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Rechtsanwalt meldet sich nicht mehr

9.8.2016 Thema abonnieren
 Von 
Funkybull
Status:
Schüler
(311 Beiträge, 102x hilfreich)
Rechtsanwalt meldet sich nicht mehr

Hallo zusammen,
ich hatte einen RA in einer rel. einfachen Angelgenheit beauftragt (strafbewehrte Unterlassungserklärung, etc.). Es fing auch ganz gut an, es gab einen Schriftwechsel (die Gegenseite hatte ihrerseits einen RA bemüht)- und dann.... praktisch nichts mehr. Nach einer Pause kam nach etlichen Bitten um Rückruf schließlich ein solcher zustande, wobei der gute Mann mich zunächst mit einem anderen Fall verwechselte. Er sagte jedenfalls zu, dass er die Sache, wie eingangs vereinbart, weiterbearbeiten wolle. Dann nichts mehr, nur gefühlt unendlich viele Bitten um Rückmeldung im Sekretariat, die Sekretärin war auch schon genervt. Neulich war ich dann physisch in der Kanzlei erschiedenen, aber der Mann war nicht zu sprechen und die Sekretärin entschuldigte sich für die Umstände; sie wolle ihm die AKte nochmals vorlegen, abermals mit Bitte um Rückruf. Entschuldigend hieß es, der junge Kollege sei auf mehreren Fortbildungen gewesen. Aber auch danach keine Reaktion. Ich hatte meinerseits auch nachgefragt, ob evtl. eine Interessenenskollision vorliegen könne, weil die Kanzlei oder wenigstens dieser RA bereits die Gegenpartei vertreten hätten bzw. diese ein "Dauermandant" sei- aber dies wurde verneint.

Es ist ein Fachanwalt in einer rel. kleinen Kanzlei mit vier oder fünf Anwälten, die nach dem Schema "Kanzlei X & Y und Kollegen" benannt ist, wobei der mich vertrende Anwalt einer der "Kollegen" ist. Würde es in diesem speziellen Fall sinnvoll sein, sich an die "Führung" der Kanzlei zu wenden? Weil es sich insgesamt um eine heikle Angelegenheit handelt (wegen derer ich einen RA aufgesucht hatte), möchte ich ungern den RA wechseln, bevor die Sache nicht zu Ende gebracht ist. Aber was kann man machen?

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5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Rechtsanwalt Thomas Bohle
Status:
Schüler
(432 Beiträge, 388x hilfreich)

Sicherlich können Sie das Gespräch mit dem "Seniorchef" führen, wenn es ihn in der Kanzlei denn überhaupt gibt.

Aber wenn die Chemie derart gestört ist, sollte man ernsthaft über eine Mandatskündigung nachdenken, da auch offenber der Kollege vom Fach wenig Interesse an einer ordnungsgemäßen Mandantenbetreuung hat und die Sache verschleppt, was gerade im Unterlassungsverfahren für den Unterlassungsgläubiger auch sehr gefährlich werden könnte. Und ein Schrecken ohne Ende kann die schlechtere Alternative sein.


Mit freundlichen Grüßen

RA Thomas Bohle

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#2
 Von 
Funkybull
Status:
Schüler
(311 Beiträge, 102x hilfreich)

Es ist für mich aber einfach kein Grund erkennbar, warum denn "die Chemie" gestört worden sein könnte- der gute Mann hat schlicht aufgehört, seinen Job zu machen. Da der Gegener ein Hausverwalter ist und dieser sich einen dem Anschein nach mehr oder weniger bekannten RA genommen hat (auf irgendeinem RA-Ranking genannt...), habe ich schon gemutmaßt, dass es hier vielleicht Einflussnahmen gegeben haben könnte. Das rührt von den Geschichten angeblich einflussreicher Hausverwaltungen her, die manchmal kolportiert werden. Aber alles nur Vermutungen- denn wirklich nachvollziehbare Gründe sind nicht zu entdecken. Ich habe ihm neulich nochmal eine freundlich formulierte Mail geschrieben mit der Bitte, sich doch bei mir zu melden- ohne Ergebnis. Allmählich werde ich schon ziemlich sauer... vielleicht ist doch der Weg zur RA Kammer angezeigt?

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#3
 Von 
Rechtsanwalt Thomas Bohle
Status:
Schüler
(432 Beiträge, 388x hilfreich)

So ein Verhalten ist gewiss nicht hinzunehmen, so dass Sie die Kammer auch einschalten können und sollten. Dass Sie sauer sind, ist bei so einem Verhalten doch nur verständlich. So ein Verhalten muss und sollte nicht geduldet werden, was auch nicht mit irgendeinem Ranking, Titeln oder sonstigen Blödsinn zu entschuldigen ist.

Aber für Ihren Fall ("Unterlassung") bringt das nichts, denn auch ein Kammerverfahren bringt Ihnen dann nicht die gewünschte Unterlassungserklärung (bzw. deren Abwehr). Dort wird vielmehr zeitnahe Tätigkeit erforderlich sein, um nicht Rechtsverluste zu erleiden.

MfG

RA Thomas Bohle

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#4
 Von 
Funkybull
Status:
Schüler
(311 Beiträge, 102x hilfreich)

Zitat (von Rechtsanwalt Thomas Bohle):
So ein Verhalten ist gewiss nicht hinzunehmen, so dass Sie die Kammer auch einschalten können und sollten.

Wie läuft so ein Verfahren vor der Kammer denn ab? Ich denke bei sowas immer, dass die eine Krähe der anderen kein Auge aushackt.... Wie bringt man die Beschwerde vor, wie lange dauert sowas und was wäre die Konsequenz bei "schuldig" bzw. "nicht schuldig"? Hat jemand die Kosten zu tragen und wenn ja, wo liegen die etwa?

Zitat (von Rechtsanwalt Thomas Bohle):
So ein Verhalten muss und sollte nicht geduldet werden, was auch nicht mit irgendeinem Ranking, Titeln oder sonstigen Blödsinn zu entschuldigen ist.

Da liegt ein kleines Missverständnis vor: der angeblich (wegen Ranking usw.) bekanntere RA ist der der Gegenseite, was mich allerdings selbst nicht so sehr beeindruckt. Eine der Mutmaßungen ist, dass mein Anwalt sich vielleicht hat beeindrucken lassen. Außerdem ist bei meinem zu befürchten, dass der noch "was werden will", also politisch gesehen. Einerseits wäre es etwas plausibel, wenn gerade das ein Grund wäre, dass er unter Druck zu setzen ist (nach dem Motto: 'Wenn Du gegen XY vorgehst, dann bekommst Du ein Problem und evtl. nicht in den Aufsichtsrat') - andererseits sieht es sicherlich blöd aus, wenn man vor der RA-Kammer landet.


Zitat (von Rechtsanwalt Thomas Bohle):
Aber für Ihren Fall ("Unterlassung") bringt das nichts, denn auch ein Kammerverfahren bringt Ihnen dann nicht die gewünschte Unterlassungserklärung (bzw. deren Abwehr). Dort wird vielmehr zeitnahe Tätigkeit erforderlich sein, um nicht Rechtsverluste zu erleiden.


Wie soll ich denn jetzt verfahren? Einen anderen RA suchen und den beuaftragen- aber wahrscheinlich ist eine Mandatskündigung beim jetzigen RA der erste Schritt, oder?

Was muss ich bei all dem insgesamt beachten?

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#5
 Von 
Rechtsanwalt Thomas Bohle
Status:
Schüler
(432 Beiträge, 388x hilfreich)

Die Kammer wird schon entsprechende Sanktionen gegen des Rechtsanwalt einleiten, da das Verhalten nicht hinnehmbar ist. Die Kammer greift auch immer dann ein, wenn wie bei Ihnen ein Grund besteht und nicht irgendein Depp grundlos ein Kammereinschreiten fordert. Die Kammer wird den Rechtsanwalt zu den Vorwürfen hören und dann über Maßnahmen nach §§ 113 BORA ff entscheiden. Kosten für so ein Verfahren, welches Monate dauern kann, fallen für Beschwerdeführer nicht an. Die Beschwerde muss aber schriftlich vorgetragen werden; dabei reicht es nicht aus, wenn Sie es per Email machen.



Hinsichtlich des Rankings hatte ich Sie schon richtig verstanden - manche Anwälte sollen ja erstarren, wenn auf der Gegenseite solche Ranking-Kollegen sind, obwohl kein Anlass besteht; zumindest wäre das auch keine Entschuldigung für das Nichtstun.



Da ich den Fall nicht kenne, ist das genaue weitere Vorgehen nicht abzuschätzen und dürfte auch nicht Sache des Forums sein. Aber wenn Sie einen Rechtsanwalt haben, der nichts macht, wäre die Kündigung verbunden mit einen Prüfung von Schadenersatz sicherlich schon ein guter erster Schritt, denn was wollen Sie mit so einem Anwalt?


MfG

RA Thomas Bohle

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