Beerdigungskosten steuerlich absetzen?

19. Oktober 2012 Thema abonnieren
 Von 
Leo
Status:
Beginner
(105 Beiträge, 12x hilfreich)
Beerdigungskosten steuerlich absetzen?

Hallo,

nehmen wir an, dass jemand einen Teil des Hauses sowie etwas Bargeld erbt und die Beerdigungskosten übernimmt.

Die Beerdigungskosten sind
- niedriger als der Wert des geerbten Hausteils aber
- viel höher als das geerbte Bargeld.

Kann man in so einem Fall die Beerdigungskosten steuerlich absetzen?

Gruß
Leo

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5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Leo
Status:
Beginner
(105 Beiträge, 12x hilfreich)

Ich hab gerade Folgendes gefunden:

"Die Kosten sind nur abziehbar, soweit der Nachlass des Verstorbenen nicht ausreicht, um die Beerdigung zu bezahlen...(BFH-Urteil vom 19.10.1990, BStBl. 1991 II S. 140)."

Aber meine o.g. Frage bleibt immer noch offen, weil "der Nachlas" bzw. das Hausteil doch nicht verkauft wird, um die Beerdigung zu bezahlen...

-- Editiert Leo am 19.10.2012 22:24

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#2
 Von 
Tom998
Status:
Student
(2051 Beiträge, 1182x hilfreich)

Wenn im Urteil Nachlass steht, ist der Verkehrswert des Nachlasses gemeint. Wenn der BFH "Bargeld" hätte reinschreiben wollen, hätte er es getan.

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#3
 Von 
Leo
Status:
Beginner
(105 Beiträge, 12x hilfreich)

Gut. Und was sagst Du zu dem folgenden Urteil?

"Zu den allgemeinen berücksichtigungsfähigen außergewöhnlichen Belastungen gehören auch Bestattungskosten eines nahen Angehörigen, soweit sie nicht aus dem Nachlass bestritten werden können und auch nicht durch Ersatzleistungen gedeckt sind."
BFH, Urteil v. 22.2.1996 - III R 7/94

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"Leo"

1x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Tom998
Status:
Student
(2051 Beiträge, 1182x hilfreich)

Dass es nichts mit der Ausgangsfrage zu tun hat:

quote:<hr size=1 noshade>Leitsatz
1. Auch Leistungen aus einer Lebensversicherung (hier: Kapitallebensversicherung), die dem Steuerpflichtigen anläßlich des Todes eines nahen Angehörigen (hier: Ehemann) außerhalb des Nachlasses zufließen, sind auf die als außergewöhnliche Belastung anzuerkennenden Beerdigungskosten anzurechnen (Weiterentwicklung des BFH-Urteils vom 19. Oktober 1990 III R 93/87 , BFHE 162, 326 , BStBl II 1991, 140 ).
Orientierungssatz
1. Der Anspruch auf die Versicherungssumme aus einer Lebensversicherung oder einer Kapitalversicherung auf den Todesfall fällt beim Tod des Versicherungsnehmers in den Nachlaß, wenn der Versicherungsnehmer von seinem Recht, einen Bezugsberechtigten zu benennen, keinen Gebrauch gemacht hat. Insoweit scheidet ein Abzug der Beerdigungskosten, die Nachlaßverbindlichkeiten darstellen, nach § 33 EStG aus, wenn die Versicherungssumme zum Nachlaß gehört und die Beerdigungskosten hierdurch gedeckt sind. <hr size=1 noshade>


Eindeutiger formuliert wären z.B.:
Finanzgericht des Saarlandes
30.09.1992
Aktenzeichen: 1 K 76/92
quote:<hr size=1 noshade>Ein überwiegend fremdvermietetes Mietwohngrundstück ist bei Prüfung, ob der Erbe durch die Zahlung der Beerdigungskosten belastet ist, mit dem Verkehrswert anzusetzen. <hr size=1 noshade>


FG Bremen
19.12.1968
Aktenzeichen: I 89/67
quote:<hr size=1 noshade>Bestattungskosten sind für den Erben keine außergewöhnliche Belastung, wenn der Wert des Nachlasses die Kosten deckt. Hierbei ist ein eigenbewohntes Einfamilienhaus mit dem vollen Verkehrswert und nicht mit dem doppelten EW anzusetzen. <hr size=1 noshade>


1x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Leo
Status:
Beginner
(105 Beiträge, 12x hilfreich)

Vielen Dank für die ausführliche Antwort!

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"Leo"

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