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muss ich 2 Mal zahlen wenn mein Anwalt zum Ortstermin kommt und später nochmal zum Gerichtstermin

7.9.2019 Thema abonnieren

#31
 Von 
Rechtsanwalt Thomas Bohle
Status:
Schüler
(380 Beiträge, 354x hilfreich)

@franky

Sofern es keine schriftliche Vereinbarung über den 500 € gibt, müssen Sie das nicht zahlen - wohl aber mögliche Fahrtkosten und Abwesenheitsgelder nach dem RVG.


Sofern hier die Auffassung vertreten wird, der Anwalt sein beim Gutachtertermin nicht notwendig, ist das a) eine sehr gewagte und b) eine sehr unrichtige Meinung.
Denn der Anwalt kann UND MUSS überprüfen, dass der Sachverständige tatsächlich nur die Fragen im Gutachter abarbeitet. Sehr häufig wird eben am Beweisthema vorbei noch "so dies und das" schnell einmal mit betrachtet und so das Beweisergebnis komplett verfälscht.
Knapp 30 Jahre Baurecht zeigt mir, dass genau das immer wieder passiert (und auch versucht wird), wenn der eigene Anwalt nicht Einhalt gebietet. Das hat auch nichts mit "Besserwisserei" ggenüber dem Gutachter zu tun, sondern eben mit der Einhaltung der ZPO-Regeln. Und das soll der Laien-Mandant dann alleine machen?

MfG

RA Thomas Bohle

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#32
 Von 
BigiBigiBigi
Status:
Bachelor
(3835 Beiträge, 1432x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Wenn er von sich aus trotzdem kommt, dann sind das SEINE Kosten.

Das ist nicht ganz korrekt/präzise. Wenn der Anwalt trotzdem kommt und an dem Ortstermin teilnimmt, ist das natürlich eine konkludente Zustimmung des Mandanten.

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#33
 Von 
salkavalka
Status:
Lehrling
(1193 Beiträge, 810x hilfreich)

Herr Bohle: warum muss der TE das nicht zahlen? Ist doch ein Termin, für den die Terminsgebühr entsteht (KV RVG Vorbemerkung 3 Abs. 3 Nr. 2) .
Oder meinten Sie, nicht zusätzlich zu einer Terminsgebühr, falls es im Beweissicherungsverfahren zu einem gerichtlichten Termin kommt ?

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#34
 Von 
Rechtsanwalt Thomas Bohle
Status:
Schüler
(380 Beiträge, 354x hilfreich)

@salkavalka
Der zweite Fall.

Denn a) gibt es noch gar kein Hauptsacheverfahren und b) wenn der Kollege ohne Streitwertfestsetzung von 500 € spricht, läge die Vermutung einer Vergütungsvereinbarung nahe, die der Schriftform bedarf.

Nur der Rat, auf den Anwalt bei dem Ortstermin zu verzichten, ist komplett neben der Sache. Wenn dort nicht ganz genau aufgepasst wird, kann es kaum später geändert werden.

MfG
RA Thomas Bohle

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#35
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(28535 Beiträge, 11812x hilfreich)

@ RA Bohle: vielleicht bin ich zu doof. Für mich ist aber immer noch nicht klar, ob wir hier ein selbständiges Beweissicherungsverfahren haben + ein Hauptverfahren Oder ob das Gutachten im Rahmen des Hauptverfahrens erstellt werden soll. Das macht gebührentechnisch doch einen Unterschied, oder sehe ich das falsch?

wirdwerden

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#36
 Von 
Anami
Status:
Schlichter
(7207 Beiträge, 1304x hilfreich)

Zitat (von Rechtsanwalt Thomas Bohle):
wohl aber mögliche Fahrtkosten und Abwesenheitsgelder nach dem RVG.
Dem Anwalt des TE sei das zu zahlen, wenn er nicht zum OT kommt?
Zitat (von Rechtsanwalt Thomas Bohle):
ist das a) eine sehr gewagte und b) eine sehr unrichtige Meinung.
Das sehe ich nach wie vor nicht so.
a) der TE kann selbst entscheiden. Nach seinen Beiträgen hier habe ich ihm empfohlen, dass es nicht notwendig sei.
b) Unrichtig kann ich auch nicht sehen.
Zitat (von Rechtsanwalt Thomas Bohle):
Denn der Anwalt kann UND MUSS überprüfen, dass der Sachverständige tatsächlich nur die Fragen im Gutachter abarbeitet.
Bitte, wo steht das? Und warum (wenn MUSS) bietet der RA dem TE nur an, gegen 500,- dabei zu sein? Wenn MUSS, dann hätte der RA das anders kommunizieren sollen.
Zitat (von Rechtsanwalt Thomas Bohle):
Das hat auch nichts mit "Besserwisserei" ggenüber dem Gutachter zu tun,
Richtig, aber wenn der Gutachter nicht weiß, was er für ein Gerichtsgutachten zu beachten hat--- wenn Parteien beim OT anwesend sind....dann Gute Nacht.
Zitat (von Rechtsanwalt Thomas Bohle):
Und das soll der Laien-Mandant dann alleine machen?
Nein, natürlich nicht. Das steht hier auch nirgends.

Der TE streitet sich mit dem Handwerker seit mehr als 1,5 Jahren.
Der Anwalt des TE hat das Beweissicherungsverfahren beantragt und die B-Fragen formuliert.
Das Gericht hat einen Gutachter beauftragt. Nun läuft das selbständige Beweisverfahren.
Das Hauptverfahren schließt sich an.

So habe ich das bisher aus den TE-Fragen heraus gelesen.

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#37
 Von 
Rechtsanwalt Thomas Bohle
Status:
Schüler
(380 Beiträge, 354x hilfreich)

@Anami
Sie können es ja anders sehen, kein Problem. Unsere Erfahrungen sind eben anders; auch die der meisten Kollegen, die sich mit Baurecht und Nebengebieten beschäftigen. es bleibt doch jedem Mandanten selbst überlassen, ob und was er in Auftrag gibt.
Der Rechtsanwalt ist nach den Standesrechtlinien verpflichtet, den Mandanten vor falschen Entscheidungen zu schützen (doch, das steht da tatsächlich so!) und dazu gehört eben auch, einem Gutachter (übrigens kein geschützer Rechtsbegriff, wer also mag ...) möglicherweise auf die Finger zu klopfen. Und das ist eben in 99% der Begutachtungen der Fall.

Aber wenn Sie meinen, dass der Anwalt nicht notwendig sei, teilen Sie das bitte dann immer schriftlich Ihrem Anwalt mit; der ist dann aus der Haftung. ;)

@wirdwerden

Selbständiges Beweisverfahren
Ortstermin
spätere Anhörung des SV zur Erläuterung des Gutachtens
Nur einmal Termingebühr, sofern keine Vergütungsvereinbarung

Späteres Hauptverfahren mit mündlicher Verhandlung
zusätzliche Termingebühr neben der Termingebühr aus den selbständigen Beweisverfahren


MfG
RA Thomas Bohle

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