Eigenbelege akzeptiert?

25. November 2023 Thema abonnieren
 Von 
dramat
Status:
Schüler
(278 Beiträge, 6x hilfreich)
Eigenbelege akzeptiert?

Liebes Forum,

in welchen Fällen akzeptiert das Finanzamt Eigenbelege und was müssen diese erfüllen?

Es geht bei mir um gebrauchte Möbel (ebay Kleinanzeigen) und Bewirtungen - Umsatzsteuervoranmeldung ist nicht relevant für mich, da in dem Jahr noch Kleinunternehmer.

Danke für alle freundlichen Antworten!

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12 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Tom998
Status:
Student
(2050 Beiträge, 1181x hilfreich)

Bewirtungsbelege: § 4 Abs. 5 Nr. 2 EStG und R 4.10 (6) ff. EStR lesen....ist zu viel, um das hier alles runter zu beten.
Kleinanzeigen: geht es um die Barzahlung oder was?

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#2
 Von 
Cybert.
Status:
Master
(4758 Beiträge, 1156x hilfreich)

In jedem Fall muss der Zahlungsempfänger benannt werden können, § 160 AO.

Signatur:

"Der Steuerspartrieb der Deutschen ist ausgeprägter als ihr Sexualtrieb."

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#3
 Von 
dramat
Status:
Schüler
(278 Beiträge, 6x hilfreich)

Zitat (von Tom998):
Kleinanzeigen: geht es um die Barzahlung oder was?
Ja, genau.
Danke sehr

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#4
 Von 
dramat
Status:
Schüler
(278 Beiträge, 6x hilfreich)

Zitat (von Tom998):
Kleinanzeigen: geht es um die Barzahlung oder was?

d.h. ich muss auf der Quittung den Namen der Person angeben, keine weiteren DEtails? Gibt es eine Obergrenze für solche Quittungen?
Danke!

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#5
 Von 
Cybert.
Status:
Master
(4758 Beiträge, 1156x hilfreich)

Name, Anschrift, Betrag Leistung...
Eine Obergrenze gibt es grundsätzlich nicht, aber das FA könnte natürlich beim Verkäufer rückfragen.

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#6
 Von 
taxpert
Status:
Student
(2328 Beiträge, 628x hilfreich)

Zitat (von Cybert.):
aber das FA könnte natürlich beim Verkäufer rückfragen.
Warum sollte es das? Es kann einfach die Kosten streichen!

Der Stpfl. trägt die Nachweislast, das der Aufwand betrieblich/beruflich veranlasst ist und das der Aufwand tatsächlich bezahlt wurde. Wie er/sie das macht, ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Zweifel an der Veranlassung oder der Zahlung gehen aber zu Lasten des Stpfl.! Man sollte also, als derjenige, der die Gestaltung des Sachverhaltes in der Hand hat, eine gewisse Beweisvorsorge treffen. Z.B. die Ebay-Anzeige ausdrucken und zu den Unterlagen nehmen! Und natürlich hat z.B. bei Möbeln das FA jederzeit das Recht zu einer Inaugenscheinnahme, dass sich diese Möbel auch im betrieblichen Umfeld befinden!

Zitat (von Cybert.):
In jedem Fall muss der Zahlungsempfänger benannt werden können, § 160 AO.
Die fehlende Benennung des Zahlungsempfängers führt nicht automatisch zu einer Versagung des BA-/Wk-Abzuges! §160 AO ist eine doppelte Ermessensentscheidung. Die erste Ermessensentscheidung ist bereits die Frage, ob das Verlangen der Empfängerbenennung ermessensgerecht ist!

taxpert

Signatur:

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#7
 Von 
Cybert.
Status:
Master
(4758 Beiträge, 1156x hilfreich)

Zitat (von taxpert):
Warum sollte es das? Es kann einfach die Kosten streichen!

Klar, wäre nur das möglich. Aus der Praxis sind mir mehrere Fälle bekannt, in denen der Aussteller des Eigenbelegs so kreativ war, dass nicht einmal die darin genannten Zahlungsempfänger davon wussten. Dafür, dass die Angaben unrichtig sind, trägt ja das FA die Beweislast.

Signatur:

"Der Steuerspartrieb der Deutschen ist ausgeprägter als ihr Sexualtrieb."

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#8
 Von 
taxpert
Status:
Student
(2328 Beiträge, 628x hilfreich)

Zitat (von Cybert.):
Dafür, dass die Angaben unrichtig sind, trägt ja das FA die Beweislast.
Nein, für steuermindernde Tatsachen -hier: BA- trägt der Steuerpflichtige die Nachweislast. Der Anspruch an den Nachweis steigt dabei in dem Maße, in dem der verwirklichte Lebenssachverhalt vom "normalen" Sachverhalt abweicht.

Beim Nachweis geht es sowohl um die betriebliche Veranlassung als auch um die Zahlung.

Zitat (von Cybert.):
Aus der Praxis sind mir mehrere Fälle bekannt, in denen der Aussteller des Eigenbelegs so kreativ war, dass nicht einmal die darin genannten Zahlungsempfänger davon wussten.
Klar, das passiert immer wieder, dass der Zahlungsempfänger den Zahlungseingang leugnet! Im Endeffekt wird man dann entscheiden müssen, welche von beiden Aussagen glaubhafter ist! Für steuererhöhende Tatsachen -hier: Geldzufluss- trägt das FA die Nachweislast.

Im Rahmen der normalen Veranlagung ist eine Auskunftsersuchen nach §93 AO eher die Ausnahme, denn hierfür ist schlicht und ergreifend im normalen Veranlagungsbetrieb keine Zeit! Im Rahmen einer Außenprüfung reicht dagegen gelegentlich schon der Hinweis auf ein mögliches Auskunftsersuchen um den Stpfl. zum Einlenken zu bringen.

taxpert

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#9
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118526 Beiträge, 39583x hilfreich)

Zitat (von dramat):
in welchen Fällen akzeptiert das Finanzamt Eigenbelege

Aufgrund der Vielzahl unbekannter Faktoren / zahlreicher Unwägbarkeiten ist das in Ermangelung hellseherischer Fähigkeiten nicht seriös zu beantworten.



Zitat (von dramat):
was müssen diese erfüllen?

Alles was der Sachbearbeiter sehen will.
Erfahrungsgemäß werden Belege eher akzeptiert, je detaillierter, vollständiger, nachvollziehbarer, glaubwürdiger diese sind.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#10
 Von 
Cybert.
Status:
Master
(4758 Beiträge, 1156x hilfreich)

Zitat (von taxpert):
Nein, für steuermindernde Tatsachen -hier: BA- trägt der Steuerpflichtige die Nachweislast.

Das ist völlig unstrittig.

Zitat (von taxpert):
Im Rahmen der normalen Veranlagung ist eine Auskunftsersuchen nach §93 AO eher die Ausnahme, denn hierfür ist schlicht und ergreifend im normalen Veranlagungsbetrieb keine Zeit!

Im Rahmen der Veranlagung liegt ja im Regelfall auch kein Beleg vor und wird auch nicht angefordert.

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"Der Steuerspartrieb der Deutschen ist ausgeprägter als ihr Sexualtrieb."

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#11
 Von 
taxpert
Status:
Student
(2328 Beiträge, 628x hilfreich)

Zitat (von Cybert.):
Das ist völlig unstrittig.

Dann verstehe ich diese Aussage nicht so ganz ...
Zitat (von Cybert.):
Dafür, dass die Angaben unrichtig sind, trägt ja das FA die Beweislast.

Oder war das für die Seite des Zahlungsempfängers gedacht?

taxpert

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#12
 Von 
Cybert.
Status:
Master
(4758 Beiträge, 1156x hilfreich)

Zitat (von taxpert):
Dafür, dass die Angaben unrichtig sind, trägt ja das FA die Beweislast.

Damit war gemeint, dass das FA den Nachweis zu führen hätte, dass die Angaben in den AGB unrichtig sind.

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