Ebay Finanzamt bei teurem Sammlungsverkauf

10. Mai 2024 Thema abonnieren
 Von 
BlaueMaus
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Ebay Finanzamt bei teurem Sammlungsverkauf

Hallo zusammen,
ich habe 2 Fragen zu folgendem Thema.

Sachverhalt: Ich sammle leidenschaftlich seit Langem alte Modelleisenbahnen und Zubehör. Ich habe mir auch eine Sammlung in dem Gebiet aufgebaut. Der komplette Markt spielt sich über Ebay ab.
Aus Auktionen kaufe ich gelegentlich Eisenbahnen, entstaube sie, repariere diese ggf., mache sie wieder flott und verkaufe sie dann wieder auf Ebay. Dies ist sozusagen mein Hobby. Ab und an wandert auch mal eine reparierte Eisenbahn in meine Sammlung, je nach Bedarf und Laune.

Frage 1:
Nun ist es so, dass ich die die Eisenbahnen oftmals für weniger Geld schieße als ich sie am Ende weiterverkaufe, wenn diese wieder flott gemacht sind. Meistens verkaufen Enkel oder Erben die Eisenbahnen und haben keine Ahnung wie das Modell heißt, die Fotos sind schlecht und die Anzeigen ungenügend beschrieben. Daher kommt oftmals ein niedrigerer Preis zustande.

Nun erziele ich, da ich die Lokomotiven korrekt klassifiziere und gut fotografiere, meistens etwas Gewinn pro Verkauf. Jedoch verkaufe ich nicht aus einer reinen Gewinnabsicht, sondern weil es mein Hobby ist. Ich erfreue mich, Sammlerstücke "unter dem Radar" zu entdecken, diese zu entstauben, zu säubern, richtig zu klassifizieren und anschließend weiterzuverkaufen. Natürlich habe ich auch etwas Materialverbrauch und Zeiteinsatz, daher sage ich zu einem bisschen höheren Wiederverkaufspreis nicht "Nein".
Jedoch kommen aufs Jahr gesehen Umsätze von mehr als 2.000€ und Gewinn von mehr als 600€ zustande.
Muss ich, nach einer Meldung von Ebay an die Steuerbehörde, eine Anzeige befürchten?

Wie gesagt, ich handele nicht aus reiner Gewinnerzielungsabsicht, sondern es ist einfach mein Hobby alte Modelle zu kaufen, mich mit diesen zu beschäftigen, sie schick zu machen und anschließend wieder zu verkaufen an andere Sammler.


Frage 2: (Diese bitte isoliert von Frage 1 betrachten)
Nun hatte ich aus Glück ein besonders seltenes Modelleisenbahn Set günstig schießen können in einer Auktion. Ich habe mich allerdings dagegen entschlossen, es in meiner Sammlung zu behalten. Nun liegt der (zu erwartende) Wiederverkaufswert bei über 2.000€ und der Gewinn, da ich es aus Glück billig geschossen habe, bei über 600€.
Muss ich bei solchen "Glücksgriffen" auch eine Anzeige vom Finanzamt befürchten?
Ja, nachdem ich es billig geschossen habe, hab ich mich entschieden, es nicht in meine Sammlung zu packen sondern mit Gewinn (halt zum üblichen Marktwert) weiterzuverkaufen. Jedoch ist dies eine einmalige Sache und einfach ein Glücksfall für mich gewesen.

Für die Beantwortung der beiden Fragen bin ich Euch sehr dankbar, da ich als leidenschaftlicher Sammler nichts riskieren möchte, jedoch mein Hobby gerne weiter ausführen möchte.

Danke!

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5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Cybert.
Status:
Master
(4971 Beiträge, 1186x hilfreich)

Zitat (von BlaueMaus):
Muss ich, nach einer Meldung von Ebay an die Steuerbehörde, eine Anzeige befürchten?

Umsätze dürften der Kleinunternehmerregelung unterliegen, wenn Sie kein anderes Unternehmen haben (z.B. PV-Anlage).

Der Gewinn (wenn es denn der steuerliche Gewinn ist) unterliegt aber der Einkommensteuer.

Gleiches gilt für den Glücksgriff.

Signatur:

"Der Steuerspartrieb der Deutschen ist ausgeprägter als ihr Sexualtrieb."

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#2
 Von 
taxpert
Status:
Student
(2417 Beiträge, 644x hilfreich)

Nach meiner handelt es sich sowohl bei Frage 1 als auch bei Frage 2 um eine gewerbliche Tätigkeit bzw. Teil einer gewerblichen Tätigkeit, die zu steuerpflichtigen Einkünften führt.

Auf Grund der Nähe de privaten Sammlung mit der gewerblichen Tätigkeit, sollte man sich mit dem BFH-Urteil vom 17.06.2020, AZ.: X R 18/19 auseinander setzen und ggf. entsprechende Beweisvorsorge treffen.

taxpert

Signatur:

"Yeah, I'm the taxman
and you're working for no one but me!"

The Beatles, Taxman

1x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
taxpert
Status:
Student
(2417 Beiträge, 644x hilfreich)

Nach meiner handelt es sich sowohl bei Frage 1 als auch bei Frage 2 um eine gewerbliche Tätigkeit bzw. Teil einer gewerblichen Tätigkeit, die zu steuerpflichtigen Einkünften führt.

Auf Grund der Nähe de privaten Sammlung mit der gewerblichen Tätigkeit, sollte man sich mit dem BFH-Urteil vom 17.06.2020, AZ.: X R 18/19 auseinander setzen und ggf. entsprechende Beweisvorsorge treffen.

taxpert

Signatur:

"Yeah, I'm the taxman
and you're working for no one but me!"

The Beatles, Taxman

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#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121784 Beiträge, 40064x hilfreich)

Zitat (von BlaueMaus):
Wie gesagt, ich handele nicht aus reiner Gewinnerzielungsabsicht, sondern es ist einfach mein Hobby alte Modelle zu kaufen, mich mit diesen zu beschäftigen, sie schick zu machen und anschließend wieder zu verkaufen an andere Sammler.

Somit liegt wohl kein Hobby vor, sondern eher ein Gewerbe (mit allen Pflichten).
Je nach dem wie klein sich der Gewinn rechnen lässt, käme steuerrechtlich noch eine "Liebhaberei" in Frage.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#5
 Von 
reckoner
Status:
Philosoph
(13922 Beiträge, 4391x hilfreich)

Hallo,

ich erkenne aus dem schön langen Text gleich mehrfach, dass versucht werden soll eine klar gewerblich geprägte Tätigkeit als Hobby darzustellen (teilweise mit fast lächerlicher Begründung). So funktioniert das nicht.
Und selbst wenn es nur Hobby ist, Gewinn ist Gewinn und muss versteuert werden (ich rede nicht von der Sammlung, sondern von der gezielt gekauften Ware zum Herrichten und wieder verkaufen).
Einzig Liebhaberei könnte einschlägig sein ... (wurde ja auch schon gesagt)

Vom Finanzamt wird es imhi kaum "Anzeigen" geben. Vielmehr wird - wenn es überhaupt auffällt - erstmal gefragt, was denn das alles für Verkäufe waren ("woher stammt die Ware", "wann und warum gekauft" u.s.w. sollte man dann parat haben).
Und u.U. gibt es im Anschluss eine Aufforderung, die Gewinne zu erklären (ich würde es dann als Sonstige Einkünfte erklären, um zu untermauern, dass es meiner Auffassung nach gerade kein Gewerbe war, sondern mehr oder weniger Zufallsgeschäfte aufgrund des Hobbys).

Ob ein Gewerbe angemeldet wurde oder wird dürfte das Finanzamt bei so Kleinkram nicht weiter interessieren. Viel mehr Sorgen würde ich mir da über Abmahnungen machen (die Klassiker: Widerrufsrecht, Batterieverordnung u.s.w.).

Stefan

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