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Mahnbescheid trotz falscher Kostennote

24. Juli 2003 Thema abonnieren
 Von 
gogi
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Mahnbescheid trotz falscher Kostennote

Hallo!

Bin zum ersten Mal dabei und hoffe das mir jemand weiterhelfen kann.

Es geht um folgendes:
Ich war vor zwei Jahren bei einem Anwalt zu einem Beratungsgespräch. Es ging um eine Überziehungsgeschichte bei der Bank, über deren Rechtmäßigkeit ich mich informieren wollte. Der Anwalt konnte mir jedoch keine genaueren Informationen geben, da ich nicht alle erforderlichen Unterlagen mitgebracht habe. Er schickte mich nach Hause, die erforderlichen Unterlagen zusammmen zu tragen, um dann nochmals einen Termin mit ihm auszumachen. Die mitgebrachten Unterlagen ließ ich ihm zur Überprüfung da, unter diesen Unterlagen auch ein alter Kontoauszug mit einem Überziehungsbetrag in Höhe von 15.653,52 €. Jedoch war dieser Betrag bei dem Gesprächstermin deutlich geringer, durch einen Aktienverkauf von mir ein paar Tage vor diesem Termin, nämlich "nur" noch 7160 €. Ich teilte dies dem Anwalt damals auch mit, dieser (damals aktuelle) Kontoauszug gehörte u.a. auch zu den fehlenden Unterlagen. Ferner fragte ich ihn auch über die möglichen Kosten bei einer Weiterverfolgung (da ich Studentin war/bin). Dafür unterschrieb ich ihm eine Vollmacht mit der er sich mit meiner Rechtsschutzversicherung in Verbindung setzen wollte. Die Korrespondenz mit meiner Rechtsschutzversicherung ließ er mir dann zukommen, die jedoch an den fehlenden Unterlagen meinerseits gescheitert ist, d.h. die Angelegenheit hatte sich für mich zwischenzeitlich erledigt. Leider habe ich den Anwalt darüber nicht informiert bzw. ich ließ nichts mehr von mir hören.
Nach 1,5 Jahren erhielt ich nun eine Rechnung von diesem RA, die folgendermaßen aussieht.

Gegenstandswert 15.653,52 €
5/10 Ratsgebühr nach §20 BRAGO 829,57 €
Auslagenpauschale 20 €
Gesamtsumme (zzgl. MwSt) 985,50 €.

Daraufhin habe ich den Anwalt angeschrieben, dass der Gegenstandswert nicht stimmt und ihm ein Kontoauszug beigefügt, indem er ersehen konnte, dass bei dem Gesprächstermin der Gegenstandswert bzw. die Überziehungssumme 7160 € beträgt und nicht, wie er aus den von mir alten Unterlagen entnommenen, 15.653,52 €. Ich bat ihn die Kostennote zu korrigieren. Er sah sich jedoch dazu nicht veranlasst und meinte er wäre mir sogar entgegengekommen, da er mir die 7160 € nicht zu dem Gegenstandswert gerechnet hat. Dann kam er sogar mit fälschlichen Behauptungen hinsichtlich meines Anliegens warum ich ihn aufgesucht habe, nämlich das ich gegen den Aktienverkauf (den die Bank anscheinend ohne mein Wissen vorgenommen hatte) vorgehen wollte. Was natürlich falsch ist. Er drohte mir auch gleich mit einem Mahnbescheid, falls ich die Rechnung nicht zahle.
Ich reichte dann Beschwerde gegen ihn bzw. die Kostennote bei der Rechtsanwaltskammer ein, die jedoch vorerst ausgestzt wurde ohne eine Info, ob die Kostennote stimmt. Nun erhielt ich vor ein paar Tagen einen Mahnbescheid von diesem RA.

Nun zu meinen Fragen:
Nach eigenen Recherchen ist mir aufgefallen, dass die 5/10 Ratsgebühr, anhand der Gebührentabelle (BRAGO), bei dem von ihm angesetzten Gegenstandswert schon gar nicht stimmt. Oder täusche ich mich?? Stimmt der Gegenstandswert den er angesetzt hat überhaupt? Müsste er nicht den Wert von 7160 € ansetzen? Ich glaube auch, dass bei mir nur ein Ertsberatungsgespräch erfolg ist, da keine weiteren Tätigkeiten von ihm erfolgt sind bzw. waren.
Ich habe überall versucht mich zu informieren, jedoch konnte mir niemand so recht eine Antwort geben und zu einem anderen Anwalt möchte ich nach dieser Erfahrung nicht mehr so gerne gehen.

Ich würde mich freuen wenn mir jemand eine Antwort bzw. einen Tip geben könnte. Ich glaube, dass ich hier von diesem Anwalt über den Tisch gezogen werde!

Vielen Dank im Voraus!!!

Was denn, so teuer?

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6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Specht
Status:
Beginner
(148 Beiträge, 23x hilfreich)

hi,
gegen Mahnbescheid Widerspruch einlegen (vorher das beigefügte Merkblatt genau lesen) und § 20 BRAGO lesen (z.b. unter w_w. rechtliches.de - Link von mir entlinkt).

Viel Glück
denn vor Gericht und auf hoher See ist man/frau in Gottes Hand

Specht

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Happyman
Status:
Beginner
(86 Beiträge, 11x hilfreich)

Sie haben ja eine Rechtschutzversicherung. Sie sollten auf jeden Fall einen vernünftigen Anwalt aufsuchen. Sie gegen einen Anwalt vorzugehen, können Sie vergessen. Es war ja nur eine Gespräch. Ich kenne selber einige Anwälte, die nur aufs Betrügen eingestellt sind. Anstatt die Gegner zu bekämpfen, kämpfen sie gegen ihre eigene Mandanten, da sie woanders kein Erfolg haben können.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30192 Beiträge, 9438x hilfreich)

Dem Rat einen Analt aufzusuchen kann ich mich nur anschließen.

Zum Mahnbescheid: Das Gericht, daß den MB erläßt prüft die Rechtmäßigkeit der Forderung nicht . Steht auch auf dem Merkblatt.

-----------------
"Gruß, Bob
(Sozialarbeiter in der Straffälligen- und Drogenhilfe)"

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Rechtsanwalt Falk Voelker
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 2x hilfreich)

Achtung: Im Widerspruch anführen: § 20 I Satz 2 BRAGO und § 352 StGB , dann wird es schlagartig billiger. Erstberatung kostet 180 € + MWSt.

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
J.B.
Status:
Schüler
(156 Beiträge, 99x hilfreich)

Muss oder kann man im Widerspruch überhaupt etwas anführen?
Kann der RA für den Mahnbescheid auch noch Gebühren nach BRAGO abrechnen?
Wäre für eine Antwort sehr dankbar.

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
Mareike123
Status:
Unparteiischer
(9585 Beiträge, 1698x hilfreich)

Muss oder kann man im Widerspruch überhaupt etwas anführen?

Man muß nicht - Widerspruch benötigt keine Begründung.
Da der Widerspruch (genau wie der Anspruch des Mahnenden selbst) nicht inhaltlich geprüft wird, macht eine Begründung auch nicht viel Sinn.


Kann der RA für den Mahnbescheid auch noch Gebühren nach BRAGO abrechnen?


Nein, das ist Rechtsverfolgung in eigener Sache, dafür kann er nur seine wirklichen Auslagen berechnen.

0x Hilfreiche Antwort

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