in Bücher gesteckt hat. Da müssen Sie Verständnis dafür haben, falls dieser "Stundenlohn" etwas höher als für das Burgerbraten bei McDoof sein sollte. Gegenwärtig aber haben Sie keinen Anhaltspunkt dafür, dass der Anwalt am Ende des Monats mehr Geld in der Tasche hat als Sie. Auch nicht dafür, dass der weniger arbeitet als Sie. Ersparen Sie es sich also doch selber, hier in falschen Neid zu verfallen.

Davon abgesehen sollten Sie sich entscheiden, ob Sie jetzt das Anfallen einer Vergptungsanspruchs als solches kritisieren wollen oder eher dessen Höhe. Sonst wirkt das so, als wollte man einfach allgemeiner Unzufriedenheit freien Lauf lassen.

Zitat:
Ich finde es einfach falsch das Anwälte nicht verpflichtet sind, bei Entstehung von Kosten darauf aufmerksam zu machen.
Müssen Friseure auch nicht. Ärzte auch nicht. Vom Installatuer wurde ich auch noch nie drauf hingeweisen. Beim Abholen des Autos aus der Werkstatt sind zwar viele Menschen geschockt, wie hoch die Rechnung ist. Aber in der Regel nicht darüber, dass es überhaupt eine gibt.
Warum regt sie all das nicht genau so auf?

Zitat:
Das ist bei jedem anderen Berufsstand so.
Quelle?

Zitat:
Da fühlt man sich abgezockt.
Anwälte fühlen sich abgezockt, wenn diese umsonst arbeiten sollen. Erst recht, wenn sie mit einem Fall belästigt werden, der es dem Mandanten dann selber nicht wert ist, ihn vor Gericht zu bringen. Und jetzt sagen sie bitte nicht, hier wäre nicht gearbeitet worden.

Zitat:
Und warum für 9 Minuten gleich alle Höchstsätze anwenden?
Warum nicht? Lassen sie bitte auch nicht aus den Augen, dass es hier um gleich 3 Personen ging und Sie bestimmt nicht nur 10€ einklagen wollten, der Anwalt aber umgekehrt für eine Falschberatung in vollem Umfang haften sollte.

Übrigens:
Hätten Sie das Mandat erteilt, wäre diese Gebühr nicht angefallen bzw. angerechnet worden.

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#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(71285 Beiträge, 32410x hilfreich)

Zitat (von Rechtschreibung):
Müssen Friseure auch nicht. Ärzte auch nicht.

Frisöre schon, Ärzte widerum nicht in jedem Fall



Zitat (von Rechtschreibung):
Quelle?

Preisangabenverordnung



Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#6
 Von 
schwedenbucht
Status:
Beginner
(75 Beiträge, 10x hilfreich)

Zitat (von Rechtschreibung):

Zitat:
Und warum für 9 Minuten gleich alle Höchstsätze anwenden?
Warum nicht? Lassen sie bitte auch nicht aus den Augen, dass es hier um gleich 3 Personen ging und Sie bestimmt nicht nur 10€ einklagen wollten, der Anwalt aber umgekehrt für eine Falschberatung in vollem Umfang haften sollte.

Warum nicht? Was ist das für eine Aussage? Die Vergütungsordnung sieht einen großzügigen Rahmen vor, auch was die Auslagepauschale vorzieht. Wenn da gleich der höchste Satz angerechnet wird, dann darf man sich schon fragen ob das nicht Bauernfängerei ist. Man füllt ein Kontaktformular aus, tauscht zwei Mails aus, wird auf Bitten der Gegenseite angerufen und erhält pauschal eine Rechnung von 250 €. So einfach haben es nur Anwälte, die solche Gebühren ohne Beweis einer Leistungserbringung erheben können.




-- Editiert von schwedenbucht am 10.09.2016 20:24

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#7
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(71285 Beiträge, 32410x hilfreich)

Zitat (von schwedenbucht):
Wenn da gleich der höchste Satz angerechnet wird, dann darf man sich schon fragen ob das nicht Bauernfängerei ist.

Klar darf man das.
Nur ist es halt in dem Falle keine, hat der Gesetzgeber so festgelegt.



Zitat (von schwedenbucht):
die solche Gebühren ohne Beweis einer Leistungserbringung erheben können.

Wo ist das Problem? Die Leistung "Beratung" wurde erbracht.
Und ein Beweis dürfte auch kein Problem sein, da achten Anwälte schon drauf ...



Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#8
 Von 
Rechtschreibung
Status:
Lehrling
(1108 Beiträge, 1160x hilfreich)

Zitat:
Warum nicht? Was ist das für eine Aussage?
Das ist keine Aussage, sondern eine Frage. Die wollen Sie offenbar nicht beantworten, sondern nur unqualifiziert rummeckern. Um Sie etwas zu ärgern, hier gleich zwei weitere Fragen:

1.
Warum wird der Höchstsatz wohl bestimmt, wenn dieser nicht ausgeschöpft werden darf?

2.
Käme es Ihnen entgegen, wenn der Höchstsatz auf 400€ bestimmt wird, sodass die abgerechnetetn 190€ plötzlich weniger als die Häfte ausmachen?

Hier ist es doch egal, welchen Wert der Anwalt abrechnet. Sie hätten doch auch bei 5€ gemeckert. Ganz einfach weil Sie völlig verkennen, welche Kosten und welchen Aufwand der Anwalt hatte. Das zeigt doch auch wunderschön Ihr großes Erstaunen darüber, dass hier überhaupt eine Rechnung kam. Der Umstand, dass hier die 190€ ausgeschöpft wurden, wird von Ihnen doch nur missbraucht, um ein vermeindliches Fundament für die Kritik daran zu basteln, dass der Anwalt hier nicht kostenlos für Sie tätig geworden ist.

Zitat:
Man füllt ein Kontaktformular aus, tauscht zwei Mails aus, wird auf Bitten der Gegenseite angerufen und erhält pauschal eine Rechnung von 250 €.
Ergänzung:
Sie haben den Anwalt mit Ihrem Fall belästigt, der Anwalt sollte sich in diesen einarbeiten, bis Sie dem Anwalt den Fall entzogen haben, sodass der Anwalt insbesondere um die deutlich lukrativeren Gebühren für eine Vertretung nach außen hin, insbesondere für einen Gerichtsprozess, gebracht wurde.

Zitat:
Gebühren ohne Beweis einer Leistungserbringung
Sie können hier natürlich weiterhin den Wert anwaltlicher Arbeit bestreiten und diesen Berufsstand mit unqualifizierter Kritik verächtlich machen wollen. Das kommt zwar etwas seltsam, wo Sie doch offensichtlich auf anwaltlichen Rat angewiesen waren und selber nicht ein Minimum an Rechtskenntnissen (siehe Verwunderung über Gebührenanspruch) mitbringen. Aber das ist natürlich Ihre Sache, Sie können gerne weiter meckern.

Was Sie hingegen nicht weiter tun sollten, ist das Bestreiten der Leistungserbringung durch den Anwalt. Der Anwalt hat Leistungen erbracht. Das wissen Sie auch. Wenn Sie weiterhin wider besseren Wissens behaupten, dass das nicht der Fall gewesen wäre, sehe ich zwei probleme auf Sie zukommen: 1) Zum einen könnte schon dieser wahrheitswidrige Vortrag als Betrug strafbar sein. 2) Zum anderen könnte man meinen, dass Sie von Anfang an geplant hatten, den Anwalt um seinen verdienten Honoraranspruch zu prellen.

Tatsächlich geben Sie sich hier alle Mühe zu verdeutlichen, dass Sie jetzt nicht einsehen und von Anfang an nicht beabsichtigt haben, den Anwalt für diese Leistung zu bezahlen. In bestimmten Ohren kann das verdächtig klingen. Diese Ohren wird der Anwalt möglicherweise hinzuziehen, wenn Sie nicht bezahlen.

Zitat:
So einfach haben es nur Anwälte
Wie ich Ihnen weiter oben schon vermitteln wollte, ist das falsch. Wenn Sie in Kenntnis dieser Falscheit weiter diese Behauptung aufstellen, dann muss ich das als freche Lüge bezeichnen.

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#9
 Von 
Xipolis
Status:
Lehrling
(1744 Beiträge, 796x hilfreich)

Wenn Du eine Beratung von einem Rechtsanwalt möchtest wird laut BGB immer eine Vergütung fällig. Die Höhe der Vergütung kann immer bis 249,90 € betragen, laut RVG.

Wenn Du den Anwalt nun mandatierst, wird diese Gebühr angerechnet für das Klageverfahren, bei dem ihr auch noch zu Dritt seid.

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