Probleme mit meinem Anwalt - Hilfe

16. November 2025 Thema abonnieren
 Von 
Mobyhick
Status:
Frischling
(48 Beiträge, 0x hilfreich)
Probleme mit meinem Anwalt - Hilfe

Ich bräuchte Hilfe zu einer Sache (Streitwert knapp unter 5000€) mit meinem ehemaligen Anwalt (Zivilverfahren). Ich war Kläger in einem Verfahren (Räumungsklage gegen einen Mieter), das durch Vergleich beendet wurde, mit Kostenquote (ich 2/3, Gegner 1/3). Danach ging es nur noch um die Kosten.

Mein damaliger Anwalt hat mir 2022 erklärt, das Kostenfestsetzungsverfahren sei ein „normales Anhängsel" und er kümmere sich darum. Gleichzeitig war ich extrem unzufrieden mit seiner Arbeit und hatte zudem 0 Vertrauen. Daraufhin habe ich ihm per Mail klar geschrieben, dass er das Mandat bei Gericht niederlegen soll. Ich bin also davon ausgegangen, dass er mich in dieser Sache nicht mehr vertritt.

Später hat das Gericht einen Kostenfestsetzungsbeschluss erlassen, und mein damaliger Anwalt hat in meinem Namen eine sofortige Beschwerde dagegen eingelegt, ohne dass ich davon wusste. Zur Begründung hat er geltend gemacht, der Kostenfestsetzung sei ein veralteter Kostenfestsetzungsantrag zugrunde gelegt worden. Da die vorstehende Berechnung jedoch ergeben hat, dass der herangezogene Kostenfestsetzungsantrag zutreffend war, ist diese Begründung unerheblich.

In einem Schreiben des Gerichts, das ich jetzt von meinem ehemaligen Anwalt bekommen habe, steht, dass diese Beschwerde zwar rechtzeitig war und mir dadurch ein Erstattungsanspruch von 361 € gegen die Gegenseite zusteht, aber gleichzeitig will das Gericht mir die Kosten des Beschwerdeverfahrens auferlegen (Gerichtsgebühren und ggf. Anwaltsgebühren), weil ein anderer Antrag (Antrag nach § 107 ZPO) nicht rechtzeitig gestellt worden sei.

Am Ende des Schreibens steht, dass man innerhalb von zwei Wochen Stellung nehmen soll, das Schreiben ist aber vom 22.10., und mein ehemaliger Anwalt hat es mir erst am 14.11. weitergeleitet, die Frist war also praktisch schon abgelaufen, bevor ich überhaupt reagieren konnte. Ich habe inzwischen ein sehr schlechtes Gefühl und die Sorge, dass mein damaliger Anwalt hier vor allem an zusätzlichen Gebühren interessiert war, obwohl ich ihn ausdrücklich gebeten hatte, das Mandat zu beenden.

Wie würdet ihr das einschätzen: Ist so ein Vorgehen „normal" bzw. rechtlich okay, oder seht ihr das auch kritisch? Ich mache mir vor allem Sorgen, wie weit so ein Beschwerdeverfahren gehen wird und wie hoch die Kosten für mich entstehen könnten. Ich wollte eigentlich mit der Sache nach nunmehr 6 Jahren endlich abschließen und nicht über die Kosten weiterstreiten.




1 Antwort
Sortierung:
#1
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(40064 Beiträge, 6532x hilfreich)

Zitat (von Mobyhick):
dass man innerhalb von zwei Wochen Stellung nehmen soll,
Das ist verfristet. Dazu brauchst du keine Stellung nehmen.

Zitat (von Mobyhick):
Wie würdet ihr das einschätzen:
Normal. Ablauf von Fristen und *zu späte* Anwälte sind keine Seltenheit.

Zitat (von Mobyhick):
obwohl ich ihn ausdrücklich gebeten hatte, das Mandat zu beenden.
Es geht andersrum: Du als Mandant kannst dein Mandat für diesen Anwalt beenden.
Wenn du das nicht nachweisbar gemacht hast, ist er noch dein Anwalt.

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