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Doppelte Haushaltsführung, was wird benötigt als Beweis?

 Von 
Helene84
Status:
Frischling
(45 Beiträge, 4x hilfreich)
Doppelte Haushaltsführung, was wird benötigt als Beweis?

Hallo zusammen,

wenn jemand berufsbedingt eine zweite Wohnung an seinem Arbeitsort (mehr als 200 KM entfernt) anmietet, aber noch bei einem Elternteil wohnt, was ist dann als Beweis zur steuerlichen doppelten Haushaltsführung nötig?

Grüße & Danke schon mal vorab für antworten

-- Editiert von Helene84 am 01.10.2020 10:24

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Haushaltsführung Wohnung


16 Antworten
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#1
 Von 
Garfield73
Status:
Lehrling
(1142 Beiträge, 371x hilfreich)

Der glaubhafte Nachweis, dass sich am Wohnort des Elternteil der Lebensmittelpunkt befindet und das dort entweder ein eigener Hausstand unterhalten wird oder die Haushaltsführung wesentlich mitbestimmt wird.

Die beiden letzten Punkte sind bei einem ledigen, jungen Menschen, der noch ein Zimmer bei einem Elternteil bewohnt, nur schwer anzunehmen.

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#2
 Von 
Helene84
Status:
Frischling
(45 Beiträge, 4x hilfreich)

Zitat (von Garfield73):
Der glaubhafte Nachweis, dass sich am Wohnort des Elternteil der Lebensmittelpunkt befindet und das dort entweder ein eigener Hausstand unterhalten wird oder die Haushaltsführung wesentlich mitbestimmt wird.

Die beiden letzten Punkte sind bei einem ledigen, jungen Menschen, der noch ein Zimmer bei einem Elternteil bewohnt, nur schwer anzunehmen.

Ok, möglicherweise ist es idR so. Wenn eines der Kinder (mittlerweile über 35 Jahre alt) dort aber eine eigene Küche und Bad hat und sich auch um die Instandhaltung etc. kümmert. Wie weißt man dies nach?
Ein Mietvertrag existiert nicht, die geschiedenen Eltern haben sich darauf geeinigt das keines der zwei Kinder (36 & 46 Jahre) Mietkosten bei dem jeweiligen Elternteil zu bezahlen haben.

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#3
 Von 
Garfield73
Status:
Lehrling
(1142 Beiträge, 371x hilfreich)

Zitat (von Helene84):
eine eigene Küche und Bad

Abgeschlossene Wohnung?

Zitat (von Helene84):
um die Instandhaltung etc. kümmert

Nachweise dafür vorhanden?

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#4
 Von 
Helene84
Status:
Frischling
(45 Beiträge, 4x hilfreich)

Zitat (von Garfield73):
Zitat (von Helene84):
eine eigene Küche und Bad

Abgeschlossene Wohnung?

Zitat (von Helene84):
um die Instandhaltung etc. kümmert

Nachweise dafür vorhanden?

Jede Räumlichkeit kann für sich abgeschlossen werden. Im 1 OG hat Elternteil lediglich ein Bügelzimmer, 2. OG gehört vollstens dem doppelten Haushaltsführer.

Wie könnte man die eigenständige Instandhaltung nachweisen? Ein paar Materialien wurden gekauft und es gibt davon Belege.

Grüße & Danke

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#5
 Von 
Garfield73
Status:
Lehrling
(1142 Beiträge, 371x hilfreich)

Wenn es eine abgeschlossene Wohnung ist, dann sehe ich wenig Probleme bei der Anerkennung des dHH, unabhängig davon, ob da noch ein Zimmer vom Elternteil mitbenutzt wird, oder nicht.
Den Nachweis der Instandhaltung bräuchte man nur um die Mitbestimmung der Haushaltsführung zu belegen, bei einem 35-Jährigen dürfte das aber nicht wirklich strittig sein.

Entscheidend ist aber noch, dass der Lebensmittelpunkt am Ort der Hauptwohnung ist, also Freundeskreis, Vereinsleben, etc.

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#6
 Von 
Helene84
Status:
Frischling
(45 Beiträge, 4x hilfreich)

Zitat (von Garfield73):
Wenn es eine abgeschlossene Wohnung ist, dann sehe ich wenig Probleme bei der Anerkennung des dHH, unabhängig davon, ob da noch ein Zimmer vom Elternteil mitbenutzt wird, oder nicht.
Den Nachweis der Instandhaltung bräuchte man nur um die Mitbestimmung der Haushaltsführung zu belegen, bei einem 35-Jährigen dürfte das aber nicht wirklich strittig sein.

Entscheidend ist aber noch, dass der Lebensmittelpunkt am Ort der Hauptwohnung ist, also Freundeskreis, Vereinsleben, etc.

So ist der Aufbau im 1. OG:

da 2. OG, hat eine Tür die abschließbar ist..

Gibt es eine Möglichkeit den Freundeskreis am Lebensmittelpunkt zu beweisen? Mitgliedsbeitrag im Sportverein ist vorhanden.. Ich hab bestimmt auch unzählige Bilder die beweisen dass ich an meinem LMP war :-)

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#7
 Von 
Garfield73
Status:
Lehrling
(1142 Beiträge, 371x hilfreich)

In der Konstellation dürfte kaum ein Finanzbeamter Zweifel an einer dHH haben.

Nach dem ersten Post bin ich nur von einem jungen Erwachsenen ausgegangen, der daheim noch im Kinderzimmer wohnt und seine erste Stelle antritt.
Da gibt es leider immer mehr, die da auch eine dHH haben wollen.

Bei Dir dürfte es, wie gesagt, eigentlich keine Probleme mit der Anerkennung geben.

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#8
 Von 
Helene84
Status:
Frischling
(45 Beiträge, 4x hilfreich)

Zitat (von Garfield73):
In der Konstellation dürfte kaum ein Finanzbeamter Zweifel an einer dHH haben.

Nach dem ersten Post bin ich nur von einem jungen Erwachsenen ausgegangen, der daheim noch im Kinderzimmer wohnt und seine erste Stelle antritt.
Da gibt es leider immer mehr, die da auch eine dHH haben wollen.

Bei Dir dürfte es, wie gesagt, eigentlich keine Probleme mit der Anerkennung geben.


Ok, Danke für die Unterstützung.

Kann es auch sein das der Finanzbeamte nur bestimmte Beweise erlaubt?

z.B. dass er sagt: Er will einen Mietvertrag für die Wohnung am LMP? oder er sagt das er es nur glaubt wenn ich anteilige Kosten des Hauses mit dem Girokonto bezahlt habe? oder er sagt das ich z.B. nur 18 Fahrten anhand von Belegen nachweisen kann, aber für den doppelten Haushalt 24 Fahrten nachweisen muss?

oder ist dies alles in meiner Hand wie ich ihm das beweise?

Grüße & Danke für antworten

-- Editiert von Helene84 am 02.10.2020 10:35

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#9
 Von 
Garfield73
Status:
Lehrling
(1142 Beiträge, 371x hilfreich)

Kann alles sein, wird Dir hier im Forum aber niemand beantworten können.

Erklärung einreichen, evtl. geforderte Nachweise erbringen, dann sieht man weiter.

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#10
 Von 
Helene84
Status:
Frischling
(45 Beiträge, 4x hilfreich)

Zitat (von Garfield73):
Kann alles sein, wird Dir hier im Forum aber niemand beantworten können.

Erklärung einreichen, evtl. geforderte Nachweise erbringen, dann sieht man weiter.

Ok, ein Bekannter meinte nämlich zu mir, er ist angehalten die oben genannten Beispiele zu erbringen. Dazwischen ist allerdings noch ein Steuerhilfeverein und ich bin der Meinung das der Verein einfach behauptet dass diese Dinge vom Amt gefordert werden.
M. M. arbeitet der Verein nicht für das Mitglied, sondern sucht sich den einfachsten Weg und sagt das vom Amt die Rückmeldung kam und dies jetzt gefordert wird...
Er hat aber wohl nie mitgeteilt, das er dort Miete bezahlt!

Ist meine Meinung plausibel?

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#11
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(38332 Beiträge, 13743x hilfreich)

Zitat:
Ok, ein Bekannter meinte nämlich zu mir, er ist angehalten die oben genannten Beispiele zu erbringen.

Das ist insoweit richtig, als dass es Standard ist, dass derartige Belege vom Finanzamt angefordert werden. Daraus zu schließen, dass eine Rechtspflicht besteht, diese Belege auch vorlegen zu müssen, ist dagegen falsch. Der Steuerpflichtige hat durchaus das Recht, auch andere Belege ersatzweise zur Glaubhaftmachung vorzulegen.

Zitat:
M. M. arbeitet der Verein nicht für das Mitglied, sondern sucht sich den einfachsten Weg und sagt das vom Amt die Rückmeldung kam und dies jetzt gefordert wird...

Klar ist es am einfachsten, die Belege so wie vom Finanzamt gefordert vorzulegen. Wenn man sich überlegen muss, wie man den Nachweis alternativ erbringt, dann kostet das Zeit und Zeit ist Geld.

Für das Geld, was der Steuerhilfeverein für die Erstellung der Steuererklärung bekommt, sollte man nicht wirklich erwarten, dass eine aufwändige individuelle Begründung erstellt wird.

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#12
 Von 
Helene84
Status:
Frischling
(45 Beiträge, 4x hilfreich)

Zitat (von hh):

Das ist insoweit richtig, als dass es Standard ist, dass derartige Belege vom Finanzamt angefordert werden. Daraus zu schließen, dass eine Rechtspflicht besteht, diese Belege auch vorlegen zu müssen, ist dagegen falsch. Der Steuerpflichtige hat durchaus das Recht, auch andere Belege ersatzweise zur Glaubhaftmachung vorzulegen.

Klar ist es am einfachsten, die Belege so wie vom Finanzamt gefordert vorzulegen. Wenn man sich überlegen muss, wie man den Nachweis alternativ erbringt, dann kostet das Zeit und Zeit ist Geld.

Ok, glaube ich komme jetzt der Sache näher und bekomme eine Gefühl dafür.
Wie ist es so in der Praxis - kann das Amt als Beweis nur Kassenbelege akzeptieren welche mit dem Girokonto bezahlt wurden? Oder sollten diese auch Barbelege anerkennen?
Muss/sollte man anhand von Belegen nachweisen das man mehr als die Hälfte der Wochenenden im Jahr Heimfahrten unternommen hat?

Zitat (von hh):
Für das Geld, was der Steuerhilfeverein für die Erstellung der Steuererklärung bekommt, sollte man nicht wirklich erwarten, dass eine aufwändige individuelle Begründung erstellt wird.

Keine Frage ein Steuerverein bekommt nicht viel, aber dann sollten der Steuerhilfeverein dies auch so kommunizieren und nicht sagen du musst Belege mit Girokonto-Abbuchungen erbringen, Barbelge gehen nicht, mehr als 24 Heimfahrten beweisen und ein Mietvertrag vorlegen...

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#13
 Von 
Garfield73
Status:
Lehrling
(1142 Beiträge, 371x hilfreich)

Zitat (von Helene84):
Wie ist es so in der Praxis

Ich wiederhole mich: Das kann Dir hier im Forum niemand beantworten!

Es kommt darauf an, um welches Finanzamt oder sogar um welchen Bearbeiter es sich handelt. Wir sind hier im Bereich des Ermessensspielraums. Der Bearbeiter entscheidet, ggf. nach Vorgabe des jeweiligen Amtes, wieviel er dem Steuerpflichtigen "glaubt" und wofür er gerne welche Belege bzw. Nachweise in welcher Form sehen möchte.

In meinem Amt würde Dein Antrag mit den bisherigen Angaben problemlos durch gewunken. Kann im nächsten Amt schon ganz anders aussehen.

Und zum Thema Lohnsteuerhilfevereine: Einige von denen haben eine Zeit lang versucht, praktisch bei jedem eine doppelte Haushaltsführung zu konstruieren (nach zwei BFH-Urteilen zu sog. Mehrgenerationenhaushalten).
Deshalb schaut die Finanzverwaltung da gerne ein wenig genauer hin ...
Und deshalb auch meine Anmerkungen in #1

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#14
 Von 
Helene84
Status:
Frischling
(45 Beiträge, 4x hilfreich)

Zitat (von Garfield73):
Zitat (von Helene84):
Wie ist es so in der Praxis

Ich wiederhole mich: Das kann Dir hier im Forum niemand beantworten!

Es kommt darauf an, um welches Finanzamt oder sogar um welchen Bearbeiter es sich handelt. Wir sind hier im Bereich des Ermessensspielraums. Der Bearbeiter entscheidet, ggf. nach Vorgabe des jeweiligen Amtes, wieviel er dem Steuerpflichtigen "glaubt" und wofür er gerne welche Belege bzw. Nachweise in welcher Form sehen möchte.

In meinem Amt würde Dein Antrag mit den bisherigen Angaben problemlos durch gewunken. Kann im nächsten Amt schon ganz anders aussehen.

Und zum Thema Lohnsteuerhilfevereine: Einige von denen haben eine Zeit lang versucht, praktisch bei jedem eine doppelte Haushaltsführung zu konstruieren (nach zwei BFH-Urteilen zu sog. Mehrgenerationenhaushalten).
Deshalb schaut die Finanzverwaltung da gerne ein wenig genauer hin ...
Und deshalb auch meine Anmerkungen in #1

Ok, Danke für deine Unterstützung.
Bedeutet auch dass es keine Faustregel gibt, das mind. die Hälfte der Wochenenden am LMP verbracht wurden.

Grüße & Danke schonmal..

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#15
 Von 
Garfield73
Status:
Lehrling
(1142 Beiträge, 371x hilfreich)

Zitat (von Helene84):
Bedeutet auch dass es keine Faustregel gibt, das mind. die Hälfte der Wochenenden am LMP verbracht wurden.

Bei ledigen Steuerpflichtigen ist eine Heimfahrt im Schnitt alle zwei Wochen Voraussetzung, um ohne genauere Prüfung eine dHH annehmen zu können.

Bei den ganzen Fragen beschleicht mich aber langsam der Gedanke, dass Dein Lebensmittelpunkt nicht mehr im Haus des Elternteils liegt und Du hier versuchst an Tipps zu kommen, wie man trotzdem eine dHH genehmigt bekommt?

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#16
 Von 
Helene84
Status:
Frischling
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Zitat (von Garfield73):
Zitat (von Helene84):
Bedeutet auch dass es keine Faustregel gibt, das mind. die Hälfte der Wochenenden am LMP verbracht wurden.

Bei ledigen Steuerpflichtigen ist eine Heimfahrt im Schnitt alle zwei Wochen Voraussetzung, um ohne genauere Prüfung eine dHH annehmen zu können.

Bei den ganzen Fragen beschleicht mich aber langsam der Gedanke, dass Dein Lebensmittelpunkt nicht mehr im Haus des Elternteils liegt und Du hier versuchst an Tipps zu kommen, wie man trotzdem eine dHH genehmigt bekommt?

Dies würde ich jetzt nicht unterschreiben. Ich bin gern informiert und würde auch meinem Bekannten helfen da er seine LMP beweisen muss.. Selbiges ist möglicherweise auch bei mir anfallend und ich kann schonmal die Beweise sammeln. Irgendwo rechnet man ja mit den Aufwänden die man für den Arbeitsort/platz opfert. In meinem Fall macht sogar sonst die Arbeitslosigkeit aus finanzieller Sicht mehr Sinn....

-- Editiert von Helene84 am 05.10.2020 11:31

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