Arbeitslosigkeit und Steuerrecht nach Prozeß

31. Januar 2011 Thema abonnieren
 Von 
Klaus_66
Status:
Frischling
(36 Beiträge, 31x hilfreich)
Arbeitslosigkeit und Steuerrecht nach Prozeß

Hallo liebe Community,

Ich habe mal eine Grundsatzfrage. Leider habe ich bisher von 2 Steuerberatern, 2 unterschiedliche Meinungen zu dem Thema bekommen.

Ich habe für 2009 noch keine Steuererklärung abgegeben, da mir im August 2009 gekündigt wurde. Ich habe Kündigungsschutzklage eingereicht und mich arbeitslos gemeldet. Die Kündigungsschutzklage wurde gewonnen aber mein Arbeitgeber ging in Berufung. Im November 2011 wurde das Verfahren per Vergleich beendet. Der Arbeitgeber hat sich verpflichtet, sämtliche Gehälter nachzuzahlen und diese ordnungsgemäß für die jeweiligen Monate abzurechnen.

Ich bin mit dem Finanzamt so verblieben, daß ich meine Steuererklärung machen kann, wenn der Rechtstreit beendet wird.

1. Meinung Steuerberater:
Durch die Rückabwicklung der Gehälter sagt mir jetzt der eine Steuerberater, daß in diesem Fall eine Arbeitslosigkeit nie eingetreten ist. Defacto war das Arbeitsverhältnis auch nie beendet, da sich die Kündigung als unwirksam herausgestellt hatte.

2. Meinung Steuerberater:
Im Steuerrecht wird immer nach dem Zufluß-Prinzip verfahren. Somit unterliegen nur die Einkommen der Steuer, die auch in dem Steuerjahr erwirtschaftet wurden.

Meinung 2 stellt sich für mich in der Abrechnung etwas schwierig dar, da gemäß der Jahresmeldung jetzt Steuern und Sozialabgaben für das komplette Jahr 2009 im Nachhinein für das Steuerjahr 2009 abgeführt worden sind.

Was meint Ihr dazu?

Danke und Grüße Klaus


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3 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
guest-12302.03.2011 15:57:58
Status:
Schüler
(370 Beiträge, 235x hilfreich)

Hallo

Die 2. Meinung ist richtig, da im Steuerrecht immer das Zufluss und Abflussprinzip gilt. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Ansprüche aus dem früheren jahren entstanden sind. wichtig ist immer, wann sie ab bzw. zugeflossen sind
§11 Abs.1 Satz 1 EStG

Die erste Meinung ist zwar zivilrechtlich richtig, jedoch steuerlich nicht.

Gruß

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"Diskutiere niemals mit einem Idioten. Er zieht dich auf sein Niveau herab und schlägt dich dort durc"

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#2
 Von 
Klaus_66
Status:
Frischling
(36 Beiträge, 31x hilfreich)

Hallo Leonardou200,

vielen Dank für Deine Einschätzung. Demnach ist die Jahresbescheinigung von meinem Arbeitgeber falsch, weil die in 2010 gezahlten Steuern für 2009 in der Jahresbescheinigung von 2009 bescheinigt werden.

Sofern es sich tatsächlich so verhält, daß das Zuflußprinzip gilt, dann sitze ich in einer Steuerfalle. Ich habe im Jahre 2009 einen Bonus zugesprochen bekommen. Diesen Bonus mußte ich im Jahr 2010 wieder vollständig zurückzahlen. Nach dem Zuflußprinzip würde ich dann in 2009 Steuern auf mein Einkommen bezahlen, was arbeitsrechtlich unter Vorbehalt stand und ich im Nachhinein gar nicht bekommen habe.

Ebenso verhält es sich mit dem Arbeitslosengeld, was ja eigentlich im Steuerrecht unter Progressionsvorbehalt steht. Das erhaltene Arbeitslosengeld für 2009, mußte ich aber für 2010 wieder vollständig zurückzahlen.

Ich muß also auf etwas Steuer zahlen, was ich eigentlich nicht behalten durfte, kann sowas sein?

Grüße Klaus

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#3
 Von 
Tom998
Status:
Student
(2083 Beiträge, 1196x hilfreich)

Ganz abwegig ist die 1. Meinung nicht. In § 11 Abs. 1 steht: "Für Einnahmen aus nichtselbständiger Arbeit gilt § 38a Absatz 1 Satz 2 und 3 und § 40 Absatz 3 Satz 2." Dort steht wiederum:"Laufender Arbeitslohn gilt in dem Kalenderjahr als bezogen, in dem der Lohnzahlungszeitraum endet."
Wenn dein Arbeitsverhältnis also nach dem Vergleich bis zum 31.12.2009 bestand, kann man durchaus die Meinung vertreten, dass der laufende Arbeitslohn bis zum 31.12.2009 als zugeflossen gilt.
Die Rückzahlung des Bonus wäre in 2010 als negative Einnahme, die Rückzahlung des ALG über den negativen Progressionsvorbehalt zu berücksichtigen.

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