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Besteuerung nach Tagestabelle rechtens???

25.9.2011 Thema abonnieren
 Von 
anlemadaco
Status:
Beginner
(107 Beiträge, 38x hilfreich)
Besteuerung nach Tagestabelle rechtens???

Hallo Ihr lieben.

die gute Chefin, die nicht zahlt(e) gibt uns schon wieder Rätsel auf. Die Lohnabrechnungen.

Es sei einmal dahingestellt, dass sie nicht rechnen kann, behauptet, es sind so und soviel Euro gezahlt worden, aber in wirklichkeit war es weniger...
Jetzt haben wir mehrfach festgestellt, dass bei Beträgen von z.B. 1188 Euro brutto eine Steuer von 56 euro abgezogen wurde. Bei der letzten Lohnabrechnung, 1677 euro brutto, waren es an die 70 euro.
Es stellte sich heraus, dass die Dame anhand dieser Tagessteuertabelle abgerechnet hat, weil der Arbeitnehmer in dem einen Monat zum 16. begonnen hatte zu arbeiten - also 11 Arbeitstage und im letzten Monat zum 22. ausgetreten ist - macht 16 arbeitstage. Eine - wegen falscher abrechnung erfolgte nachzahlung wurde ebenfalls auf diese weise abgerechnet... von 149 euro blieben dann nur noch 80. euro übrig.

Allerdings ist die Entlohnung per Stunden vorgesehen und nicht als Gehalt. Merkwürdiger Weise hat der vorherige Arbeitgeber, bei welchem der Arbeitnehmer auch nur einen halben Monat arbeitete, dies NICHT so abgerechnet. Dort wurden folglich keine Steuern abgezogen.
Ich meine, hier mal gelesen zu haben, dass der Arbeitnehmer mit dieser Art der Berechnung einverstanden sein muss. Ist das korrekt?
Achso, hier ist Steuerklasse 3 und Kinder 4.0 zu berücksichtigen.

ich weiß, dass dieses Geld unter umständen im kommenden jahr mit dem ausgleich zurück kommt - nur leider fehlt uns das jetzt! Hier fehlen mindestens 250 euro für insgesamt 2 Monate, die uns an anderen Stellen als einkommen unterstellt werden, weil dort gesagt wird: "das ist falsch!"

Danke für eure Antworten

LG

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9 Antworten
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#1
 Von 
reckoner
Status:
Gelehrter
(10999 Beiträge, 3858x hilfreich)

Hallo,

grundsätzlich ist die Anwendung der Tageslohnsteurtabelle richtig, da nicht über den vollen Monat ein Beschäftigungsverhältnis vorlag. Der Arbeitnehmer muss da sicher nicht zustimmen.

quote:
ich weiß, dass dieses Geld unter umständen im kommenden jahr mit dem ausgleich zurück kommt
Wieso? Wenn es keine Besonderheiten gab oder geben wird (etwa Zeiten ohne Beschäftigung oder ein deutlich anderer Lohn), so ist der Steuerabzug (grob) korrekt.

quote:
die uns an anderen Stellen als einkommen unterstellt werden, weil dort gesagt wird: "das ist falsch!"
Wer sagt das?

Einen eklatanten Fehler gibt es aber schon, denn es dürfen nicht die Arbeitstage genommen werden, sondern die Kalendertage; ich würde diesbezüglich eine neue Abrechnung verlangen. Im Ergebnis wird sich dadurch dann die Steuer doch noch reduzieren oder vielleicht sogar ganz entfallen (56 und 70 Euro sind ja nun eher niedrige Beträge, daher liegt das Einkommen vermutlich nicht weit entfernt vom Grundfreibetrag) [ich habe jetzt keine Lust, das im Detail nachzurechnen].

MfG Stefan

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#2
 Von 
anlemadaco
Status:
Beginner
(107 Beiträge, 38x hilfreich)

Hallo Stefan,

Doch, es gibt besonderheiten. Der Arbeitnehmer wurde zum 22.08. gekündigt. (Probezeit, 14 Tage Frist, Arbeitnehmer hatte angekündigt, dass er entsprechend handeln wird, wenn der Lohn weiter aus bleibt).
Demnach war der Arbeitnehmer vom 22.08. bis zum 31.08. arbeitslos!

Im Juni, als er in dieser Firma eintrat, hatte er zuvor vom 01.06.-15.06. bei einem anderen AG gearbeitet. Dieser hatte KEINE Steuern abgezogen. Vom 16.-30.6. wurde bei der zahlungsunwilligen AG gearbeitet, diese hat den Junilohn (1188 euro brutto) besteuert.

Nun, der Verdienst ist leider so niedrig, dass Unterstützungen nötig sind. Bei entsprechenden Behörden wird nun das "eigentliche" Netto zugrunde gelegt, weil lt. deren AUssage keine Steuern abgezogen werden dürften.
Es handelt sich um Stundenlohn und da sei es egal ob der AN in dem monat vom 1.-16. oder vom 4.bis 28. oder den gesamten Monat gearbeitet hat. Er hat die Sollstunden für diesen Zeitraum mehr als erfüllt. Nun wird also Geld als Einkommen gezählt, was nicht da ist.

Zum Lohnsteuerjahresausgleich. Da die Frau des AN Elterngeld erhält, wird es wohl nicht so weit her sein, mit dem "wiederbekommen"... progressionsvorbehalt.
Selbstverständlich werden die 150 euro elterngeld (mehr bekommt sie nicht) als einkommen auf die Unterstützende Leistung angerechnet und bei der steuererklärung dann selbstverständlich zusätzlich dem Progressionsvorbehalt unterzogen, womit sich die zu zahlende Steuer erhöht - was wiederum das JETZT gezahlte verschluckt...

LG

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#3
 Von 
reckoner
Status:
Gelehrter
(10999 Beiträge, 3858x hilfreich)

Hallo,

quote:
Demnach war der Arbeitnehmer vom 22.08. bis zum 31.08. arbeitslos!
Auch gemeldet, und mit ALG1-Bezug? Wenn ja, ändert das praktisch auch nicht viel, das Arbeitslosengeld erhöht ebenfalls das steuerpflichtige Einkommen (Progressionsvorbehalt).

quote:
bei einem anderen AG gearbeitet. Dieser hatte KEINE Steuern abgezogen.
Das war ein (kleiner) Fehler, es könnte zu einer Nachzahlung dieser Steuern kommen. Aber vielleicht wurde dort ja doch richtig abgerechnet (nach Tageslohnsteuertabelle) und es kam trotzdem keine Steuern raus (möglich ist das, ich hatte ja schon erwähnt, dass der Grundfreibetrag wohl recht nahe ist, und wenn dann der Lohn etwas niedriger war, sind wir schnell bei Null Steuern).

quote:
Nun, der Verdienst ist leider so niedrig, dass Unterstützungen nötig sind.
Mit solchen Unterstützungen (vermutlich ALG2) kenne ich mich nicht so richtig aus, insbesondere weiß ich nicht was die Grundlage für den anzurechnenden Lohn ist (Brutto oder Netto?). Dazu wird vielleicht noch jemand anderes etwas sagen.
Auch zu den maximalen Stunden kann ich nichts genaues sagen, außer das ich zustimme, dass es dabei wohl egal ist, in welchem Zeitraum diese Stunden geleistet wurden (etwa in einer Woche oder doch in 4 Wochen); einmal drüber und der Lohn wird - unabhängig von der Höhe - angerechnet (imho).

quote:
Bei entsprechenden Behörden wird nun das "eigentliche" Netto zugrunde gelegt, weil lt. deren AUssage keine Steuern abgezogen werden dürften.
Das ist wirklich Unsinn, die Steuertabellen sind da recht eindeutig, und diese sollten den Behörden auch bekannt sein.
Erst wenn jemand eine wirklich ungünstige Wahl der Steuerklassen vornimmt und daher zu viele Steuern zahlt, kann die Behörde das u.U. korrekturrechnen. Bei ordnungsgemäßen Abrechnungen ist das sicher nicht zulässig.

Übrigens: Ob - wie von mir vermutet - wirklich die Lohnsteuer nach Arbeitstagen berechnet wurde oder doch nach Kalendertagen, sollte nochmal geprüft werden. Ich bin mir nämlich nicht mehr so sicher, ob ich deine Ausführungen im Eingangsbeitrag so verstehen durfte.

MfG Stefan

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#4
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(38327 Beiträge, 13741x hilfreich)

quote:
Es handelt sich um Stundenlohn und da sei es egal ob der AN in dem monat vom 1.-16. oder vom 4.bis 28. oder den gesamten Monat gearbeitet hat.


Das ist falsch. Es ist nicht egal, ob man nur den halben oder den ganzen Monat gearbeitet hat.

Die Berechnung der Lohnsteuer ist völlig korrekt. Eine Abrechnung nach der Monatslohnsteuertabelle wäre dagegen fehlerhaft gewesen und hätte dem AG wohl Ärger mit dem Finanzamt nach der nächsten Lohnsteueraußenprüfung eingebracht. Bei einem Bruttolohn von 1118 für 15 Kalendertage ist übrigens eine Lohnsteuer von 39,33€ fällig. Bei 14 Kalendertagen wären 50,66€ fällig. Wie man da auf 56€ kommt, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Richtig wären die 39,33€.

quote:
Bei entsprechenden Behörden wird nun das "eigentliche" Netto zugrunde gelegt, weil lt. deren AUssage keine Steuern abgezogen werden dürften.


Wenn Dir deswegen Leistungen gekürzt worden sind, dann ist wohl ein Einspruch fällig. Die Auffassung der Behörde ist in diesem Punkt eindeutig falsch und das ergibt sich auch klar aus § 38a EStG .

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#5
 Von 
anlemadaco
Status:
Beginner
(107 Beiträge, 38x hilfreich)

@hh: Es waren im Juni 1188 euro und 11 Arbeitstage respektive 14 Kalendertage.

@Stefan: es ist nicht ALG II. Es ist Kinderzuschlag. Mit denen haben wir bezüglich der Berechnungen ohnehin Probleme.

Beim früheren Arbeitgeber (insgesamt 1.5.-15.06.) wurde für den 01.06.-15.06. ein Brutto von ca. 700 euro zugrundegelegt. Es wurden keine Steuern abgezogen.

Insgesamt fehlen auch unter Berücksichtigung dieser Berechnungsart dennoch mindestens 100 euro, die in jedem Fall eingefordert werden. Denn wenn die Gute Frau behauptet, Für Monat Juni und Juli 2433 euro ausgezahlt zu haben und erhalten haben wir nachweislich 250 euro in Bar, 450 Euro überwiesen und 1633 Euro überwiesen, dann sind das nach meiner Rechnung 2333 und nicht 2433....

Auch sind die Stunden zu überprüfen. Die eigenen Aufzeichnungen sagen was anderes, als die Abrechnungen.
Man wird sehen.

LG und herzlichen Dank!

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#6
 Von 
reckoner
Status:
Gelehrter
(10999 Beiträge, 3858x hilfreich)

Hallo,

quote:
Beim früheren Arbeitgeber (insgesamt 1.5.-15.06.) wurde für den 01.06.-15.06. ein Brutto von ca. 700 euro zugrundegelegt. Es wurden keine Steuern abgezogen.
Das habe ich jetzt mal schnell nachgerechnet, und - fast wie erwartet - kommen Null Steuern heraus.
Entweder man nimmt dazu wirklich die Tageslohnsteuertabelle, oder aber man passt den Lohn theoretisch auf einen ganzen Monat an (macht dann hier 1400 Euro). Dann einen Lohnrechner anschmeißen (etwa: http://www.lohn1.de/lobn.htm), Steuerklasse 3 und die Kinderfreibeträge eintragen und rechnen lassen. Im Ergebnis müssen dann noch die Werte wieder halbiert werden (da nur halber Monat), aber bei Null ist das natürlich trivial.

FAZIT: Der frühere Arbeitgeber hat imho schon mal richtig abgerechnet (und vor allem, nach Tageslohnsteuertabelle), der Lohn lag halt unter dem Grundfreibetrag.

quote:
Es waren im Juni 1188 euro und 11 Arbeitstage respektive 14 Kalendertage.
Da komme ich dann auf ca. 70 Euro. Das kann sich aber schnell etwas ändern, wenn etwa anstatt der 14 Tage doch 15 Tage genommen wurden.

FAZIT: Auch diese Abrechnung scheint mir korrekt zu sein, auch wenn ich nicht genau auf das Ergebnis komme.

quote:
Auch sind die Stunden zu überprüfen. Die eigenen Aufzeichnungen sagen was anderes, als die Abrechnungen.
Das ist nun aber kein steuerliches Problem mehr. Ich sehe aber schon das Beweisproblem.
Bei den fehlenden 100 Euro hätte aber die Gegenseite auch ein Beweisproblem.

MfG Stefan

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#7
 Von 
anlemadaco
Status:
Beginner
(107 Beiträge, 38x hilfreich)

@Stefan: ja, die stunden sind kein steuerproblem...

zum fehlenden geld... da gibts keine Beweisschwierigkeiten. DIe dame hat auf einen Schmierzettel und auf den Lohnabrechnungen geschrieben:

Monat Juni ausgezahlt 700, Monat Juli ausgezahlt 1633, gesamt ausgezahlt 2433...
insofern...

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#8
 Von 
reckoner
Status:
Gelehrter
(10999 Beiträge, 3858x hilfreich)

Hallo,

quote:
zum fehlenden geld... da gibts keine Beweisschwierigkeiten. DIe dame hat auf einen Schmierzettel und auf den Lohnabrechnungen geschrieben
Ich hatte doch extra "Gegenseite" geschrieben, also der Arbeitgeber. Und ich ging dabei insbesondere von den Barzahlungen aus; ohne Quittung kein Beweis, dass überhaupt gezahlt wurde. Was sie sich selber irgendwo aufschreibt, ist ohne Bedeutung.

MfG Stefan

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#9
 Von 
anlemadaco
Status:
Beginner
(107 Beiträge, 38x hilfreich)

@Stefan, ich hab das schon so verstanden. danke!
Es ist einfach eine Tatsache, dass es bezüglich des fehlenden Geldes keine Beweißprobleme geben wird. Die "Gegenseite" hat sich die Barzahlung quittieren lassen. selbst wenn es nicht so wäre, würden wir den Teufel tun und etwas anderes behaupten.
Die Dame kann einfach nicht rechnen... ;-)

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