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Ist diese Rechnung eines Anwalts gerechtfertigt?

6. Juni 2019 Thema abonnieren
 Von 
guest-12316.06.2019 12:09:32
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Ist diese Rechnung eines Anwalts gerechtfertigt?

Hallo,

ich habe letztes Jahr einen Anwalt aufgesucht, da ich nach der Trennung von meinem Ehemann festgestellt hatte, dass dieser ohne mein Wissen und meine Einwilligung meine Kreditkarte missbraucht hatte. Ich wollte, dass der Anwalt eine für mich und meinen Ehemann vertretbare Einigung zur Rückzahlung der Schulden erziehlt.
Die Beratungsgebühr für dieses Gespräch verstehe ich auch und habe ich auch gleich bezahlt.
Bei diesem Gespräch habe ich auch meine bestehende Rechtsschutzversicherung angegeben.

Der Anwalt hat daraufhin auch das Mandat übernommen und meinen Ehemann einmal postalisch angeschrieben. In diesem Schreiben hatte der Anwalt die Kosten des Mandats bereits meinem Ehemann in Rechnung gestellt.
Das Angebot bzgl. der Rückzahlung der Schulden, dass dann von meinem Ehemann kam habe ich abgelehnt, da es für mich nicht vertretbar war. In der Email von meinem Ehemann war auch ein Angebot zur Rückzahlung der Mandatskosten an den Anwalt selbst.
Ich hatte in meiner Antwort an den Anwalt auch gleich nachgefragt, wie es jetzt weitergeht.

Fast 4 Monate habe ich dann keine Rückmeldung mehr von dem Anwalt erhalten. Ich habe Ihn und die Kanzlei mehrfach angeschrieben, leider erfolglos und ohne jegliche Rückmeldung.
Im März diesen Jahres hat er meinen Ehemann dann noch einmal per Email angeschrieben.
Ich habe von meinem Ehemann (mit dem war ich wegen der Aufteilung des Hausrats noch in Kontakt) dann erfahren, dass er auch gleich eine Rückmeldung an den Anwalt geschickt hat. Diese habe ich allerdings nie erhalten.

Da ich dann langsam verzweifelt war, weil ich nie auch nur irgendwas von meinem Anwalt gehört habe, habe ich die Sache selbst in die Hand genommen und eine Einigung zur Rückzahlung der Schulden mit meinem Ehemann getroffen.

Den Anwalt habe ich daraufhin darüber informiert, dass er das Mandat niederlegen kann.
Daraufhin habe ich sehr schnell eine Anwort erhalten. Nämlich eine Rechnung.

Ist diese Rechnung des Anwalts gerechtfertigt?
Ich habe eine Rechtsschutzversicherung angegeben, die Kosten hat er eigentlich schon meinem Ehemann in Rechnung gestellt, der diese ja auch bezahlten wollte und zusätzlich hat er meines Erachtens seine eigentlich Aufgabe nicht erledigt.
Ich kann mich auch täuschen, aber ich sehe keinen Grund, wieso er mir die Mandatskosten jetzt in Rechnung gestellt hat.

Vorab vielen Dank für Rückantworten!

Beste Grüße

Was denn, so teuer?

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8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(103935 Beiträge, 37578x hilfreich)

Die Höhe der Rechnung richtet sich nach dem Streitwert - unabhängig davon ob er einen, fünf oder 500 Briefe schreiben muss.



Zitat (von Claudia Löw):
Ist diese Rechnung des Anwalts gerechtfertigt?

Dazu müsste man erst mal deren Inhalt und die Höhe des Streitwertes kennen.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
guest-12316.06.2019 12:09:32
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Die Rechnung beträgt über 1300 Euro und besteht aus Rechtsbeistandshonorar, Gebühren und Auslagen.

Das ist ja aber gar nicht so sehr mein Problem.
Der Anwalt hatte die gesamten Kosten bereits meinem Ehemann in Rechnung gestellt und dann hat er mir diese Kosten noch einmal in Rechnung gestellt. Darf er das?
Und selbst wenn mein Ehemann nicht zur Zahlung verpflichtet ist habe ich immer noch zu Beginn eine Rechtsschutzversicherung angegeben.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
guest-12328.05.2020 09:37:38
Status:
Student
(2498 Beiträge, 499x hilfreich)

Kostenschuldnerin der Anwaltsrechnung bis erst einmal Du. Insoweit darf der Rechtsanwalt auch seine Kosten Dir in Rechnung stellen, nachdem er diese zuvor bereits gegenüber Deinem Ehemann geltend gemacht hat. Was er allerdings nicht darf, ist seine Kosten mehrfach kassieren und die vereinnahmten Gelder sodann behalten.

Es muss jetzt geprüft werden, ob Du einen Erstattungsanspruch der Anwaltskosten gegenüber Deinem Ehemann oder/und Rechtsschutzversicherung hast.

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
guest-12316.06.2019 12:09:32
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Also ist es jetzt im Endeffekt so, dass ich die Rechnung erstmal zahlen darf und erst danach evtl. eine Rückerstattung über die Rechtsschutz bekomme? Sollte das nicht sofort über die Rechtsschutz laufen? Ich meine, dafür habe ich sie schließlich bei meinem Gespräch mit dem Anwalt angegeben, oder etwa nicht?
Lt. meinen Unterlagen werden solche Kosten auch von der Versicherung übernommen.

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
guest-12328.05.2020 09:37:38
Status:
Student
(2498 Beiträge, 499x hilfreich)

In der Regel ist es so, dass die Rechtsschutzversicherung leistet und der Mandant (Versicherungsnehmer) lediglich - sofern vereinbart - die Selbstbeteiligung an den Rechtsanwalt zahlt.

Der Rechtsanwalt wird Dir aber seinerzeit sicherlich nicht zugesichert haben, dass Du für den Fall, dass die Rechtsschutzversicherung nicht leistet, Du seine Kosten nicht zu tragen hast.

Vielleicht setzt Du Dich jetzt erst einmal mit der Versicherung in Verbindung und reichst ihr die Rechnung des Rechtsanwaltes ein mit der Bitte um fristgerechte Begleichung selbiger.

Im Übrigen müsste geprüft werden, ob Du einen Erstattungsanspruch gegenüber Deinem Ehemann hast. Was wurde denn hinsichtlich der Rechtsanwaltskosten anlässlich der Einigung vereinbart?

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
guest-12316.06.2019 12:09:32
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Dazu wurde keine Vereinbarung getroffen. Zudem kam es ja auch gar nicht zu einer Einigung über den Anwalt selbst. Wenn ich Ihn allerdings zu Beginn richtig verstanden hatte, müsste mein Ehemann die Kosten des Mandats zahlen, da er in diesem Sachverhalt eine Straftat (Kreditkartenbetrug) begangen hat.

Ich danke erstmal für die Rückmeldungen und werde mich nun mit meiner Rechtsschutzversicherung in Verbindung setzen.

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(103935 Beiträge, 37578x hilfreich)

Zitat (von Claudia Löw):
Der Anwalt hatte die gesamten Kosten bereits meinem Ehemann in Rechnung gestellt und dann hat er mir diese Kosten noch einmal in Rechnung gestellt. Darf er das?

Ja, wenn der Ehemann nicht zahlt, dann ist der Auftraggeber in der Pflicht.



Zitat (von Claudia Löw):
Sollte das nicht sofort über die Rechtsschutz laufen?

In der Regel läuft es so, das man bevor der Fall aktut wird man eine Deckungszusage der RSV einholt.



Zitat (von Claudia Löw):
Ich meine, dafür habe ich sie schließlich bei meinem Gespräch mit dem Anwalt angegeben, oder etwa nicht?

Hat man ihn denn konkret mit dem einholen der Deckungszusage bei der RSV beauftragt? In der Regel ist das die Aufgabe des Mandanten.

Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Eidechse
Status:
Senior-Partner
(6988 Beiträge, 3896x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Hat man ihn denn konkret mit dem einholen der Deckungszusage bei der RSV beauftragt? In der Regel ist das die Aufgabe des Mandanten.


Und noch eine Ergänzung dazu: Die Einholung einer Deckungsanfrage ist nichts anderes als die Geltendmachung von Versicherungsansprüchen und eine eigene Angelegenheit, für die der RA gesonderte Bezahlung fordern könnte. Tatsächlich ist es zwar so, dass diese Arbeiten sozusagen unentgeltlich mit erledigt werden, was allerdings eher praktische Gründe hat. Würde der RA die entsprechende Korrespondenz dem Mandanten überlassen, könnte im schlimmsten Fall die Versicherung an ihren Versicherungsnehmer, den Mandanten auszahlen, und der RA sieht von seinem Honorar nichts, wenn der Mandant aus welchen Gründen auch immer nicht zahlt.

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